Item List

Frage Thema Item Text Antwort Format Konstrukt Eingesetzte Kogn Techniken Ergebnis
c) Die Welt wäre besser, wenn die Menschen in anderen Ländern eher so wären wie die Deutschen. Nein Zwei Testpersonen (TP 06, TP 07) geben an, dass sie nicht sagen können, ob die Welt besser wäre, wenn jeder „deutsche Tugenden“ (TP 06) hätte.

Drei weitere Testpersonen entscheiden sich zwar für eine Antwortkategorie, dennoch äußern sie dahingehend Kritik, dass ihnen unklar sei, worauf die Frage genau abziele: „Sind damit die Menschen oder das System in Deutschland gemeint?“ (TP 09). Diese Unklarheit thematisiert auch Testperson 10: „Ich bin der Meinung, dass viele Dinge, die hier institutionell ganz gut laufen, das würde ich anderen Ländern und damit auch anderen Menschen irgendwo gönnen, dass es da auch so ist […] Aber ich weiß nicht, ob das wirklich die Leistung der Menschen ist oder ob man nicht da sagen muss, das ist das ganze Land, das sich in eine bestimmte Richtung entwickelt. Daher habe ich da ‚Weder noch‘ [angegeben], hätte aber auch ‚Kann ich nicht sagen‘ ankreuzen können.“

Testperson 19 („stimme nicht zu“) schwankt zwischen Zustimmung und keiner Zustimmung, je nachdem welche Intention dem Item zu Grunde gelegt wird: „Wenn ich es so verstehen würde, dass es den Menschen in der Welt besser ginge, dann würde ich sagen da stimme ich zu, aber dass die Menschen selbst besser wären, da stimme ich nicht zu.“

Insgesamt macht ein Viertel der Testpersonen deutlich, dass ihnen das Item zu unpräzise formuliert ist. Dies liegt vor allem auch an der Formulierung „Die Welt wäre besser“, die von einigen Testpersonen nicht im intendierten Sinne verstanden wird bzw. deren Bedeutung einigen Testpersonen unklar ist (Was wäre besser? Wären die Menschen selbst besser? Haben „deutsche Tugenden“ einen Einfluss auf das Wohl der Welt? – siehe auch Befund zu Item h)).
d) Im Großen und Ganzen ist Deutschland ein besseres Land als die meisten anderen Länder. Nein
e) Jede/r sollte ihr/sein Land unterstützen, selbst wenn sich das Land im Unrecht befindet. Nein
f) Wenn mein Land Erfolg im internationalen Sport hat, macht mich das stolz, ein Deutscher/eine Deutsche zu sein. Nein Vier Testpersonen (TP 01, TP 05, TP 07, TP 10) geben an, dass sie die Frage nicht beantworten können („Kann ich nicht sagen“). Begründet wird dies in erster Linie damit, dass die Formulierung „stolz, ein/e Deutsche/r zu sein“ nicht zutreffe. Sie freuen sich, wenn deutsche Sportler eine gute Leistung erbringen, sehen diese Erfolge aber unabhängig von der Tatsache Deutsche/r zu sein: „Ich bin ein ganz großer Sportpatriot und freue mich immer, wenn ein deutscher Sportler gewinnt oder die Nationalmannschaft gewinnt, aber das macht mich nicht stolz, Deutscher zu sein.“ (TP 07).

Auch Testperson 09 findet die Formulierung „stolz, ein/e Deutsche/r zu sein“ problematisch und nutzt daher die „Weder noch“-Kategorie als eine sozusagen versteckte „Kann ich nicht sagen“-Option: „Es macht einen stolz, weil man den Aufwand dahinter sieht, man freut sich mit der Mannschaft, sieht den Erfolg, man kann sich mit der Mannschaft freuen. Aber gleich ein Deutscher zu sein? Das ist mir zu national.“

Hieraus wird ersichtlich, dass sich mindestens fünf der 20 Testpersonen an der Formulierung „stolz, ein/e Deutsche/r zu sein“ stören und die Frage deswegen nicht beantworten (wollen).
g) Ich bin oft weniger stolz auf Deutschland, als ich es gerne wäre. Nein
h) Die Welt wäre besser, wenn die Deutschen zugeben würden, dass in Deutschland nicht alles zum Besten steht. Nein

