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Item 5: An Situationen, in denen ich schlechte Leistungen erbracht habe, kann ich mich besser erinnern als an Situationen, in denen mir gute Leistungen gelungen sind. |
Nein |
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Die Testpersonen nutzten zur Beantwortung von Item 5 ausschließlich die linke Hälfte der Antwortskala. Die drei Testpersonen, die mit „Stimmt nie“ antworteten, gaben an, dass sie sich häufiger an gute Leistungen erinnerten und versuchten, die schlechten Leistungen zu verdrängen:
- „Ich kann mich besser an Dinge erinnern, wo ich gute Leistungen erbracht habe. Das Erfolgsgefühl ist ja etwas, das man mag. Das andere versucht man eher zu verdrängen, so dass man gar nicht daran denkt.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse)
- „Man erinnert sich doch eher besser an die guten Sachen. Die schlechten vergisst man schneller. Die verdrängt man, würde ich sogar sagen.“ (TP09, 13 Jahre, 8. Klasse)
Die sieben Testpersonen, welche sich für die Antwortoption „Stimmt manchmal“ entschieden hatten, begründeten ihre Auswahl damit, dass sie sich sowohl an gute als auch an schlechte Leistungen erinnern könnten:
- „Manchmal kann ich mich schon an Sachen erinnern, wo ich etwas nicht so gut gemacht habe. Aber eigentlich fast nie. Deshalb habe ich manchmal angekreuzt. […] Ich versuche eher an Sachen zu denken, wo mir Dinge gut gelungen sind. Das sind ja schönere Erinnerungen, als wenn etwas schlecht ist.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse)
- „Manchmal kann ich mich besser an Situationen erinnern, die nicht so gut waren, aber manchmal auch an Situationen, bei denen ich etwas gut gemacht habe.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse)
- „Ich erinnere mich eher an die erste Klassenarbeit, in der ich eine Eins geschrieben habe. Ich weiß zum Beispiel gar nicht mehr, in welcher Arbeit ich die 3 Minus hatte. Ich erinnere mich eher an die guten Leistungen als an die schlechten. ‚Nie‘ würde ich nicht antworten, weil ich mich ab und zu auch an die schlechten Noten erinnere. Es ist ja nicht so, dass ich die komplett vergessen würde.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse)
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Item 6: Wenn andere mich für meine gute Leistung loben, ist mir das unangenehm. |
Nein |
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Mit einer Ausnahme (TP01), beantworteten alle Testpersonen Item 6 mit „Stimmt nie“ und erläuterten, dass es ihnen nicht unangenehm sei, von anderen gelobt zu werden, sondern, dass es im Gegenteil ein schönes Gefühl sei, für gute Leistungen Anerkennung zu erhalten:
- „In der Schule bin ich einer der besten. Da sagen viele, dass ich richtig gut bin und sie es nie schaffen werden, so gut zu sein. Aber das finde ich nicht unangenehm.“(TP07, 9 Jahre, 4. Klasse)
- „Es ist mir auf jeden Fall nicht unangenehm, wenn ich gelobt werde. Ich finde das einfach toll.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse)
- „Ich freue mich immer, wenn andere mich loben. Das ist etwas Schönes.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse)
Testperson 01 erläuterte, dass es je nach sozialem Kontext manchmal unangenehm sein kann, vor anderen gelobt zu werden:
- „Wenn es einer Freundin zum Beispiel viel wichtiger gewesen wäre, gelobt zu werden, und mir das nicht so wichtig ist, sie das aber mitbekommt, dann fühlt sich das nicht so schön an. Bei einem Wettrennen im Sportunterricht zum Beispiel.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse)
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Item 7: Auch wenn ich nur kleine Fehler gemacht habe, habe ich das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben. |
Nein |
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Etwas mehr als die Hälfte der Testpersonen (n = 6) beantwortete Item 7 mit „Stimmt nie“, während jeweils zwei Testpersonen die Antwortoptionen „Stimmt manchmal“ und „Stimmt oft“ auswählten. Die Testpersonen wurden gebeten, ihre Antworten näher zu erläutern, wobei die Begründungen in allen zehn Fällen zur ausgewählten Antwortoption passten und zunehmende Häufigkeiten einer insgesamt selbstkritischeren Haltung entsprachen:
- „Wenn ich jetzt zum Beispiel bei einer Hausaufgabe nur ein Wort falsch geschrieben habe, dann ist das kein Weltuntergang.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
- „Das Wichtigste ist ja, dass man den Großteil richtig hatte. Wenn man fast alles richtig gemacht hat und nur ein paar Unaufmerksamkeitsfehler gemacht hat, dann ist das doch immer noch super.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
- „Wenn ich in der Schule ein Blatt ausfüllen muss und dann manche Sachen falsch sind, dann denke ich manchmal, ich habe alles gar nicht verstanden.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
- „Ich habe z. B. mal ein Bild gemalt und da habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Aber für mich sah das dann ganz schlimm aus, weil ich es mir in meinem Kopf anders vorgestellt habe. Und dann dachte ich, das fällt jedem auf und ich habe alles falsch gemacht. Das ist nicht immer so, aber schon oft.“ (TP10, 11 Jahre, 6. Klasse, Antwort: Stimmt oft)
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Item 8: Ich erbringe nur selten eine Leistung so gut, wie ich es mir wünsche. |
Nein |
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Die Hälfte der Testpersonen (n = 5) beantwortete Item 8 mit „Stimmt manchmal“, während zwei Testpersonen die Antwortoption „Stimmt nie“ und drei die Antwortoption „Stimmt oft“ auswählten. Die Testpersonen wurden gebeten, ihre Antworten näher zu erläutern, wobei die Erklärungen der Befragten in den meisten Fällen mit der ausgewählten Antwortoption übereinstimmten, was bedeutet, dass steigende Häufigkeiten höhere Ansprüche an sich selbst widerspiegelten:
- „Ich erwarte von mir nicht so viel. Es ist ja nicht schlimm, wenn man mal eine schlechte Note schreibt. Eine Drei ist für mich eigentlich ausreichend. Und über Zweien und Einsen freue ich mich dann.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
- „Ich nehme bei Klassenarbeiten normalerweise die Note einfach so hin, die ich bekomme. Das ist das Beste, was ich kann. Ich würde das nicht besser hinbekommen, auch wenn ich noch zwei Jahre lerne.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
- „Ich habe vergleichsweise hohe Ansprüche an mich. In Englisch ist eine Note wie eine 2 Plus schon schlecht für mich. Das kommt natürlich immer darauf an, wie hoch die eigenen Ansprüche sind.“ (TP09, 13 Jahre, 8. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
- „‚Stimmt immer‘ wäre zu viel. Ich habe jetzt an Schulnoten gedacht oder auch dass ich einmal dachte, ich wäre total gut im Triathlon. Ich war mir sicher, ich würde Erster werden, aber dann wurde ich Letzter.“ (TP05, 13 Jahre, 7. Klasse, Antwort: Stimmt oft)
Testperson 01 interpretierte die Richtung der Antwortskala falsch bzw. hatte aufgrund der Negation in der Aussage Schwierigkeiten, ihre Antwort in die Antwortskala einzupassen. Entsprechend ihrer Erläuterung hätte sie statt „Stimmt oft“ eher „Stimmt manchmal“ auswählen müssen:
- „Ich mache meine Sachen eigentlich meistens gut. Manchmal ist es nicht so, aber eigentlich fast immer, dass ich mit meinen Leistungen zufrieden bin.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse, Antwort: Stimmt oft)
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Item 9: Ich habe oft gute Noten, obwohl ich das Gefühl habe, gar nicht so gut zu sein. |
Nein |
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Die Testpersonen nutzten zur Beantwortung von Item 9 die gesamte Skalenbreite, wobei sich die Mehrheit der Befragten (n = 6) für die Antwortoption „Stimmt nie“ entschied. Die Testpersonen wurden gebeten, ihre Antworten näher zu erläutern, wobei die Begründungen in allen zehn Fällen zur ausgewählten Antwortoption passten und steigende Häufigkeiten die Wahrnehmung reflektierten, dass man eigentlich nicht so gut sei, wie es die Noten vermuten ließen:
- „Meine Noten sind nicht so gut, wie ich sie mir wünschen würde. Aber ich finde schon, dass ich relativ viel kann.“ (TP05, 13 Jahre, 7. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
