Multi-Item-Skala:
Itemtext:
Verschiedene Antwortformate getestet:
Befund zum Item:
Item 3: Was verstehen die Befragten in dieser Aussage unter „beruflich ähnlich erfolgreich sein“?
Die Testpersonen interpretieren den Begriff „beruflich ähnlich erfolgreich“ auf unterschiedliche Weise. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (n = 15) definierte beruflichen Erfolg vor allem über objektive Merkmale, wie z. B. Karriereverlauf, beruflichen Aufstieg, Führungsverantwortung oder Einkommen. In diesen Fällen wurde „ähnlich erfolgreich“ häufig als das Erreichen einer vergleichbaren beruflichen Position oder eines ähnlichen Status verstanden.
- „Darunter verstehe ich, dass sie so gut wie ich bei der Arbeit ist. Sie ihre Arbeit gut macht und erfolgreich ist. Aufstiegschancen hat und wahrnimmt und ein ähnliches Einkommen hat.“ (TP08, Antwort: stimme zu
- „Dass er sich hocharbeitet [in seinem Beruf]. Ich habe z. B. auch als normaler Ingenieur angefangen und bin jetzt Projektleiter.“ (TP12, Antwort: stimme voll und ganz zu)
- „Ich denke an meine aktuelle Position als Führungskraft im öffentlichen Dienst. Und klar, wenn sie das auch schafft, also ähnlich erfolgreich ist, also zum Beispiel auch im öffentlichen Dienst eine Führungskraft ist, dann wäre das gut.“ (TP16, Antwort: stimme zu)
Die übrigen Testpersonen (n = 9) assoziierten beruflichen Erfolg stärker mit subjektiven Kriterien, insbesondere mit Zufriedenheit im Beruf, einer guten Work-Life-Balance sowie mit Möglichkeiten der Selbstverwirklichung bzw. einer hohen Autonomie. Für diese Befragten stand weniger die berufliche Position als vielmehr das persönliche Wohlbefinden und die Passung zwischen Beruf und Lebensentwurf im Vordergrund.
- „Dass sie einen Job hat, der ihr Spaß macht und gefällt. Und dass sie in dem Job eine halbwegs gute Work-Life-Balance hat. Dass sie also auch noch genug Zeit für Freizeit, Familie, Freunde hat.“ (TP04, Antwort: stimme zu)
- „Einen Beruf haben, der eine gute Work-Life-Balance hat. In dem man sich richtig wohlfühlt und wenig Druck hat.“ (TP14, Antwort: stimme zu)
- „Dass man Ziele, die man sich setzt, auch umsetzen kann. Es wäre schön, wenn das in seinem Beruf möglich wäre. Dass er eigene Ideen einbringen kann, das würde ich ihm wünschen. Da sollte er erfolgreicher sein im Beruf als ich.“ (TP21, Antwort: stimme eher nicht zu)
Ein Vergleich der Antwortmuster zeigt, dass Testpersonen mit einem eher objektiven Erfolgsverständnis dem Item häufiger zustimmten als Testpersonen, die beruflichen Erfolg primär über subjektive Kriterien definierten. Die geringere Zustimmung in der zweiten Gruppe ist dabei nicht auf Verständnisschwierigkeiten zurückzuführen, sondern darauf, dass der eigene berufliche Erfolg bewusst nicht als zentraler Orientierungsmaßstab für das Kind herangezogen wird oder andere Lebensziele als wichtiger erachtet werden.
Empfehlungen:
Item 3:
Der Begriff „beruflich ähnlich erfolgreich“ aktivierte bei den Testpersonen unterschiedliche normative Vorstellungen von beruflichem Erfolg. Während einige Testpersonen objektive Kriterien wie Karriereverlauf oder Einkommen zugrunde legten, bezogen sich andere primär auf subjektive Aspekte wie Zufriedenheit oder Work-Life-Balance. Dadurch können Zustimmung und Ablehnung auf unterschiedlichen Erfolgsmaßstäben beruhen, was die Vergleichbarkeit der Antworten einschränkt. Wir empfehlen daher, das Item begrifflich zu präzisieren, indem der intendierte Erfolgsmaßstab explizit benannt wird. Eine mögliche Formulierung wäre:
„…dass mein Kind in Bezug auf berufliche Stellung und Einkommen ähnlich erfolgreich ist wie ich.“