Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
e) Im Umgang mit Personen, die Sie nicht kennen? Nein Bei dieser Frage zeigen sich Verständnisprobleme hinsichtlich der Intention der Frage.

Serbisch: Im Interview mit Testperson SER01 muss die Dolmetscherin die Frage zunächst erklären: „Dass er Probleme hat, mit Menschen, die er nicht kennt. Ist das die Frage?“. Testperson SER01 interpretiert die Frage dahingehend, ob sie sich mit Leuten gut versteht, nicht ob sie Schwierigkeiten mit Leuten hat, die sie nicht kennt: „Was kann ich ankreuzen? Ich verstehe mich mit den Leuten gut.“ (SER01).
Nach genauerem Nachfragen, an welche Leute die Testperson gedacht hat, antwortet sie wie folgt: „Das sind Leute, die ich nicht kannte, wir sind keine Freunde aber wir hatten auch keinen Streit, es ist nichts Schlimmes passiert. […] Wir kannten uns nicht, nachher waren wir Freunde, aber hatten dann Streit, ich sage das war nichts.“

Arabisch: Auch in den beiden Interviews mit der arabischen Übersetzung des Fragebogens zeigen sich Unklarheiten in Bezug auf die Intention der Frage.
Testperson AR01 missversteht die Intention der Frage. Sie interpretiert die Frage dahingehend, inwiefern der Umgang mit Personen, die sie nicht kennt, zu psychischen Problemen führt und nicht, inwiefern psychische (oder sonstige Gesundheitsprobleme) den Umgang mit solchen Personen erschweren. Testperson AR01 denkt bei der Beantwortung der Frage an Asylsuchende in einer Flüchtlingsunterkunft, die weder Deutsch noch Englisch (sondern nur ihre Muttersprache) beherrschen und die sich daher häufig nicht verständigen könnten. Dies führe zu psychischen Belastungen. Die Testperson ist selbst davon nicht betroffen, da sie ein wenig Deutsch spricht. Ihre Antwort („keine“) ist in diesem Fall daher trotzdem „korrekt“, auch wenn sie die Frage missversteht.
Testperson AR02 bezieht die Frage nicht auf Gesundheitsprobleme, sondern auf Merkmale des ‚Fremden‘ wie Religion oder Hautfarbe. Die Testperson sagt, sie habe keine Schwierigkeiten im Umgang mit Personen, die sie nicht kennt.

Englisch: Testperson ENG01 gibt an, „starke“ Probleme im Umgang mit unbekannten Personen aufgrund der traumatischen Erfahrungen in seinem Heimatland (Mord, Folter) zu haben. Die Testperson begründet ihre Antwort damit, dass sie das Gefühl habe, viele Menschen verstünden sie nicht bzw. könnten ihr Schicksal nicht nachvollziehen. Daher ist sie gerne alleine. Die Testperson leidet unter psychischen Problemen aufgrund traumatischer Erfahrungen in ihrem Heimatland.
f) Eine Freundschaft aufrechtzuerhalten? Nein Serbisch: Im Interview mit Testperson SER01 gibt es bei dieser Frage keine berichtenswerten Auffälligkeiten. Die Testperson hat keine Probleme damit, eine Freundschaft aufrechtzuerhalten; Streit und kleinere Probleme gehören ihrer Meinung nach dazu.

Arabisch: Testperson AR01 merkt spontan an, dass ihr der Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Problemen und der Aufrechterhaltung von Freundschaften unklar sei. Die Testperson fragt nach, ob sie das Item so interpretieren solle, inwiefern die Schwierigkeit, Freundschaften aufrecht zu erhalten, zu psychischen Problemen führe. Die Intention des Items ist der Testperson nicht klar und sie interpretiert das Item – wie bereits Item e – dahingehend, ob die Schwierigkeit, Freundschaften aufrechtzuerhalten (z.B. aufgrund von mangelnder Zeit) zu gesundheitlichen Problemen führe.
Auch Testperson AR02 bezieht die Frage – wie bereits in Item e - nicht auf Gesundheitsprobleme. Sie begründet die Wahl der Antwortkategorie „geringe“ damit, dass sie weder den Sunniten noch den Schiiten angehört, da sie aber meistens mit Sunniten oder Schiiten zu tun habe, merke sie, dass sie mit ihnen nicht gut harmoniere.
Von den Testleitern wird außerdem angemerkt, dass der Zeitrahmen von 4 Wochen für eine Freundschaft etwas kurz gewählt ist.