- „Meistens habe ich gute Noten und auch das Gefühl [gut zu sein]. Manchmal ist es so, dass ich eine gute Note bekomme, die ich nicht erwartet habe. Wo ich dachte, ich würde eine schlechtere Note bekommen. Aber das passiert nicht so oft.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
- „Ich habe neuerdings öfters gute Noten, aber ich bin eigentlich nicht so gut. Das stimmt bei mir schon oft.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse, Antwort: Stimmt oft)
- „Ich habe nicht immer gute Noten, aber schon meistens. Aber ich denke auch oft, dass ich schlecht in der Schule bin.“ (TP02, 11 Jahre, 6. Klasse, Antwort: Stimmt immer)
Eine Testperson merkte an, dass die Präsupposition „Ich habe oft gute Noten…“ nicht auf sie zutreffe. Sie beantwortete das Item dann für die hypothetische Situation, dass sie oft gut Noten erhalten würde:
- „Ich habe nicht oft gute Noten. Aber wenn, würde ich mich eher darüber freuen und denken, dass ich das doch ganz gut kann.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
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Item 10: Obwohl ich oft gute Leistungen zeige, habe ich bei jeder neuen Aufgabe wieder Angst zu versagen. |
Nein |
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Die Testpersonen nutzten zur Beantwortung von Item 10 ausschließlich die linke Hälfte der Antwortskala und antworteten jeweils zur Hälfte mit „Stimmt nie“ und „Stimmt manchmal“. Die fünf Testpersonen, die mit „Stimmt nie“ antworteten, gaben an, sehr selbstsicher zu sein:
- „Ich habe keine Angst, dass ich irgendetwas falsch mache.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse)
- „Ich habe eigentlich keine Angst vor neuen Aufgaben. Wenn ich etwas gut kann und dann ein neues Thema kommt, denke ich eher, dass ich das auch gut können werde.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse)
- „Ich bin eigentlich sehr selbstsicher.“ (TP05, 13 Jahre, 7. Klasse)
Die fünf Testpersonen, die mit „Stimmt manchmal“ geantwortet hatten, erläuterten, dass sie manchmal unsicher seien, ob sie neue Themen verstehen werden oder unbekannte Aufgaben fehlerfrei lösen können:
- „Manchmal habe ich das Gefühl, bei neuen Aufgaben zu versagen. Aber meistens nicht.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse)
- „Wenn Sachen im Unterricht drankommen, die ich nicht richtig verstehe oder nicht weiß, wie das geht, dann denke ich manchmal, dass ich das nicht schaffe. Deswegen würde ich ‚stimmt manchmal‘ sagen.“ (TP07, 9 Jahre, 4. Klasse)
- „Manchmal habe ich ein bisschen Angst und bin aufgeregt, aber nicht so oft. Zum Beispiel wenn ich in den ersten Englischarbeiten gute Noten geschrieben habe und dann eine kommt, in der die Aufgaben schwieriger sind. Dann bin ich schon aufgeregt.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse)
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Item 11: Manchmal habe ich Angst, dass andere merken, wie wenig ich wirklich kann. |
Nein |
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Die Testpersonen nutzten zur Beantwortung von Item 11 ausschließlich die linke Hälfte der Antwortskala und antworteten jeweils zur Hälfte mit „Stimmt nie“ und „Stimmt manchmal“. Die fünf Testpersonen, die mit „Stimmt nie“ antworteten, erläuterten entweder, dass sie keine Angst davor hätten, wenn sie etwas nicht können oder dass sie von sich selbst nicht sagen würden, dass sie nur wenig können:
- „Ich habe da eigentlich nie Angst davor. Ich finde es nicht schlimm, wenn meine Freunde bemerken, dass ich etwas nicht kann. Heute bin ich z. B. Einrad gefahren und konnte das überhaupt nicht oder nicht so gut wie meine Freundin. Aber das war mir egal. Und ihr auch.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse)
- „Ich bin eigentlich nicht schlecht, deshalb kann auch keiner bemerken, wie wenig ich kann.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse)
- „Ich kann ja nicht so wenig. Deswegen muss man davor eigentlich auch keine Angst haben. Also eigentlich ‚nie‘.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse)
Die fünf Testpersonen, die mit „Stimmt manchmal“ geantwortet hatten, erläuterten, dass es manchmal unangenehm sei, wenn man etwas nicht könne und das anderen bemerken würden:
- „Das stimmt nur manchmal, aber nur in einem Fach, in Mathe. Bei meinen Freunden wäre mir das egal, aber bei anderen in meiner Klasse, Jungs oder so, da schon.“ (TP02, 11 Jahre, 6. Klasse)
