Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
15: Meine Familienmitglieder unterstützen mich nicht dabei, Fahrrad zu fahren. Nein
16: Es gibt Wetterbedingungen, die mich stören. Nein -
17: An meinen Zielorten fehlen sichere Abstellmöglichkeiten für das Fahrrad. Nein -
18: An meinen Zielorten fehlen Umkleide- und Duschmöglichkeiten. Nein

Insbesondere bei den späteren Aussagen neigten die Testpersonen dazu, die Aussagen an sich zu beantworten, d. h. nicht in Bezug darauf, ob ein bestimmter Aspekt sie davon abhält, Fahrrad zu fahren. Die möglichen Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen könnte die große Anzahl an Items befördern, dass man die ursprüngliche Fragestellung aus dem Blick verliert. Zum anderen könnte der Bezug zur übergeordneten Frage dadurch geschwächt werden, dass sich die ersten drei Aussagen nicht auf sie beziehen. Drittens sind einige Aussagen auch ohne den Bezug zur übergeordneten Frage gut zu verstehen.

Dies führte bei Aussage 18 zu den Duschmöglichkeiten an den Zielorten in drei Fällen dazu, dass Testpersonen, die Duschmöglichkeiten nicht benötigten und entsprechend „Trifft nicht zu“ hätten antworten sollen, „Weiß ich nicht“ auswählten. Testperson 10 erklärte, dass sie zwar zum Einkaufen und für Freizeitaktivitäten regelmäßig Fahrrad fahre, ihr Weg zur Arbeit hierfür aber zu lang sei. Es gäbe zwar Duschmöglichkeiten an ihrer Arbeitsstätte, die sie aber nicht benötige. Da die Aussage in ihren Augen daher nicht auf sie zutraf, wählte sie schließlich „Weiß ich nicht“ („Ist wieder schwierig, das zu beantworten. Also bei der Arbeit gäbe es das. Ich mach mal ‚Weiß ich nicht‘ bei dieser Frage“, TP10). Eine andere Testperson erklärte sogar explizit, dass das Vorhandensein von Duschmöglichkeiten für sie kein Kriterium darstelle, und wählte dennoch „Weiß ich nicht“.

„Bei dem einen Zielort, der Arbeit, habe ich sogar eine Dusche. Aber ich würde da niemals duschen. Bei dem anderen habe ich es nicht. Das ist ja nicht der Grund, [warum ich nicht Fahrrad fahre]. Das ist nicht mein Entscheidungskriterium, dass ich mich da umziehen könnte. Aber ich fahre bestimmt nicht zur Arbeit mit dem Fahrrad. Wenn ich zur Arbeit fahren würde, wäre das wahrscheinlich ein Kriterium. Aber ich fahre nicht zur Arbeit.“ (TP11, Antwort Aussage 18: Weiß ich nicht)

19: Es gibt andere Gründe, die mich stören. Nein

Beantworten die Testpersonen die Aussagen in Bezug auf die übergeordnete Frage?
Besonders ausgeprägt zeigte sich das Problem, dass Aussagen nicht in Bezug zur übergeordneten Frage beantwortet wurden, bei einer Testperson, die bei der letzten Aussage „Es gibt andere Gründe, die mich stören“ verwirrt reagierte, und fragte, worauf sich die Aussage beziehe.

TP03: „Das hat mich jetzt komplett durcheinander gebracht, ob es andere Gründe gibt, die mich stören? Klar, es gibt viele Dinge, bei vielen Sachen, die mich stören, aber es ist etwas ganz Alltägliches, dass die Bahn zu spät kommt […]“ 

INT: „Gemeint ist, ob es noch andere Gründe gibt, weshalb Sie alltägliche Strecken nicht mit dem Fahrrad zurücklegen würden.“ 

TP03: „Ah, es steht ja ganz fett oben: ‚mit dem Fahrrad zurücklegen‘. Aber durch diese ganzen Fragen und diese ganzen Gedanken ist man dann total abgeschweift. Ich glaube, deswegen habe ich dann bei den letzten Fragen nicht mehr ans Fahrradfahren gedacht.“

Zeigen die Testpersonen Anzeichen von Schwierigkeiten beim Beantworten der Items?
Das letzte Item „Es gibt andere Gründe, die mich stören“ wurde von fünf Testpersonen mit „Weiß ich nicht“ beantwortet. In manchen Fällen waren sich die Testpersonen nicht sicher, ob sich diese Aussage noch auf die übergeordnete Fragestellung bezog. Andere Testpersonen hingegen gaben „Weiß ich nicht“ an, um auszudrücken, dass ihnen keine weiteren Gründe einfielen.

