Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
c. Wenn ich wählen könnte, ob ich lieber jetzt einen Nutzen von etwas habe oder in der Zukunft einen etwas größeren Nutzen, würde ich mich für einen Nutzen jetzt entscheiden. Nein Auf den ersten Blick schon auffällig die Tatsache, dass 6 TP mit „weiß nicht“ reagiert haben bzw. sich nicht in der Lage sahen, einen Wert zu vergeben. Die Aussage wird als „missverständlich“ (TP 03), „schwer“ (TP 17), „zu lange“ (TP 20) und als „zu allgemein“ (TP 04) kritisiert; das käme immer darauf an (TP 03, 07, 13, 24). Einige Originalzitate: „Oh Gott! Da muss ich um zwei Ecken denken“ (TP 12) – „Wer hat sich denn das einfallen lassen? Das versteht doch keiner. Ich jedenfalls nicht. Keine Ahnung, was das heißen soll“ (TP 24).

Entsprechend schwer tun sich die TP bei der Aufgabe, die Aussage in eigenen Worten zu wiederholen. Insbesondere wird häufig übersehen, dass das Item bei einer Wahlmöglichkeit auf einen gegenwärtigen Nutzen abzielt und nicht auf einen zukünftigen. Von den 19 TP, die sich hier äußern, haben 12 das Ziel der Frage ganz offensichtlich nicht erkannt. Bleiben also 7 von 25 TP, die einigermaßen verstanden haben, um was es bei der Aussage geht.

Beispiele für falsches Fragenverständnis: „Das ist das Sparprinzip“ (TP 04) – „Wenn ich Obst habe, dann warte ich, bis es reif ist“ (TP 06) – „Der Nutzen bringt mir im Moment etwas, aber auf die Zukunft gesehen nichts“ (TP 08) – „Wenn ich entscheiden könnte, ob ich jetzt von etwas einen Vorteil hätte oder später, würde ich mich für später entscheiden, oder so ähnlich. Alles sehr komisch“ (TP 14) – „Ob ich mich für etwas entscheiden könnte für etwas, von dem ich einen Nutzen habe oder später“ (TP 21).

Beispiele für (einigermaßen) richtiges Fragenverständnis: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“ (TP 01) – „Ich lebe jetzt. Ob ich in Zukunft noch lebe weiß ich nicht und deswegen hätte ich jetzt mein Nutzen“ (TP 05) –„Schwierig. Ob ich jetzt lieber das Geld hätte oder später, würde ich es jetzt nehmen“ (TP 18). Aber selbst hier erkennt man, dass die TP zwar versuchen, das Item auf ihre Situation zu beziehen, aber nicht wirklich in der Lage sind, das Item inhaltlich richtig wiederzugeben.
d. Ich würde es in Kauf nehmen, heute weniger zu bekommen, damit ich morgen mehr bekomme. Nein Das Item erscheint einfacher als das vorhergehende, wird aber auch als diesem ähnlich wahrgenommen (TP 01, 03, 09). In drei Fällen musste das Item vom Interviewer wiederholt werden (TP 09, 13, 18).

Auch hier tun sich die TP – trotz weniger spontaner Reaktionen – wieder schwer, die Aussage in eigenen Worten zu wiederholen. Auch hier überwiegt falsches Frageverständnis. Noch mehr auffällig ist aber, dass sieben TP jetzt angeben, dass diese Aussage die gleiche sei wie die vorherige. Der Unterschied zwischen den Items wird nicht deutlich.
a. Bei Problemen benutze ich lieber erprobte Lösungsansätze. Nein Ein wenig Unklarheit besteht darüber, was mit „erprobte Lösungsansätze“ gemeint sein soll. TP 22 kann damit gar nichts anfangen und deshalb keine Stellung nehmen. TP 22 und TP 24 können die Aussage ebenfalls nicht bewerten, weil das von den Problemen abhänge, um die es im speziellen Fall gehe. Unklar auch, ob es sich um „von mir erprobt oder von anderen“-Lösungsansätze handelt (TP 12, 17). Insgesamt also drei „weiß nicht“-Aussagen und zwei weitere TP, die das Item erkennbar nicht angemessen beurteilen können.
b. Ich versuche neue Ideen auf konkrete Situationen zu beziehen. Nein Ähnlich wie bei Item a, aber nur 3 „weiß nicht“-Antworten. Die Aussage wird als „zusammenhanglos und zu wenig konkret“ (TP 03) bewertet oder schlicht als „zu schwierig“. Drei weitere TP nennen zwar einen Wert, signalisieren aber spontan, dass auch sie die Aussage nicht richtig verstehen: „Schon irgendwo, hm ich glaub aber auch nicht ob ich ein übertriebenes Innovationsbedürfnis habe. Oh, keine Ahnung, 3“ (TP 15) – „Verbesserungsvorschläge, oder was?“ (TP 17) – „Überhaupt würde ich ausschließen, aber es kommt drauf an, was es ist, inwieweit ich eine Lösung finden kann“ (TP 24).