Testperson ENG01 kreuzt die Antwort „starke“ an und begründet dies damit, dass sie aktuell keine Freunde im Flüchtlingslager habe. Die Testperson gibt weiter an, dass sie andere Menschen – wiederum aufgrund ihrer Geschichte – nicht gerne an sich heranlässt. Daher ist es schwierig, Freundschaften aufzubauen bzw. zu erhalten.
g) Bei der Bewältigung Ihres Arbeits-/Schulalltags? Nein Bei diesem Item sollte vor allem untersucht werden, wie die Befragten mit dieser Frage umgehen, wenn sie keinen Arbeits-/Schulalltag haben und für welche Schwere sie sich dann entscheiden.

Serbisch: Testperson SER01 geht einer Arbeit nach und entscheidet sich für die Antwort „geringe“: „Von der Arbeit gehe ich nach Hause, zuhause schlafe ich, dann wieder zur Arbeit.“ (SER01).

Arabisch: Auch Testperson AR01 hat sowohl einen Arbeits- als auch einen Schulalltag. Die Testperson arbeitet vormittags und besucht 3x pro Woche Abendkurse. Es zeigen sich keine Probleme mit dem Verständnis der Frage.
Testperson AR02 wählt die Antwortkategorie „geringe“. Sie bezieht die Frage erneut nicht auf Gesundheitsprobleme, sondern fühlt sich im Allgemeinen unwohl, in einem Büro zu arbeiten. Die Testperson gibt an, stattdessen lieber im Garten zu arbeiten, da ihr die Routine im Büro nicht liege.

Englisch: Testperson ENG01 ist die einzige Person, die angibt, aktuell keine Arbeit zu haben. Sie entscheidet sich für die Antwortkategorie „starke“ Schwierigkeiten. Die Testperson hat einen Bachelor-Abschluss in ihrer Heimat gemacht, im Flüchtlingslager hat sie aber nichts zu tun. Aufgrund der bestehenden psychischen Probleme schafft sie es auch nicht, sich dazu zu motivieren, etwas zu lesen und sich selbst zu beschäftigen bzw. sich länger auf etwas zu konzentrieren. Das frustriert sie sehr und macht sie laut eigener Angabe unglücklich.
Die Interviewerin merkt darüber hinaus an, dass in der englischen Übersetzung des Fragebogens die Übersetzung von „Schulalltag“ fehlt; in der Frage ist nur von „day-to-day work“ die Rede.
a) Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Fähigkeit, alltägliche Dinge erledigen zu können? Nein Bei dieser Frage sollte vor allem untersucht werden, was die Befragten unter „alltäglichen Dingen“ verstehen und ob es dabei länderspezifische Unterschiede gibt.

Serbisch: Testpersonen SER01 und SER02 beziehen sich bei der Beantwortung der Frage auf die Freizeit und den Haushalt. Testperson SER01 bezieht sich zusätzlich noch auf ihre Arbeit: „Darunter fällt Arbeit, was zuhause zu erledigen ist, Freizeit. Damit bin ich allgemein zufrieden.“ (SER01).

