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(8) Version 1: Ein gesunder Lebensstil macht fruchtbar. Version 2 : Ein gesunder Lebensstil erhöht die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen. |
Nein |
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Befund: Es stimmt nicht, dass ein gesunder Lebensstil fruchtbar macht, womit die Aussage korrekterweise als „falsch“ zu klassifizieren ist. Dies taten 22,9 % der Befragten, womit Item 8 nach Item 2 das am häufigsten verkehrt klassifizierte Item ist. Etwa ein Viertel der Testpersonen wurde gebeten zu erläutern, warum sie sich für ihre Antwort entschieden hatten. Befragte, welche die Antwort „Weiß nicht“ ausgewählt hatten, begründeten ihre Wahl mit mangelndem Wissen. Diejenigen, die die Aussage korrekterweise als „falsch“ klassifiziert hatten, erklärten entweder, dass kein Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Lebensstil bestehe oder aber, dass ein gesunder Lebensstil zwar förderlich für die Fruchtbarkeit sein könne, aber dafür nicht ausschlaggebend sei:
- „Es sind nicht automatisch alle Menschen, die einen gesunden Lebensstil führen, fruchtbar.“ (TP799, Antwort: „Falsch“)
- „Ein gesunder Lebensstil kann Vieles im Körper verbessern, allerdings kann auch eine Person mit gesundem Lebensstil unfruchtbar sein. Eine Person mit katastrophal ungesunden Angewohnheiten kann hingegen durchaus fruchtbar sein. Es ist einfach Veranlagung oder unterliegt anderen Einflüssen, ob oder wie fruchtbar jemand ist.“ (TP758, Antwort: „Falsch“)
- „Ein gesunder Lebensstil kann dabei helfen, die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Sollte es sich aber bei einer Unfruchtbarkeit um eine Krankheit handeln, hilft ein gesunder Lebensstil auch nicht.“ (TP650, Antwort: „Falsch“)
- „Fruchtbarkeit ist genetisch vorbestimmt und kann durch Umwelteinflüsse und Genussmittel verschlechtert werden. Aber per se macht ein gesunder Lebensstil nicht fruchtbar.“ (TP1104, Antwort: „Falsch“)
Befragte, die das Item fälschlicherweise als „richtig“ klassifizierten, argumentierten häufig ähnlich, dass eine gute, allgemeine Gesundheit durch die optimale Versorgung mit Nährstoffen oder auch die Minimierung von Stress positiv zur Fruchtbarkeit beitragen oder Voraussetzungen für Fruchtbarkeit darstellen können. Diese Befragten trafen aber nicht die relevante Unterscheidung, dass diese Faktoren nicht „fruchtbar machen“. Oft gingen sie auch auf die gegenteilige Aussage ein, nämlich dass ein ungesunder Lebensstil, insbesondere ungesunde Ernährung und das Zunehmen toxischer Stoffe, die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen könne:
- „Toxische Stoffe können unfruchtbar machen.“ (TP628, Antwort: „Richtig“)
- „Kein gesunder Lebensstil = keine richtigen Blutwerte.“ (TP642, Antwort: „Richtig“)
- „Weil ich vermute, dass der Körperkreislauf gesünder funktionieren könnte als bei einem schlechten Lebenswandel.“ (TP737, Antwort: „Richtig“)
- „Stress kann dazu führen, dass es mit einer Schwangerschaft nicht klappt.“ (TP768, Antwort: „Richtig“)
- „Ich glaube, dass ein gesunder Lebensstil auf Vieles einen positiven Einfluss hat.“ (TP624, Antwort: „Richtig“)
- „Ein korrekter Lebensstil trägt zu einer besseren Gesundheit und einer guten Fruchtbarkeit bei.“ (TP958, Antwort: „Richtig“)
Nur vier Befragte, die die Aussage als „richtig“ einstuften, nahmen in ihrer Begründung einen direkten, kausalen Zusammenhang zwischen Lebensstil und Fruchtbarkeit an, in dem Sinne, dass ein gesunder Lebensstil Fruchtbarkeit herbeiführen könne:
- „Weil es hilft fit zu sein und das macht fruchtbar.“ (TP617, Antwort: „Richtig“)
- „Ernährung hat Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.“(TP673, Antwort: „Richtig“)
- „Wenn man durch gute Ernährung genügend Nährstoffe im Körper hat, sind die Chancen höher, fruchtbar zu werden.“ (TP808, Antwort: „Richtig“)
- „Denn wenn du gesund bist, wirst du fruchtbar sein.“ (TP970, Antwort: „Richtig“)
Der Einfluss alternativer Itemformulierungen auf das Antwortverhalten Bezüglich Item 8 stellt die Originalformulierung „Ein gesunder Lebensstil macht fruchtbar“ sprachlich einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Lebensstil und Fruchtbarkeit her. Hingegen verwendete Version 2 die Formulierung: „Ein gesunder Lebensstil erhöht die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen“. Die umformulierte Version des Items wurde signifikant häufiger fälschlicherweise als „richtig“ klassifiziert (V1: 57,1 %; V2: 76,4 %) bzw. es erkannten in Version 2 nur noch sehr wenige Befragte, dass die Aussage „falsch“ ist (V1: 19,3 %; V2: 8,2 %; Χ2 (2)= 62.67; p < 0.001). Dies spiegelt sich in der Trennschärfe wider, die sich von einem bereits extrem niedrigen Wert in Version 1 (.092) auf einen negativen Wert in Version 2 (-.075) verschlechtert. Eine negative Trennschärfe bedeutet, dass ein höherer Gesamtwert an korrekten Antworten negativ mit der richtigen Beantwortung von Item 8 in Version 2 einhergeht. Daher kann die überarbeitete Version nicht empfohlen werden
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