Multi-Item-Skala:

Itemtext:

dass Ihr Kind durch praktisches Können im Arbeitsumfeld Ansehen erlangt (z. Bsp. bei Kundschaft oder Kolleginnen/Kollegen)?

Verschiedene Antwortformate getestet:

Nein

Befund zum Item:

Inhaltlich interpretierten alle Testpersonen „praktisches Können“ primär als die Fähigkeit, erlerntes Wissen im Arbeitsalltag praktisch umzusetzen, und verdeutlichten dies anhand eigener Beispiele.

  • „Dass das Kind besonders gut auf Kunden eingeht oder besonders gut einen Katheter wechseln kann, was auch immer.“ (TP07)
  • „Dass sie das, was sie in der Theorie gelernt hat, auch umsetzen kann. Dass es nicht nur in der Theorie verbleibt. Das verstehe ich unter praktischem Können.“ (TP13)
  • „Also erst mal kam mir in den Sinn handwerkliches Können. Also wie gut kann man mit Material und Werkzeug umgehen. Dann aber auch, wenn man zum Beispiel einen sozialen Beruf hat, wie gut man mit Menschen umgehen kann zum Beispiel.“ (TP104)

Ein Drittel der Befragten (n = 8) verband praktisches Können zusätzlich mit positivem Feedback von Arbeitskolleginnen und -kollegen oder von Kundinnen und Kunden.

„Das wirklich die Kollegen sagen, oh, wir haben heute wieder mit ihm Schicht, oh, super, das läuft immer, das klappt immer mit ihm, oder sowas. Die Kunden sagen, ach, du bist wieder da, gut, bei dir klappt das immer und so.“ (TP08)

Der Begriff „Ansehen“ wurde überwiegend im sozialen Kontext des Arbeitsumfelds verortet, wobei unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund gestellt wurden: Ein Teil der Testpersonen (n = 7) verstand darunter, dass die eigenen Fähigkeiten von Arbeitskolleginnen und -kollegen geschätzt werden. Jeweils fünf Befragte nannten Beliebtheit bei Kolleginnen und Kollegen, Lob oder eine erhöhte Nachfrage nach der eigenen Arbeitsleistung durch Kundschaft oder Kolleginnen und Kollegen.

  • „Ja, zum Beispiel wenn man jetzt von den Kunden direkt angesprochen wird, oder der Kunde genau dich haben will für die Arbeit.“ (TP14)
  • „Das wäre dann tatsächlich, dass sowohl die Kolleginnen als auch die Kollegen, als auch die Vorgesetzten sagen, du machst eine super Arbeit und dass man dafür bekannt ist, dass man sehr viel leisten kann und das auf einem guten Niveau.“ (TP16)
  • „Dass er als Vorbild vielleicht auch gesehen wird. Dass man ihn mag. Dass die Kollegen mit ihm gut klarkommen. Dass die Kollegen ihn vielleicht auch als gutes Vorbild sehen. Wenn man über ihn spricht, dass man positive Gedanken hat. Und nicht, ach Gott, das ist der, der eh nichts arbeitet.“ (TP18)

Seltener wurden auch finanzielle Belohnungen (n = 2) oder Aufstiegschancen (n = 2) mit Ansehen in Verbindung gebracht.

„Da gehören sicherlich auch finanzielle Anreize dazu, dass man irgendwie, keine Ahnung, eine Beförderung bekommt oder einen Bonus bekommt oder sowas in die Richtung.“ (TP01)

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass beide Items von den Befragten grundsätzlich im Sinne sozial eingebetteter Statusmerkmale interpretiert werden. Gleichzeitig wird deutlich, dass insbesondere abstrakte Begriffe wie „Berufs- oder Handwerksgemeinschaft“, „respektiertes Mitglied“ und „Ansehen“ unterschiedlich konkretisiert werden, was auf einen gewissen Interpretationsspielraum der Items hinweist.

Empfehlungen:

siehe Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews