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Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
der wirtschaftlichen Erfolge? Nein Die Beurteilung der wirtschaftlichen Erfolge fällt im Großen und Ganzen positiv aus. 15 Testpersonen beantworten die Frage mit „sehr stolz“ (sieben TPs) und „eher stolz“ (acht TPs). Lediglich vier Testpersonen geben an „nicht sehr“ (zwei TPs) oder „überhaupt nicht stolz“ (zwei TPs) zu sein. Gründe hierfür sind entweder, dass „stolz sein“ der falsche Begriff sei (TP 03) oder aber, dass man unzufrieden damit sei, dass aufgrund der gestiegenen Lohnnebenkosten Firmen ins Ausland abwanderten und die kleinen Läden vor Ort schließen müssten (TP 02, TP 12, TP 15). Testperson 10 kann sich auf der Antwortskala nicht verorten:
  • „Welchen Anteil habe ich denn bitte an den wirtschaftlichen Erfolgen Deutschlands? Also, worauf könnte ich denn da stolz sein? Es geht ja um mich persönlich. Wie kann ich da im Prinzip stolz auf die Wirtschaft, ich meine, ich bin ja kein riesiges Unternehmen, wo ich sage, ich habe so und so viel Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland.“ (TP 10)
Von den 15 „stolzen“ Testpersonen geben sieben Personen an, dass Deutschland eine Exportnation sei, die sich durch eine hohe Produktqualität („Made in Germany“) auszeichne. Fünf Testpersonen haben an den damit zusammenhängenden Wohlstand in Deutschland gedacht. Zwei Testpersonen begründen ihre Antwort damit, dass Deutschland gut aus der Krise gekommen sei. Zwei Personen denken neben den positiven Aspekten auch an negative Entwicklungen: zum einen an den Bankrott vieler, gerade kleinerer Geschäfte (TP 01) und die Verlagerung der Produktion aufgrund gestiegener/hoher Lohnnebenkosten (TP 05), wobei dies für die Gesamtbeurteilung nicht ausschlaggebend ist.

Testperson 18 beantwortet die Frage ohne eine Begründung für Ihr Antwortverhalten zu geben.
der sozialstaatlichen Leistungen? Nein Die häufigste Assoziation im Zusammenhang mit sozialstaatlichen Leistungen ist der Aspekt der sozialen Absicherung.

Zur Beantwortung dieses Items werden zwei unterschiedliche Perspektiven eingenommen:
  • Zwölf Testpersonen beurteilen die sozialstaatlichen Leistungen Deutschlands positiv. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein Vergleich mit anderen Ländern vorgenommen wird (neun TPs).
  • Wer die finanziellen Aufwendungen für die sozialstaatlichen Leistungen als zu gering betrachtet (TP 14), die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander gehen sieht (TP 15, TP 18) oder sich als Deutscher in Deutschland diskriminiert fühlt (TP 02, TP 12), beurteilt die sozialstaatlichen Leistungen negativ.
Testperson 06 stellt die Nachfrage, ob mit sozialstaatlichen Leistungen Bildung gemeint sei. Sie begründet ihre Antwort folgendermaßen:
  • „Ich war mir nicht sicher, sozialstaatlich, also ich bin jetzt davon ausgegangen, dass es Bildungsmaßnahmen sind und da würde ich sagen, dass wir in Deutschland top ausgestattet sind […].“ (TP 06)
Testperson 11 liefert keine Begründung für die Wahl ihrer Antwort. Testperson 10 kann sich auch bei Item d) aufgrund der Formulierung „stolz sein“ nicht auf der Antwortskala verorten.

Zusammenfassend lässt sich bei Item d) feststellen, dass die meisten Befragten eine Beurteilung der sozialstaatlichen Leistungen vornehmen und eine Begründung für ihr Antwortverhalten liefern können.
der wissenschaftlichen und technologischen Leistungen? Nein Dieses Item weist eine rechtsschiefe Verteilung auf: 16 Personen sind „sehr“ bzw. „eher stolz“, lediglich vier Personen geben an, „nicht sehr stolz“ zu sein. Unabhängig von der Beurteilung denken nahezu alle Testpersonen an Innovation und Forschung. Lediglich die Testpersonen 09 und 15 begründen ihr Antwortverhalten („nicht sehr stolz“) mit der Abwanderung von Wissenschaftlern aus Deutschland.

Die Testpersonen, die (eher) stolz hinsichtlich der wissenschaftlichen und technologischen Leistungen sind, begründen dies vor allem damit, dass Deutschland ein „Innovationsstandort“ sei. Gedacht wird unter anderem an Entwicklungen im Bereich Medizin, in der Automobilindustrie oder an die Raumfahrt:
  • „Ich arbeite für ein Wissenschaftsmagazin und kriege da immer so die Neuerungen mit in Chemie, Physik und Biologie und denke da halt immer, dass das wirklich tolle bahnbrechende Dinge sind, wie zum Beispiel Genomentschlüsselung usw. Und da dachte ich, das ist sehr gut, was da so aus Deutschland kommt.“ (TP 08)
  • „Wir sind ein Land der Erfinder und haben viele wichtige Technologien auf den Weg gebracht. Also deutschen Ursprungs, wenn auch nicht immer in Deutschland so umgesetzt.“ (TP 18)
Testpersonen 16 und 19 stellen zudem explizit einen Zusammenhang zwischen Forschung und wirtschaftlichen Leistungen und damit zu Item c) her:
  • „Deutschland ist ein Hoch-Technologieland mit vielen Entwicklungen, mit vielen Patenten, mit vielen Forschungsinstituten und bringt dadurch auch viele wissenschaftliche, technische Leistungen hervor und das geht dann wieder in den wirtschaftlichen Erfolg rein.“ (TP 16)
Testperson 13 sticht in ihrer Argumentation dadurch hervor, dass sie die wissenschaftlichen und technologischen Leistungen ebenfalls als innovativ ansieht, jedoch die Grenzen in Deutschland im Bereich der Embryonenforschung als zu eng wahrnimmt. Ihrer Meinung nach könnte mehr erreicht werden, wenn sich Deutschland nicht selbst so beschränken würde. Daher entscheidet sie sich für „eher nicht stolz“.

Testperson 03 begründet ihre Antwort damit, dass es gute und schlechte Sachen gibt, die sie aber eben nicht stolz machen.

Bei diesem Item fällt auf, dass häufiger auf den Begriff „Stolz“ zurückgegriffen wird. Eine mögliche Ursache wird von Testperson 10 genannt: „Das ist wie ich vorhin schon gesagt habe mit dem Stolz, dass man irgendwo dran Anteil hat. […] Vielleicht ist es deswegen für Punkt c) und d) auch schwierig, weil man da relativ weit entfernt von ist.“ Einen alternativen Grund benennt die Testperson 20: „Aber das, was in Deutschland geschieht ist schon gut und wenn es da einmal gute Leistungen gibt, kann man stolz darauf sein.“
der sportlichen Erfolge? Nein Hinsichtlich der sportlichen Erfolge sind drei Viertel der Testpersonen stolz („sehr stolz“ (sechs TPs) und „eher stolz“ (neun TPs)) auf Deutschland. Dies begründen 11 Testpersonen damit, dass Deutschland in vielen Sportarten bzw. sportlichen Wettkämpfen erfolgreich sei. Hauptsächlich werden dabei die Olympischen Spiele (Leichtathletik) und Fußball genannt. Drei Testpersonen äußern mangelndes Interesse, geben dennoch aber an „eher stolz“ zu sein. TP 16 ist „froh, wenn die Deutschen dann gewinnen“, hat aber gezögert, weil sportliche Erfolge keine Leistung des Landes seien.

Auch TP 19 kann nur auf etwas stolz sein, das sie selbst geleistet hat. TP 03 hat sich für „nicht sehr stolz“ entschieden, weil sie auch diesbezüglich keinen Stolz verspüre. Der Grund dafür, dass sich Testperson 11 für „überhaupt nicht stolz“ und zwei Testpersonen (TP13, TP 15) für „kann ich nicht sagen“ entschieden haben, liegt in der Bedeutungslosigkeit dieses Themas für die Testpersonen.
der Leistungen in Kunst und Literatur? Nein Insgesamt bezeichnen sich fünf Testpersonen als „sehr stolz“ und neun Testpersonen als „eher stolz“ hinsichtlich der Leistungen in Kunst und Literatur. TP 18 erklärt, dass man diesbezüglich wirklich einmal von „Stolz“ sprechen kann.

Die positiven Antworten werden vor allem damit begründet, dass Deutschland als Land der „Dichter und Denker“ gilt, wobei dabei vor allem an Goethe und Schiller gedacht wird (sieben TPs).

Sechs Personen stellen einen internationalen Vergleich an und begründen ihre Antwort entweder damit, dass es in Deutschland ein „breit gefächertes Angebot“ (TP 12) gebe oder aber damit, dass Deutschland sich eben nicht besonders hervortue hinsichtlich der literarischen bzw. künstlerischen Leistungen (drei TPs). Drei Testpersonen assoziieren spontan Negatives mit den deutschen Leistungen (z.B. „Sarrazin“) oder dass die „Moderne in Kunst und Literatur […] schwach [sei]“ (TP 15). Testpersonen 16 und 17 denken an aktuelle Literatur, Kunstausstellungen oder Designermöbel, die auch heute noch Verkaufsschlager darstellen würden.

Zwei Testpersonen beantworten diese Frage mit “kann ich nicht sagen“, was mit Unwissenheit (TP 02) und fehlender Begeisterung dafür (TP 04) begründet wird.

TP 08 gibt zusätzlich zu bedenken, „dass man da quer durch ein paar hundert Jahre denken könnte. Meint man jetzt Goethe oder meint man einen kontemporären Künstler?“.

Insgesamt denken vier Testpersonen sowohl an die Vergangenheit, als auch an die Gegenwart, jeweils fünf Testpersonen sprechen von der Gegenwart und fünf von Kunst und Literatur aus der Vergangenheit.
der deutschen Streitkräfte? Nein Eine Testperson fragt beim Beantworten der Frage nach, ob damit die Bundeswehr gemeint sei.

Abgesehen davon fällt auf, dass sich mit sieben von 20 Testpersonen ein relativ großer Anteil für die Antwortkategorie “kann ich nicht sagen” entscheidet. Darunter ist lediglich eine Testperson, die diese Frage aus inhaltlichen Gründen nicht beantworten kann (TP 19), da es vom jeweiligen Zweck abhinge, zu dem die deutschen Streitkräfte eingesetzt würden. In zwei Fällen wird die Wahl der Antwortkategorie mit Unwissenheit und in einem Fall mit Irrelevanz begründet. Die übrigen drei Testpersonen finden den Inhalt der Frage nicht eindeutig:
  • „Das ist so ein bisschen unklar? […] Zielt das jetzt auf den Umgang mit den Soldaten ab? Zielt das auf den Umgang mit der Bundeswehr allgemein ab? Der Umgang mit den Soldaten ist nicht so gut, gelinde gesagt, da könnte man auch etwas anderes ankreuzen.“ (TP 10)
  • „Sind jetzt die gemeint, die ins Ausland marschieren müssen? Die armen Burschen, die den Kopf hinhalten müssen? Oder geht es um die Streitkräfte, die hier in Deutschland stationiert sind? Das wusste ich jetzt nicht. Ich konnte es nicht zuordnen.“ (TP 12)
  • „Ja, bei Streitkräfte habe ich halt auch gedacht: Ja, Streitkräfte aus der Vergangenheit? Aus dem Krieg irgendwo?“ (TP 16)
Vier Personen sind „überhaupt nicht stolz“. Lediglich TP 02 ist richtiggehend unzufrieden, da es durch die Freiwilligkeit des Wehrdienstes zu wenig Soldaten gebe und davon auch noch die meisten im Ausland stationiert seien. TP 03 sagt, die Bundeswehr müsse aufgrund der deutschen NATO-Mitgliedschaft diese unterstützen, ist aber, genauso wie TP 08, aus pazifistischen Gründen „überhaupt nicht stolz“. TP 15 braucht keine Streitkräfte, da dahinter „bloß wirtschaftliche Interessen“ stünden.

Drei Testpersonen sind „nicht sehr stolz“, wobei dies von zwei Testpersonen damit begründet wird, dass die deutschen Streitkräfte im Vergleich zu anderen Ländern nicht hervorstechen oder besondere Leistungen zeigen würden (TP 07, TP 09). TP 18 sagt, sie könne dies eigentlich aufgrund fehlender Erfahrung nicht beurteilen, entscheidet sich aber für „nicht sehr stolz“.

Testpersonen, die „eher stolz“ sind, begründen dies vor allem mit spezifischen Aufgaben der Bundeswehr, die in vielen anderen Ländern hilft, Aufbauhilfe leistet und Friedenstruppen entsendet. TP 17 zählt auch die deutsche Polizei zu den Streitkräften und ist „froh, dass sie da sind“. Lediglich eine Testperson ist hinsichtlich der deutschen Streitkräfte „sehr stolz“ und begründet dies damit, dass sie selbst bei der Bundeswehr war und ihr das gut gefallen habe.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass unter den Testpersonen ein auffallend heterogenes Frageverständnis vorherrscht. Dies spiegelt sich auch in der hohen Anzahl der „kann ich nicht sagen“- Antworten wider.
der deutschen Geschichte? Nein Bei der Begründung ihrer Antworten teilen sich die Testpersonen in zwei Gruppen auf: in der ersten Gruppe überlagert die Zeit des Nationalsozialismus andere Ereignisse der deutschen Geschichte, in der zweiten Gruppe wird auch an andere zeitliche Epochen (Bismarcks Sozialgesetzgebung, Wiederaufbau Deutschlands, Entwicklung zur Demokratie 1832) gedacht, die jedoch durch den Nationalsozialismus relativiert werden.

