Multi-Item-Skala:

Itemtext:

Reinigungskraft in einem Hotel

Verschiedene Antwortformate getestet:

Nein

Befund zum Item:

Aus welchen Gründen beurteilen die Testpersonen die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern mit den beiden Berufen (Frage 20) anders als ihre eigene Zufriedenheit (Frage 21)?

Item 2: Reinigungskraft in einem Hotel

Bei fast zwei Dritteln der Testpersonen (n = 14) unterschieden sich die Einschätzungen zur Zufriedenheit mit dem Beruf einer Reinigungskraft in einem Hotel zwischen Frage 20 und Frage 21. Die Abweichungen fielen dabei teilweise deutlich stärker aus als beim ersten Item und umfassten Unterschiede von bis zu fünf Skalenpunkten.

Testpersonen, die ihre eigene Zufriedenheit mit diesem Beruf geringer einschätzten als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern (n = 6), führten dies vor allem darauf zurück, dass die Bewertung des Berufs stark vom eigenen sozialen Status und den persönlichen Lebensumständen abhinge. Ihrer Einschätzung nach sei die Allgemeinheit mit diesem Beruf eher zufrieden, während sie selbst ihn für das eigene Kind deutlich negativer bewerteten.

  • „Es gibt bei uns drei, vier Familien in der Klasse, bei denen die Mütter auch Reinigungskräfte sind. Der eine hat auch eine eigene Reinigungsfirma. Und ich glaube, die würden das nicht so schlecht einstufen. [Aber] bei mir wäre das eine eins. Da verdient man ja gefühlt nichts. Ich würde mir das für mein Kind definitiv nicht wünschen und wäre auch nicht zufrieden damit.“ (TP18; Antwort Frage 20: 2, Frage 21: 1)
  • „Ich glaube, es liegt daran, dass es in unserer Familie nie jemanden gab, der in der Reinigung gearbeitet hat. Also ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Es ist jetzt nicht so, dass es ein schlechter Job ist. Da ist es ein Job wie jeder andere. Aber das ist ein Knochenjob und man wird dafür nicht leistungsgerecht bezahlt. Deshalb würde ich nicht wollen, dass mein Sohn ein Hotel reinigt.“ (TP22; Antwort Frage 20: 8, Frage 21: 4)

Andere Testpersonen (n = 8) stuften ihre eigene Zufriedenheit mit dem Beruf hingegen höher ein als die vermutete Zufriedenheit anderer Eltern. Sie begründeten dies entweder damit, dass sie den Beruf weniger negativ einschätzten als der gesellschaftliche Durchschnitt, im Vergleich zu anderen Eltern weniger ablehnend reagieren würden, wenn ihr Kind diesen Beruf ergriffe, oder dass sie Erwerbstätigkeit grundsätzlich positiver bewerteten als Arbeitslosigkeit.

  • „Weil wahrscheinlich der Großteil der Menschen, die Gutverdiener sind, ein anderes Leben für ihre Kinder wünscht als Reinigungsfachkraft in einem Hotel.“ (TP07; Antwort Frage 20: 5, Frage 21: 10)
  • „Weil ich auch das Positive in dem Bereich sehe und kenne. Das ist ja auch abhängig vom Hotel, von den Mitarbeitern, von den Gästen und da habe ich schon Gutes erlebt.“ (TP24; Antwort Frage 20: 2, Frage 21: 6)
  • „Das ist für mich kein Beruf, der ein angemessenes Einkommen garantieren würde. Und deswegen wäre er für mich auch nicht erstrebenswert. Aber ich würde gegebenenfalls weniger damit hadern. Weil es immer darauf ankäme, wie das Kind es selbst empfindet.“ (TP21; Antwort Frage 20: 1, Frage 21: 2)
  • „Reinigungskraft ist jetzt nicht so schlecht. Hauptsache er hat überhaupt eine Arbeit.“ (TP10; Antwort Frage 20: 5, Frage 21: 10)

Empfehlungen:

siehe Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews