Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
a) … die Wartezeit, bis Sie an der Reihe waren? Nein Arabisch: AR01 fragt spontan nach, ob hier die Wartezeit gemeint ist, bis man einen Termin beim Arzt erhält oder ob damit die Wartezeit im Wartezimmer gemeint ist.
b) … Ihre Erfahrungen, inwiefern Sie respektvoll empfangen und mit Ihnen respektvoll gesprochen wurde? Nein
c) …Ihre Erfahrungen, inwiefern Ihnen von den Ärzten / dem Personal Dinge verständlich erklärt wurden? Nein -
d) … Ihre Erfahrungen, inwiefern Sie in Entscheidungen, die Ihre Behandlung betrafen, miteinbezogen wurden? Nein Serbisch: Testperson SER02 hat keine Schwierigkeiten bei der Beantwortung der Frage. Sie schildert den Gesamteindruck von ihrem letzten Arztbesuch, den sie als sehr positiv in Erinnerung hat: „Krankenschwester und Ärztin waren nett und sehr gut, haben mir alles gut erklärt. War eine gute Untersuchung, ich war sehr zufrieden.“ (SER02). Unklar ist, inwieweit dieser Gesamteindruck auch den Fokus des Items (Einbezug in Entscheidungen, welche die Behandlung betrafen) mit einschließt.

Arabisch: Testperson AR01 gibt an, dass ihr der behandelnde Arzt bei ihrer Knie-OP die MRT-Aufnahmen erklärt hat und sowohl auf die Konsequenzen des Eingriffs als auch auf Alternativen zur OP hingewiesen hat. Die Beantwortung der Frage fällt der Testperson sehr leicht.
Testperson AR02 erklärt, dass sie wegen ihrer Beschwerden bereits bei sieben Orthopäden war und keiner so genau wüsste, wie sich ihr Zustand verbessern ließe. Die Ärzte hätten ihr auch nur wenige Möglichkeiten gegeben, bei der Behandlung mitzureden.

Farsi: Testperson FAR01 versteht die Frageintention bzw. den Grund für diese Frage nicht. Sie gibt an, dass sie schließlich der Patient sei und nicht wüsste, was aus medizinischer Sicht zu tun sei. Deshalb ginge sie ja zum Arzt. Die Testperson lässt die Frage daher unbeantwortet.
Testperson FAR02 schildert ein Erlebnis beim Zahnarzt, der ihr gesagt hatte, dass man einen Zahn ziehen müsse. Da die Testperson das nicht wollte, schlug der Arzt als Alternative eine Wurzelbehandlung vor, auch wenn man dann den Zahn später eventuell trotzdem ziehen müsse. Auf Wunsch der Testperson hat er dann auch die Wurzelbehandlung durchgeführt.

Russisch: Testperson RUS01 gibt an, dass die Behandlung „über [ihren] Kopf entschieden“ wurde und sie nicht wirklich in irgendwelche Entscheidungen miteinbezogen wurde.
Testperson RUS02 versteht die Frageintention nicht und lässt die Frage daher unbeantwortet: „Was ist gemeint mit ‚miteinbezogen‘? Ob man gefragt wurde oder erzählen musste? Ist unklar, was gemeint ist.“ (RUS02).

Englisch: Testperson ENG01 gibt an, dass die behandelnden Ärzte sie in die Behandlung einbezogen und verschiede Möglichkeiten der Therapie vorgestellt hätten.
a) …zu verstehen, was Ihr Arzt sagt? Nein Arabisch: Im Interview mit Testperson AR02 fragt der Dolmetscher nach, ob das Verständnis bei Item a auf das Fachliche oder auf das Sprachliche bezogen ist, die Testperson bezog sich bei der Beantwortung auf das sprachliche Verständnis.

Farsi: Testperson FAR01 beantwortet die Frage mit „ziemlich einfach“ und begründet dies damit, dass er sich mit dem Zahnarzt auf Englisch unterhalten konnte. Hier steht also ebenfalls nicht das fachliche, sondern das sprachliche Verstehen im Vordergrund.
b) …die Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zur Einnahme der verschriebenen Medikamente zu verstehen? Nein
c) …zu beurteilen, wann Sie eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einholen sollten? Nein Arabisch: AR02 hat Probleme mit dem Begriff „zweite Meinung“. Laut Dolmetscher ist in der arabischen Übersetzung nicht klar, dass es bei der zweiten Meinung nochmal um denselben medizinischen Fall geht. Dies könne präziser übersetzt werden.
Nachdem die Interviewerin aufklärt, was damit gemeint ist, gibt die Testperson an, grundsätzlich immer eine zweite Meinung einzuholen, da sie kein Vertrauen mehr in einzelne Ärzte habe und sicherheitshalber einen weiteren zu Rate zieht. Da die Testperson immer so vorgeht, gibt sie an, dass es einfach sei diese Entscheidung zu treffen.