Die erste Gruppe, deren Antworten von der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands überlagert werden, entscheidet sich ausnahmslos für die Antwortkategorien „nicht sehr stolz“ oder „überhaupt nicht stolz“:
  • „Das ist ja klar, ganz offensichtlich bei der Vergangenheit, die wir haben. […] Das Dritte Reich hauptsächlich. […]“ (TP 15)
  • „Als Deutscher, woran denkt man da? Natürlich an die Nazis.“ (TP 03)
Das Antwortverhalten der zweiten Gruppe, die sich mit einer Ausnahme für „eher stolz“ entscheidet, wird ebenfalls durch den zweiten Weltkrieg und das dritte Reich beeinflusst. Dennoch werden in dieser Gruppe auch zeitliche Epochen berücksichtigt, auf die man „stolz“ sein könne:
  • „Als Einschränkung fällt einem natürlich das Dritte Reich ein, das in der deutschen Geschichte sehr negativ war. Ansonsten denke ich an die jüngere deutsche Geschichte, wo Deutschland sich vorbildlich verhalten hat. Dass es hier in Deutschland keinen Krieg gibt, dass wir niemand anderen unterdrücken wollen, dass die Deutsche Vereinigung gelungen ist, das finde ich alles sehr positiv.“ (TP 20)
Lediglich Testperson 07 begründet ihre Antwort unabhängig von der Zeit des Nationalsozialismus:
  • „Ich finde, dass Deutschland schon ein Land ist, das eine interessante Geschichte hat. Wie soll ich das erklären. Die machen sich eben bemerkbar in der Weltgeschichte schon seit es eben Deutschland gibt. Gerade wenn ich mir jetzt die Weltgeschichte durchlese, da hört man von manchen Staaten gar nichts, aber Deutschland ist schon immer irgendwie im Gespräch und hat immer eine relativ führende Rolle gehabt und mitgewirkt.“ (TP 07)
Vier Testpersonen entscheiden sich für die Antwortkategorie „kann ich nicht sagen“. Drei Testpersonen begründen dies damit, dass Ihnen nicht klar sei, welcher Zeitraum deutscher Geschichte gemeint sei:
  • „Welche deutsche Geschichte? Das ist doch die Frage! Die letzten 100 Jahre, die letzten 200 Jahre? Oder ab dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen? Wo fängt es an?“ (TP 10)
  • „Das kommt ganz darauf an.“ (TP 18)
  • „[…] Es würde meine Antwort verfremden, wenn ich das eine oder das andere ankreuzen würde.“ (TP 17)
TP 19 begründet ihre Antwort damit, dass sie die Geschichte nicht gemacht habe und dass daher der Begriff „stolz“ nicht zutreffend sei:
  • „Ich wüsste nicht, welche Geschichte Deutschland haben müsste, dass ich stolz drauf wäre. Selbst wenn es noch so toll wäre und man das Dritte Reich vergessen würde, könnte ich nicht darauf stolz sein, weil ich das nicht gemacht habe, nicht dazu beigetragen habe.“
Testperson 12 kann sich überhaupt nicht auf der Skala einordnen und kreuzt zwischen „eher stolz“ und „nicht sehr stolz“ an. Für sie müsste es entweder eine Antwortmöglichkeit wie „teils/teils“ geben oder man müsste „konkreter [fragen], auf was in der deutschen Geschichte“.

Auch einige spontane Äußerungen der Testpersonen machen deutlich, dass die Aussage nicht eindeutig bezüglich des Zeitraums deutscher Geschichte ist:
  • „Kommt darauf an, was. Die Geschichte ist groß. Das kann so vieles sein. Weimarer Republik, der Krieg, Aufbau Deutschlands. Keine Ahnung. Also auf den Krieg bin ich überhaupt nicht stolz.“ (TP 02)
  • „Ist das allgemein oder gilt das auf ein spezielles Gebiet?“ (TP 14)
Abschließend lässt sich feststellen, dass die Aussage bei den meisten Testpersonen Assoziationen mit der Zeit des Nationalsozialismus hervorruft, auch wenn von einigen angemerkt wird, dass die Frage zu offen gestellt sei. Das in Deutschland gedanklich vorherrschende geschichtliche Ereignis, dass einem im Zusammenhang mit „stolz“ sofort in den Kopf kommt, ist diese Zeit, was auch erklärt, warum sich niemand für die Antwortkategorie „sehr stolz“ entschieden hat.
der gerechten und gleichen Behandlung aller gesellschaftlichen Gruppen? Nein Hinsichtlich der Beurteilung der Behandlung gesellschaftlicher Gruppen teilen sich die Testpersonen in zwei etwa gleich große Lager:

Auf der einen Seite gibt es Personen, die die gerechte und gleiche Behandlung aller gesellschaftlichen Gruppen negativ beurteilen und daher angeben „nicht sehr stolz“ (sieben TPs) oder „überhaupt nicht stolz“ (eine TP) zu sein. Von den meisten Testpersonen (fünf TPs) wird dies damit begründet, dass es gesellschaftliche Gruppen gebe, die nicht gerecht und gleich behandelt würden (Homosexuelle, Ausländische Mitbürger, Arme vs. Reiche). TP 15 geht noch weiter und sagt, die gesamte Gesellschaft sei in Gruppen aufgeteilt, die nicht gleich behandelt würden. Dabei denkt sie an Armut, Ausländerfeindlichkeit und an Bildungschancen. Testperson 07 ist der Meinung, dass diesbezüglich „zu viel“ gemacht würde und Deutschland „übertrieben tolerant“ sein wolle. Zwei Testpersonen beurteilen die gerechte und gleiche Behandlung aller gesellschaftlichen Gruppen negativ, da sie sich im Vergleich zu Ausländern persönlich ungerecht behandelt bzw. benachteiligt fühlten (TP 02, TP 12).

