Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
in der innerstädtischen Fußgängerzone? Nein
auf kleinen Stadtteilplätzen? Nein Etwa 60 % der Testpersonen fühlten sich in den letzten 12 Monaten auf kleinen Stadtteilplätzen „sehr sicher“ oder „eher sicher“, 19 % antworten mit „teils, teils“ und nur 7 % der Testpersonen fühlten sich „eher unsicher“ oder sogar „sehr unsicher“. 13 % der Testpersonen geben an, kleine Stadtteilplätze nicht zu nutzen.

Auf die Nachfrage, an welche Stadtteilplätze die Testpersonen bei der Beantwortung des Items gedacht haben (Specific Probing), nennen 19 % der Befragten einen konkreten Ort in ihrer jeweiligen Stadt, z.B. „Werderplatz in Karlsruhe“ (TP 50) oder „Kurpark der Stadt Bad Wildungen“ (TP 187). 57 % der Testpersonen liefern an dieser Stelle eher allgemeine Beschreibungen oder Beispiele von Stadtteilplätzen wie „Die Hauptplätze von Stadtteilen“ (TP 72) oder „Kleine Plätze nahe der Innenstadt, die jedoch nicht besonders belebt sind.“ (TP 142). Weitere 15 % der Testpersonen geben an, dass ihnen entweder keine Gewalt an solchen Plätzen widerfahren sei oder dass sie solche Plätze nicht nutzen würden.

Die Antworten der verbleibenden 9 % der Testpersonen darauf hin, dass ihr Frageverständnis vermutlich nicht mit dem intendierten Frageverständnis übereinstimmt. Anstatt allgemein an Orte zu denken, an denen Menschen zusammenkommen (Stadtplätze, Dorfplätze), konzentrieren sich diese Testpersonen auf (teilweise sehr kleine) Bereiche, wie z.B. „Spielplätze“ (5 TPs), „Skaterbahn“ (TP 76) oder Parkhäuser und einige Spielplätze, wo lange keine Kinder mehr spielen, sondern die Obdachlosen abhängen.“ (TP 236).
in kleinen Grünanlagen? Nein Gut 60 % der Testpersonen fühlten sich in den letzten 12 Monaten in kleinen Grünanlagen „sehr sicher“ oder „eher sicher“, 18 % antworten mit „teils, teils“ und nur 8 % der Testpersonen fühlten sich „eher unsicher“ oder sogar „sehr unsicher“. 11 % der Testpersonen geben an, dass sie kleine Grünanlagen nicht nutzen.

Auch bei diesem Item wurde wieder nachgefragt, an welche kleinen Grünanlagen die Testpersonen beim Beantworten gedacht haben (Specific Probing). 25 % der Testpersonen nennen hier konkrete Namen bzw. Beschreibungen von kleinen Grünanlagen wie z.B. „Arabellapark“ (TP 80), „Englischer Garten in München“ (TP 159) oder „Die Grünanlage nebenan“ (TP 39). 64 % der Befragten antworten auf die Nachfrage mit allgemeinen Beschreibungen wie „kleine Parks, Grünstreifen“ (TP 46), „Parks, Grünflächen, Wiesen“ (TP 77) oder „kleine Parkanlage vor Gebäuden oder an Straßenecken und Kreuzungen“ (TP 184). Die restlichen 11 % der Testpersonen geben an, dass sie solche Grünanlagen nicht nutzen würden oder es in ihrer Nähe keine kleinen Grünanlagen gebe.
in großen Parkanlagen? Nein
in der Stadt unterwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Nein
Sie von irgendjemand angepöbelt bzw. beleidigt werden? Nein

Etwa 28 % der Befragten halten es für „sehr wahrscheinlich“ oder „eher wahrscheinlich“, dass sie in den nächsten 12 Monaten von jemandem angepöbelt oder beleidigt werden, während 72 % der Testpersonen dies für „eher“ oder „sehr unwahrscheinlich“ halten.

Befragte, die dies für „eher“ oder „sehr unwahrscheinlich“ halten, begründen ihre Einschätzung in 8 % der Fälle mit ihrem selbstbewussten Auftreten oder ihrer körperlichen Statur (z.B. „Sowas ist mir bisher generell nicht wirklich widerfahren, was wohl zum Großteil an meiner körperlichen Statur liegen dürfte.“, TP 164), in 29 % der Fälle mit ihrer friedlichen Wohnumgebung (z.B. „Weil es bei uns auf dem Dorf friedlich ist, da fällt kaum ein böses Wort.“, TP 187) und in 31 % der Fälle damit, dass so etwas bisher noch nie vorgekommen sei (z.B. „Ist mir bisher nicht passiert, also halte ich es für weniger wahrscheinlich.“, TP 66). Die restlichen 32 % der Befragten begründen ihre Einschätzung damit, dass sie sich bewusst nicht in Situationen begeben, in denen sie angepöbelt werden könnten (z.B. „Ich bin ein ruhiger Mensch und gehe solchen Konfrontationen aus dem Weg.“, TP 47).

