| Politische Einstellung und Verhalten |
Wichtige politische Entscheidungen sollten im Gespräch und nicht durch eine bloße Abstimmung getroffen werden. |
Nein |
Gewichtung von Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz |
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Bei dieser Aussage können sich alle Befragten einem Wert zuordnen und nutzen dabei die gesamte
Skalenbreite aus. Die große Mehrheit der Testpersonen stimmt diesem Item zu (59%, Skalenwerte 5-7)
oder wählt den mittleren Skalenwert 4 (24%). Lediglich 17% der Testpersonen stimmen dem Item
(eher) nicht zu (Skalenwerte 1 bis 3).
Auf die Nachfrage, warum sich die Testpersonen für ihre jeweilige Antwort entschieden haben (Category
Selection Probing), geben 42% der Befragten an, dass sie generell (d.h. unabhängig von der konkreten
politischen Entscheidung) gesprächsbasierte Entscheidungsverfahren gegenüber bloßen Abstimmungen
nach dem Mehrheitsprinzip bevorzugen:
- „Wenn es denn eine Lösungsmöglichkeit durch Gespräche gibt, ist das immer einer Abstimmung vorzuziehen, bei der es ja immer Sieger und Verlierer gibt." (TP 02, Antwort: 7)
- „Es sollten alle ihre Meinung äußern, begründen und erläutern, als einfach nur dafür oder dagegen
zu sein“ (TP 35, Antwort: 6)
Nur etwa 5% der Testpersonen geben an, dass sie generell Abstimmungen gegenüber Gesprächen vorziehen:
- „Eine Abstimmung gibt einem klare Zeichen." (TP 01, Antwort: 2)
- „Ansonsten kommt man nie zu einer Entscheidung.“ (TP 90, Antwort: 2)
12% der Befragten geben an, dass es auf die konkrete Situation bzw. politische Entscheidung ankomme,
ob Gespräche oder Abstimmungen zielführender und daher zu bevorzugen seien:
- „Ist manchmal möglich und manchmal nicht. Wir können nicht jede Kleinigkeit ausdiskutieren." (TP 26, Antwort: 4)
- „Ich denke es kommt immer darauf an was entschieden werden soll, ob man da ein Gespräch braucht oder nicht sollte eine Einzelfallentscheidung sein.“ (TP 40, Antwort: 4)
Zu guter Letzt argumentieren 32% der Testpersonen, dass politische Entscheidungen weder ausschließlich
auf Basis von Gesprächen noch ausschließlich auf Basis von Abstimmungen getroffen werden
sollten. Diese Befragten sind der Meinung, dass beide Verfahren möglichst miteinander kombiniert
werden sollten:
- „Erst diskutieren, eigene Meinung bilden, dann abstimmen.“ (TP 20, Antwort: 4)
- „Vor einer Entscheidung ist sicher eine sachliche Diskussion erforderlich, allerdings ist eine
abschließende Abstimmung in jedem Fall notwendig.“ (TP 36, Antwort: 2)
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| Politische Einstellung und Verhalten |
Nicht alle Konflikte lassen sich durch Diskussion und Verhandlungen lösen. Meist sind Abstimmungen der beste Weg zu einer Entscheidung. |
Nein |
Gewichtung von Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz |
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Bei dieser Aussage können sich ebenfalls alle Testpersonen auf der Antwortskala verorten und auch hier nutzen sie die volle Skalenbreite. Analog zu Item 4 stimmt auch hier die große Mehrheit der Testpersonen dem Item zu (66%, Skalenwerte 5-7) oder wählt den mittleren Skalenwert 4 (20%). Lediglich 14% der Testpersonen stimmen dem Item eher nicht zu (Skalenwerte 1 bis 3).