Farsi: Die Testpersonen FAR01, FAR02 und die Dolmetscher sind sich einig, dass die Frage schlecht übersetzt wurde: „Wann müssen sie die zweite Meinung einholen?“.
FAR01 versteht die Frage falsch und denkt an einen Nachfolgetermin beim selben Arzt und nicht an eine Zweitmeinung eines anderen Arztes.
Dagegen versteht FAR02 die Frage richtig, gibt jedoch an, in Deutschland niemanden zu kennen, der ihr einen anderen Arzt empfehlen könnte, weshalb sie noch nie eine zweite Meinung eingeholt habe. Daher ist die Testperson verunsichert, was sie ankreuzen soll. Ohne Interviewer hätte sie „sehr schwer“ gewählt.

Russisch: Testperson RUS01 merkt an, dass sich Item f aus Frage 17 und Item c aus Frage 18 stark ähneln: „gleiche Frage“. Darüber hinaus gibt die Testperson an, nicht zu wissen, dass es einem zusteht, eine zweite Meinung einzuholen. Die Dolmetscherin erläutert daraufhin, dass das Verständnis der Frage davon abhängig sei, wie lange man schon in Deutschland lebt, da dieses Verhalten in Russland allgemein sehr unüblich sei.
Auch bei RUS02 zeigen sich Verständnisprobleme: „Was bedeutet eine zweite Meinung einholen zu können?“. Dabei ist auch unklar, was genau in der Frage bewertet werden soll, wann eine zweite Meinung eingeholt werden sollte oder wie leicht dies sein sollte. Die Dolmetscherin bestätigt, dass die Frage unglücklich übersetzt wurde:„Einschätzung dessen wann Sie die zweite Meinung eines Arztes einholen können?“. Beide Testpersonen lassen die Frage unbeantwortet.
d) …mit Hilfe der Informationen, die Ihnen der Arzt gibt Entscheidungen bezüglich Ihrer Krankheit zu treffen? Nein Serbisch: Testperson SER02 antwortet spontan: „Es ist nicht schwierig nachzuvollziehen was der Arzt sagt.“ Dabei scheint die Testperson allerdings keinen Bezug auf ihr Entscheidungsverhalten bezüglich der Krankheit zu nehmen.

Arabisch: Testperson AR01 hat keine Schwierigkeit beim Beantworten der Frage. Sie denkt dabei an ihre Meniskus-OP und fand es schwierig zu entscheiden, ob sie die OP durchführen lassen sollte oder nicht
Testperson AR02 hat durch ihre Erfahrungen mit Ärzten kein Vertrauen gegenüber diesen. Wenn ein Orthopäde ihr beispielsweise eine Einlage verschreibt, hat sie das Gefühl, dass dieser nur testet, sich aber selbst nicht sicher ist, ob es wirklich hilft.

Farsi: Testperson FAR01 hat kein Problem mit dem Verständnis der Frage, jedoch ist für sie keine Antwortoption zutreffend, da sie nie eine Krankheit hatte, bei der sie etwas entscheiden sollte.
Testperson FAR02 gibt an, dass es ziemlich leicht fällt, Entscheidungen zu treffen, wenn der Arzt Informationen über die Krankheit mitteilt.

Russisch: Testperson RUS01 gibt an aufgrund der Information, die man von Ärzten bekommt, ziemlich schnell Entscheidungen treffen zu können.
Entsprechend antwortet auch Testperson RUS02: „Es fällt leicht die Informationen zu akzeptieren, die man vom Arzt bekommt, wenn ich sage es ist zu kompliziert, geht die Krankheit ja nicht weg“.
Beide Testpersonen empfinden die Beantwortung der Frage als eher leicht.

Englisch: Testperson ENG01 gibt an, meist gute Ratschläge von Ärzten zu erhalten, die ihr helfen, mit ihrer Krankheit und ihren Beschwerden umzugehen.
e) …den Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers zu folgen? Nein
f) …Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Problemen, wie Stress oder Depression, zu finden? Nein Arabisch: Testperson AR01 gibt an, die Frage nicht beantworten zu können, da sie noch nie psychische Probleme hatte.

Farsi: Ebenso wie Testperson AR01 kreuzt Testperson FAR01 hier nichts an, da sie nie solche Probleme hatte.

Russisch: Laut Testperson RUS01 passen die Antwortoptionen nicht zu der Frage. Wenn man keine Erfahrungen damit hat, sollte es eine „weiß nicht“ oder „trifft nicht zu“ Kategorie geben. Auf Nachfrage der Testleiterin, ob die Frage nicht rein theoretisch beantwortet werden könne, antwortet die Dolmetscherin: „Das ist zu theoretisch, das weiß keiner“.
Auch Testperson RUS02 ist die Frage nicht klar, weshalb diese nicht beantwortet wird. Wie bei den anderen Testpersonen, hat auch diese keine Erfahrung mit Stress und Depressionen, weshalb keine Antwortoption zutrifft.