Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
b) zu Intoleranz in Deutschland führen? Nein Bei diesem Item geben vier Testpersonen an, dies nicht sagen zu können. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich. Testperson 02 verwechselt „Patriot“ mit „Pazifist“, daher ergibt die Frage für sie keinen Sinn.
Testperson 06 fragt sich, wem gegenüber Intoleranz entwickelt werden könne.
Testperson 07 macht die Beantwortung der Frage davon abhängig, welches Bild man von Deutschland hat: „Da kommt es darauf an, als was ich Deutschland sehe und wir sind einfach ein starkes Einwanderungsland und wir haben sehr viele Migranten. Und ich persönlich finde auch, dass die dazu gehören. Insofern würden starke patriotische Gefühle in einem Einwanderungsland niemals zu Intoleranz führen, sondern eher genau das Gegenteil. Ich weiß allerdings nicht, ob jemand, der die Frage so stellt, den gleichen Gedanken hat [Deutschland als Einwanderungsland]. Wenn man Deutschland rein als Deutschland sieht ohne die ganzen Ausländer, dann würden starke patriotische Gefühle natürlich zu Intoleranz führen. Es kommt darauf an, zu welchem Deutschland möchte man sich zugehörig fühlen. Deswegen konnte ich es nicht sagen.“
Testperson 16 wählt die „Kann ich nicht sagen“-Kategorie, da sie zwischen zwei Interpretationen der Formulierung „starke patriotische Gefühle“ schwankt: Wird die Interpretation im Sinne von „Nationalstolz“ zu Grunde gelegt, fördere dies die Toleranz in Deutschland, wird die Formulierung allerdings so ausgelegt, dass es sich um zu starke Gefühle im Sinne von „Extremismus“ bzw. „Nationalsozialismus“ handele, führe dies quasi automatisch zu Intoleranz in Deutschland.
e) für den nationalen Zusammenhalt Deutschlands nötig sind? Nein
d) zu einer negativen Einstellung gegenüber Zuwanderern in Deutschland führen? Nein
zu Fuß in der näheren Wohnumgebung (Stadtteil/ Stadtviertel) unterwegs? Ja Die überwiegende Mehrheit der Testpersonen (78 %) fühlte sich in den letzten 12 Monaten zu Fuß in ihrer näheren Wohnumgebung unterwegs „sehr sicher“ oder „eher sicher“, 15 % der Testpersonen antworten mit „teils, teils“ und nur 7 % fühlten sich „eher unsicher“.

Befragte, die sich „sehr sicher“ oder „eher sicher“ fühlen, begründen ihre Einschätzung in 45 % der Fälle mit ihrer ruhigen und friedlichen Wohnumgebung, in der keine oder kaum Gefahr durch Verkehr besteht (z.B. „Es handelt sich um eine ruhige Wohngegend.“, TP 30; „Weil bei uns nicht viel Verkehr auf der Straße ist.“, TP 187). In 32 % der Fälle begründen die Testpersonen ihre Antworten damit, dass es in ihrer Wohnumgebung ausreichende und gut funktionierende Verkehrsleitmaßnahmen und breite Gehwege für Fußgänger gebe (z.B. „Weil es ausreichende Verkehrsleitmaßnamen gibt (Ampeln usw.).“, TP 33; „Weil überall Gehwege vorhanden sind und kein Durchgangsverkehr herrscht.“, TP 42) und in 23 % der Fälle damit, dass es bisher noch keinen Anlass zur Sorge gab (z.B. „Bisher lag noch keine Gefährdung vor.“, TP 39).

Testpersonen, die mit „teils, teils“ geantwortet haben, begründen ihre Antworten damit, dass sich ihr Gefühl nicht pauschal einschätzen lasse, sondern dies entweder abhängig von der jeweiligen Situation oder der Tageszeit sei (z.B. „Ist ein Unterschied zwischen Abend und Tag.“, TP 191).