Auf die Category Selection Probe („Bitte erläutern Sie Ihre Antwort noch etwas näher. Warum haben Sie sich für diese Antwort entschieden?“) gibt die Hälfte der Befragten (50%) an, dass meist Abstimmungen der beste Weg zu einer Entscheidung seien. Davon erklären 39%, dass selbst bei vorangegangenen Diskussionen am Ende immer Abstimmungen erfolgen müssen, um zu einer Entscheidung zu kommen:
- „Wenn Diskussionen sich festgefahren haben und nicht mehr argumentiert wird [dann muss abgestimmt werden].“ (TP 15, Antwort: 6)
- „Wenn durch Gespräche nichts erreicht wird, sollte eine Abstimmung entscheiden.“ (TP 47, Antwort: 5)
Etwa 15% der Befragten befürworten eine Entscheidungsfindung auf Basis von Gesprächen und Diskussionen gegenüber einer Entscheidungsfindung auf Grundlage von Abstimmungen. Davon argumentieren jedoch ebenfalls 10%, dass Gespräche nicht immer zu Entscheidungen führen können und es daher aus pragmatischen Gründen zwangsläufig irgendwann zu einer Abstimmung kommen muss:
- „Wenn es denn nicht anders geht, weil Gespräche erfolglos blieben, man aber zu einer Entscheidung kommen muss, dann ist eine Abstimmung immer noch besser als ein Diktatorenwort. [...]" (TP 02, Antwort: 5)
- „Abstimmungen immer erst wenn sich durch anhaltende Gespräche keine Lösung findet – und auch nur für vorübergehende Zeit bis neue Gespräche stattfinden können. Nur wenn es eine Notlage unbedingt zwingend erforderlich macht, dass eine Entscheidung umgehend getroffen wird.“ (TP 50, Antwort: 3)
17% der Befragten geben explizit (ähnlich wie bei Item 4) an, dass eine Kombination aus Gesprächen und Abstimmungen der beste Weg zu einer Entscheidung sei:
- „Nach Austausch von Argumenten muss eine Abstimmung Klarheit bringen." (TP 27)
- „Es stimmt, dass oft keine Lösung gefunden wird, die allen Beteiligten gefällt. In dem Fall kann eine Abstimmung hilfreich sein. Es ist aber trotzdem wichtig, darüber zu diskutieren. Insgesamt sollte ein gesunder Mittelweg gewählt werden.“ (TP 95)
Auffällig ist bei diesem Item, dass 18% der Befragten ihre Antwort genauso begründen wie beim vorherigen Item 4. Vergleicht man die Antwortverteilungen der Items 4 und 5 sowie die Begründungen der Testpersonen für die Wahl ihrer Antworten, so wird deutlich, dass die beiden Items von den allermeisten Testpersonen nicht als gegensätzlich, sondern als komplementär wahrgenommen werden. |
| Politische Einstellung und Verhalten |
Es sollte in Deutschland mehr direktdemokratische Entscheidungen (z.B. Volksabstimmungen) geben. |
Nein |
Einstellung zu direktdemokratischen Entscheidungsverfahren |
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Bis auf zwei Befragte, die sich für die „weiß nicht“-Kategorie entschieden haben, konnten sich alle Befragten auf der Antwortskala verorten. Die Befragten nutzen die volle Skalenbreite, wobei die Mehrheit (64%) der Aussage zustimmt (Skalenwerte 5 bis 7), 14% der Befragten sich für die Mittelkategorie (Skalenwert 4) entscheiden und 20% der Aussage nicht zustimmen (Skalenwerte 1 bis 3).
Bei diesem Item wurde das Verständnis des Begriffs „direktdemokratische“ Entscheidungen untersucht. Alle 101 Testpersonen wurden gefragt, was sie hier unter „direktdemokratischen Verfahren“ verstehen und ob sie weitere Beispiele außer Volksabstimmungen kennen. Insgesamt beantworten 95 Befragte diese Nachfrage, wobei 45% der Personen (n=49) angeben, keine weiteren Beispiele außer Volksabstimmungen zu kennen. Die restlichen 46 Testpersonen nennen die folgenden Verfahren: Bürgerbegehren (6), Bürgerentscheide (6), Volksentscheide (6), Petitionen (4), Referendum (4), Regionale Entscheidungen (4), Demonstrationen (3), Online-Wahlen (3), Volksbefragung (3), Wahlen (3), Basisbefragungen (2), Volksbegehren (2), Boykott durch Bürger (1), Bundesrat (1), Bürgerabstimmungen (1), Bürgerbefragungen (1), Bürgerbeteiligung (1), Bürgerinitiativen (1), Gesprächsrunden (1), Initiativverfahren (1), Interessendialoge (1), Kommunale Versammlungen (1), Moderationen (1), Schlichtungen (1) und Volksinitiative (1).
