Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
(9) Wenn ein Mann nach der Pubertät an Mumps erkrankt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er später Probleme mit der Fruchtbarkeit hat. Nein -
(10) Eine Frau, die nie ihre Periode hat, ist trotzdem fruchtbar. Nein Befund:
Eine Frau, die nie ihre Periode hat, ist nicht fruchtbar, womit die Aussage in Item 10 „falsch“ ist. Das Item wurde von jeweils etwa einem Drittel der Befragten als „richtig“ und „falsch“ eingestuft bzw. mit „weiß nicht“ beantwortet.
Etwa ein Viertel der Testpersonen wurde gebeten zu erläutern, warum sie sich für ihre Antwort entschieden hatten. Wie schon bei Item 8 begründeten Befragte, die mit „weiß nicht“ geantwortet hatten, ihre Antwort mit ihrem Unwissen bzw. ihrer Unsicherheit bezüglich der korrekten Antwort. Diejenigen, die fälschlicherweise angaben, dass die Aussage „richtig“ sei, verstanden die Aussage dahingehend, dass es sich um eine Frau handele, die ihre Periode länger nicht gehabt habe. Sie bezogen sich also darauf, ob eine Frau, die aktuell ihre Periode nicht hat, sich sicher sein kann, nicht schwanger werden zu können. Daher argumentierten die meisten, dass eine Frau auch ohne Periode trotzdem (potenziell) schwanger werden könne, da ein Eisprung für eine Schwangerschaft bereits ausreichen würde, und Frauen folglich bereits vor der ersten Periode und bis zur Menopause potenziell fruchtbar bleiben:
  • „Sie kann jederzeit einen Eisprung haben und damit fruchtbar sein.“ (TP668, Antwort: „Richtig“)
  • „Es gibt genug Frauen, die trotz unregelmäßiger Periode schwanger werden. Die Rede war ja nicht von der Menopause.“ (TP669, Antwort: „Richtig“)
  • „Als ich das erste Mal schwanger wurde, hatte ich auch lange Zeit meine Periode nicht, wegen der hormonellen Veränderung durch das Absetzen der Pille.“ (TP795, Antwort: „Richtig“)
  • „Da auch junge Mädchen vor ihrer Periode schon schwanger werden können.“ (TP815, Antwort: „Richtig“)
Diejenigen hingegen, die die Aussage korrekterweise als „falsch“ einstuften, erkannten, dass seine Periode nie zu haben bedeutet, dass kein Zyklus und somit kein Eisprung stattfindet:
  • „Wenn der Zyklus unterbrochen ist, findet auch kein Eisprung statt. Ohne Eisprung keine Fruchtbarkeit.“ (TP681, Antwort: „Falsch“)
  • „Geht ja nicht ohne Eisprung.“ (TP775, Antwort: „Falsch“)
  • „Keine Periode = kein Zyklus = keine Fruchtbarkeit.“ (TP781, Antwort: „Falsch“)
  • „Weil ich denke, dass dann der Zyklus so gestört ist, dass man nicht schwanger werden kann.“ (TP840, Antwort: „Falsch“)
(11) Version 1: Wenn eine Frau mehr als 13 Kilo Übergewicht hat, kann sie möglicherweise nicht schwanger werden.
  Version 2
: Wenn eine Frau mehr als 13 Kilo Übergewicht hat, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie schwanger werden kann.
Nein

Befund:
Übergewicht kann die Fruchtbarkeit verringern, womit die Aussage in Item 11 „richtig“ ist. Die Aussage wurde von etwa einem Viertel (27,5 %, n = 66) der Befragten als „richtig“ bewertet, während etwa die Hälfte die Aussage als „falsch“ einstufte und das letzte Viertel „weiß nicht“ angab.
Etwa ein Viertel der Testpersonen wurde gebeten zu erläutern, warum sie sich für ihre Antwort entschieden hatten. Wie schon bei den vorherigen beiden Items begründeten Befragte, die mit „weiß nicht“ geantwortet hatten, ihre Antwort in der Regel mit ihrer Unsicherheit bezüglich der Korrektheit der Aussage. Vier Testpersonen zeigten sich irritiert von der spezifischen Kilogramm Angabe. Von diesen wählten zwei die Antwort „falsch“ und zwei „weiß nicht“:

  • „13kg sind zu spezifisch.“ (TP675, Antwort: „Falsch“)
  • „Weil man es nicht an einer kg-Zahl festmachen kann.“ (TP728, Antwort: „Weiß nicht“)

Diejenigen, die die Aussage korrekterweise als „richtig“ einstuften, hatten entweder Wissen darüber vom Frauenarzt oder aus den Medien, eigene Erfahrungen oder argumentierten mit den negativen Auswirkungen von Übergewicht auf die Gesundheit und den Zyklus:

  • „Weil ich selbst davon betroffen bin und weiß, dass Übergewicht die Fruchtbarkeit der Frau negativ beeinflussen kann. Unter anderem durch das PCO-Syndrom.“ (TP615, Antwort: „Richtig“)
  • „So wurde es mir von meiner Frauenärztin gesagt.“ (TP773, Antwort: „Richtig“)
  • „Ich glaube, Übergewicht kann zur Unfruchtbarkeit beitragen. Übergewicht kann auch zu einer unregelmäßigen Periode führen. Und 13 Kilo ist nicht wenig Übergewicht.“ (TP965, Antwort: „Richtig“)
  • „Ich habe mal gelesen, dass Übergewicht schlecht für die Fruchtbarkeit ist.“ (TP1113, Antwort: „Richtig“)

Von denjenigen, die die Aussage fälschlicherweise als „falsch“ einstuften, war über die Hälfte der Auffassung, dass es keinen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Fruchtbarkeit gäbe und verwiesen darauf, dass viele übergewichtige Frauen schwanger werden. Teilweise äußerten die Testpersonen Entrüstung darüber, dass das Item den Zusammenhang von Übergewicht und Unfruchtbarkeit andeute:

  • „Warum sollte man mit Übergewicht unfruchtbar werden?“ (TP667, Antwort: „Falsch“)
  • „Es gibt genug dickere Frauen mit Kindern. Das hat nichts mit Übergewicht zu tun.“ (TP747, Antwort: „Falsch“)
  • „Übergewicht hat nichts mit der Fruchtbarkeit zu tun. Auch eine normalgewichtige Frau kann ggf. keine Kinder bekommen. Jeder Mensch ist verschieden, pauschal das Gewicht als einzigen Punkt einer Unfruchtbarkeit zu nennen ist falsch und beschämend.“ (TP759, Antwort: „Falsch“)
  • „Weil das Gewicht keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat. Übergewicht ist ein Risikofaktor in einer Schwangerschaft aber meines Wissens kein Grund für Unfruchtbarkeit.“ (TP787, Antwort: „Falsch“)

Einzelne erklärten, dass extremes Übergewicht die Fruchtbarkeit einschränken könne, dies bei 13kg Übergewicht aber noch nicht der Fall sei:

  • „Übergewicht kann Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben, aber 13 kg sind meines Erachtens in der Regel zu wenig Übergewicht.“ (TP704, Antwort: „Falsch“)
  • „Weil ich selbst mehr als 13kg Übergewicht habe und auch schwanger wurde. Es gibt viele, die dennoch schwanger wurden. Natürlich sind wir nicht der Maßstab, aber ich glaube, dass 13kg da noch keine Rolle spielen.“ (TP793, Antwort: „Falsch“)
  • „Ich bin selbst etwas übergewichtig und bin sofort schwanger geworden, darum gehe ich davon aus, dass es keinen Einfluss hatte. Bei extremem Übergewicht kann es jedoch bestimmt zutreffen.“ (TP1107, Antwort: „Falsch“)

Zuletzt argumentierten manche Befragte, dass Übergewicht nur einer von vielen Faktoren sei, die die Fruchtbarkeit beeinflussen könnten. Diese Personen hätten nach ihrer Begründung die Aussage als „richtig“ einstufen müssen, da die Itemformulierung nur davon sprach, dass eine Frau mit Übergewicht „möglicherweise“ nicht schwanger werden könne:

  • „Es erschwert es nur.“ (TP695, Antwort: „Falsch“)
  • „Viele Faktoren sind davon abhängig, [es zählt] nicht nur das Gewicht.“ (TP698, Antwort: „Falsch“)
  • „Fruchtbarkeitsmindernd mag es ja vielleicht sein (und auch da bin ich mir nicht sicher), aber in dieser Form ist die Aussage viel zu stark.“ (TP839, Antwort: „Falsch“)


Der Einfluss alternativer Itemformulierungen auf das Antwortverhalten
In beiden Versionen von Item 11 ging es darum, ob deutliches Übergewicht als negativer Einflussfaktor auf die Fruchtbarkeit korrekt erkannt wird. In der Originalversion lautete das Item: „Wenn eine Frau mehr als 13 Kilo Übergewicht hat, kann sie möglicherweise nicht schwanger werden“. In der umformulierten Version hingegen „Wenn eine Frau mehr als 13 Kilo Übergewicht hat, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie schwanger werden kann.“ Obgleich die beiden Versionen inhaltlich dieselbe Aussage treffen, erhöhte sich der Anteil derjenigen, die das Item korrekterweise als „richtig“ klassifizierten signifikant durch die Umformulierung (V1: 20,6 %; V2: 33,1 %; Χ2 (2)= 38.18; p < 0.001). Zudem zeigte Version 2 (r = 0.406) im Gegensatz zu Version 1 (r = 0.289) eine annehmbare Trennschärfe.

