Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
Item 26: Ich mache das, was ich mir vornehme. Nein Abgesehen von der Antwortkategorie „trifft überhaupt nicht zu“, die von keiner der Testpersonen angekreuzt wird, verteilen sich die Testpersonen relativ gleichmäßig über die Skala.

Insgesamt verstehen 14 der 16 Testpersonen die Aussage korrekt. Zwei Testpersonen (TP 09, TP 11) interpretieren „sich etwas vorzunehmen“ im Sinne von „sich verabreden“/„sich mit Freunden zu treffen“ (TP 09, 10 Jahre) bzw. Pläne für den Tag zu machen und z.B. ins Kino zu gehen (TP 11, 12 Jahre). Dieses „sich verabreden“ oder Pläne für den Tag zu machen kann allerdings auch als eine Form des sich etwas Vornehmens angesehen werden, welches lediglich weniger stark in die Zukunft gerichtet ist als ein abstrakteres „sich Ziele setzen“.
Item 27: Ich werde leicht nervös und unsicher. Nein

Item 27: Ich werde leicht nervös und unsicher.
Zur Beantwortung der Aussage „Ich werde leicht nervös und unsicher“ verwenden die Testpersonen die ganze Skalenbreite, wobei die beiden Extremkategorien („trifft überhaupt nicht zu“ und „trifft voll und ganz zu“) jeweils nur von einer Testperson gewählt werden. Die Aussage wird von allen Testpersonen richtig verstanden und bereitet den meisten keine Schwierigkeiten.
Zwei Testpersonen (TP 02, TP 03) haben Probleme mit dem doppelten Stimulus in der Aussage. Gelöst wird dieses Problem dadurch, dass sie sich bei der Beantwortung jeweils nur auf einen der beiden Stimuli („nervös werden“) beziehen:

  • „Ich habe an eine Situation gedacht, in der ich total leicht nervös geworden bin. […] „Unsicher“, das habe ich nicht beachtet.“ (TP 02, 9 Jahre)
  • „Unsicher werde ich nicht, aber ich werde leicht nervös“ (TP 03, 13 Jahre)

Befund zu Item 30: Ich bekomme schnell Angst und werde unsicher. (Alternative zu Item 27)
Vergleicht man die Verteilung des Originalitems mit der alternativen Formulierung sieht man, dass sich die Verteilung nach links verschiebt. Insgesamt kreuzen fünf Testpersonen bei der Alternative ein Kästchen weiter links an; eine Testperson wechselt sogar von „trifft eher zu“ zu „trifft überhaupt nicht zu“ (TP 03, 13 Jahre). Testperson 06 (16 Jahre) erklärt das folgendermaßen: „Das ist jetzt auch so ähnlich wie vorhin, da steht wieder das „unsicher“ drin. Angst bekomme ich aber eigentlich nicht so schnell. Das ist auf alle Fälle mehr als nervös oder unsicher sein“ (TP 06).
Während die Testpersonen bei der Originalformulierung vor allem an Schule denken, werden neben Schule (TP 05, TP 07, TP 08, TP 09, TP 10, TP 13, TP 16) mit der Alternativformulierung auch ganz andere Dinge assoziiert, wie z.B. eine Nachtwanderung (TP 01, 10 Jahre), der Keller (TP 02, 09 Jahre), Spinnen (TP 03, 13 Jahre; TP 16, 16 Jahre) oder Bedrohungen/Drohungen (TP 12, 14 Jahre; TP 14, 16 Jahre), was vermutlich auf den Begriff der „Angst“ zurückgeführt werden kann.
Abgesehen von den unterschiedlichen Dingen, die mit der Aussage assoziiert werden, verstehen alle Testpersonen die Aussage.

Item 28: Ich habe viel Phantasie, stelle mir gerne Sachen vor. Nein

Item 28: Ich habe viel Phantasie, stelle mir gerne Sachen vor. (Alternative zu Item 22)
Die Testpersonen nutzen die gesamte Skalenbreite und verorten sich identisch zur Originalaussage Item 22. Insgesamt verweisen die Testpersonen darauf, dass es die gleiche bzw. eine ähnliche Aussage sei wie die bereits zuvor beantwortete Aussage (Item 22).
Während es die Alternativformulierung für Testperson 08 (15 Jahre) noch deutlicher macht, was gemeint ist („Wie vorhin schon gesagt, habe ich ziemlich viel Phantasie. Hier würde ich sogar sagen, trifft es noch mehr zu, weil hier ja auch steht, „stelle mir gerne Sachen vor.“), sprechen sich Testperson 09 (10 Jahre) und 10 (9 Jahre) dafür aus, die ursprüngliche Formulierung zu verwenden, da sie leichter verständlich sei.

Befund zu Item 22: Ich habe viel Phantasie.
Die Testpersonen nutzen die volle Skalenbreite.
Die Aussage wird von allen Testpersonen korrekt verstanden. Im Folgenden einige Beispiele:

  • „Ich stelle mir manchmal Sachen vor, da fragen mich meine Freunde, was in meinem Kopf vorgeht. Zum Beispiel, dass wir mit einem Flugzeug abstürzen und im Meer in einem Wal landen.“ (TP 03, 13 Jahre)
  • „Wenn ich mir ausmale, was passieren könnte, wenn dies oder jenes eintritt. Wenn ich z.B. von Sachen träume, die total unwahrscheinlich sind, aber man sich trotzdem vorstellt, dass das irgendwann mal passiert. Zum Beispiel, dass ich irgendwann in Hollywood lebe, eine Villa habe und berühmt bin.“ (TP 06, 16 Jahre)
  • „Ich male mir Sachen in meiner Phantasie aus, die wahrscheinlich nie passieren werden. Ich glaube das macht jeder, vor allem Mädchen. So Traumprinz auf dem weißen Pferd oder so. Oder dass man über seine Zukunft phantasiert und denkt, irgendwann habe ich ein Boot und ein riesiges Auto. Das sind ja so Wunschphantasien.“ (TP 08, 15 Jahre)
  • „Beim Legospielen habe ich eher weniger Phantasie. Aber wenn ich draußen mit einem Freund spiele, dann stellen wir uns zum Beispiel vor, dass da eine Mauer ist und eine Tür, ein Haus, ein Keller.“ (TP 09, 10 Jahre)
  • „Früher hatte ich noch sehr viel Phantasie, heute mache ich eigentlich nur noch Sachen, die Sinn machen. Früher habe ich z.B. mit einem Freund versucht aus einer Kiste einen Helikopter zu bauen und wir haben auch Sachen drauf geklebt und uns vorgestellt, der könnte fliegen.“ (TP 12, 12 Jahre)
  • „Wenn wir in Kunst z.B. die Aufgabe kriegen, einfach in einer Stunde mal ein Bild zu malen, dann fehlt mir da so ein bisschen die Kreativität und ich weiß nicht so schnell, was ich jetzt malen sollte. Zum anderen ist es aber so, dass wenn wir in Deutsch z.B. Bücher oder Geschichten lesen, dann kann ich mir die Szenen im Kopf schon gut vorstellen.“ (TP 16, 16 Jahre)
Item 29: Ich habe nur wenig Interesse an Kunst. Nein Keine der 16 Testpersonen gibt an, dass die Aussage „Ich habe nur wenig Interesse an Kunst“ voll und ganz zutrifft. Die übrigen Antwortkategorien werden in etwa zu gleichen Teilen ausgewählt.
Zwei der Testpersonen (TP 09, 10 Jahre; TP 12, 14 Jahre) haben Schwierigkeiten mit der Negation in der Frage und kreuzen eine Antwort an, die ihrer Begründung widerspricht. TP 09 kreuzt beispielsweise die Antwort „trifft überhaupt nicht zu“ an und begründet ihre Antwort damit, dass sie Kunst nicht mag: „Aber Kunst mag ich nicht so, ist nicht so mein Ding“ (TP 09).
Zudem besteht bei Schülerinnen und Schülern hier die Gefahr, dass sie bei „Kunst“ vor allem an das Schulfach „Kunst“ denken:
  • „Kunst ist was Tolles. Wenn man zwei Stunden Mathe hatte und dann noch Deutsch und Englisch und dann kommt Kunst, da kann man relaxen und zeichnen. Das ist nichts Schweres mit Formeln oder so. Mit gefällt Kunst eigentlich sehr gut.“ (TP 04, 15 Jahre)
  • „Da musste ich überlegen, ob ich Interesse an Kunst habe. Naja, einmal in der Woche. Ein bisschen interessiert mich das schon, teilweise auch nicht. Ich mache ja nur in der Schule Kunst, also ein Bild malen oder was basteln.“ (TP 11, 12 Jahre)
  • „Sind mit Kunst jetzt Bilder gemeint? Ich denke da zunächst an Bilder, an das Schulfach „Kunst“.“ (TP 06, 16 Jahre)
Zwei weitere Testpersonen äußern spontan, dass es darauf ankommt, was alles unter „Kunst“ zu verstehen sei:
  • „Es kommt darauf an, was für Kunst. Das trifft teilweise zu.“ (TP 14, 16 Jahre)
  • „Trifft eher zu, weil fast alles ist Kunst. Ich bin zum Beispiel Youtuber und habe fast 1000 Abonnenten. Ich mache auch mit Freunden Videos, das ist auch Kunst. Ich mag es auch manchmal zu zeichnen oder auch Fußball spielen ist irgendwie Kunst.“ (TP 12, 14 Jahre)
Item 30: Ich bekomme schnell Angst und werde unsicher. Nein

Item 30: Ich bekomme schnell Angst und werde unsicher. (Alternative zu Item 27)
Vergleicht man die Verteilung des Originalitems mit der alternativen Formulierung sieht man, dass sich die Verteilung nach links verschiebt. Insgesamt kreuzen fünf Testpersonen bei der Alternative ein Kästchen weiter links an; eine Testperson wechselt sogar von „trifft eher zu“ zu „trifft überhaupt nicht zu“ (TP 03, 13 Jahre). Testperson 06 (16 Jahre) erklärt das folgendermaßen: „Das ist jetzt auch so ähnlich wie vorhin, da steht wieder das „unsicher“ drin. Angst bekomme ich aber eigentlich nicht so schnell. Das ist auf alle Fälle mehr als nervös oder unsicher sein“ (TP 06).
Während die Testpersonen bei der Originalformulierung vor allem an Schule denken, werden neben Schule (TP 05, TP 07, TP 08, TP 09, TP 10, TP 13, TP 16) mit der Alternativformulierung auch ganz andere Dinge assoziiert, wie z.B. eine Nachtwanderung (TP 01, 10 Jahre), der Keller (TP 02, 09 Jahre), Spinnen (TP 03, 13 Jahre; TP 16, 16 Jahre) oder Bedrohungen/Drohungen (TP 12, 14 Jahre; TP 14, 16 Jahre), was vermutlich auf den Begriff der „Angst“ zurückgeführt werden kann.
Abgesehen von den unterschiedlichen Dingen, die mit der Aussage assoziiert werden, verstehen alle Testpersonen die Aussage.

Befund zu Item 27: Ich werde leicht nervös und unsicher.
Zur Beantwortung der Aussage „Ich werde leicht nervös und unsicher“ verwenden die Testpersonen die ganze Skalenbreite, wobei die beiden Extremkategorien („trifft überhaupt nicht zu“ und „trifft voll und ganz zu“) jeweils nur von einer Testperson gewählt werden. Die Aussage wird von allen Testpersonen richtig verstanden und bereitet den meisten keine Schwierigkeiten.
Zwei Testpersonen (TP 02, TP 03) haben Probleme mit dem doppelten Stimulus in der Aussage. Gelöst wird dieses Problem dadurch, dass sie sich bei der Beantwortung jeweils nur auf einen der beiden Stimuli („nervös werden“) beziehen:

  • „Ich habe an eine Situation gedacht, in der ich total leicht nervös geworden bin. […] „Unsicher“, das habe ich nicht beachtet.“ (TP 02, 9 Jahre)
  • „Unsicher werde ich nicht, aber ich werde leicht nervös“ (TP 03, 13 Jahre)
a) dann bin ich ein Vorbild für meine Kolleginnen und Kollegen. Nein Sehr eindeutig ist, dass man durch Händedesinfektion ein Vorbild für Kolleginnen und Kollegen sein kann. Hier schlägt sich die Zustimmung, die sich bereits in den Antwortverteilungen gezeigt hat, auch in den spontanen Kommentaren nieder. Nur TP 02 meint, „das müssten eigentlich die Kollegen beurteilen“. Ansonsten gibt es mit Item a) keine berichtenswerten Probleme.
b) dann verstärkt sich der Zeitdruck, unter dem ich arbeite. Nein
c) dann trage ich zur Vermeidung von Infektionen bei. Nein
d) dann bekomme ich Hautprobleme an den Händen. Nein
a) ... wenn ich mich dazu überwinden muss. Nein

Elf Testpersonen stufen sich bei den Skalenwerten 6 und 7 ein. Es gibt vier Nennungen auf dem mittleren Skalenpunkt und drei bei „überhaupt nicht“; TP 16 hat das Item nicht bewertet, weil ihr der Begriff „überwinden“ im Zusammenhang mit der Händedesinfektion „nicht treffend“ erschien. Und genau das ist das Problem bei Item a): Acht der 19 Testpersonen stören sich an dem Begriff „überwinden“, den sie mit der Händedesinfektion gar nicht in Zusammenhang bringen:

  • „Ich muss mich gar nicht überwinden, das ist eher ein Reflex.“ (TP 01)
  • „Die erste Frage ist ein bisschen komisch [...]. Also das mit dem Überwinden verstehe ich nicht wirklich. Was damit sein soll? Was muss ich da überwinden, um die Hände zu desinfizieren?“ (TP 03)
  • „Wenn ich mich dazu überwinden muss? Was hat das mit Überwinden zu tun? Die ist komisch gestellt. Das hat doch nichts mit Überwinden zu tun.“ (TP 06)
  • „Ich weiß nicht, warum ich mich überwinden sollen müsste, meine Hände zu desinfizieren.“ (TP 07)
  • „Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass ich das tue. Was muss ich da überwinden? Da sträubt sich was in mir.“ (TP 15)
  • „Bei Überwinden denke ich an etwas Ekelhaftes, was trotzdem getan werden muss. Und Hände desinfizieren ist ja nicht eklig.“ (TP 16)
  • „Warum sollte ich mich da überwinden?“ (TP 17)
  • „Die Frage 4 verstehe ich nicht ganz. Wenn ich mich dazu überwinden muss?“ (TP 18)

Die Probing-Frage, ob man sich Situationen vorstellen könnte, in denen man sich zur Händedesinfektion „überwinden“ müsse, wird zumeist schnell und kategorisch mit „Nein“ beantwortet. Eher werde die Händedesinfektion „mal vergessen“ (TP 02) oder wegen Zeitdrucks vernachlässigt (TP 13, TP 14).

Wenn überhaupt Situationen beschrieben werden, bei denen man im Zusammenhang mit der Händedesinfektion von „überwinden“ sprechen würde, dann beziehen sich diese auf Verletzungen an der Hand („Also ich kenne es, wenn ich mich mal irgendwo verletzt habe und merke dann, wenn ich die Hände desinfiziere, dass es brennt.“, TP 20), auf Allergien oder vergleichbare Probleme (TP 05, TP 20) oder weil bestimmte Desinfektionsmittel schlecht riechen (TP 06).

TP 04 dreht das Argument um: „Da bin ich so ein bisschen hängen geblieben mit der Formulierung, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich zur Händedesinfektion ‚überwinden’ muss. Das ist ja eher umgekehrt, dass es Situationen gibt, wo man froh ist, dass man sich die Hände desinfizieren kann.“