Am häufigsten genannt werden jeweils 6 Mal Bürgerbegehren, Bürgerentscheide und Volksentscheide, jeweils 4 mal werden Petitionen, Referenda und regionale Entscheidungen, wobei unter letzterem direktdemokratische Entscheidungen auf kommunaler Ebene – also im „kleinen, überschaubaren Bereich“ – zu verstehen sind, genannt. Über diese verschiedenen Nennungen hinaus ist interessant, dass dreizehn Testpersonen an Anwendungsbeispiele für direktdemokratische Verfahren denken, hierunter 11 Mal an die Schweiz und je 1 Mal an die Olympiade in Garmisch-Partenkirchen und Stuttgart 21. Die Resultate dieser Nachfrage geben Hinweise darauf, dass die Befragten insgesamt eine recht gute Vorstellung davon haben, was mit direktdemokratischen Entscheidungen gemeint ist.
Insgesamt gibt es keinen systematischen Einfluss der Anzahl der Nennungen weiterer direktdemokratischer Verfahren auf das Ausmaß der Zustimmung zur Aussage. Befürworter der Ausweitung direktdemokratischer Entscheidungen argumentieren eher mit einer breiteren Legitimation politischer Entscheidungen durch die Bürger:
- „Wie in der Schweiz regelmäßig durchgeführte Volksbefragungen (-abstimmungen). Es wären auch alternativ Abstimmungen mit der Legitimation des neuen Personalausweises über das Internet möglich. Vielleicht gäbe es dann eine größere Beteiligung und dadurch eine bessere Legitimation der Entscheidungen.“ (TP 02, Antwort: 7)
- „Direkt vom Volke ausgehend ohne zwischengeschaltete Mittelsmänner oder Repräsentanten. Bürgerabstimmungen im lokalen Sektor oder vielleicht auch Petitionen, wobei das entsprechende Thema dann ja nur erstmal Beachtung bekommt.“ (TP 101, Antwort 7)
Die Skeptiker hinsichtlich einer Ausweitung direktdemokratischer Verfahren stellen dagegen eher die Kosten bzw. die Machbarkeit der breiten Einbeziehung der ggfs. nicht ausreichend informierten Bürger in Frage:
- „Mir fallen im Moment außer Volksabstimmungen keine anderen direktdemokratischen Entscheidungen ein. Eine Ausweitung halte ich nur im kleinen, überschaubaren Bereich wie Gemeinden für sinnvoll, da für eine solche Demokratie der Einzelne sehr umfangreich informiert sein muss. Im kleinen Rahmen kann dies gut funktionieren, da der Einzelne viel enger an jedem Geschehen beteiligt und von ihm betroffen ist und Entscheidungen durch die notwendige Informationspolitik nicht blockiert werden.“ (TP 51, Antwort: 4)
- „Ich halte nicht viel von Referenda, weil das Volk im Allgemeinen nicht sachverständig ist.“ (TP 60, Antwort 1)
- „Direktdemokratische Verfahren beziehen im Prinzip jeden Bürger mit ein, sind jedoch in einem Land mit über 80 Millionen Einwohnern nur im kleinen z.B. kommunalen Rahmen wirklich realisierbar. Volksbefragungen als Vorstufe.“ (TP 34, Antwort: 2)
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| Politische Einstellung und Verhalten |
Es sollte mehr Dialogverfahren geben, in deren Rahmen Bürger mitentscheiden können. |
Nein |
Einstellung zu direktdemokratischen Entscheidungsverfahren |
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Von den 101 Befragten machen alle gültige Angaben, wobei sich sieben Personen für die „weiß nicht“-
Kategorie entscheiden. Die volle Skalenbreite wird genutzt, wobei die Befragten der Aussage mehrheitlich
(70%) zustimmen. 15% der Testpersonen stimmen nicht zu und 8% entscheiden sich für die Mittelkategorie.
Auch bei diesem Item wurde das Frageverständnis untersucht. Auf die Nachfrage, an welche Dialogverfahren
sie beim Beantworten der Frage gedacht haben, machten 92 Personen gültige Angaben, wovon
32% (n=36) angaben, an keine bestimmten Dialogverfahren gedacht zu haben. Insgesamt machen
daher 56 Personen 78 inhaltliche Nennungen: Allgemein Gespräche (16), Diskussionen (12), Bürgerbefragungen (10), Bürgerversammlungen (8), (Bürger-)Foren (6), Anhörungen (5), Demonstrationen (3), Bürgerinitiativen (2), Gremien (2), Sprechstunden (2), Abstimmungen (1), Bello-Dialog in Berlin (1), Bürgerbegehren (1), Debatten (1), Moderation (1), Runder Tisch (1), Schlichtung (1), Stuttgart 21 (1), Tagungen (1), Volksabstimmungen (1), Volksbefragungen (1) und Wahlen (1).
Dieses Potpourri an Assoziationen mit dem Begriff Dialogverfahren macht deutlich, dass die Befragten
an ganz unterschiedliche Verfahren denken, die sich nicht trennscharf von den direktdemokratischen
Verfahren, die im vorherigen Item angesprochen werden, oder Abstimmungen (bspw. „Wahlen“, „Abstimmungen“)
o.ä. abgrenzen lassen. Ihnen gemeinsam ist jedoch der kommunikative Austausch, meist
zwischen Bürgern und Politikern (bspw. Bürgerbefragungen oder Sprechstunden), aber auch zwischen
Bürgern untereinander (Foren). |
| Politische Einstellung und Verhalten |
Es sollte mehr Expertenkommissionen geben, die an wichtigen politischen Entscheidungen mitwirken. |
Nein |
Einstellung zu direktdemokratischen Entscheidungsverfahren |
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Bis auf einen Befragten, der die „weiß nicht“-Kategorie ausgewählt hat, konnten sich alle Befragten auf der Antwortskala verorten. Die Befragten nutzen die volle Skalenbreite, wobei die klare Mehrheit (72%) der Aussage zustimmt (Skalenwerte 5 bis 7). 15% der Befragten entscheiden sich für die Mittelkategorie (Skalenwert 4) und 12% stimmen der Aussage nicht zu (Skalenwerte 1 bis 3).
Im Anschluss wurde den Befragten zum einen die Frage gestellt, ob sie beim Beantworten eher an Expertenkommissionen gedacht haben, die direkt in die Entscheidungen eingebunden sind oder eher an solche, die lediglich Gutachten oder Empfehlungen ohne Bindungswirkung erarbeiten. Während drei Personen keine Angabe machten, gaben 46 Personen an, an Expertenkommissionen, die direkt in Entscheidungen eingebunden sind, gedacht zu haben und 52 an Expertenkommissionen, die lediglich Gutachten oder Empfehlungen erarbeiten.
Danach gefragt was sie unter einer „Expertenkommission“ verstehen bzw. ob ihnen Beispiele für Expertenkommissionen einfallen, machten 93 Befragte gültige Angaben, wobei vier Personen angeben, dass ihnen keine konkreten Beispiele einfallen und 15 Befragte ausschließlich Themenbereiche nennen, bei denen Expertenkommissionen eingesetzt werden sollten. Unter einer "Expertenkommission" verstehen die Befragten folgendes: Allgemein Fachleute (41), Unabhängige Fachleute (16), Allgemein Wissenschaftler (9), Betroffene (2), Instrumentalisierte Fachleute (2), Unabhängige Wissenschaftler (2), Beratungsgremien (1) und Gutachter (1).
Nebst den 15 Befragten, die ausschließlich Themenbereiche und keine „Expertenkommissionen“ nennen, geben weitere 15 Befragte zusätzlich zu ihrer Definition von „Expertenkommissionen“ Themenbereiche an, die für den Einsatz von Expertenkommissionen geeignet wären. Die Themenbereiche, die sich insgesamt auf 44 Nennungen belaufen, teilen sie sich wie folgt auf: Gesundheit (6), Wirtschaft (5), Umwelt (4), Verkehr (4), Energiewirtschaft (4), Bau (3), Finanzen (3), Bundeswehr/Militär (3), Pflege (3), Bildung (2) und Sonstiges (7).
Welche Experten und Themenbereiche genannt werden unterscheidet sich nicht danach, ob die Befragten zuvor angegeben haben, beim Beantworten der Aussage an Expertenkommissionen mit Mitbestimmungsbefugnissen oder lediglich beratender Funktion gedacht zu haben.
Einige der Befragten (n=11) verfügen über detaillierteres Wissen über den Einsatz von Expertenkommissionen und können insgesamt acht verschiedene Kommissionen benennen: Wirtschaftsweisen (6), Verbände (3), Ethikrat (2), Zukunftskommission in Bayern (1), Verkehrsgerichtstag (1), Sicherheit von Gorleben (1), Sachverständigenrat (1) und BUND/NaBu/Greenpeace (1).
Abschließend für dieses Item wurden die Befragten gebeten anzugeben, an welche politischen Entscheidungen sie beim Beantworten der Frage gedacht haben. Hierbei machen 87 Personen konkrete Angaben. Genannt werden hauptsächlich politische Entscheidungen in den Bereichen der Energiewirtschaft (17,2%), Finanzen und Verkehr (je 10,3%), Gesundheit (6,9%), Hartz IV und Rechtsfragen (je 5,7%) sowie Bildung, Steuern und Umwelt (je 4,6%). |
| Politische Einstellung und Verhalten |
Wichtige politische Entscheidungen sollten ausschließlich von gewählten Parlamenten getroffen werden. |
Nein |
Einstellung zu direktdemokratischen Entscheidungsverfahren |
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Auch bei diesem Item können sich abgesehen von den fünf Befragten, die sich für die „weiß nicht“- Kategorie entscheiden, alle Befragten auf der Antwortskala verorten. Die volle Skalenbreite wird relativ gleichmäßig genutzt. 41% der Testpersonen stimmen der Aussage eher nicht zu (Skalenwerte 1 bis 3), 18% wählen die Mittelkategorie und 37% stimmen zu.
Auf die Category Selection Probe („Bitte erläutern Sie Ihre Antwort noch etwas näher. Warum haben Sie sich für diese Antwort entschieden?“) argumentieren diejenigen, die der Aussage zustimmen (Skalenwerte 5-7) damit, dass es schließlich die Aufgabe von gewählten Parlamenten ist, wichtige politische Entscheidungen zu treffen (72%), dass sie die repräsentative Demokratie befürworten, wenn die gewählten Politiker, unabhängig und nach ihrem Gewissen entscheiden (17%) oder dass die Bürger nicht über das nötige fachliche Wissen verfügen (10%):
- „Dafür leben wir ja in einer parlamentarischen Demokratie, die – trotz aller Unzulänglichkeiten – nach meiner Meinung die beste Gesellschaftsform ist. Der Normalbürger erscheint mir auf Grund fehlender oder nicht ausreichender Information allzu manipulierbar, um z.B. wichtige politische Entscheidungen an eine Volksabstimmung zu knüpfen.“ (TP 34, Antwort: 6)
- „Dafür haben wir das Parlament ja schließlich gewählt, weil eine Demokratie mit einer so zahlreichen Bevölkerung nur über gewählte Vertreter funktioniert.“ (TP 47, Antwort: 7)
- „Vorausgesetzt, die Mitglieder der Parlamente wurden umfassend informiert und entscheiden rein nach ihrem Gewissen, dann ist eine demokratisch getroffene Entscheidung legitimiert.“ (TP 89, Antwort: 7)
Auch diejenigen, die sich für die Mittelkategorie entschieden haben, argumentieren damit, dass dies schließlich die Aufgabe gewählter Parlamente ist (46%). Ein anderer Grund für die Wahl der Mittelkategorie besteht darin, dass die Befragten sich eine ausgewogene Kombination von repräsentativer und direkter Demokratie wünschen (31%) oder Vor- und Nachteile der repräsentativen Demokratie gegenüber stellen (23%).
Diejenigen Befragten, die der Aussage nicht zustimmen, befürworten stattdessen eine Kombination von repräsentativer und direkter Demokratie (33%) oder eine Kombination von repräsentativer Demokratie und Expertenkommissionen (29%). Weitere Gründe für die Nicht-Zustimmung zur Aussage sind entweder Zweifel daran, dass die aktuellen Politiker tatsächlich den Willen des Volkes vertreten (21%) oder die Annahme, dass den Politikern das nötige Wissen fehlt, um wichtige Entscheidungen treffen zu können (17%):
- „Die machen nachdem sie erst einmal gewählt sind doch, was sie wollen. Politiker haben ein kurzes Gedächtnis und neigen dazu zu vergessen, was der ursprüngliche Wählerauftrag war.“ (TP 50, Antwort: 1)
- „Diese ausgewählten Parlamentarier sind keine Experten und brauchen Beratung für ihre Entscheidungen.“ (TP 75, Antwort: 1)
- „Es gibt Kernbereiche der Inneren Sicherheit oder im Haushaltsrecht, die von direkter Demokratie verschont bleiben sollten. Natürlich auch in der Außenpolitik. Aber ansonsten lehne ich ausschließliche Entscheidungen durch gewählte Parlamente ab. Natürlich sehe ich viel Überforderung im Bereich der direkten Demokratie, aber dies liegt auch an mangelnder Transparenz und – fast gefährlicher – an verbreiteten Halbwahrheiten.“ (TP 100, Antwort: 2)
- „Da die gewählten Parlamente nur selten halten was sie versprechen, ist nicht unbedingt gewährleistet, dass sie auch wirklich die Meinung ihrer Bürger vertreten.“ (TP 72, Antwort: 2)
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Einen kurzen Text, z.B. eine E-Mail oder eine kurze Mitteilung, querlesen und das Wesentliche erfassen. |
Nein |
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Schriftliche Anweisungen, wie z.B. ein Rezept oder eine Arbeitsanweisung, lesen und korrekt befolgen. |
Nein |
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Eine Bedienungsanleitung oder ein Handbuch lesen und verstehen, um ein neues Gerät bedienen zu können, z. B. einen Fernseher oder eine Waschmaschine. |
Nein |
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Bei diesem Item wurde die volle Breite der Skala genutzt: Zehn Testpersonen, also die Hälfte, gibt
„kann ich problemlos“ an, acht Testpersonen sagen „kann ich, aber mit gewissen Schwierigkeiten“, eine
Testperson (TP 12) gibt „kann ich, aber mit großen Schwierigkeiten“ und eine weitere (TP 03) gibt
„kann ich nicht“ an.
Insgesamt haben die Testpersonen keine Probleme mit der Beschreibung „ein Gerät zu bedienen“. Von
20 Testpersonen denken 16 an technische Geräte, von denen 13 Testpersonen konkrete Geräte wie
Fernseher, DVD-Recorder, Laptop oder Telefon nennen. Drei Personen nennen (zusätzlich) Möbel wie
Schrank (TP 08), Schreibtisch (TP 13) oder Laminat (TP 14). Bei zwei Testpersonen bleibt unklar, an
welche Art von Geräten sie denken (TP 05, 19).
Neun Testpersonen denken dabei ausschließlich an längere Texte (TP 01, 03, 06, 09, 12, 16, 17, 18, 19)
und fünf Testpersonen ausschließlich an kürzere Texte (TP 05, 10, 11, 13, 14). Vier Testpersonen denken
sowohl an kürzere als auch an längere Texte (TP 02, 04, 07, 08) und bei weiteren zwei Testpersonen
bleibt unklar, woran sie denken (TP 15, 20).
Die Testpersonen, die angegeben haben, eine Bedienungsanleitung oder ein Handbuch „mit gewissen
Schwierigkeiten“ lesen und verstehen zu können, begründen das auf drei verschiedene Arten. Die erste
Begründung besteht darin, dass die Bedienung oder der Aufbau neuer Dinge kompliziert ist:
- „Aber bei anderen Sachen ist das ein sehr neues Gebiet. Und das ist für mich immer ein bisschen
kompliziert.“ (TP 02)
- „Einen Schreibtisch zusammenbauen. So ein DIN-A4-Blatt mit Tausend Schrauben und Dingern.“
(TP 13)
- „Manchmal sind die technischen Beschreibungen zu kompliziert und ich bin nicht so technisch
begabt und dadurch gibt’s manchmal Schwierigkeiten, wenn es sehr umfangreich und
kompliziert ist die Technik zu verstehen.“ (TP 18).