Elf Testpersonen stimmen der Aussage nicht bzw. überhaupt nicht zu, zwei Testpersonen entscheiden sich für die Antwortkategorie „Weder noch“ und vier stimmen der Aussage zu. Die Antwort „Stimme voll und ganz zu“ wird nicht gegeben. Insgesamt fünf Befragte wählen die Antwortkategorie „Kann ich nicht sagen.“

Auf die Nachfrage, wie leicht oder schwer ihnen die Beantwortung der Frage gefallen sei, geben neun Testpersonen an, dass es ihnen „eher schwer“ (n=6) oder „sehr schwer“ (n=3) gefallen sei. Die Ursache dafür ist in einem ungenügenden Frageverständnis begründet. So äußert bspw. Testperson 04, dass sie zunächst gar nicht wisse, worauf man mit der Frage hinaus wolle. Ähnliche Begründungen führen auch drei weitere Testpersonen an:

  • „Weil ich es mir einfach noch 1.000 Mal durchlesen musste, um den Satz zu verstehen.“ (TP 02)
  • „Die Fragestellung ist anspruchsvoll.“ (TP 03)
  • „Man muss ein bisschen mehr nachdenken bei der Frage. Man darf nicht voreilig sein Kreuzchen machen.“ (TP 15)

Alle Testpersonen haben die Negation „dass in Deutschland nicht alles zum Besten steht“ verstanden. Allerdings berücksichtigen nicht alle Testpersonen die postulierte Kausalbeziehung zwischen „zugeben, dass in Deutschland nicht alles zum Besten steht“ und der Konsequenz, dass die Welt dann besser wäre.

Lediglich drei Testpersonen (TP 12, TP 15, TP 20) sind der Ansicht, dass in Deutschland nicht alles zum Besten stehe, dass dies auch zugegeben werden sollte und dass dies im Zusammenhang mit einem besseren Zustand der Welt stehe.

Zwölf Testpersonen können keinen Zusammenhang zwischen dem Eingestehen des Zustands in Deutschland und dem Wohl der Welt erkennen:

  • „Wenn die Deutschen zugeben würden, dass nicht alles gut ist, das hat für mich überhaupt nichts mit dem Weltgeschehen zu tun.“ (TP 02)
  • „Es ist bestimmt so, dass in Deutschland nicht alles zum Besten steht, aber was haben die anderen Länder davon?“ (TP 04)
  • „Mir fällt jetzt auch nichts ein, das sich ändert würde, wenn Deutschland jetzt sagen würde, es steht hier nicht alles zum Besten.“ (TP 06)
  • „Die Welt würde nicht besser dadurch werden, wenn wir sagen würden, wir sind auch schlecht.“ (TP 10)

Die restlichen fünf Testpersonen (TP 01, TP 03, TP 05, TP 08, TP 14) berücksichtigen nur den zweiten Teil der Aussage „wenn die Deutschen zugeben würden, dass in Deutschland nicht alles zum Besten steht“ und stellen keine Verknüpfung mit den Auswirkungen, d.h. ob die Welt dann besser wäre, her:

  • „Deutschland steht nicht gut da und Deutschland soll das zugeben.“ (TP 01)
  • „Wir sollten schon zugeben, dass bei uns nicht alles zum Besten steht.“ (TP 05)
  • „Mit unserer Arbeitslosigkeit und dem Hartz IV, da kann man mit Sicherheit auch ein bisschen was machen. Da ist bei uns auch nicht alles Gold was glänzt.“ (TP 14)

Diese fünf Testpersonen blenden also einen zentralen Aspekt der Aussage komplett aus und beantworten daher nur einen Teil des Items.

