Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
meiner Beschäftigung insgesamt Nein
Ich bin bereit, härter zu arbeiten als ich normalerweise muss, um die allerhöchsten Anforderungen an meinen Beruf zu erfüllen. Nein Jeweils fünf Testpersonen stimmen der Aussage zu (bzw. voll und ganz zu) und nicht zu. Drei Testpersonen (TP 03, TP 04, TP 15) antworten „Weder noch“ und zwei Testpersonen „Kann ich nicht sagen“ (TP 05, TP 08).

Drei der Testpersonen, die „Weder noch“ oder „Kann ich nicht sagen“ antworten (TP 04, TP 05, TP 08), begründen ihre Antwort damit, dass ihnen unklar sei, worauf die Frage abziele bzw. was mit den „allerhöchsten Anforderungen an den Beruf“ gemeint sei:
  • „Die Frage verstehe ich nicht. Was ist denn damit gemeint?“ (TP 04)
  • „Ich bin hier schon am überlegen, was damit gemeint ist. Was heißt denn genau, „um die allerhöchsten Anforderungen an meinen Beruf zu erfüllen“? Ein Pilot muss Menschen oder Fracht von A nach B fliegen und wenn er nicht seine allerhöchsten Anforderungen erfüllt, fliegt er dann statt von Berlin nach New York nur nach Madrid?“ (TP 05)
  • „Ich denke immer noch darüber nach, weil ich es irgendwie nicht richtig verstehe. Ich versuche gerade zu kombinieren, „härter zu arbeiten als ich normalerweise muss.“ Die Anforderungen sollte ich ja sowieso erfüllen. Kann ich nicht sagen. Ich verstehe den Zusammenhang nicht richtig.“ (TP 08)
Testperson 02 missversteht die Frage und interpretiert den Begriff „Anforderungen“ fälschlicherweise als „Anordnung“ bzw. „Arbeitsanweisung“: „Wenn ich das nicht mache, dann ist das ja Arbeitsverweigerung. Also muss ich das machen.“ (TP 02).

Drei Testpersonen (TP 07, TP 11, TP 12) geben an, dass die Formulierung „allerhöchste“ Anforderungen ein wenig überzogen sei, weshalb sie ihre Antwort eher abschwächen und angeben, der Aussage in geringerem Maße zuzustimmen:
  • „Die „allerhöchsten“? (lacht). Das mit dem „allerhöchsten“, das hat hier etwas Negatives für mich. Da denke ich daran, dass man das macht und dann Tod umfällt, weil man die „allerhöchsten“ Anforderungen erfüllt hat. Ich bin auf jeden Fall bereit, härter zu arbeiten, aber den „allerhöchsten“ Anforderungen kann ja keiner so richtig gerecht werden.“ (TP 07, stimme nicht zu)
  • „Also das mit den „allerhöchsten“ Anforderungen an meinen Beruf zu erfüllen finde ich ein bisschen überzogen. Das würde ich nicht machen. „Weder noch“ oder „Stimme nicht zu“ würde aber auch nicht passen. Also ich bin schon bereit härter zu arbeiten, als ich normalerweise muss, um die Anforderungen an meinen Beruf zu erfüllen. Aber um die „allerhöchsten“ Anforderungen, da würde ich nicht zustimmen.“ (TP 11, stimme zu)
  • „Um die „allerhöchsten“ Anforderungen zu erfüllen? Also irgendwann ist auch mal gut, man kann nicht mehr als arbeiten.“ (TP 12, stimme nicht zu)
Auf die Nachfrage, ob die Testpersonen beim Beantworten der Aussage an ihre ausgeübte Tätigkeit, an ihren erlernten Beruf oder an ihre Firma/Organisation gedacht haben, geben vier Testpersonen (TP 02, TP 07, TP11, TP 12) an, an ihre Firma/Organisation gedacht zu haben. Die restlichen 11 Testpersonen haben sich beim Beantworten des Items (wie von den Fragebogenentwicklern intendiert) auf ihre aktuelle Tätigkeit bzw. ihren mit der aktuellen Tätigkeit übereinstimmenden gelernten Beruf bezogen. Lediglich Testperson 10 bezieht sich (fälschlicherweise) beim Beantworten dieses Items auf ihren gelernten Beruf, der jedoch nicht ihrer aktuellen Tätigkeit entspricht.
Ich bin stolz darauf, in meinem derzeitigen Beruf zu arbeiten. Nein Die Mehrheit der Testpersonen (n = 11) stimmt dieser Aussage zu bzw. voll und ganz zu. Zwei Testpersonen (TP 01, TP 09) antworten mit „weder noch“ und zwei weitere Testpersonen mit „Stimme nicht zu“ (TP 05, TP 10).

