Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Kognitive Interviews):
Frage 22 erfasst, inwieweit Befragte für ihr Kind einen Erhalt oder einen Aufstieg des sozialen Status im Vergleich zur eigenen Situation anstreben, indem sie Erwartungen hinsichtlich finanzieller Ressourcen, Bildungsniveau und beruflichem Erfolg des Kindes abfragt. Im Rahmen der kognitiven Interviews sollte ermittelt werden, was die Testpersonen unter den zentralen Begriffen in den drei Items verstehen.
Befund Kognitive Interviews:
Alle Testpersonen beantworteten die drei Items, wobei sie den jeweiligen Aussagen mehrheitlich zustimmten (Zustimmungsrate Item 1: 66,7 %, Item 2: 87,5 %, Item 3: 75,0 %; vgl. Tabelle 33).
Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews:
Die Frage ließe sich vereinfachen, indem statt nach Zustimmung direkt nach der Wichtigkeit der einzelnen Aspekte gefragt wird. Dies wäre zugleich konsistent mit dem Einleitungssatz der Frage. Eine mögliche Umformulierung lautet:
„Im Folgenden geht es darum, wie wichtig Ihnen folgenden Aspekte für die Zukunft Ihres Kindes sind.
Wie wichtig ist es Ihnen, dass Ihr Kind […]
Antwortskala: sehr unwichtig, unwichtig, eher unwichtig, eher wichtig, wichtig, sehr wichtig“
| Itemtext | Aktiv getestet |
|---|---|
... eine bessere Bildung erfährt.Itemtext:
... eine bessere Bildung erfährt.
Empfehlungen:Item 1: Der Begriff „bessere Bildung“ wurde von den Befragten überwiegend im Sinne eines höheren formalen Bildungswegs interpretiert. Gleichzeitig bezogen sich jedoch einzelne Testpersonen auch auf soziale und inhaltliche Aspekte von Bildung, was auf einen gewissen Interpretationsspielraum des Begriffs hinweist. Wir empfehlen daher, den Bildungsbegriff in diesem Item zu präzisieren und den Begriff „Bildungsabschluss“ zu verwenden. „…dass mein Kind einen Bildungsabschluss erreicht, der mindestens dem meinen entspricht oder darüber hinausgeht.“ Befund zum Item:Item 1: Was verstehen die Befragten im Kontext dieser Aussage unter einer „besseren Bildung“? Der Großteil der Testpersonen (n = 20) interpretierte den Begriff „bessere Bildung“ im Kontext dieses Items als einen höheren formalen Bildungsweg im Vergleich zur eigenen Bildungsbiografie, etwa in Form eines höheren Schulabschlusses, eines abgeschlossenen Studiums oder einer Promotion. Diese Testpersonen stimmten der Aussage überwiegend zu (n = 13) und brachten damit zum Ausdruck, dass sie sich für ihr Kind einen höheren formalen Bildungsabschluss wünschen, als sie selbst erreicht haben. Befragte, die der Aussage nicht zustimmten (n = 7), erläuterten hingegen, dass sie ihre eigene formale Bildung als ausreichend ansehen und einen darüber hinausgehenden Bildungsabschluss nicht als notwendig erachten.
Für vier Testpersonen standen bei der Interpretation von „besserer Bildung“ weniger formale Bildungsabschlüsse als vielmehr soziale und inhaltliche Aspekte von Bildung im Vordergrund. Sie bezogen sich dabei unter anderem auf ein lernförderliches Umfeld, geringen Leistungsdruck oder die Vermittlung zeitgemäßer und lebensnaher Kompetenzen.
Neben diesen unterschiedlichen inhaltlichen Interpretationen zeigten sich in den Interviews vereinzelt auch kognitive Schwierigkeiten bei der Beantwortung des Items. Drei Testpersonen wiesen darauf hin, dass es ihnen anhand der vorgegebenen Antwortskala schwergefallen sei auszudrücken, dass sie sich für ihr Kind eine ähnliche bzw. die gleiche (hohe) Bildung wünschen, die sie selbst erreicht haben.
Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuserhalt und Statusaufstieg
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Ja |
... später über mehr finanzielle Mittel verfügt.Itemtext:
... später über mehr finanzielle Mittel verfügt.
