Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
e) Ich fühle mich eher als Weltbürger und somit verbunden mit der Welt insgesamt und weniger als Bürger eines bestimmten Landes. Nein Die Testpersonen nutzen die volle Skalenbreite.

Der Begriff „Weltbürger“ wird von drei Testpersonen falsch im Sinne von „multikultureller Gesellschaft“ oder „Weltbevölkerung“ interpretiert bzw. so verstanden, als habe man als Deutsche/r eine Verantwortung, sich über das Weltgeschehen zu informieren und sich bürgerschaftlich zu engagieren:
  • „Die Welt ist in so vielfältiger Form bei uns zu Gast als auch schon Teil unseres Lebens geworden, so dass ich denke, dass ich mich da eher als verbunden mit der Welt sehen kann.“ (TP 12)
  • „Alle Menschen auf dem Planeten Erde, jeder der hier auf der Erde lebt ist ein Weltbürger.“ (TP 18)
  • „Insgesamt finde ich, ich bin hier in Deutschland auch Teil eines Ganzen, also Teil der ganzen Welt und deswegen auch verantwortlich für die ganze Welt. Im Großen und Ganzen fühle ich mich als Deutsche auch der ganzen Welt verpflichtet und sitze nicht hier und es interessiert mich nicht, was in Timbuktu passiert.“ (TP 20)
Bei drei weiteren Testpersonen bleibt unklar, ob sie den Begriff „Weltbürger“ im intendierten, d.h. kosmopolitischen Sinne, verstanden haben oder nicht. Zwei dieser Testpersonen (TP 06, TP 13) assoziieren mit dem Begriff eher eine geographische als eine emotionale Verbundenheit. Darüber hinaus empfinden sie den Begriff als zu schwammig bzw. als zu groß gefasst und interpretieren die Aussage für sich um, indem sie den Begriff „Weltbürger“ durch „Europäer“ ersetzen:
  • „Ich habe es für mich auf die EU übertragen, weil ich finde, das ist noch eher greifbar. Ich fühle mich auf jeden Fall als Europäerin und würde nicht sagen, dass die deutschen Interessen über alles gehen. Als Weltbürger ist es natürlich schwieriger, weil es da schon große kulturelle Unterschiede gibt […].“ (TP 06)
  • „Ich fühle mich als Europäer. Weltbürger ist ein großer Begriff. Ich fühle eher mich nicht als Afrikaner, Chinese oder Inder.“ (TP 13)
Die dritte Testperson (TP 03) begründet ihre Antwort („Stimme zu“) mit ihrem Migrationshintergrund, wodurch sie gewissermaßen immer zwischen zwei Ländern stehe und sich nicht nur mit einem Land verbunden fühle.

Da fünf der sechs Testpersonen, welche die Aussage falsch interpretieren bzw. bei welchen unklar bleibt, ob sie das Item im intendierten Sinne verstanden haben, der Aussage zustimmen oder „Weder noch“ antworten, besteht die Gefahr, dass es aufgrund dieser Fehlinterpretation zu einer Verzerrung der Antworten kommt und der Anteil derjenigen, die sich tatsächlich als „Weltbürger“ fühlen, überschätzt wird.
a) Zuwanderer erhöhen die Kriminalitätsrate. Nein
b) Zuwanderer sind im Allgemeinen gut für die deutsche Wirtschaft. Nein Systematisch getestet wurden die Items e) und h). Zu diesem Item liegen nur spontane Reaktionen der Testpersonen vor.