Testperson 05 begründet ihre „Stimme nicht zu“-Antwort mit ihrer Ablehnung des „Stolz“-Begriffes: „Ich bin froh in meiner Firma zu arbeiten und mache meine Arbeit auch gerne und gut. Aber stolz? Stolz ist eh etwas, das ich persönlich nicht so kenne. Stolz wäre ich darauf, wenn ich etwas Edleres machen würde, z.B. Tierretter, Arzt, Rettungsdienst, die retten wirklich Leute. Oder Entwicklungshilfe.“ (TP 05).

Drei Testpersonen (TP 02, TP 03, TP11) geben an, bei der Beantwortung dieser Aussage an ihre Firma/ Organisation und nicht wie intendiert an die aktuelle Tätigkeit gedacht zu haben. Die restlichen 12 Testpersonen haben nach eigener Angabe an die aktuelle Tätigkeit bzw. den (identischen) gelernten Beruf gedacht. Lediglich Testperson 15 bezieht sich (fälschlicherweise) beim Beantworten des Items auf ihren gelernten Beruf, der jedoch nicht ihrer aktuellen Tätigkeit entspricht.
Ich würde eine andere, besser bezahlte Stelle ablehnen, um in meinem Beruf zu bleiben. Nein Die Mehrheit der Testpersonen (n = 8) stimmt dieser Aussage nicht zu bzw. überhaupt nicht zu. Wie bereits bei Frage 5 wurde durch die Nachfragen der Testleiter allerdings deutlich, dass eine Testperson (TP 13) aufgrund des negativ formulierten Items und der damit verbundenen Schwierigkeit, mit der Antwortskala auszudrücken, dass sie ihren aktuellen Beruf weiterhin ausführen möchte, eine „falsche“ Antwort angekreuzt hatte und eigentlich „stimme zu“ anstelle von „stimme nicht zu“ antworten wollte: „Da würde ich bei dieser Frage nicht zustimmen (dass ich wechseln würde), weil ich eigentlich meine Aufgabe sehr gern mag und die gegebenenfalls in einer anderen Firma ausüben würde. Aber ich wollte nicht etwas Beliebiges anderes machen.“ (TP 13, stimme nicht zu).

Testperson 01 gibt ebenfalls an, aufgrund der negativen Formulierung Schwierigkeiten bei der Beantwortung der Aussage gehabt zu haben: „Die fand ich schwer zu beantworten. Ich musste überlegen, welche Antwort ich ankreuzen muss, um das auszusagen, was ich meine.“ (TP 01)

Die Testpersonen 02 („Kann ich nicht sagen“) und 15 („Weder noch“) begründen ihre Antworten wie (teilweise) schon bei Frage 5 damit, dass es auf die jeweiligen Umstände ankomme, ob man eine solche Stelle ablehnen würde oder nicht. Hier würden mehrere Faktoren (und nicht nur die Bezahlung) eine Rolle spielen:
  • „Das hängt davon ab, was man mir anbietet. Da spielt mehr als nur Geld rein.“ (TP 02)
  • „Geld ist nicht der ausschlaggebende Punkt für einen Arbeitsplatzwechsel. Es gibt verschiedene Faktoren. Da ist Geld nur einer davon.“ (TP 15)
Drei Testpersonen (TP 06, TP 13, TP 14) geben an, dass ihnen unklar sei, ob sich die Aussage auf den aktuellen Beruf oder die aktuelle Stelle beziehe:
  • „Ist mit „Beruf“ hier die Position, also die Stelle gemeint? Weil man kann ja eine andere Stelle im gleichen Beruf haben? Hier habe ich mich gefragt, ob man die besser bezahlte Stelle annimmt, aber aus dem Beruf weggeht oder ob man eine besser bezahlte Stelle annimmt, aber im Beruf bleibt? Das ist unklar. Ich habe es jetzt eher auf die zweite Interpretation bezogen. Ich möchte schon diesen Beruf ausüben, wenn es jetzt ein ganz anderer Beruf wäre, dann würde ich das nicht tun, das ist etwas anderes.“ (TP 06)
  • „Die Beantwortung der Aussage c) fand ich eher schwer. Was versteht man unter einer „anderen, besser bezahlten Stelle“ im Gegensatz zu „um in meinem Beruf zu bleiben“? Unter „nicht in meinem Beruf zu bleiben“ würde ich mir jetzt vorstellen, das Aufgabengebiet zum Beispiel komplett zu wechseln. Da würde ich bei dieser Frage nicht zustimmen, weil ich eigentlich meine Aufgabe sehr gern mag und die gegebenenfalls in einer anderen Firma ausüben würde. Aber ich wollte nicht etwas Beliebiges anderes machen.“ (TP 13)
  • „Hier geht es ja um meinen Beruf und nicht um die Stelle, die ich gerade innehabe?“ (TP 14)
Auch bei der Beantwortung dieser Aussage geben wieder insgesamt vier Testpersonen (TP 07, TP 08, TP 11, TP 12) an, an ihre Firma/Organisation und nicht wie intendiert an die aktuelle Tätigkeit gedacht zu haben.
In Deutschland geboren zu sein Nein
Die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen Nein Für zwölf Testpersonen ist es „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“, die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen, um wirklich ein Deutscher/eine Deutsche zu sein. Acht dieser Testpersonen begründen ihre Antwort damit, dass dies einfach „mit dazu gehöre“: Zum einen sei es Teil der Identität, zum anderen eine Voraussetzung dafür, um als Deutscher zu gelten, auch im rechtlichen Sinne:
  • „Ich denke, wenn man Deutscher sein möchte, dann sollte man die Staatsangehörigkeit haben. Ich kann ja auch nicht sagen, ich bin Fußballer und spiele keinen Fußball. So denke ich, gehört das einfach mit dazu.“ (TP 05)
  • „Ich finde schon, dass die Staatsangehörigkeit bedeutet, dass man eben aus dem Land kommt und dass man da herkommt und dass man einen deutschen Pass hat und das finde ich schon wichtig. Das ist ja auch ein Teil der Identität, wenn man sich damit ausweist.“ (TP 08)
  • „Weil man das so gemeinhin… also wenn jemand sagt, er ist Deutscher, dann geht man davon aus, dass er einen deutschen Pass hat. Deshalb gehört das irgendwie eng zusammen, die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben und Deutscher zu sein.“ (TP 09)
Die anderen vier Testpersonen verbinden mit dem Besitz bzw. dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit Rechte und Pflichten. Erst dadurch habe man beispielsweise das Recht der politischen Partizipation und es würde als Zeichen gesehen, dass man sich Deutschland zugehörig fühle und sich auch dazu bekenne:
  • „Ich finde, mit der deutschen Staatsangehörigkeit besitzt man gewisse Rechte, aber auch Pflichten, die einen auch zu gewissen Dingen drängen. Deswegen finde ich es schon wichtig, dass man nach den gleichen Regeln leben muss/sollte, wie die anderen Deutschen.“ (TP 07)
  • „Also wenn man in Deutschland geboren ist, dann ist man ja automatisch Deutscher, dann besitzt man automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Für mich hat die Frage sich jetzt mehr auf Migranten bezogen, die lange in Deutschland leben. Da finde ich es schon wichtig. Ich denke schon, dass ich sehr tolerant bin, aber ich finde, dass wenn man länger hier lebt und auch Rechte einfordert, dann sollte man sich auch dazu bekennen und sagen, ich will das, ich will die deutsche Sprache lernen […].“ (TP 17)
Eine Testperson empfindet es als „sehr wichtig“, die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen, um wirklich ein Deutscher/eine Deutsche zu sein. Gleichzeitig seien aber „Ausländer, die hier eine Staatsbürgerschaft bekommen, keine Deutschen“ (TP 12).

Fünf derjenigen Testpersonen, die angeben, dass es „nicht sehr wichtig“ sei, die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen, um wirklich ein Deutscher/eine Deutsche zu sein, sehen die deutsche Staatsbürgerschaft als etwas Formales an, das nur auf dem Papier existiere. Wichtiger sei für diese Testpersonen, dass die Institutionen, Gesetze und der Rechtsstaat geachtet würden, dass man sich hier wohl und zugehörig fühle, dass man hier lebe, arbeite und Steuern zahle.