Befragte, die es für „eher“ oder „sehr wahrscheinlich“ halten, angepöbelt oder beleidigt zu werden, begründen ihre Einschätzung in 14 % der Fälle damit, dass ihnen so etwas bereits (mehrfach) passiert sei (z.B. „Ich wohne fast in der Innenstadt, da ist das an Wochenenden normal.“, TP 277) und in 81 % der Fälle damit, dass dies aufgrund ihrer Wohngegend oder ihres Aussehens wahrscheinlich sei (z.B. „Da es hier viele Betrunkene gibt und Ausländer. Wohne in einem Sozialviertel.“, TP 95; „Weil es eben oft passiert und man als junge attraktive Frau blöde Sachen zu hören bekommt.“, TP 175).

Die verbleibenden 5 % der Testpersonen, die mit „eher“ oder „sehr wahrscheinlich“ antworten, beantworten das Item nicht in der intendierten Weise (d.h. in Bezug auf Delikte im öffentlichen Raum), sondern denken bei der Beantwortung der Frage an die Wahrscheinlichkeit, in ihrem beruflichen Kontext angepöbelt zu werden:

  • „Weil ich bei einem Anwalt arbeite und oft mit Straftätern in Berührung komme. Da kommt das schon öfter vor.“ (TP 37)
  • „Ich arbeite in einer Arztpraxis, da wird man schnell mal angepöbelt wenn den Patienten etwas nicht passt.“ (TP 159)
in Ihre Wohnung bzw. in Ihr Haus eingebrochen wird? Ja
Sie bestohlen werden (ohne Gewaltanwendung, ohne Fahrzeugdiebstahl)? Nein Die Häufigkeitsverteilungen der beiden Items c) und d) sind nahezu identisch: Etwa 85 % der Befragten halten es für „eher“ oder „sehr unwahrscheinlich“, dass sie in den nächsten 12 Monaten bestohlen bzw. überfallen und beraubt werden; ungefähr 13 % der Befragten halten dies für „eher wahrscheinlich“ und nur eine Testperson (TP 76) hält beides für „sehr wahrscheinlich“.

Diese sehr ähnlichen Häufigkeitsverteilungen täuschen allerdings über die Tatsache hinweg, dass 25 % der Befragten (n=31) unterschiedliche Antworten auf die beiden Items vergeben. Auch wenn sich die Verteilungen insgesamt kaum unterscheiden, so werden die beiden Items auf individueller Ebene doch häufig als unterschiedlich wahrgenommen.

Dies verdeutlicht auch das Ergebnis auf die Nachfrage, ob die Testpersonen einen Unterschied zwischen den beiden Items sehen oder nicht, welche von 49 % der Befragten bejaht wird. Erklärt wird dieser Unterschied vor allem damit, dass es sich bei Item c) um ein gewaltloses Delikt handelt und bei Item d) um ein gewalttätiges Delikt. Darüber hinaus argumentieren einige Testpersonen, dass man einen Diebstahl häufig nicht bemerken würde, während ein Raubüberfall nicht unbemerkt von Statten ginge:
  • „Bestehlen geschieht mehr im Verborgenen. Ein Überfall ist offensiver.“ (TP 190)
  • „Raub ist Diebstahl mit Gewaltanwendung. Ohne Gewaltanwendung ist es einfach nur ein Diebstahl.“ (TP 197)
  • „Bestohlen werden geschieht in der Regel heimlich. Überfallen und beraubt steht für mich in Zusammenhang mit Gewaltandrohung oder direkter Gewalt.“ (TP 233)
  • „Bei einem Raubüberfall wird Gewalt angewendet und sei es nur die Drohung mit einer Waffe. Bei einem Diebstahl handelt es sich um eine heimlich ausgeführte Tat, die man im schlimmsten Fall nicht bemerkt, zum Beispiel das Portemonnaie aus der Handtasche.“ (TP 241)
Sie überfallen und beraubt werden? Nein Die Häufigkeitsverteilungen der beiden Items c) und d) sind nahezu identisch: Etwa 85 % der Befragten halten es für „eher“ oder „sehr unwahrscheinlich“, dass sie in den nächsten 12 Monaten bestohlen bzw. überfallen und beraubt werden; ungefähr 13 % der Befragten halten dies für „eher wahrscheinlich“ und nur eine Testperson (TP 76) hält beides für „sehr wahrscheinlich“.