Bei der Nachfrage, wie die TP diese Aussage verstanden haben, sagen 11 von 25 TP mehr oder weniger unverblümt, dass sie die Aussage entweder gar nicht verstanden haben oder dass ihnen dazu nichts einfiele. Beispiele: „Nein, das kann ich nicht so einfach erklären“ (TP 06) – „Ich weiß es nicht, deshalb habe ich 3 gesagt“ (TP 14) – „Da fällt mir kein Beispiel ein“ (TP 18) – „Habe das eigentlich nicht richtig verstanden“ (TP 21) – „Ich kann das jetzt nicht erklären“ (TP 25).

Daneben gibt es einige Erklärungsversuche, die ziemlich im Nebel stochern oder auch nur schlicht falsch sind, z.B. „Was sind neue Ideen? Mindestlohn?“ (TP 04) – „Wenn man nach Lösungen sucht, dann stützt man sich auf seine Erfahrung“ (TP 09) – „Das macht man doch immer, oder?" (TP 12) – „Wenn ich eine neue Nee habe, dann probier ich die an Sachen aus, die ich schon in der Hand habe um zu gucken ob es zusammenpasst“ (TP 19).
c. Ich teile ein Problem am liebsten in Einzelprobleme auf und löse diese dann nacheinander. Nein Zwei „weiß nicht“-Antworten, die auf spezifischen Arbeitskontexten basieren. TP 07 sagt: „Kann ich nicht beantworten, weil die Frage komisch ist. Ich weiß nicht wie ich ein Problem in kleine Probleme teilen soll. Wenn bei meiner Arbeit ein Schrank kaputtgeht, habe ich das Problem, dass der Schrank kaputt ist, und das kann ich nicht verkleinern oder in kleinere Probleme aufteilen“. Und TP 24 verweist direkt darauf, dass man das nur machen könne, wenn sich das Problem teilen ließe.
d. Ich lerne gerne Neues. Nein Kein Befund.
e. Ich bevorzuge klar strukturierte Aufgaben. Nein Zwei „weiß nicht“-Antworten und eine dritte unsichere Antwort; in allen drei Fällen wird der Begriff „strukturiert“ nicht verstanden.
f. Ich benutze meine Phantasie, um knifflige Fragen zu verstehen. Nein Zwei „weiß nicht“-Antworten und eine dritte unsichere Antwort als spontane Rückmeldung erkennbar.

Bei der Nachfrage, wie die TP diese Aussage verstanden haben, sagen drei weitere TP, dass sie die Frage eigentlich nicht verstanden hätten bzw. keine Beispiele nennen könnten.

Aber auch hier wieder jede Menge Erklärungsversuche, die ziemlich im Nebel stochern oder auch nur schlicht falsch sind, z.B. „Habe an Mathematik gedacht. Unter Phantasie habe ich Logik verstanden“ (TP 03) – „Dass ich für neue Ideen offen bin“ (TP 06) – „Habe die 2 gewählt. Zum einen, weil ich Phantasie einsetzen immer nur in Relation zu meinem Beruf nehme, und da soll ich mir ein Beispiel ausdenken? Ich denke, das ist viel Phantasie“ (TP 07) – „Ja, alle Möglichkeiten, die da sind. Was geht am schnellsten?“ (TP 10) – „Meine Ideen auf Situationen beziehen, die ich kenne“ (TP 12). Oder auch, mit einem negativen Zungenschlag: „ich bin ziemlich rational. Auf Phantasiegeschichten bin ich weniger eingestellt“ (TP 19) oder „Dass ich mir was zusammenreime“ (TP 23).
g. Ich weiß gerne, was von mir erwartet wird. Nein Kein Befund.
h. Ich beziehe Neues auf das, was ich bereits weiß Nein Vier „weiß nicht“-Antworten. Drei kommen zustande, weil die TP die Aussage nicht verstehen; interessant ist die spontane Reaktion der vierten weiß nicht-TP (TP 24): „Beziehen nicht. Ich wende das, was ich weiß, auf Neues an“.

Bei der Nachfrage, wie die TP diese Aussage verstanden haben, ist bei weiteren vier TP erkennbar, dass sie nicht in der Lage waren, mit dem Item überhaupt umzugehen: „Klar, macht jeder, trivial“ (TP 04) – „Weiß nicht, deshalb 3“ (TP 14) – „Neues muss man erst erlernen, deshalb die 3“ (TP 17) – „Habe allgemein gedacht“ (TP 23).

Bei den Versuchen, inhaltlich darzustellen, um was es bei dem Item geht, entsteht deutlich der Eindruck, dass das Item genau umgekehrt verstanden wird: Nicht Neues auf vorhandenes Wissen beziehen, sondern mit vorhandenem Wissen neue Aufgaben lösen. Beispiele: „Wissen vom erlernten Beruf bei neuen Aufgaben anwenden“ (TP 02) – „Durch Wissen mehr verstehen“ (TP 03) – „Dass man mit alten Erfahrungen mit Neuem umgeht“ (TP 05) – „Dass man zu dem Wissen, das man schon hat, neues dazufügt und es verknüpft“ (TP 19). Dazu kommen noch ein paar völlig merkwürdige Aussagen wie „Wenn ich alte Programme habe, dann sehe ich ein, dass was Neues nötig ist“ (TP 06) oder „Hermeneutik“ (TP 12) oder „Ich mache so etwas wie einen Datenabgleich, das läuft unbewusst ab“ (TP 21).