Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Web Probing 2):
Die neun Items wurden in zufälliger Reihenfolge präsentiert. Im Ramen des zweiten kognitiven Online-Pretests sollte für vier Items (Item 4 bis Item 7) geprüft werden, wie die Testpersonen diese verstehen. Zu diesem Zweck wurden sie gebeten, jeweils eines der vier Items in ihren eigenen Worten wiederzugeben (Paraphrasing). Etwa drei Viertel der Testpersonen (72,2 %) erhielten zusätzlich eine kognitive Nachfrage dazu, woran sie beim Beantworten von Item 7 gedacht haben. Item 7 wurde in zwei unterschiedlichen Formulierungen getestet („dass der weitere Bildungs- und Berufsweg Ihres Kindes gut planbar ist?“ vs. „dass die nächsten Schritte im Bildungs- und Berufsweg Ihres Kindes gut absehbar sind?“).
Befund:
Bis auf eine Testperson beantworteten alle Befragten Frage 25 vollständig. Bei allen Items mit Ausnahme von Item 1 (Studium an einer renommierten Universität) ordnete sich die Mehrheit der Befragten auf der rechten Hälfte der Antwortskala ein. Entsprechend wurden die abgefragten Statusmerkmale überwiegend als „eher wichtig“ bis „sehr wichtig“ bewertet. Am höchsten bewertet wurden ein verlässliches Einkommen (Item 9; 93,8 % „eher/sehr wichtig“), ein sicherer Arbeitsplatz (Item 8; 93,2 % „eher/sehr wichtig“), sowie im Betrieb als besonders kompetent zu gelten (Item 4; 86,8 % „eher/sehr wichtig“). Am wenigsten wichtig war den Befragten, dass ihr Kind an einer renommierten Universität studiert (Item 1; 47,9 % „eher/sehr wichtig“) und dass ihr Kind in einem Beruf mit hohem gesellschaftlichen Prestige arbeitet (Item 2; 55,5 % „eher/sehr wichtig“) (vgl. Tabelle 37).
Im Mittel unterschieden sich die Antworten auf Item 7 nicht zwischen Itemversion 1 (M = 4.4, SD = 1.1, n = 216) und Itemversion 2 (M = 4.4, SD = 1.1, n = 222), (t(436) = 0.45, p = .651).
Fazit und Empfehlung Web Probing 2:
Die Ergebnisse zeigen, dass Frage 25 insgesamt gut funktioniert. Mit Ausnahme einer Testperson beantworteten alle Befragten die Itembatterie vollständig. Die getesteten Items wurden überwiegend im intendierten Sinne verstanden und konsistent interpretiert. Dabei standen insbesondere fachliche Kompetenz, Anerkennung im beruflichen Umfeld, gute Arbeitsbedingungen sowie Sicherheit und Planbarkeit des Weiteren Bildungs- und Berufswegs im Vordergrund. Mehrere Befragte betonten zugleich, dass für sie die persönliche Zufriedenheit des Kindes wichtiger sei als berufliches Prestige oder die Anerkennung ihres Kindes durch andere.
Auch die beiden getesteten Formulierungen von Item 7 wurden sehr ähnlich verstanden und beantwortet. Weder die qualitativen Rückmeldungen noch die Antwortverteilungen oder Mittelwerte deuten auf relevante Unterschiede zwischen den beiden Versionen hin. Die zusätzlichen Nachfragen zeigen zudem, dass die Befragten beim Beantworten von Item 7 unterschiedliche Aspekte von Sicherheit, Orientierung und beruflicher Zukunft zusammendachten.
Vor diesem Hintergrund besteht kein grundlegender Anpassungsbedarf an den getesteten Items. Da sich die beiden Versionen von Item 7 hinsichtlich Verständnis und Antwortverhalten kaum unterscheiden, erscheinen beide Formulierungen grundsätzlich geeignet. Aus Gründen der sprachlichen Einfachheit und besseren Verständlichkeit empfehlen wir jedoch, die Formulierung „gut absehbar“ (Version 2) für die Haupterhebung zu verwenden, da sie konkreter formuliert ist und weniger abstrakt wirkt als der Begriff „planbar“.
| Itemtext | Aktiv getestet |
|---|---|
dass Ihr Kind bei einem Betrieb arbeitet, der in der Region bei Fachleuten einen guten Ruf hat?Itemtext:
dass Ihr Kind bei einem Betrieb arbeitet, der in der Region bei Fachleuten einen guten Ruf hat?
Empfehlungen:
siehe Fazit und Empfehlung Web Probing 2
Befund zum Item:Wie werden die Items von den Testpersonen verstanden? Item 6: …dass Ihr Kind bei einem Betrieb arbeitet, der in der Region bei Fachleuten einen guten Ruf hat? Der Großteil der Befragten (79,5 %) interpretierte das Item dahingehend, dass ein guter fachlicher Ruf des Betriebs mit positiven Arbeitsbedingungen und einer hohen Zufriedenheit der Beschäftigten verbunden ist. Teilweise wurde darüber hinaus angenommen, dass ein solcher Ruf für Sicherheit im Beschäftigungsverhältnis sowie für bessere berufliche Perspektiven im weiteren Verlauf der Erwerbsbiografie steht.