(12) Wenn ein Mann eine Erektion bekommen kann, ist dies ein Zeichen dafür, dass er fruchtbar ist. Nein -
(13) Version 1: Menschen, die eine Geschlechtskrankheit hatten, haben wahrscheinlich eine geringere Fruchtbarkeit.

Version 2: Menschen, die eine Geschlechtskrankheit hatten, haben eine geringere Wahrscheinlichkeit furchtbar zu sein.
Nein

Befund:
Die Fruchtbarkeit kann durch Folgen von Geschlechtskrankheiten eingeschränkt sein, womit die korrekte Antwort auf Item 13 „richtig“ lautet. Die Aussage wurde von etwa einem Viertel (27,5 %, n = 66) der Befragten als „richtig“ eingestuft, während etwa ein Drittel die Aussage als „falsch“ einstufte und 40 % „weiß nicht“ angaben.
Etwa ein Viertel der Testpersonen wurde gebeten zu erläutern, warum sie sich für ihre Antwort entschieden hatten. Wie schon bei den vorherigen Items begründeten Befragte, die mit „weiß nicht“ geantwortet hatten, ihre Antwort in der Regel mit ihrer Unsicherheit bezüglich der Korrektheit der Aussage.
Die Antworten der restlichen Testpersonen zeugten ebenfalls davon, dass wenig Wissen bei den Befragten über mögliche negative Auswirkungen von Geschlechtskrankheiten auf die Fruchtbarkeit vorhanden ist. Von den Befragten, die die Aussage korrekterweise als „richtig“ einstuften, gaben etwas mehr als die Hälfte an, geraten zu haben:

  • „Das war eine spontane Antwort von mir.“ (TP847, Antwort: „Richtig“)
  • „Bauchgefühl.“ (TP877, Antwort: „Richtig“)

Die restlichen Befragten erläuterten den Zusammenhang von Geschlechtskrankheiten und Fruchtbarkeit in korrekter Weise:

  • „Da lange unbehandelte Geschlechtskrankheiten zu Folgeschäden führen können.“ (TP855, „richtig“)
  • „Chlamydien können die Fruchtbarkeit und auch die Schwangerschaft beeinflussen.“ (TP893, „richtig“)

Auch unter denjenigen, die die Aussage als „falsch“ einstuften, gab ein Drittel an, geraten zu haben. Ein weiteres Drittel war überzeugt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Geschlechtskrankheiten und Fruchtbarkeit gäbe oder sich Langzeitschäden durch Medikamente behandeln ließen:

  • „Krankheiten haben nichts mit der Fruchtbarkeit zu tun!“ (TP614, Antwort: „Falsch“)
  • „Ich denke, Krankheiten lassen sich gut medikamentös behandeln. Daraus ergibt sich keine chronische Unfruchtbarkeit.“ (TP744, Antwort: „Falsch“)
  • „Ich denke, das hängt nicht zusammen.“ (TP890, Antwort: „Falsch“)

Die verbleibenden Testpersonen hätten die Aussage eigentlich als „richtig“ einstufen müssen, da sie einen grundsätzlichen negativen Einfluss nicht ausschlossen, sondern nur erklärten, dass dieser Einfluss nicht immer auftreten müsse:

  • „Weil die Frage zu pauschal gestellt ist. Es gibt sicher Geschlechtskrankheiten, bei denen man unfruchtbar wird, aber sicher auch solche, bei denen das nicht so ist.“ (TP646, Antwort: „Falsch“)
  • „Das hängt vermutlich von der jeweiligen Geschlechtskrankheit ab.“(TP843, Antwort: „Falsch“)
(14) Männer sind ab dem Alter von 40 Jahren weniger fruchtbar. Nein -
Item 1: Auch wenn ich gut vorbereitet bin, z. B. für eine Klassenarbeit, zweifle ich daran, eine gute Leistung zeigen zu können. Nein Alle zehn Testpersonen entschieden sich bei Item 1 für die Antwortoption „Stimmt manchmal“. Sie wurden gebeten, ihre Antworten näher zu erläutern, wobei die Begründungen in allen zehn Fällen zur ausgewählten Antwortoption passten. Die Befragten erläuterten, dass sie gelegentlich daran zweifelten, eine gute Leistung erbringen zu können, dies jedoch nicht sehr häufig der Fall sei:
  • „Manchmal bin ich etwas aufgeregt und nervös, wenn ich z. B. ein Referat halten oder eine Geschichte vorlesen muss.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse)
  • „Ich bin manchmal ein bisschen aufgeregt, weil ich in Arbeiten eine gute Note bekommen möchte und nicht weiß, ob das klappt.“ (TP07, 9 Jahre, 4. Klasse)
  • „Ich bin schon meistens gut vorbereitet, aber man denkt schon manchmal, ‚Hm, kann ich das jetzt?‘ Man weiß ja auch nie, was genau drankommt. Da kann man sich schon mal unsicher sein.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse)
  • „Manchmal denke ich, dass ich nicht genug gelernt habe oder dass ich alles wieder vergessen werde.“ (TP02, 11 Jahre, 6. Klasse)
  • „Manchmal habe ich auch in Fächern, in denen ich eigentlich gut bin, Angst, dass ich es vermassele.“ (TP05, 13 Jahre, 7. Klasse)
Item 2: Ich versuche Situationen zu vermeiden, in denen ich von anderen beurteilt werde (z. B. Wettkämpfe, Referate, sich melden im Unterricht). Nein Die Testpersonen beantworteten Item 2 mehrheitlich mit „Stimmt nie“ (n = 6) oder „Stimmt manchmal“ (n= 3) und erläuterten, dass sie die im Item genannten Situationen eher als positiv denn negativ wahrnehmen oder sie nur in bestimmten Fällen vermeiden würden. Hierbei zeigten sich keine Unterschiede bezüglich des Geschlechts der Testpersonen:
  • „Ich finde Wettkämpfe eigentlich cool, das macht mir Spaß. Im Sport zum Beispiel. Und im Unterricht melde ich mich auch oft.“(TP07, 9 Jahre, 4. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
  • „Referate mache ich zum Beispiel wahnsinnig gerne. Und Wettkämpfe empfinde ich auch nicht als etwas, bei dem man beurteilt wird, sondern eher als etwas, wo man sich beweisen kann.“ (TP03, 12 Jahre, 7. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
  • „Also ich verstehe das so, ob ich Angst habe, wenn ich mich im Unterricht melde, etwas Falsches zu sagen. Das stimmt manchmal.“ (TP06, 9 Jahre, 4. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
  • „Eigentlich vermeide ich diese Situationen nicht wirklich, nur manchmal. Ich habe jetzt an mündliche Noten gedacht, also sich melden im Matheunterricht, zum Beispiel.“ (TP02, 11 Jahre, 6. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
Testperson 04 (10 Jahre, 5. Klasse) entschied sich für die Antwortoption „Stimmt oft“ und erläuterte, dass sie manche der als Beispiele genannten Situationen als unangenehm empfinden würde, andere jedoch nicht. Bei der Beantwortung des Items bezog sie sich auf diejenigen Situationen, die sie versucht zu vermeiden:
  • TP04: „Ich versuche nicht immer, diese Situationen zu vermeiden, sondern öfter. Zum Beispiel wenn jemand ein Wettrennen mit mir machen will. Oder generell Situationen, in denen jemand sagt, ‚ich wette, ich kann das besser als du‘.“
  • INT: „Aber du hast gesagt, du meldest dich gerne im Unterricht?“
  • TP04: „Ja, aber da wird man ja nicht beurteilt. Da wird ja nicht gesagt, ‚du bist so schlecht‘, sondern nur, ‚das ist richtig‘ oder ‚das ist falsch‘.“
Item 3: Obwohl ich schon oft gute Noten bekommen habe, habe ich Angst, in Zukunft die Erwartungen von anderen nicht erfüllen zu können. Nein Die Testpersonen beantworteten Item 3 mehrheitlich mit „Stimmt nie“ (n = 5) oder „Stimmt manchmal“ (n = 4) und erläuterten, dass sie nicht das Gefühl hätten, andere würden zu hohe Erwartungen an sie haben und/oder dass es auch nicht schlimm sei, wenn man die Erwartungen anderer nicht immer erfülle:
  • „Ich habe eigentlich nie Angst, dass ich etwas überhaupt nicht hinkriege. Und selbst wenn, ist das nicht so schlimm, solange ich mich angestrengt habe. [...] Ich habe an die Erwartungen von meinen Eltern oder Freunden gedacht.“ (TP01, 8 Jahre, 3. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
  • „Ich weiß, dass wenn ich eine schlechte Note habe, dass das meistens nur Aufmerksamkeitsfehler sind und ich es eigentlich kann. Ich habe an die Erwartungen von meinen Eltern gedacht. Meistens habe ich ja sehr gute Noten, da erwarten sie nicht noch mehr von mir.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse, Antwort: Stimmt nie)
  • „Ich schreibe schon meistens gute Noten, aber wenn man mir eine Kopfrechenaufgabe stellt, dann muss ich immer sehr lange überlegen. Und dann kann es sein, dass jemand sagt, 'du hast doch gute Noten in der Schule, warum kannst du das denn nicht rechnen?' Da habe ich schon ein bisschen Angst davor.“ (TP10, 11 Jahre, 6. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
  • „Man denkt schon manchmal daran, dass es passieren könnte, die Erwartungen der Eltern nicht mehr zu erfüllen. Aber 'oft' würde nicht passen. Ich habe erst einmal eine Note nach Hause gebracht, mit der meine Eltern nicht zufrieden waren. Daher glaube ich nicht, dass sich das in Zukunft stark ändern wird.“ (TP09, 13 Jahre, 8. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
Testperson 05 (13 Jahre, 7. Klasse) ließ das Item unbeantwortet und erläuterte, dass die Präsupposition „Obwohl ich schon oft gute Noten bekommen habe“ (momentan) nicht auf sie zutreffe:
  • „Ich bekomme eigentlich nie gute Noten oder nur selten. Deswegen kann ich das nicht so gut beantworten, glaube ich. [...] Die Frage würde ich in einem schriftlichen Fragebogen offen lassen. [...] In der Grundschule hatte ich gute Noten; da hatte ich keine Angst, die Erwartungen nicht erfüllen zu können.“
Item 4: Ich habe Angst, dass andere Personen, die mir wichtig sind, eines Tages entdecken, dass ich nicht so gut bin, wie sie glauben. Nein Die Mehrheit der Testpersonen (n = 7) beantwortete Item 4 mit „Stimmt nie“ und begründete dies damit, dass man mit seinen Freunden oder Eltern offen über die eigenen Stärken und Schwächen spräche und diese daher wüssten, dass man nicht perfekt sei:
  • „Ich bin eigentlich zu allen so ehrlich, dass sie nicht glauben, dass ich besser bin als ich eigentlich bin. Deshalb ist das eigentlich gar nicht möglich.“ (TP04, 10 Jahre, 5. Klasse)
  • „Sie wissen ja, dass ich nicht perfekt bin. Also ich bin nicht perfekt. Das wäre nicht schlimm.“ (TP02, 11 Jahre, 6. Klasse)
  • „Ich bin relativ offen mit meinen Freunden und die wissen, wie gut oder weniger gut ich bin.“ (TP05, 13 Jahre, 7. Klasse)
Die drei Testpersonen, die „Stimmt manchmal“ (TP08) oder „Stimmt oft“ (TP09, TP10) antworteten, interpretierten die Formulierung „dass ich nicht so gut bin“ nicht in Bezug auf ihre Leistung oder ihr Können, sondern als „jemanden gut finden“ oder „mit jemandem gut befreundet sein“:
  • „Also [ich habe] nicht [daran gedacht], dass sie entdecken, dass ich nicht so gut bin. Sondern, dass sie jemand anderen dann besser finden und mit einem nicht mehr befreundet sein möchten.“ (TP08, 10 Jahre, 5. Klasse, Antwort: Stimmt manchmal)
  • „Ich habe daran gedacht, dass meine Freundinnen z. B. denken könnten, dass man anders ist als sie dachten, oder dass man sich verändert hat. Und dass sie dann gar nicht mehr mit einem richtig befreundet sein wollen.“ (TP10, 11 Jahre, 6. Klasse, Antwort: Stimmt oft)
  • „Man denkt ja schon immer, dass man sich bei unterschiedlichen Personen unbewusst unterschiedlich verhält. Und wenn die dann merken, es ist gar nicht so oder man ist gar nicht so, wie sie dachten, dass sie dann nichts mehr mit einem zu tun haben wollen. Also bei meiner besten Freundin ist das nicht der Fall, aber bei Leuten, die man noch nicht so gut oder so lange kennt, also dass die bemerken, dass man nicht so ist, wie sie es sich von einem versprechen.“ (TP09, 13 Jahre, 8. Klasse, Antwort: Stimmt oft)