Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Kognitive Interviews):
Frage 21 erfasst, wie zufrieden Befragte selbst mit der Vorstellung wären, dass ihr eigenes Kind im Alter von 35 Jahren die Berufe Arzt/Ärztin oder Reinigungskraft in einem Hotel ausübt. Im Rahmen der kognitiven Interviews sollte untersucht werden, aus welchen Gründen Testpersonen unterschiedliche Antworten auf Frage 20 (Fremdperspektive) und Frage 21 (Eigenperspektive) geben.
Befund Kognitive Interviews:
Wie bereits bei Frage 20 beantworteten auch hier alle 24 Testpersonen beide Items. Analog zu den Ergebnissen aus Frage 20 wurde die eigene Zufriedenheit mit dem Beruf Arzt/Ärztin von allen Befragten als sehr hoch eingeschätzt und lag ebenfalls im Bereich der Skalenpunkte 8 bis 10 (vgl. Tabelle 32). Der Mittelwert der Antworten auf dieses Item betrug M = 9.4 (SD = 0.8), der Median lag bei Md = 10.
Die eigene Zufriedenheit mit dem Beruf einer Reinigungskraft in einem Hotel wurde hingegen auch in dieser Frage deutlich geringer eingeschätzt und wies eine noch größere Streuung auf als bei Frage 20 (Skalenpunkte 1 bis 10). Der Mittelwert der Antworten auf dieses Item belief sich auf M = 4.3 (SD = 2.6), der Median auf Md = 3.5. Insgesamt stuften die Testpersonen ihre eigene Zufriedenheit mit diesem Beruf damit etwas höher ein als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern (vgl. Befund zu Frage 20).
Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews:
Unterschiede in den individuellen Antworten zwischen Frage 20 und Frage 21 zeigten sich insbesondere beim Beruf der Reinigungskraft in einem Hotel. Die Testpersonen differenzierten dabei teilweise deutlich zwischen der eigenen Perspektive und der vermuteten Zufriedenheit anderer Eltern. Auch wenn solche Differenzierungen beim Beruf Arzt/Ärztin seltener auftraten, sprechen die Ergebnisse des Pretests insgesamt dafür, dass Frage 21 im intendierten Sinn verstanden wurde.
Die Befragten berücksichtigten bei der Einschätzung der eigenen Zufriedenheit mit den beiden Berufen stärker persönliche Wertvorstellungen, eigene Lebensumstände und individuelle Abwägungen. Während bei der Fremdperspektive gesellschaftliche Normen und durchschnittliche Einstellungen im Vordergrund standen, flossen bei der Eigenperspektive verstärkt normative Bewertungen, persönliche Erfahrungen und Vergleichsmaßstäbe ein. Diese bewusste Differenzierung spricht für ein gutes Verständnis des Perspektivwechsels zwischen beiden Fragen, sodass eine Überarbeitung der Frage nicht erforderlich erscheint. Um systematische Reihenfolgeeffekte zwischen Frage 20 und Frage 21 zu vermeiden, könnte jedoch in der Haupterhebung eine Randomisierung der beiden Fragen erfolgen.
| Itemtext | Aktiv getestet |
|---|---|
Reinigungskraft in einem HotelItemtext:
Reinigungskraft in einem Hotel
Empfehlungen:
siehe Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews
Befund zum Item:Aus welchen Gründen beurteilen die Testpersonen die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern mit den beiden Berufen (Frage 20) anders als ihre eigene Zufriedenheit (Frage 21)? Item 2: Reinigungskraft in einem Hotel Bei fast zwei Dritteln der Testpersonen (n = 14) unterschieden sich die Einschätzungen zur Zufriedenheit mit dem Beruf einer Reinigungskraft in einem Hotel zwischen Frage 20 und Frage 21. Die Abweichungen fielen dabei teilweise deutlich stärker aus als beim ersten Item und umfassten Unterschiede von bis zu fünf Skalenpunkten. Testpersonen, die ihre eigene Zufriedenheit mit diesem Beruf geringer einschätzten als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern (n = 6), führten dies vor allem darauf zurück, dass die Bewertung des Berufs stark vom eigenen sozialen Status und den persönlichen Lebensumständen abhinge. Ihrer Einschätzung nach sei die Allgemeinheit mit diesem Beruf eher zufrieden, während sie selbst ihn für das eigene Kind deutlich negativer bewerteten.
Andere Testpersonen (n = 8) stuften ihre eigene Zufriedenheit mit dem Beruf hingegen höher ein als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern. Sie begründeten dies entweder damit, dass sie den Beruf weniger negativ einschätzten als der gesellschaftliche Durchschnitt, im Vergleich zu anderen Eltern weniger ablehnend reagieren würden, wenn ihr Kind diesen Beruf ergriffe, oder dass sie Erwerbstätigkeit grundsätzlich positiver bewerteten als Arbeitslosigkeit.
Thema der Frage:
Arbeit & Beruf/ Beurteilungen & Bewertungen
Konstrukt:Berufsranking (Eigenperspektive)
|
Ja |
Arzt/ÄrztinItemtext:
Arzt/Ärztin
Empfehlungen:
siehe Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews
Befund zum Item:Aus welchen Gründen beurteilen die Testpersonen die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern mit den beiden Berufen (Frage 20) anders als ihre eigene Zufriedenheit (Frage 21)? Item 1: Arzt/Ärztin Bei insgesamt acht der 24 Testpersonen zeigten sich geringfügige Unterschiede (ein bis zwei Skalenpunkte) in den Antworten zur Zufriedenheit mit dem Beruf Arzt/Ärztin zwischen Frage 20 und Frage 21. In den meisten dieser Fälle betrug die Abweichung einen Skalenpunkt, in zwei Fällen lag sie bei zwei Skalenpunkten. Diejenigen Testpersonen, die ihre eigene Zufriedenheit mit dem Beruf geringer einschätzten als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern (n = 5), begründeten diesen Unterschied damit, dass sie die negativen Aspekte des Arztberufs, wie etwa die lange Ausbildungszeit, die hohe Arbeitsbelastung oder die anspruchsvollen beruflichen Anforderungen, stärker berücksichtigten. Andere Eltern würden diese Aspekte ihrer Einschätzung zufolge eher ausblenden und sich vor allem auf die positiven Seiten des Berufs konzentrieren.
Testpersonen, die ihre eigene Zufriedenheit mit dem Beruf hingegen höher einschätzten als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern (n = 3), erklärten dies damit, dass es für manche Eltern Berufe gebe, die als noch erstrebenswerter wahrgenommen würden als der Arztberuf. In diesen Fällen wurde angenommen, dass andere Eltern für den Beruf Arzt/Ärztin von anderen Eltern nicht die höchsten Zufriedenheitswerte vergeben würden.
Thema der Frage:
Arbeit & Beruf/ Beurteilungen & Bewertungen
Konstrukt:Berufsranking (Eigenperspektive)
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Ja |