Arabisch: Testperson AR01 denkt daran, morgens früh aufzustehen, zur Arbeit zu gehen und dort die anstehenden Aufgaben zu erledigen, nachmittags bzw. abends den Töchtern beim Lernen zu helfen und dann auch selbst ihre Sprachkurse zu besuchen. Sie sagt, sie habe dabei keine Probleme, das klappe alles gut.
Testperson AR02 gibt an, dass sie „unzufrieden“ sei. Dies begründet sie mit ihren Knieschmerzen, aufgrund derer sie keine 15 Minuten schmerzfrei laufen könne. Die Testperson kann aufgrund der Schmerzen auch nicht arbeiten. Bei „alltäglichen Dingen“ denkt sie daran, dass sie allgemein nicht richtig laufen oder ihr Knie beugen kann.

Farsi: Testperson FAR01 denkt bei „alltäglichen Dingen“ an ihre Arbeit und ihre Freizeit (Fitnessstudio). Sie hat beim Beantworten der Frage an Tätigkeiten gedacht, die sie jeden Tag ausübt.
Testperson FAR02 denkt bei „alltäglichen Dingen“ beispielsweise an den langer Weg zum Sprachkurs, aber auch an Kochen und den Haushalt.

Russisch: Testperson RUS01 bezieht sich bei der Beantwortung der Frage auf ihre Arbeit und den Haushalt. Testperson RUS02 denkt dabei hauptsächlich an die Schule und an das Gassi gehen mit ihrem Hund.

Englisch: Testperson ENG01 ist sehr unzufrieden und unglücklich mit ihrer aktuellen Situation. Bei „alltäglichen Dingen“ denkt sie an nichts Spezifisches, sondern an ihr Leben allgemein, das aktuell sehr schwer ist. Sie hat sich ihr Leben anders vorgestellt und andere Pläne gehabt. Sie lebt aktuell nur von Tag zu Tag und versucht irgendwie zu überleben und weiterzumachen.
b) Wie zufrieden sind Sie mit sich selbst? Nein
c) Wie zufrieden sind Sie mit Ihren persönlichen Beziehungen? Nein Bei dieser Frage sollte vor allem untersucht werden, wie die Befragten den Begriff „persönliche Beziehungen“ interpretieren und ob es dabei länderspezifische Unterschiede gibt.

Serbisch: Testperson SER01 denkt bei „persönlichen Beziehungen“ vor allem an die Familie. Testperson SER02 denkt an ihre sozialen Kontakte im Flüchtlingsheim: „Im Heim gibt es nur aggressive Leute, die Probleme machen. Ich finde keine Freunde, mit denen man reden oder Kaffee trinken gehen kann. Habe nur meinen Ehemann.“ (SER02)

Arabisch: Testperson AR01 denkt an Beziehungen zu Arbeitskollegen, Freunden, seiner Frau und auch seinen Nachbarn. Testperson AR02 denkt vor allem an die Beziehungen zu Freunden.

Farsi: Testperson FAR01 und der Dolmetscher in diesem Interview merken an, dass im Fragebogen auf Farsi die „persönlichen Beziehungen“ als „private Beziehungen“ übersetzt wurden. Diese Formulierung war der Testperson zu privat, weshalb sie die Beantwortung ablehnte. Nachdem sich im Gespräch herausgestellt hat, dass „persönliche Beziehungen“ gemeint seien, beantwortete die Testperson die Frage.
Testpersonen FAR01 denkt bei „privaten Beziehungen“ an ihre Freundin oder ihre Freunde, Testperson FAR02 an ihren Ehemann und ihre Kinder.

Russisch: Testperson RUS01 versteht unter „persönlichen Beziehungen“ ihre Beziehungen zu ihrer Familie und zu Arbeitskollegen.
Testperson RUS02 fragt nach, wer mit dem Begriff „persönliche Beziehungen“ gemeint sei. Sie denkt dabei an Freunde, beantwortet die Frage aber nicht, da sie zu „unpräzise“ sei.

Englisch: Testperson ENG01 wurden hier aus Rücksicht auf ihre psychische Verfassung keine Probing-Fragen gestellt.
Allgemeinmediziner/ Hausarzt Nein
Facharzt Nein
Zahnarzt oder Kieferorthopäde Nein
Psychologe, Psychotherapeut oder Psychiater Nein