Darüber hinaus bezweifeln vier Testpersonen die dem Item zugrundeliegende Annahme, dass in Deutschland nicht alles zum Besten stehe. Es gibt es auch die Ansicht, dass in Deutschland alles zum Besten steht:

  • „Das ganze Anschauungsbild in Deutschland ist toll und hervorragend, so gesehen steht in Deutschland schon alles ‚zum Besten‘.“ (TP 03)
  • „Den Menschen in Deutschland geht es viel besser als in anderen Ländern. Das ist ja ein Zeichen dafür, dass wir es weit gebracht haben in unserem Land.“ (TP 19)

Die Formulierung des Items erlaubt es den Testpersonen nicht, zum Ausdruck zu bringen, dass in Deutschland im Großen und Ganzen alles zum Besten steht.

Zusammenfassend sollte das Item an mehreren Stellen modifiziert werden, um sicherzustellen, dass das zugrundeliegende Konstrukt (negative Facette des Nationalstolzes) auch tatsächlich gemessen wird. Zum einen ist es wichtig, deutlich zu machen, dass es bei diesem Item nicht um konkrete Auswirkungen auf das Wohl der Welt, sondern eher um eine abstrakte Verbesserung der Gesamtsituation geht. Zum anderen muss deutlich werden, dass die Befragten nicht für sich selbst angeben sollen, ob sie dies einräumen oder nicht, sondern dass sie bei ihrer Antwort Deutschland insgesamt berücksichtigen sollen. Schließlich sollte verdeutlicht werden, dass es bei diesem Item darum geht, dass Deutschland gegenüber anderen Ländern einräumt, dass hierzulande auch nicht alles zum Besten steht.

a) In Deutschland schaden internationale Konzerne zunehmend den Firmen vor Ort. Nein Systematisch getestet wurde Item e). Zu diesem Item liegen nur spontane Reaktionen der Testpersonen vor.

Insgesamt geben sechs Testpersonen spontan oder auf Nachfrage an, dass sie keine ausreichenden Informationen bzw. nicht das Wissen hätten, um diese Aussage zu beantworten. Vier dieser Testpersonen antworten „Kann ich nicht sagen“ (TP 01, TP 03, TP 07, TP 13), zwei Testpersonen (TP 09, TP 20) „Weder noch“. Für diese beiden zuletzt genannten Testpersonen fungiert die Mittelkategorie gewissermaßen als versteckte „Kann ich nicht sagen“-Option.

Eine weitere Testperson (TP 06) äußert den spontanen Kommentar, dass ihr unklar sei, ob in der Aussage internationale Konzerne gemeint seien, die auch (d.h. zusätzlich) in Deutschland tätig sind oder lediglich internationale Konzerne, die ihren Sitz im Ausland haben.
b) Der freie Welthandel bedeutet, dass in Deutschland bessere Produkte erhältlich sind. Nein
c) Deutschland sollte im Allgemeinen als Mitglied internationaler Organisationen deren Entscheidungen befolgen, selbst wenn die deutsche Regierung die Entscheidung nicht für richtig hält. Nein
d) Internationale Organisationen nehmen der deutschen Regierung zu viel Macht weg. Nein Systematisch getestet wurde Item e). Zu diesem Item liegen nur spontane Reaktionen der Testpersonen vor.

Vier Testpersonen antworten bei dieser Aussage „Kann ich nicht sagen“. Davon geben zwei Testpersonen (TP 01, TP 11) an, nicht über das Wissen zu verfügen, um diese Frage beantworten zu können. Die beiden anderen Testpersonen (TP 09, TP 10) begründen ihre Antwort damit, dass ihnen unklar sei, welche Organisationen in der Aussage gemeint seien:
  • „An welche Organisationen wird hier gedacht? Die Europäische Gemeinschaft kann man auch als Organisation sehen und da finde ich, dass Deutschland an Macht gewonnen hat.“ (TP 09)
  • „Weil einfach ‚internationale Organisationen‘ zu schwammig ist. Internationale Organisationen können EZB, die UNO sein, und das ist nicht greifbar für mich, was sich dahinter versteckt. Wenn es um die Europäisierung geht, dann würde ich sagen, ‚Stimme voll und ganz zu‘, aber hier wird das nicht definiert.“ (TP 10)