- „Ich habe an Situationen gedacht, wie zum Beispiel, wenn ich einen Sport ausprobiere, den eine Freundin macht. Und dann ist es so, dass ich das gar nicht kann oder nichts verstehe. Das ist dann unangenehm.“ (TP10, 11 Jahre, 6. Klasse)
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Item 12: Ich habe das Gefühl, dass meine Mitschüler/ Mitschülerinnen mehr können als ich. |
Nein |
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Jeweils vier Testpersonen beantworteten Item 12 mit „Stimmt nie“ und „Stimmt manchmal“, zwei mit „Stimmt oft“. Die Begründungen der Befragten entsprachen in allen zehn Fällen der ausgewählten Antwortoption. Testpersonen, die mit „Stimmt nie“ geantwortet hatten, sagten von sich selbst, dass sie zu den besten Schülern ihrer Klasse gehörten und diejenigen, die „Stimmt manchmal“ geantwortete hatten, erläuterten, dass ihre Mitschüler*innen in manchen Fächern oder Themen besser als sie seien, in anderen aber auch schlechter:
- „Ich bin einer der besten in der Klasse und bin auch immer schnell fertig. Ich habe auch ein gutes Zeugnis.“ (TP07, 9 Jahre, 4. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
- „Also das wäre vielleicht nur der Fall, wenn man z. B. mal eine Woche krank ist. Aber wenn man den ganzen Unterrichtsstoff mitgekriegt hat, dann nicht." (TP09, 13 Jahre, 8. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
- „Ab und zu gibt es Themen, die ich nicht so gut verstehe oder Dinge, in denen andere besser sind, z. B. schneller laufen können. Dafür kann ich vielleicht besser balancieren.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
- „Manche können mehr, andere weniger als ich. Ich bin da in der Mitte. Da würde ich sagen, ‚stimmt manchmal‘.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
Die beiden Testpersonen, die „Stimmt oft“ geantwortet hatten, gaben an, dass viele ihrer Mitschüler*innen besser seien als sie:
- „Ich weiß, dass viele im Unterricht mehr können als ich. Das kommt immer auch auf das Thema an. So in drei von vier Fällen sind die anderen besser als ich, deswegen nicht ‚immer‘. Aber das ist auch kein Problem.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse)
- „Eine meiner Freundinnen kann z. B. richtig gut zeichnen und malen. Da bin ich schon oft neidisch. Oder andere sind auch total sportlich.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse)
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Item 13: Obwohl ich schon oft gute Noten oder gute Leistungen erreicht habe, traue ich mir nichts zu. |
Nein |
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Die Mehrheit der Testpersonen (n = 8) beantwortete Item 13 mit „Stimmt nie“, während jeweils eine Testperson „Stimmt manchmal“ (TP01) und „Stimmt oft“ (TP10) auswählte. Mit Ausnahme von Testperson 10 zeigten die Befragten ein homogenes Verständnis des Items und in allen Fällen passten die Begründungen der Testpersonen zu ihren gegebenen Antworten. Befragte, die mit „Stimmt nie“ geantwortet hatten, gaben an, großes Zutrauen in ihre Fähigkeiten zu haben:
- „Wenn ich zum Beispiel beim Sport gut im Rennen bin und dann kommt Weitsprung, dann traue ich mir da auch zu, darin gut zu sein.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse)
- „Ich traue mir schon einiges zu, aber ich erwarte auch nicht zu viel von mir. Ich versuche, mich richtig einzuschätzen. Also eigentlich traue ich mir nie nichts zu.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse)
- „Meine Eltern sagen immer, es gibt nichts, was du nicht kannst. Sondern nur Dinge, die du noch nie geübt hast. Ich weiß, dass ich eigentlich alles schaffen könnte und traue mir eigentlich ziemlich alles zu.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse)
Testperson 01 erläuterte, dass sie hin und wieder an ihren Fähigkeiten zweifele und deshalb „Stimmt manchmal“ geantwortet hatte:
- „Meistens weiß ich schon, dass ich etwas gut kann. Aber manchmal traue ich mir bei Sachen nicht zu, dass ich es richtig mache.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse)