  • „Ich habe länger darüber nachgedacht, was denn diese anderen Gründe sein könnten, und mir ist nichts konkret eingefallen. Aber es ist auch nicht so, dass ich sagen kann, es gibt nichts anderes, was mich stört.“ (TP02)
  • „Da weiß ich jetzt nicht, was mit ‚anderen‘ gemeint ist. Sind das die Gründe, die oben schon genannt sind, oder geht es um darüber hinausgehende Gründe?“ (TP04)
  • „Gibt es Gründe, die mich stören? Ich weiß nicht genau. Auf was bezieht sich das jetzt?“ (TP06)
  • „Nicht, dass ich wüsste.“ (TP09)
Ich habe enge Beziehungen, in denen ich mich emotional sicher und wohl fühle. Nein Was verstehen die Testpersonen bei Item 1 unter sich „emotional sicher“ zu fühlen?
Die Hälfte der Testpersonen (n = 140) erhielt eine Nachfrage dazu, wie sie den Begriff „emotional sicher“ im ersten Item von Frage 5 verstanden hatten. Die Befragten interpretierten den Begriff auf homogene Weise und verstanden darunter das Gefühl, dass man in einer Beziehung authentisch sein und seine wahren Gedanken und Gefühle ausdrücken kann, ohne Angst haben zu müssen, verurteilt oder zurückgewiesen zu werden. Die Testpersonen nannten in ihren Antworten verschiedene Aspekte, die emotionale Sicherheit ausmachen, wie z. B. Vertrauen, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Empathie und Unterstützung.
  • „Dass ich so sein kann, wie ich bin, ohne Angst haben zu müssen, verurteilt oder verlassen zu werden.“ (TP279)
  • „Emotional sicher bedeutet für mich, dass ich ICH sein kann. Dass ich alle Arten von Gefühlen zeigen kann, ohne dafür ausgeschimpft oder belächelt zu werden.“ (TP312)
  • „Jemanden zu haben, mit dem ich meine Sorgen und Ängste teilen kann. Der für mich da ist, wenn es mir schlecht geht oder ich traurig bin. Jemand der mich in emotional schwierigen Situationen begleitet/unterstützt.“ (TP369)
  • „Emotional sicher bedeutet für mich, dass ich mich, egal in welcher Gefühlslage ich mich befinde, auf die Menschen verlassen kann, ihnen gegenüber offen sein kann und ihnen vertraue.“ (TP440)
Es gibt jemanden, mit dem ich über wichtige Entscheidungen in meinem Leben sprechen könnte. Nein
Ich habe Beziehungen, in denen meine Fähigkeiten und Fertigkeiten anerkannt werden. Nein Was verstehen die Testpersonen bei Item 3 unter „Fähigkeiten und Fertigkeiten“?
Die andere Hälfte der Testpersonen (n = 140) erhielt eine Nachfrage dazu, was sie unter „Fähigkeiten und Fertigkeiten“ im dritten Item von Frage 5 verstanden hatten bzw. an welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie beim Beantworten des Items gedacht haben.
Alle Testpersonen gaben an, darunter Dinge zu verstehen, in denen man gut ist und für die man von anderen wertgeschätzt wird bzw. mit denen man andere unterstützen kann. Genannt wurden sowohl fachliche Kompetenzen (aus der beruflichen Tätigkeit) als auch emotionale Kompetenzen und Soft Skills.
  • „[Ich habe] an meine beruflichen und angeeigneten Fähigkeiten [gedacht]. Meine mathematischen Interessen und handwerklichen Fähigkeiten, die anderen zum Vorteil sein könnten bzw. mit denen ich andere unterstützen kann.“ (TP183)
  • „Vor allem an meine beruflichen Kenntnisse, aber auch an private Kenntnisse/Fertigkeiten wie z.B. Kochen, Umgang mit Technik usw.“ (TP225)
  • „Kompetenz in verschiedensten Bereichen, von Hobbys, über Wissen bis zu sozialer Kompetenz.“ (TP468)
  • „Ich habe an Persönlichkeitseigenschaften gedacht, die meine Familie und Freunde an mir wertschätzen. Meine offene liebevolle Art.“ (TP327)
  • „In Bezug auf das Management im Familienleben, der Organisation von Aktivitäten mit Freunden. Und ich werde oft von Bekannten um Rat gefragt, wenn es um bürotechnische Anliegen geht.“ (TP320)
Ich fühle mich als Teil einer Gruppe von Menschen, die meine Einstellungen und Überzeugungen teilen. Nein
Es gibt Menschen, auf die ich mich im Notfall verlassen kann. Nein