Mehrere Testpersonen betonten auch bei diesem Item erneut, dass die persönliche Zufriedenheit des Kindes im Beruf für sie im Vordergrund stehe. Der Ruf des Betriebes wurde dabei als nachrangig oder für das Wohlbefinden des Kindes nicht ausschlaggebend eingeschätzt.
Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuspräferenz
|
Ja |
| dass Ihr Kind einen Bildungsabschluss erwirbt, der in der Gesellschaft ein hohes Ansehen genießt (z. Bsp. Staatsexamen, Doktortitel) | Nein |
dass der weitere Bildungs- und Berufsweg Ihres Kindes gut planbar ist?Itemtext:
dass der weitere Bildungs- und Berufsweg Ihres Kindes gut planbar ist?
Empfehlungen:
siehe Fazit und Empfehlung Web Probing 2
Befund zum Item:Wie werden die Items von den Testpersonen verstanden? Item 7: …dass der weitere Bildungs- und Berufsweg Ihres Kindes gut planbar ist? (V1), …dass die nächsten Schritte im Bildungs- und Berufsweg Ihres Kindes gut absehbar sind? (V2) Die Interpretationen des Items unterschieden sich nicht zwischen den beiden Itemversionen. Die Mehr-heit der Testpersonen (67,2 %) interpretierte das Item dahingehend, dass das Kind einen klar strukturierten und verlässlich planbaren Bildungs- und Berufsweg haben soll, der Orientierung und Sicherheit für die Zukunft bietet.
Vereinzelt betonten die Befragten in diesem Zusammenhang zudem, dass eine gute Planbarkeit aus ihrer Sicht eine wichtige Voraussetzung dafür sei, das Kind bestmöglich unterstützen zu können.
Ein Viertel der Testpersonen (25,0 %) verband mit dem Item außerdem die Vorstellung guter beruflicher Perspektiven sowie eines sicheren oder hohen Einkommens.
Diejenigen Testpersonen, die zuvor eine Nachfrage zu Item 4, Item 5 oder Item 6 erhalten hatten, wurden zusätzlich gebeten anzugeben, woran sie beim Beantworten von Item 7 gedacht haben. Die Antworten auf die halboffene Nachfrage sind in Tabelle 38 dargestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass alle angebotenen Antwortoptionen vergleichsweise häufig ausgewählt wurden. Die Zustimmungswerte lagen über beide Itemversionen hinweg zwischen 35,0 % und 49,0 %. Besonders häufig nannten die Befragten ein später verlässliches Einkommen sowie die Vorstellung, dass das Kind den schulischen oder beruflichen Weg gut bewältigt. Die Antwortmuster unterschieden sich insgesamt nur geringfügig zwischen den beiden Itemversionen. Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuspräferenz
|
Ja |
| dass Ihr Kind in einem Beruf arbeitet, der in der gesamten Gesellschaft ein hohes Prestige hat (z. Bsp. Ärztin/Arzt oder Juristin/Jurist)? | Nein |
| dass Ihr Kind ein verlässliches Einkommen hat? | Nein |
| dass Ihr Kind an einer renommierten Universität studiert? | Nein |
dass Ihr Kind bei Menschen, die denselben Beruf ausüben, einen guten fachlichen Ruf hat?Itemtext:
dass Ihr Kind bei Menschen, die denselben Beruf ausüben, einen guten fachlichen Ruf hat?
Empfehlungen:
siehe Fazit und Empfehlung Web Probing 2
Befund zum Item:Wie werden die Items von den Testpersonen verstanden? Item 5: …dass Ihr Kind bei Menschen, die denselben Beruf ausüben, einen guten fachlichen Ruf hat? Die Interpretationen dieses Items entsprachen weitgehend denen von Item 4. Die meisten Befragten (80,8 %) verbanden mit der Aussage, dass das Kind innerhalb seines Berufsfeldes über fachliches Können verfügt und dafür von anderen Personen mit demselben Beruf respektiert und anerkannt wird.
Auch hier relativierten einzelne Testpersonen die Bedeutung eines guten fachlichen Rufs und stellten stattdessen das persönliche Wohlbefinden des Kindes in den Vordergrund.
Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuspräferenz
|
Ja |
| dass Ihr Kind einen sicheren Arbeitsplatz hat? | Nein |
dass Ihr Kind im Betrieb bei Kolleg:innen und Vorgesetzten als besonders kompetente Fachkraft gilt?Itemtext:
dass Ihr Kind im Betrieb bei Kolleg:innen und Vorgesetzten als besonders kompetente Fachkraft gilt?
Empfehlungen:
siehe Fazit und Empfehlung Web Probing 2
Befund zum Item:Wie werden die Items von den Testpersonen verstanden? Item 4: …dass Ihr Kind im Betrieb bei Kolleg:innen und Vorgesetzten als besonders kompetente Fachkraft gilt? Der Großteil der Befragten (88,1 %) interpretierte das Item dahingehend, dass das Kind seine beruflichen Aufgaben gut bewältigt, über fundiertes Wissen und Fähigkeiten verfügt und dafür im Arbeitsumfeld Anerkennung erhält.
Vereinzelt erläuterten Testpersonen, weshalb sie dieses Statusmerkmal als weniger wichtig einschätzten. Im Vordergrund stand für sie die persönliche Zufriedenheit des Kindes im Beruf und nicht die Anerkennung durch andere.
Thema der Frage:
Gesellschaft & Soziales/ Familie & Erziehung
Konstrukt:Statuspräferenz
|
Ja |