Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
a) sich gehetzt oder unter Zeitdruck fühlten? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet.

Hier fragt eine Testperson (TP 03) nach dem Bezug zur beruflichen Tätigkeit; ansonsten keine nennenswerten Kommentare.
b) sich niedergeschlagen und trübsinnig fühlten? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet.

Es gab zwei Nachfragen, ob unter „niedergeschlagen“ auch „müde“ bzw. „Frühjahrsmüdigkeit“ zu zählen wäre; ansonsten keine nennenswerten Kommentare.
c) sich ruhig und ausgeglichen fühlten? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet.

Es kam zu einer Nachfrage (TP 09), ob man das auf die berufliche Nebentätigkeit beziehen solle. TP 15 bezieht ihre Antwort auf das Wochenende, TP 17 meint, das sei jetzt „so eine Frage, meine Tochter und mein Schwiegersohn bauen gerade das Elternhaus meiner Frau um.“
d) jede Menge Energie verspürten? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet.

In vier Fällen gibt es Kritik an der Formulierung „jede Menge Energie“. Stellvertretend TP 19: „Das ist ja eine blöde Frage. Was heißt hier jede Menge Energie? […] Also eigentlich hört sich die Formulierung an, wie wenn es einen positiven Effekt hätte, jede Menge Energie, springen, tanzen, jubeln, ich fühle mich toll. Die Energie musste ich aber aufbringen, weil ich bestimmte Dinge tun musste [….].“ Die Formulierung wird als zu positiv empfunden: „Mir ist sie zu positiv. Ich gehe freudig aus dem Bett, und ja […].“ (TP 19).
e) starke körperliche Schmerzen hatten? Nein
f) wegen körperlicher Probleme weniger geleistet haben als Sie eigentlich wollten? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet.

In einem Falle ist wieder unklar, ob sich das Item auf den Beruf bezieht (TP 08); ansonsten keine nennenswerten Kommentare.
g) wegen körperlicher Probleme in Ihren Tätigkeiten eingeschränkt waren? Nein Zehn Nennungen auf „nie“, weitere fünf auf „selten“. Wenn „sehr oft“, „oft“ oder „manchmal“ genannt wurde, dann wurde konkret auf Folgen einer Operation oder auf körperliche Krankheiten rekurriert. Aber auch die Testpersonen, die sich als nicht eingeschränkt bezeichnet hatten, verstehen das Item überwiegend richtig, d.h. sie sind in der Lage, sich beim Beantworten der Probing-Frage auf die wesentlichen Stimuli des Items zu beziehen. Sowohl der Begriff „körperliche Probleme“ wie auch der Begriff „in […] Tätigkeiten eingeschränkt“ werden überwiegend richtig verstanden und nachvollziehbar erläutert.
h) wegen seelischer oder emotionaler Probleme weniger geleistet haben als Sie eigentlich wollten? Nein Tritt etwas häufiger auf als bei Item g); immerhin jeweils drei Nennungen für „oft“ bzw. „manchmal“. Allerdings sind die Erläuterungen dazu höchst unterschiedlich und reichen von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation (TP 01: „katastrophal“) über Belastungen durch Haushalt bzw. Wohnung bis hin zu „Rechtsanwalt und Gericht, was meine Scheidung angeht“ (TP 16). Aber auch eher die Gefühlsebene wird aktiviert: „Das kommt von einer Antriebsschwäche. Ich möchte jetzt nicht Depression sagen, aber eine depressive Verstimmtheit, so dass man eben doch hinter seinen Wünschen zurückbleibt“ (TP 20). Oder auch nur einfach: „[…] und es gab […] zwei Gelegenheiten, da wäre ich am liebsten vor Zorn durch die Decke gegangen.“ (TP 06).

Die Frage, was man denn unter „seelischen oder emotionalen Problemen“ verstehe, wird sehr breit beantwortet. Zunächst fallen Begriffe wie Depression, Nervenzusammenbruch, Angst, Burnout und ähnliches, also tendenziell in Richtung psychischer Erkrankungen weisende Erklärungen. Dann werden Gründe genannt, die sich auf körperliche Probleme und Erkrankungen beziehen wie Verdacht auf Krebs, Krankheiten, Tod eines Familienmitglieds. Und schließlich auch „soziale“ Erklärungen wie Beziehungsprobleme, Ärger mit dem Chef, Anspannung im Beruf. Oder einfach nur „am Boden zerstört sein“ (TP 16) oder „hat mit Leid, Elend und Tod zu tun“ (TP 18). Die komplette Auflistung zum Thema „seelische oder emotionale Probleme“ findet sich in Anhang 03, der über das Gesamt-PDF dieses Berichtes eingesehen werden kann.

Gefragt, ob sie einen Unterschied sehen zwischen der Formulierung „in […] Tätigkeiten eingeschränkt“ aus Item g) und „weniger geleistet haben als Sie eigentlich wollten“ haben sich 15 Testpersonen an einer Unterscheidung versucht, die anderen fünf haben die Formulierungen gleichgesetzt.

Es gibt zwei unterschiedliche Richtungen, in denen die Unterscheidung zu erläutern versucht wird; zum einen bezieht sich der Unterschied auf körperliche vs. nicht-körperliche Aktivitäten, zum anderen bezieht sich der Unterschied auf den Grad der Erledigung bestimmter Arbeiten.

Beispiele für die erste Interpretation:
  • „Bei „Tätigkeiten“ geht es darum, was sagt mein Körper? […] Bei „weniger geleistet“ geht es darum, was belastet mich?“ (TP 01)
  • „Tätigkeiten eingeschränkt […] würde ich eher auf die körperliche Seite beziehen. Und das andere, das ist eigentlich universell, das ist allgemeiner gefasst.“ (TP 03)
Beispiele für die zweite Interpretation (alle Texte dazu finden sich im Anhang 04, der über das Gesamt-PDF dieses Berichtes eingesehen werden kann):
  • Eingeschränkt heißt: „Ich kann mich zum Beispiel nicht strecken, um was wegzumachen oben an der Decke“. Weniger geleistet heißt „Ich nehme mir Sachen vor und schaffe es halt nicht.“ (TP 02)
  • „Wenn ich eingeschränkt bin, dann kann ich ein bisschen machen, aber nicht hundertprozentig […] Weniger geleistet, […] das ist schlimmer.“ (TP 04)
  • „Tätigkeiten beziehe ich auf körperlich, auch geistige Erledigungen. Im Rahmen dessen, was notwendig war. Und wollen wollte ich mehr, habe aber nur das geschafft, was notwendig ist.“ (TP 06)
  • „Bei Tätigkeit eingeschränkt geht’s gar nicht, bei weniger geleistet geht’s nicht ganz so, wie gewollt.“ (TP 18)
  • „Bei den Tätigkeiten bedeutet es ja, dass ich bereits etwas angefangen habe und durch irgendwas an der Durchführung behindert werde, und wenn ich weniger leiste, als ich eigentlich wollte, bedeutet es nicht zwingend, dass ich es überhaupt versucht habe.“ (TP 20).
Wir gehen davon aus, dass diese unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten zu einem großen Teil dadurch zustande gekommen sind, dass die Items g) und h) zum Vergleich herangezogen worden sind; wäre statt dessen g) mit f) verglichen worden, wäre der erste Interpretationsstrang vermutlich gar nicht aktualisiert worden, weil dann der Begriff „körperliche Probleme“ in beiden Items enthalten gewesen wäre und sich die Testpersonen besser auf die eigentlich zu prüfenden Begriffe „weniger geleistet“ und „in [...] Tätigkeiten eingeschränkt“ hätten konzentrieren können.
i) wegen seelischer oder emotionaler Probleme Ihre Arbeit oder Ihre alltäglichen Beschäftigungen weniger sorgfältig als sonst gemacht haben? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet.

Testperson 09 merkt an: „Das war jetzt sehr lang.“; ansonsten keine nennenswerten Kommentare.
j) wegen körperlicher oder seelischer Probleme in Ihren sozialen Kontakten, z.B. mit Freunden oder Verwandten, eingeschränkt waren? Nein Dieses Item wurde nicht systematisch getestet, es gab auch keine spontanen nennenswerten Kommentare.