Diese sehr ähnlichen Häufigkeitsverteilungen täuschen allerdings über die Tatsache hinweg, dass 25 % der Befragten (n=31) unterschiedliche Antworten auf die beiden Items vergeben. Auch wenn sich die Verteilungen insgesamt kaum unterscheiden, so werden die beiden Items auf individueller Ebene doch häufig als unterschiedlich wahrgenommen.

Dies verdeutlicht auch das Ergebnis auf die Nachfrage, ob die Testpersonen einen Unterschied zwischen den beiden Items sehen oder nicht, welche von 49 % der Befragten bejaht wird. Erklärt wird dieser Unterschied vor allem damit, dass es sich bei Item c) um ein gewaltloses Delikt handelt und bei Item d) um ein gewalttätiges Delikt. Darüber hinaus argumentieren einige Testpersonen, dass man einen Diebstahl häufig nicht bemerken würde, während ein Raubüberfall nicht unbemerkt von Statten ginge:
  • „Bestehlen geschieht mehr im Verborgenen. Ein Überfall ist offensiver.“ (TP 190)
  • „Raub ist Diebstahl mit Gewaltanwendung. Ohne Gewaltanwendung ist es einfach nur ein Diebstahl.“ (TP 197)
  • „Bestohlen werden geschieht in der Regel heimlich. Überfallen und beraubt steht für mich in Zusammenhang mit Gewaltandrohung oder direkter Gewalt.“ (TP 233)
  • „Bei einem Raubüberfall wird Gewalt angewendet und sei es nur die Drohung mit einer Waffe. Bei einem Diebstahl handelt es sich um eine heimlich ausgeführte Tat, die man im schlimmsten Fall nicht bemerkt, zum Beispiel das Portemonnaie aus der Handtasche.“ (TP 241)
Sie Opfer von Betrug werden (z.B. Enkel-Trick, ohne Internetkriminalität)? Nein Etwa 84 % der Testpersonen halten es für „eher“ oder „sehr unwahrscheinlich“, dass sie in den nächsten 12 Monaten Opfer von Betrug werden, während 16 % der Befragten dies für „eher“ oder „sehr wahrscheinlich“ halten.

Auf die Nachfrage, an welche Fälle von Betrug die Testpersonen beim Beantworten des Items gedacht haben (Specific Probing), werden neben unspezifischen Angaben wie z.B. „über den Tisch gezogen werden“ (18 Nennungen) hauptsächlich die Betrugsarten „Telefonbetrug“ (8 Nennungen), „Enkel-Trick“ (17 Nennungen) und „Internetkriminalität“ (38 Nennungen) genannt:
  • „Call Center Anrufe (da die immer wieder versuchen die Kontodaten aus einem herauszubekommen).“ (TP 236)
  • „Den typischen Enkel-Trick per Telefon.“ (TP 218)
  • „Dubiose Telefonanrufe, in denen ich von Personen, die vorgeben mich oder jemanden aus meiner Familie zu kennen, um Geld gebeten werde, weil diese sich in einer Notlage befinden.“ (TP 223)
  • „Internetkriminalität, z.B. Trojaner.“ (TP 213)
Hier fällt auf, dass die Antworten der Testpersonen auf Item e) maßgeblich durch die Beispiele, die in Klammern genannt sind, beeinflusst werden. Dies ist insofern problematisch, als dass die Deliktart „Internetkriminalität“ bei der Beantwortung der Frage explizit nicht berücksichtigt werden soll.

Darüber hinaus wurde mittels eines Comprehension Probings ermittelt, was die Befragten in diesem Item unter der Bezeichnung „Enkel-Trick“ verstehen. Lediglich etwa 6 % der Testpersonen gaben an, dass ihnen der Begriff unbekannt sei und etwa 5 % der Befragten beschrieben ihre Interpretation des Begriffs nur unspezifisch (z.B. „Diebstahl und Betrug bei älteren Menschen.“, TP 80; „Betrug an alten Leuten.“, TP 138). Der überwiegenden Mehrheit von 89 % der Testpersonen war der Begriff jedoch bekannt und konnte auch detailliert erläutert werden:
  • „Wie in Zeitungen erwähnt, einer meldet sich telefonisch als Enkel und versucht Geld zu bekommen.“ (TP 94)
  • „Anruf von Fremden, welche sich als Enkel oder eigene Kinder ausgeben und um Hilfe bitten, da ihnen etwas Schlimmes passiert sei.“ (TP 98)
  • „Jemand gibt sich älteren Menschen gegenüber als Verwandter aus, der in eine Notlage geraten ist und dringend Geld braucht. Ausgenutzt wird dabei, dass ältere Menschen oft vergesslich sind und sie sich nicht die Blöße geben wollen, vergesslich zu sein. Es wird Druck aufgebaut und das Opfer genötigt, das Geld an einen anderen, der es abholt, auszuhändigen.“ (TP 170)