Die zwei anderen Testpersonen, die das Item als „nicht sehr wichtig“ einstufen, missverstehen die Intention der Frage. TP 02 interpretiert die Frage so, als ob es darum ginge, welche Vorteile man durch die deutsche Staatsangehörigkeit habe bzw. welchen Wert man der deutschen Staatsangehörigkeit beimesse. Ihre Antwort begründet sie dann mit dem Hinweis, dass Einwanderer die deutsche Staatsangehörigkeit heute ohne weiteres, einfach so bekommen würden und es daher nicht mehr wichtig sei, vorweisen zu können, in Deutschland geboren zu sein:
  • „Daher ist das nicht mehr sehr wichtig. Das war mal wichtig, dass man vorweisen kann, man ist in diesem Land geboren. Aber heutzutage ist das ja gang und gäbe, dass einer sagt, er ist Deutscher, obwohl er hier nicht geboren ist.“ (TP 02)
Testperson 04 interpretiert die Frage so, als ob gefragt würde, wie wichtig es einem selbst sei, dass Menschen, mit denen man zu tun hat, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen:
  • „Das ist nicht sehr wichtig für mich. Wenn man ein guter Mensch ist, ist man ein guter Mensch. Ob das jetzt ein Türke, Albaner oder Italiener ist spielt für mich keine Rolle. Bei der Arbeit ist es mir zum Beispiel auch nicht wichtig, mit wem ich zusammenarbeite, es ist nur wichtig, sich gut zu verstehen und sich gut verständigen zu können.“ (TP 04)
Insgesamt bekamen 15 der 20 Testpersonen die zusätzliche Nachfrage „Was bedeutet für Sie deutsche Staatsangehörigkeit“? gestellt. Mit „deutsche Staatsangehörigkeit“ assoziieren die Testpersonen vor allem den deutschen Pass (zehn TPs) bzw. in Deutschland geboren zu sein (eine TP). Vier Testpersonen verbinden damit Rechte und Pflichten, die man hat, denen man aber auch unterliegt.
Den größten Teil des Lebens in Deutschland gelebt zu haben Nein
Ein Christ zu sein Nein Die Mehrzahl der Testpersonen gibt an, es sei „nicht sehr wichtig“ (vier TPs) oder „überhaupt nicht wichtig“ (13 TPs) ein Christ zu sein, um wirklich ein Deutscher/eine Deutsche zu sein. Begründet wird dies von allen Testpersonen damit, dass „Christ sein“ keine Relevanz für die Definition eines Deutschen/ einer Deutschen habe. Um ein Deutscher/eine Deutsche zu sein müsse man überhaupt nicht religiös sein, zumal es auch Deutsche gäbe, die keine Christen seien.

Lediglich eine Testperson (TP 20) findet es „eher wichtig“, ein Christ zu sein, um wirklich ein Deutscher/ eine Deutsche zu sein. Begründet wird dies damit, dass auch im Grundgesetz „christliche Traditionen“ verankert seien und dass in Deutschland immer Christen gelebt hätten.

Zwei weitere Testpersonen entscheiden sich für die Antwortkategorie „kann ich nicht sagen“. Während die eine Testperson (TP 03) bei jeder Frage „kann ich nicht sagen“ gewählt hat, weil ihr die Fragen insgesamt thematisch widerstrebten („Also ich finde die Fragen echt daneben. Man muss kein Christ sein, um Deutscher zu sein. Also es gibt nichts, das man machen muss, um Deutscher zu sein oder Deutscher zu werden.“), stößt bei TP 18 nur diese Aussage auf Ablehnung. Diese Testperson fragt nach, was diese Frage bedeuten soll und ist der Meinung, dass man sie weglassen könnte, da Deutschland ein laizistischer Staat sei.

Mit dem Begriff „Christ sein“ verbinden die Testpersonen insbesondere gläubig zu sein (neun TPs), einer Kirche anzugehören (drei TPs) bzw. getauft zu sein (drei TPs). Eine Testperson verbindet damit zusätzlich moralische Grundwerte. Diese Nachfrage wurde insgesamt nur 16 Testpersonen gestellt, wovon eine Testperson sagt, sie könne diese Frage nicht beantworten (TP 04). Trotz dieser heterogenen Definitionen liefern unsere (verbalen) Daten jedoch keine Hinweise darauf, dass die Antworten der Testpersonen sich in Abhängigkeit der jeweiligen Definition systematisch voneinander unterscheiden.
Die deutschen politischen Institutionen und Gesetze zu achten Nein Zwei Testpersonen konnten mit dem Begriff „politische Institutionen“ nichts anfangen, davon stellt sich eine Testperson zusätzlich die Frage, welche Gesetze in der Frage gemeint seien. Die andere Testperson beantwortet die Frage aufgrund der Unklarheit bzgl. des Begriffes der „politischen Institutionen“ mit „kann ich nicht sagen“.
Sich als Deutscher/Deutsche zu fühlen Nein