Projekt "Strive-Up" - Fragen zum Thema Statuserhalt und sozialer Aufstieg

Fragetext:

Wenn Sie an die berufliche Zukunft Ihres Kindes denken: Wie wichtig ist Ihnen, ...?
(Kognitive Interviews)

Antwortkategorien:

sehr unwichtig
unwichtig
eher unwichtig
eher wichtig
wichtig
sehr wichtig

Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Kognitive Interviews):

Frage 24 erfasst, wie wichtig den Befragten verschiedene Statusmerkmale für die berufliche Zukunft ihres Kindes sind. Die beiden Items zielen auf einen „gemeinschaftlich eingebetteten“ Status ab. Ziel der Testung war es herauszufinden, wie die Testpersonen die beiden Items interpretieren und ob sie einen Zusammenhang zwischen den in den Items genannten Merkmalen und dem sozialen Stauts sehen.

Befund Kognitive Interviews: 

Alle Testperson beantworteten das erste Item, d. h., es trat kein Item-Nonresponse auf. Die Befragten nutzten zur Beantwortung des Items die gesamte Skalenbreite, wobei sie am häufigsten die Antwort „wichtig“ auswählten (vgl. Tabelle 36). Der Großteil der Befragten (n = 22) ordnete sich auf einer Stufe in der oberen Hälfte der Skala („eher wichtig“, „wichtig“, „sehr wichtig“) ein.

Eine Testperson ließ das zweite Item unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung des Items nahezu die gesamte Skalenbreite, wobei sie analog zu Item 1 am häufigsten die Antwort „wichtig“ (auswählten (n = 14). Auch hier ordneten sich fast alle Befragte (n = 22) auf einer Stufe in der oberen Hälfte der Skala („eher wichtig“, „wichtig“, „sehr wichtig“) ein.

Sehen die Befragten einen Zusammenhang zwischen den in den Items genannten Merkmalen und dem sozialen Status?

Etwas mehr als die Hälfte der Testpersonen (n = 13) bejahte einen solchen Zusammenhang, während die restlichen Befragten angaben, keinen Zusammenhang zu sehen.

Die Befragten, die einen Zusammenhang wahrnahmen, begründeten dies vor allem mit strukturellen Vorteilen im Berufsverlauf. Einige Befragte (n = 4) führten an, dass Ansehen und Respekt im beruflichen Umfeld mit besseren Aufstiegschancen verbunden seien.

„Wenn man respektiert wird, wenn man durch sein praktisches Können anerkannt wird, dann, glaube ich, schafft man es halt auch eher, die Stufen der Leiter nach oben zu klettern. Das ist einfach so, ja. Also deswegen glaube ich schon, dass das da mit reinspielt“ (TP01)

Weitere vier Befragte gingen davon aus, dass eine höhere berufliche Stellung mit einem höheren gemeinschaftlichen Status einhergehe bzw. sich beide Formen von Status gegenseitig verstärkten.

  • „Wenn man jetzt höher ist auf der Leiter, ist man auch irgendwie angesehener. Und wenn man jetzt in der unteren Schicht ist, ist man jetzt, sage ich mal, irgendwie nicht angesehen.“ (TP10)
  • „Ich habe bisher diese Leiter eigentlich überwiegend finanziell betrachtet. Wer viel Geld verdient, der ist auch relativ weit oben, aber wenn ich das so lese, muss ich sagen, das spielt sicherlich auch eine Rolle. Dadurch steigt man ja auch irgendwo automatisch auf. Wobei ich das für nicht so wichtig halte, wie der fiskalische oder finanzielle Aspekt, aber ja, das hat sicherlich auch einen Einfluss.“ (TP16)

Zwei Befragte betrachteten gemeinschaftlich eingebetteten Status zudem als eigenständiges Kriterium sozialen Status, unabhängig von klassischen Statusmerkmalen (Bildung, Beruf, Einkommen).

„Ja, würde ich sagen. Auch unabhängig vom Einkommen sehe ich eben, wenn man den Respekt und das Vertrauen von Personen genießt, steht man auf jeden Fall auf einer höheren Stufe.“ (TP23)

Die Testpersonen, die keinen Zusammenhang zwischen den genannten Merkmalen und sozialem Status sahen (n = 10), begründeten dies überwiegend damit, dass andere Faktoren wie Einkommen, Bildungsabschluss oder der ausgeübte Beruf für die Bestimmung sozialen Status wichtiger seien (n = 4). Ein einzelner Befragter argumentierte zudem, dass Ansehen und Respekt stufenunabhängig seien und nicht notwendigerweise mit einer bestimmten sozialen Position zusammenhingen.

  • „Ich denke eher nicht, weil bei der Leiter waren wir im gesellschaftlichen Ansehen und ich denke, die Gesellschaft weiß nur, welchen Beruf man hat, aber nicht, wie man im Beruf anerkannt wird. Wenn ich jetzt sage, das ist eine Kassiererin, dann habe ich mal ein Bild, die halt im Einzelhandel arbeitet, die halt das macht. Da weiß ich nicht, ob die Kolleginnen sie als gut ansehen, weil sie schnell ist, weil sie das mit der Kasse hinkriegt, weil es immer alles passt. Oder ob die sagen, die kann man nicht an die Kasse lassen, die kann das nicht, die vertippt sich immer, die gibt immer die falschen Nummern ein, die Kasse stimmt am Abend nie. Deswegen glaube ich, dass es eher wenig Auswirkung darauf hat.“ (TP04)
  • „Na, also, ich denke, selbst jemand, der auf der ersten Sprosse der Leiter steht, kann sich durch Ansehen, also durch Zufriedenheit oder durch Ähnliches genauso viel Respekt erschaffen, wie jemand, der ganz oben steht“ (TP03)

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass der Zusammenhang zwischen gemeinschaftlich eingebettetem Status und sozialem Status von den Befragten uneinheitlich wahrgenommen wird, was auf unterschiedliche Statuskonzepte und Referenzrahmen bei der Interpretation der Items hindeutet.

Eingesetzte kognitive Technik/en:

Comprehension Probing, Specific Probing
Itemtext Aktiv getestet

Itemtext:

dass Ihr Kind in seiner Berufs- oder Handwerksgemeinschaft ein respektiertes Mitglied ist?

Empfehlungen:

siehe Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews
Ja

Itemtext:

dass Ihr Kind durch praktisches Können im Arbeitsumfeld Ansehen erlangt (z. Bsp. bei Kundschaft oder Kolleginnen/Kollegen)?

Empfehlungen:

siehe Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews
Ja