Empfehlungen:Item 2: Der Begriff „mehr finanzielle Mittel“ wurde von den Testperson homogen im Sinne höherer finanzieller Ressourcen verstanden, sodass eine Überarbeitung des Items nicht erforderlich scheint. Befund zum Item:Item 2: Was verstehen die Befragten in dieser Aussage unter „mehr finanziellen Mitteln“? Der Begriff „mehr finanzielle Mittel“ wurde von den Testpersonen als Sammelbegriff für unterschiedliche ökonomische Ressourcen verstanden. Darunter fassten die Befragten insbesondere Einkommen bzw. Gehalt, Ersparnisse und Rücklagen, Vermögen, Immobilien sowie Investitionen. Diese verschiedenen Ressourcenarten wurden häufig gemeinsam genannt und nicht klar voneinander abgegrenzt.
Die Testpersonen, die der Aussage nicht zustimmten, unterschieden sich in ihrem Begriffsverständnis nicht von den übrigen Befragten. Auch sie interpretierten „mehr finanzielle Mittel“ im Sinne höherer ökonomischer Ressourcen. Die Ablehnung der Aussage lässt sich vielmehr darauf zurückführen, dass die eigene finanzielle Situation als ausreichend eingeschätzt wurde und ein zusätzliches Mehr an finanziellen Mitteln für das Kind nicht als notwendig erachtet wurde (s. z. B. Zitat von TP01 oben). Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuserhalt und Statusaufstieg
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Ja |
... beruflich ähnlich erfolgreich ist.Itemtext:
... beruflich ähnlich erfolgreich ist.
Empfehlungen:Item 3: Der Begriff „beruflich ähnlich erfolgreich“ aktivierte bei den Testpersonen unterschiedliche normative Vorstellungen von beruflichem Erfolg. Während einige Testpersonen objektive Kriterien wie Karriereverlauf oder Einkommen zugrunde legten, bezogen sich andere primär auf subjektive Aspekte wie Zufriedenheit oder Work-Life-Balance. Dadurch können Zustimmung und Ablehnung auf unterschiedlichen Erfolgsmaßstäben beruhen, was die Vergleichbarkeit der Antworten einschränkt. Wir empfehlen daher, das Item begrifflich zu präzisieren, indem der intendierte Erfolgsmaßstab explizit benannt wird. Eine mögliche Formulierung wäre: „…dass mein Kind in Bezug auf berufliche Stellung und Einkommen ähnlich erfolgreich ist wie ich.“ Befund zum Item:Item 3: Was verstehen die Befragten in dieser Aussage unter „beruflich ähnlich erfolgreich sein“? Die Testpersonen interpretieren den Begriff „beruflich ähnlich erfolgreich“ auf unterschiedliche Weise. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (n = 15) definierte beruflichen Erfolg vor allem über objektive Merkmale, wie z. B. Karriereverlauf, beruflichen Aufstieg, Führungsverantwortung oder Einkommen. In diesen Fällen wurde „ähnlich erfolgreich“ häufig als das Erreichen einer vergleichbaren beruflichen Position oder eines ähnlichen Status verstanden.
Die übrigen Testpersonen (n = 9) assoziierten beruflichen Erfolg stärker mit subjektiven Kriterien, insbesondere mit Zufriedenheit im Beruf, einer guten Work-Life-Balance sowie mit Möglichkeiten der Selbstverwirklichung bzw. einer hohen Autonomie. Für diese Befragten stand weniger die berufliche Position als vielmehr das persönliche Wohlbefinden und die Passung zwischen Beruf und Lebensentwurf im Vordergrund.
Ein Vergleich der Antwortmuster zeigt, dass Testpersonen mit einem eher objektiven Erfolgsverständnis dem Item häufiger zustimmten als Testpersonen, die beruflichen Erfolg primär über subjektive Kriterien definierten. Die geringere Zustimmung in der zweiten Gruppe ist dabei nicht auf Verständnisschwierigkeiten zurückzuführen, sondern darauf, dass der eigene berufliche Erfolg bewusst nicht als zentraler Orientierungsmaßstab für das Kind herangezogen wird oder andere Lebensziele als wichtiger erachtet werden. Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuserhalt und Statusaufstieg
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Ja |