Testperson 10 (11 Jahre, 6. Klasse) interpretierte die Formulierung „traue ich mir zu“ nicht als „Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben“, sondern „sich etwas trauen“ und zeigte sich verunsichert, ob sich das Item auf den schulischen oder außerschulischen Kontext bezieht. Schlussendlich schien ihr der außerschulische Kontext für die Formulierung passender, weshalb sie „Stimmt oft“ antwortete und erläuterte, dass sie sich häufig Dinge nicht trauen würde und schnell Angst bekomme:
- TP10: „Ist das jetzt auf die Schule bezogen oder generell?“
- INT: „Wie würdest du es verstehen?“
- TP10: „Ich würde das jetzt eher so verstehen, dass es sich nicht auf die Schule bezieht. Außerhalb der Schule fallen mir mehr Situationen ein, wo ich mich mal etwas nicht traue. In der Schule wäre das zum Beispiel, dass ich mich nicht traue, mich zu melden. Ansonsten gibt es schon viele Sachen, die für manche selbstverständlich sind, die ich mich aber nicht traue oder wo ich schnell Angst habe. Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Film schaue, der mir zu spannend ist, dann möchte ich den nicht weiter schauen. Obwohl ich weiß, dass es nur ein Film ist. Aber für mich ist das dann zu unheimlich.“
- INT: „Und wenn du jetzt nur an Situationen in der Schule gedacht hättest?“
- TP10: „Das ist so ähnlich wie bei der Frage 10. Das ist eigentlich nie der Fall, dass ich mich zum Beispiel nicht traue, mich zu melden.“
Testperson 03 merkte wie bereits bei Item 9 an, dass die Präsupposition „Obwohl ich schon oft gute Noten […] erreicht habe“ nicht auf sie zutreffe. Sie beantwortete das Item dann aus Sicht der wenigen Situationen, in denen sie gute Noten erhalten hatte:
- „Hier steht auch wieder das mit den guten Noten. In den Fällen, in denen ich gute Noten oder Leistungen erbracht habe, habe ich mir noch viel mehr zugetraut. Also eher genau das Gegenteil [von dieser Aussage].“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
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Item 14: Wenn ich für etwas gelobt werde, habe ich große Zweifel daran, beim nächsten Mal wieder so gut sein zu können. |
Nein |
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Die Testpersonen nutzten zur Beantwortung von Item 14 ausschließlich die linke Hälfte der Antwortskala: Drei antworteten mit „Stimmt nie“ und sieben mit „Stimmt manchmal“. Die drei Testpersonen, die mit „Stimmt nie“ antworteten, erläuterten, dass sie gute Leistungen und Lob eher in dem Gefühl bestärken würden, beim nächsten Mal wieder so gut sein zu können:
- „Wenn ich gelobt werde, ermutigt mich das, beim nächsten Mal wieder so gut zu sein.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse)
- „Ich habe keine Zweifel an meinem Können. Ich würde denken, ich wäre wieder gleich gut. Ich gehe nicht davon aus, dass ich Dinge wieder verlerne.“ (TP05, 13 Jahre, 7. Klasse)
Diejenigen, die mit „Stimmt manchmal“ geantwortet hatten, gaben an, hin und wieder daran zu zweifeln, dass sie weiterhin sehr gute Noten erzielen oder sehr gute Leistungen erbringen können:
- „Meistens, wenn ich gelobt werde, denke ich, beim nächsten Mal schaffe ich das genauso gut oder besser. Wenn ich aber z. B. in einem Thema sehr gut bin und dann kommt ein anderes Thema, in Mathe vielleicht, wo ich weiß, da bin ich nicht so gut. Dann zweifle ich schon daran.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse)
- „Wenn ich in der Schule mal ein Referat gemacht habe und das sehr gut war und ein paar Monate später wieder eines über ein anderes Thema halten muss, dann denke ich mir, das wird vielleicht schwierig, wieder so eine gute Note zu bekommen.“ (TP10, 11 Jahre, 6. Klasse)
- „Wenn man beispielsweise in einem Fach, in dem man nicht gut ist, eine gute Note bekommt, dann denkt man, das wird nächstes Mal bestimmt nicht wieder so sein.“ (TP09, 13 Jahre, 8. Klasse)
Testperson 06 gab an, dass ihr die Formulierung „Zweifel haben“ ungeläufig sei, interpretierte das Item aber wie intendiert:
- „Zweifel bedeutet doch, dass man nicht genau weiß, ob es beim nächsten Mal wieder so ist, oder? So richtig weiß ich das nicht. Aber ich würde sagen, ‚stimmt manchmal‘, beim Sport zum Beispiel.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse)
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