Insgesamt geben fünf Testpersonen an, dass sie Item b) nicht beantworten können („Kann ich nicht sagen“). Vier dieser fünf Testpersonen haben Schwierigkeiten mit der Interpretation des Begriffs „Zuwanderer“, den sie als zu unpräzise empfinden: „Zuwanderer“ sei als Begriff zu pauschal, hier müsse man verschiedene Gruppen von Zuwanderern unterscheiden. Die folgenden beiden Zitate verdeutlichen diese Problematik:
  • „Je nachdem was für Zuwanderer. 200.000 Spanier mit einem akademischen Grad, einer gewissen Ausbildung, das ist eine Bereicherung. Aber wenn jetzt 200.000 Arbeitslose aus Bulgarien kommen, die keine Schulbildung haben, dann fehlt es an Qualität und dann ist das keine Bereicherung, auch nicht für die deutsche Wirtschaft. Kann ich nicht sagen, ich weiß ja nicht, wer zuwandert.“ (TP 09)
  • „Kann ich überhaupt nicht sagen, weil ich es nicht weiß. Weil mir der Begriff ‚Zuwanderer‘ wieder zu schwammig ist. Sind das legale oder illegale Zuwanderer? Alle Illegalen tun uns eigentlich nicht gut. Legale, die haben wir gebraucht, die haben wir geholt. Aber Illegale sind zunächst einmal Kostenverursacher.“ (TP 12)
c) Zuwanderer nehmen Menschen, die in Deutschland geboren sind, Arbeitsplätze weg. Nein
d) Zuwanderer bereichern Deutschland durch neue Ideen und Kulturen. Nein
e) Die deutsche Kultur wird im Allgemeinen von Zuwanderern untergraben. Nein Die Testpersonen stimmen dieser Aussage überwiegend nicht zu bzw. überhaupt nicht zu. Lediglich zwei Testpersonen antworten „Stimme zu“.

Der Begriff „Kultur untergraben“ wird von 18 der 20 Testpersonen korrekt, d.h. in dem Sinn interpretiert, dass Zuwanderer eine Bedrohung oder Gefahr für das Weiterbestehen der deutschen Kultur darstellen bzw. dass durch Zuwanderung die deutsche Kultur verlorengehen kann. Diese 18 Testpersonen interpretieren Item e) entsprechend auch korrekt als Gegenpol zu Item d) („Zuwanderer bereichern Deutschland…“).

Vier der 18 Testpersonen assoziieren mit dem Begriff das „aktive“ Verdrängen bzw. Zerstören der deutschen Kultur:
  • „Es gibt Zuwanderer, die die deutsche Kultur unterwandern. Es gibt welche, die kommen zu uns und wollen uns nicht gestatten unsere Kultur auszuleben, bspw. sollen die Kruzifixe aus Klassenräumen entfernt werden. Das geht nicht!“ (TP 04)
  • „Ich wüsste nicht, wie die deutsche Kultur durch Zuwanderer untergraben wird. Es kann gemeint sein, dass die Zuwanderer die deutsche Kultur nicht annehmen wollen, aber das finde ich vollkommen in Ordnung, weil die ja ihre eigene haben. Ich wollte auch nicht, wenn ich in ein islamisches Land gehe, alle meine Rechte aufgeben wollen. Ich habe die Frage so verstanden, als würde die deutsche Kultur ein Stück weit durch Zuwanderung vernichtet werden. Und das finde ich nicht.“ (TP 07)
Die anderen 14 Testpersonen denken eher an ein „passives“ Verschwinden bzw. Verlorengehen der deutschen Kultur, welches sich – wenn überhaupt – aufgrund des mangelnden Interesses der Deutschen am Erhalt ihrer eigenen Kultur ereignen könnte:
  • „Wenn wir Deutschen unsere Kultur pflegen, dann sehe ich da kein Problem.“ (TP 05)
  • „Unsere Kultur wird dadurch reicher, dass sie mit anderen Kulturen in Verbindung kommt und dass sich so jede Kultur weiterentwickeln kann und es eher eine internationale Kultur wird, wenn sich das vermischt. Ich denke nicht, dass die Deutschen dadurch ihre eigene Kultur verlieren.“ (TP 06)
  • „In Großstädten sieht es danach aus. Wenn an jeder Ecke eine Dönerbude ist, dann sieht es so aus als geht die deutsche Kultur verloren. Wenn man ein bisschen rausfährt, dann sieht man wieder die deutsche Kultur. Für mich ist die nicht verloren gegangen. Man muss mal die deutsche Weinstraße runter fahren und dann hat man wieder die deutsche Kultur.“ (TP 09)
  • „Ich bin unentschieden, ob wir als Deutsche uns unsere Kultur untergraben lassen. Wir müssen selbst schauen, dass wir unsere Kultur hochhalten. Wenn wir unsere eigene Kultur, egal was man darunter versteht, Religion, Bildung und was auch immer zur Kultur gehört, selbst hochhalten, kann das auch nicht untergraben werden.“ (TP 15)
Zwei Testpersonen (TP 11, TP 18) scheinen den Begriff „Kultur untergraben“ nicht im intendierten Sinne sondern lediglich als „Nichtanpassung“ an die deutsche Kultur interpretiert zu haben. Bei beiden bleibt unklar, ob diese „Nichtanpassung“ ihrer Meinung nach eine direkte Auswirkung auf das Weiterbestehen der deutschen Kultur hat oder nicht:
  • „Ich habe es jetzt so gesehen, dass die sich nicht unserer Kultur anpassen. Die müssen nicht in den Religionsunterricht. Und wenn ich ins Ausland gehe, da baut keiner Kirchen, wir bauen hier Moscheen. Wenn die hier sind und hier leben wollen, dann müssen die sich einfach anpassen.“ (TP 11)
  • „Es kommt darauf an. Da wo ich wohne, da gibt es Leute, die machen eine eigene Kultur, die ziehen sich eine eigene Kultur auf. Da wird mitten in Deutschland ein anderer Kulturkreis eröffnet, die passen überhaupt nicht. Die lernen alle kein Deutsch, die reden nur [in ihrer Sprache] und machen ihre eigenen Kulturkreise auf, das geht gar nicht. Und dann gibt es Gruppen, die sprechen deutsch, passen sich den deutschen Gegebenheiten an. Ich muss mich nicht denen anpassen, die müssen sich mir anpassen, die kommen hier her. Viele passen sich an, manche passen sich gar nicht an.“ (TP 18)
f) Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die legal nach Deutschland gekommen sind, sollten die gleichen Rechte haben wie deutsche Staatsangehörige. Nein
g) Deutschland sollte härtere Maßnahmen ergreifen, um illegale Zuwanderer abzuwehren. Nein
h) Legale Zuwanderer sollten die gleichen Möglichkeiten einer Schulbildung haben wie die Deutschen. Nein Alle Testpersonen stimmen der Aussage zu bzw. voll und ganz zu.