Befragte, die sich „eher unsicher“ fühlen, begründen ihre Antworten meist damit, dass viele Autofahrer rücksichtslos fahren würden und damit eine Gefahr für Fußgänger darstellten (z.B. „Ich muss eine Hauptstraße überqueren und die Autofahrer fahren wie die Irren.“, TP 115).
mit dem Fahrrad in der näheren Wohnumgebung (Stadtteil/Stadtviertel) unterwegs? Ja Auch mit dem Fahrrad in ihrer näheren Wohnumgebung unterwegs fühlte sich der Großteil der Befragten (61 %) in den letzten 12 Monaten „sehr sicher“ oder „eher sicher“. 17 % der Testpersonen antworten mit „teils, teils“, 7 % fühlten sich „eher unsicher“ oder „sehr unsicher“ und 14 % geben an, kein Fahrrad zu benutzen.

Befragte, die sich „sehr sicher“ oder „eher sicher“ fühlen, begründen ihre Einschätzung in 48 % der Fälle mit ihrer ruhigen und friedlichen Wohnumgebung, in der keine oder kaum Gefahr durch Autos oder ein zu hohes Verkehrsaufkommen besteht (z.B. „Hier ist kaum Verkehr.“, TP 56). In 32 % der Fälle begründen die Testpersonen ihre Antworten damit, dass es in ihrer Wohnumgebung ausreichend viele und gut markierte und ausgebaute Fahrradwege gebe (z.B. „Gut ausgebautes Radwegenetz.“, TP 85; „Weil unsere Gemeinde sehr viele Fahrradwege hat!“, TP 187) und in 20 % der Fälle damit, dass es bisher noch keinen Anlass zur Sorge gab (z.B. „Keine negativen Erfahrungen bisher.“, TP 127).

Testpersonen, die mit „teils, teils“ geantwortet haben, begründen ihre Antworten wie bereits bei Item a) damit, dass sich ihr Gefühl nicht pauschal einschätzen lasse, sondern dies abhängig von der jeweiligen Situation oder dem konkreten Ort sei (z.B. „Manchmal ist die Verkehrsführung unsicher, Vorfahrten von Fahrradfahrern werden ignoriert.“, TP 175; „Gute Radwege, aber teilweise Raser, die Radfahrer gefährden.“, TP 343).

Befragte, die sich „eher“ oder „sehr unsicher“ fühlen, begründen ihre Antworten entweder damit, dass sie bereits selbst in Fahrradunfälle verwickelt waren oder damit, dass es in ihrer Wohnumgebung zu viel Verkehr gebe (z.B. „Weil ich schon öfters angefahren wurde, obwohl ich Vorfahrt hatte“, TP 100; „Zu viel Verkehr.“, TP 101).
mit dem PKW in der näheren Wohnumgebung (Stadtteil/Stadtviertel) unterwegs? Ja Wie bereits bei den vorherigen beiden Items fühlte sich die überwiegende Mehrheit der Testpersonen (82 %) auch mit dem PKW in ihrer näheren Wohnumgebung unterwegs „sehr sicher“ oder „eher sicher“. 5 % der Befragten antworten mit „teils, teils“ und nur knapp 2 % fühlten sich „eher unsicher“. Knapp 12 % geben an, keinen PKW zu benutzen.

Testpersonen, die sich „sehr sicher“ oder „eher sicher“ fühlen, begründen ihre Einschätzung in 39 % der Fälle mit ihrer ruhigen Wohnumgebung, in der wenig Verkehr herrsche und kaum Unfälle passierten (z.B. „Hier herrscht nicht so viel Verkehr.“, TP 220; „In meiner Gegend passieren nicht viele Unfälle.“, TP 248). In 23 % der Fälle begründen die Testpersonen ihre Antworten damit, dass es in ihrer Wohnumgebung ausreichend verkehrsberuhigte Zonen gebe und die Straßen in einem guten Zustand und übersichtlich seien (z.B. „Die Straßen sind gut ausgebaut.“, TP 63; „Das gesamte Stadtgebiet ist als 30iger Zone ausgewiesen.“, TP 200) und in 18 % der Fälle damit, dass es bisher noch keinen Anlass zur Sorge gab (z.B. „Ich fahre sehr viel und bisher immer ohne Probleme.“, TP 35). In den verbleibenden 20 % der Fälle begründen die Testpersonen ihre Einschätzung damit, dass sie sich im Inneren eines PKWs sowohl vor Angriffen von außen als auch im Falle eines Unfalls relativ sicher und geschützt fühlen würden (z.B. „Das Auto kann man verriegeln, somit ist man sehr sicher.“, TP 53; „Im Auto ist man geschützt.“, TP 181)