Auf der anderen Seite gibt es sechs Personen, die hinsichtlich der gerechten und gleichen Behandlung aller gesellschaftlichen Gruppen „eher stolz“ sind. Drei Testpersonen sind der Meinung, dass dies in Deutschland (im Grunde) gegeben sei, die anderen drei Testpersonen sehen noch etwas Verbesserungspotential, loben aber den Willen und die dafür geschaffenen Maßnahmen.

Insgesamt äußern drei Testpersonen Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf den Begriff der „gesellschaftlichen Gruppen“. TP 01 fragt sich, wie sie „gesellschaftliche Gruppen“ deuten solle. TP 04 und TP 08 geben an, die Frage nicht verstanden zu haben und entscheiden sich daher für die Antwortkategorie „kann ich nicht sagen“:
  • „Da habe ich die ganze Frage nicht ganz kapiert. […] Was hier überhaupt gefragt wird? Gruppen, ist das jetzt Deutschland, oder Europa? Was sind gesellschaftliche Gruppen? Oder sind das meine Nachbarn, z.B. Türken, Italiener? Deswegen weiß ich das nicht.“ (TP 04)
  • „Da wusste ich auch nicht was gemeint ist. Wer behandelt denn welche Gruppen wie gleich? Ist das gemeint vom Staat her, die Behandlung von unterschiedlichen Gruppen oder ist gemeint, dass sich die Gruppen untereinander gleich behandeln. Oder dass man Gruppen als gleich behandelt ansieht, so bei den Bürgern. Deswegen habe ich gedacht, eigentlich kann ich das nicht sagen, weil die [Frage] verstehe ich überhaupt nicht.“ (TP 08).
Vier weitere Testpersonen entscheiden sich ebenfalls für die Antwortkategorie „kann ich nicht sagen“, wobei dies von drei Testpersonen damit begründet wird, dass sie sich auf der Skala nicht einordnen können: TP 10 und TP 17 können die Frage „nicht mit einem einfachen Kreuz beantworten“ (TP17), da es ihrer Meinung nach sowohl gerechte als auch ungerechte Behandlungen von gesellschaftlichen Gruppen gebe. TP 18 entscheidet sich für „kann ich nicht sagen“, da sie angibt, dies nicht zu wissen.

TP 05 hat eine Meinung zu dem Thema, kann dies aber aufgrund des Begriffs „stolz“ nicht ausdrücken:
  • „Stolz darauf sein, ob ich es gut finde, stolz. Vielleicht was ich davon halte, ob ich es gut finde oder nicht so gut. Vielleicht, wenn man die Frage stellt, wie man dazu steht, statt wie stolz man darauf ist. Es fällt mir nicht so leicht zu beantworten, weil ich meine Meinung dazu habe. Wie es jemand empfindet, vielleicht wäre das einfacher.“ (TP 05)
Abschließend lässt sich sagen, dass die Testpersonen an sehr unterschiedliche (gesellschaftliche) Gruppen denken. Genannt werden ganz allgemein Ausländer (Zuwanderer, andere Nationalitäten, Personen mit Migrationshintergrund, aber auch spezielle Nationalitäten, wie Türken, Bulgaren, aber auch Sinti und Roma), Arme und Reiche, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, Familien/Singles, unterschiedliche Altersstufen (Rentner im Vergleich zu Kindern) und unterschiedliche Gehaltsgruppen.
Zuwanderer erhöhen die Kriminalitätsrate. Nein
Zuwanderer nehmen Menschen, die in Deutschland geboren sind, Arbeitsplätze weg. Nein