Alle 20 Testpersonen interpretieren den Begriff „Möglichkeiten einer Schulbildung“ als Zugang zu Bildungsangeboten und damit im von den Forschern intendierten Sinn:
  • „Das ist besonders wichtig. Wenn die Zuwanderer nicht die gleiche Schulbildung bekommen, dann hat man genau das Problem, dass irgendwann diese Schüler, Kinder, Jugendliche die deutsche Sprache nicht beherrschen, sich in die Gesellschaft nicht integrieren können. Dann beschweren sich die Deutschen wiederum, dass keine Integration stattgefunden hat und dann wäre man wieder in diesem Kreislauf.“ (TP 09)
  • „Bildung ist das A und O. Das ist der Grundstock, damit sie hier leben können und sich hier integrieren können; sie müssen dieselbe Schulbildung haben.“ (TP 17)
Unterschiede gibt es zwischen den Testpersonen hinsichtlich der Interpretation des Begriffs „Schulbildung“. Fünf Testpersonen denken bei diesem Begriff lediglich an die Schule im engeren Sinne, d.h. an den Besuch der Primarstufe und der Sekundarstufe I (Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule). Die anderen 15 Testpersonen schließen zusätzliche Bereiche wie Kindergarten, Universität, Berufsausbildung und Weiterbildung mit ein.

Die Antworten der Testpersonen zeigen jedoch, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen der Interpretation des Begriffs „Schulbildung“ (enge versus weite Interpretation) und der Zustimmung zu Item h) gibt. Alle 20 Testpersonen stimmen der Aussage zu oder voll und ganz zu, unabhängig davon, ob sie nur an den Zugang zu den Klassenstufen 1 bis 13 denken oder ob sie auch den Zugang zu weiteren Bildungsbereichen einschließen. Die Aussagen der 15 Testpersonen, die den Begriff eher weit interpretieren, legen nahe, dass sie hier nicht zwischen verschiedenen Bildungsbereichen unterscheiden, sondern eher ein allgemeines Urteil über die Zugangsmöglichkeiten zu Bildungsangeboten fällen.
a) die Stellung Deutschlands in der Welt stärken? Nein Drei Testpersonen wählen „Kann ich nicht sagen“. Während Testperson 01 und Testperson 10 angeben nicht zu wissen, welchen Einfluss starke patriotische Gefühle auf die Stellung Deutschland in der Welt haben, ist Testpersonen 11 unklar, inwiefern es „überhaupt eine Verbindung von beidem gibt.“