Eine zweite Begründung besteht darin, dass Bedienungsanleitungen mehrmals gelesen werden müssen,
um sie zu verstehen:
- „Bei einer technischen Anleitung würde ich es erst lesen und dann versuchen, aber nochmal
nachlesen, ob ich es richtig gemacht habe.“ (TP 07)
- „Wenn ich so eine Bedienungsanleitung habe mit Bildern und Texten, dann muss ich mich
erstmal reinfinden. Dann lese ich es auch zwei oder drei Mal durch.“ (TP 08)
- „Wir haben einen großen Fernseher, der ist neu. Bis ich dann herausfinde, wie es funktioniert,
da lese ich zwei-, dreimal die Gebrauchsanweisung. (…) Die Anweisungen sind nicht immer
1A.“ (TP 17)
Testperson 17 begründet, ebenso wie zwei weitere Testpersonen, ihre Antwort mit schlecht geschriebenen
Bedienungsanleitungen:
- „Das ist ein Problem, weil diese Bedienungsanleitungen so schlecht sind. Ich könnte sagen, ich
kann es problemlos, wenn die Anleitung okay ist. Wenn sie nicht okay ist, dann hänge ich. Ich
habe mir vor kurzem Laminat gekauft. Da war so ein Zettel drin, das ist … puh. Der Zettel ist
so blöd geschrieben.“ (TP 14)
- „Da habe ich an die Bedienungsanleitungen gedacht, die bspw. aus dem Chinesischen ins
Schwedische und dann irgendwann ins Deutsche übersetzt wurden.“ (TP 19)
Von den zehn Testpersonen, die angegeben haben Bedienungsanleitungen problemlos lesen und verstehen
zu können, haben sich Testperson 06 und Testperson 20 ebenfalls spontan zu der Problematik
schlechter Anweisungen geäußert:
- „Das kommt auf die Anleitung drauf an. Normalerweise kann ich das problemlos, aber es gibt
auch komplexere Anleitungen.“ (TP 06)
- „Das kommt auf die Beschreibung an. Normalerweise macht es mir keine Probleme, aber es
kommt wirklich auf die Bedienungsanleitung an.“ (TP 20)
Fünf der Befragten mit der Antwort „kann ich problemlos“ begründen dies mit Intuition (TP 01), Erfahrung
(TP 04), den kurzen Arbeitsschritten (TP 05), dass alles beschrieben ist (TP 11) oder dass sie es
einfach verstehen (TP 15).
Unter den Testpersonen, die mit problemlos geantwortet haben, gibt es drei, die in der Erklärung ihrer
Antwort von Schwierigkeiten berichten:
- „Meistens sind das ganz kurze Schritte, die kann man gleich ausprobieren und dann geht’s.
Bei Arbeitsanweisungen oder Packlisten ist es dann schon schwieriger. Man muss sie erstmal
verstehen, damit man sie umsetzen kann.“ (TP 05)
- „Ich habe jetzt daran gedacht als ich einmal mein Telefon umprogrammieren wollte. Die war
so komplex, dass das nicht gleich beim ersten Mal geklappt hat. Ich habe es dann hinbekommen,
deswegen „problemlos“, aber es kommt darauf an.“ (TP 06)
- „Wenn es gerade um einen Fernseher geht, dann geht es mir schon so, dass ich es auch immer
mal wieder, also dass ich es nicht nur einmal lese, sondern gleich noch ein zweites oder
drittes Mal, dann vielleicht nochmal abschnittsweise und dann am Fernsehgerät ausprobiere.
Ich bin schon in der Lage, dass er danach auch funktioniert.“ (TP 16)
Umgekehrt gibt Testperson 03 gewisse Schwierigkeiten an, auch wenn sie einfache Bedienungsanleitungen
versteht: „(…) Und ein Handbuch ist immer so viel. Wie man einen neuen Wasserkocher in
Betrieb nimmt, ist ja klar, Wasser rein, Stecker und dann anmachen. Das ist alles gleich. Da braucht
man das eigentlich gar nicht mehr durchlesen, aber bei anderen Sachen ist das ein sehr neues Gebiet.
Und das ist für mich immer ein bisschen kompliziert.“ (TP 04). |
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Offizielle Dokumente lesen und verstehen, z.B. einen Arbeitsvertrag, einen Mietvertrag oder einen Versicherungsschein. |
Nein |
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