Testpersonen, die mit „teils, teils“ geantwortet haben, begründen ihre Antworten damit, dass sich ihr Gefühl nicht pauschal einschätzen lasse, sondern es von der jeweiligen Situation abhinge, ob sie sich sicher oder unsicher fühlten (z.B. „Weil manche drängeln oder einem die Vorfahrt nehmen. Im Auto ist man aber sicherer als zu Fuß oder mit dem Fahrrad.“, TP 100; „Manche Leute können einfach kein Auto fahren, besonders Frauen. Am schlimmsten finde ich das erst blinken wenn man schon in der Kurve beim Abbiegen ist, völlig sinnlos…“, TP 277).

Die beiden Befragten, die sich „eher unsicher“ fühlen, begründen ihre Antworten damit, dass sie sich vor allem abends im Auto nicht sicher fühlten (TP 44) und dass andere Verkehrsteilnehmer häufig die Blinker ihrer PKWs nicht benutzen und Ampelzeichen ignorieren würden (TP 117).
zu Fuß innerhalb der gesamten Stadt unterwegs? Ja
mit dem Fahrrad innerhalb der gesamten Stadt unterwegs? Ja
mit dem PKW innerhalb der gesamten Stadt unterwegs? Ja
in Ihrem Stadtteil/Stadtviertel? Nein Knapp 75 % der Testpersonen fühlten sich in den letzten 12 Monaten in ihrem Stadtteil/Stadtviertel „sehr sicher“ oder „eher sicher“, 13 % antworten mit „teils, teils“ und nur 8 % der Testpersonen fühlten sich „eher unsicher“ oder sogar „sehr unsicher“.

Die Testpersonen wurden gebeten zu erläutern, warum sie sich für ihre jeweilige Antwort entschieden haben (Category Selection Probing). Diejenigen Testpersonen, die sich „sehr sicher“ oder „eher sicher“ in ihrem Stadtteil/Stadtviertel fühlen, begründen ihre Antworten meist damit, dass sie in einer ruhigen Wohngegend leben und sie Fälle von Gewalt oder Kriminalität noch nie oder schon sehr lange nicht mehr wahrgenommen haben („Weil hier seit Jahren nichts gewesen ist.“, TP 34; „Wohne in einer ruhigen, sicheren Gegend. Reines Wohnviertel.“, TP 50).

Befragte, die sich in ihrem Stadtteil/Stadtviertel „eher“ oder „sehr unsicher“ fühlen, begründen ihre Antworten damit, dass es in ihrer Gegend bereits zu Gewalt- oder Kriminaltaten gekommen ist oder sie selbst bereits Opfer von Belästigungen wurden (z.B. „Weil es hier viele gibt, die randalieren.“, TP 100; „Weil ich von arabischen Clans angepöbelt werde.“, TP 138).

Die Begründungen der Testpersonen, die sich für die Mittelkategorie „teils, teils“ entscheiden (n=16), lassen sich in drei Kategorien einteilen. Fünf Testpersonen sind bei der Bewertung des Sicherheitsgefühls im eigenen Stadtteil/Stadtviertel zwiegespalten, weil es – wenn auch selten – bereits Vorfälle von Gewalt und Kriminalität vor Ort gab, z.B. Einbrüche (TP 29) oder Taschendiebstahl (TP 95). Weitere fünf Testpersonen nennen konkrete Situationen oder Dinge, die ihr Gefühl von Sicherheit hin und wieder stören, z.B. laute Personen in der Straßenbahn (TP 39), Immigranten (TP 53) oder unbeleuchtete Straßen (TP 228). Die restlichen sechs Testpersonen begründen ihre „teils, teils“-Antwort damit, dass sich ihr Sicherheitsgefühl nicht pauschal einschätzen lasse, sondern abhängig von der Tageszeit sei (z.B. „Bei Dunkelheit (Abend oder früher Morgen).“, TP 195; „Je nach Tageszeit.“, TP 259).