Pretest-Datenbank

Projektname: PaCo - Mechanismen der Panelkonditionierung in Längsschnittbefragungen: Fragen zu den Themen soziale Erwünschtheit, Geschlechterrollen und Umwelt

  1. Fragetext: Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussage zu oder nicht zu?
    Alles in allem leidet das Familienleben, wenn die Frau in Vollzeit berufstätig ist.
  2. Antwortkategorien:

    1 Stimme überhaupt nicht zu

    2

    3

    4

    5

    6

    7 Stimmen voll und ganz zu

    Weiß nicht


    1. Empfehlungen: Frage: Belassen.

      Antwortformat: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Comprehension Probe, General Probe, Category Selection Probe, Difficulty Probe, Specific Probe
  2. Befund zur Frage: Was verstehen die Testpersonen unter „Familienleben“?

    Alle Testpersonen assoziierten mit dem Begriff das Zusammenleben von Vater, Mutter und Kind(ern):
    • „Darunter verstehe ich all das, was in der Freizeit oder an Wochenenden alles geschieht bzw. wie das Zusammenleben der Familie ist, sage ich mal, nach dem Beruf.“ (TP 01)
    • „Ich sage jetzt einfach mal die Standardfamilie mit Mutter, Vater, Kind. Der Vater arbeitet voll, die Mama arbeitet voll. Dann leiden teilweise Sachen darunter wie Aktivitäten mit dem Kind. Wenn beide voll arbeiten, ist das auch ziemlich schwer. Oder die haben auch eventuell mal keine Lust dann, mit dem Kind etwas zu machen, wenn sie von montags bis freitags arbeiten und am Wochenende dann kaputt sind.“ (TP 04)
    • „Also Familienleben ist natürlich, dass, wenn die Kinder aus der Schule kommen, eben jemand da ist, oder wenn sie noch im Kindergarten sind, dass halt nicht immer irgendeine Nachbarin die Kinder abholt. Dass man dann eben so zusammen ist.“ (TP 07)

    Haben die Testpersonen Probleme, die Frage zu verstehen oder zu beantworten?

    Alle Testpersonen konnten sich auf der Antwortskala verorten, wobei die gesamte Skalenbreite genutzt wurde. Vier Testpersonen (TP 01, 02, 03, 06) stimmten der Aussage eher nicht bzw. überhaupt nicht zu (Skalenpunkte 1 und 2), zwei Testpersonen (TP 07, 08) wählten den Skalenmittelpunkt (Skalenpunkt 4) und vier Testpersonen (TP 04, 05, 09, 10) stimmten der Aussage eher bzw. voll und ganz zu (Skalenpunkte 5 und 7). In den kognitiven Interviews wurden die Testpersonen gebeten, ihre Antworten näher zu erläutern bzw. zu begründen (General Probe, Category Selection Probe). Die Erläuterungen der Testpersonen passten dabei – abgesehen von einer Ausnahme (TP 10) – jeweils zu den gewählten Antworten und zur Frageintention:
    • „Ich stimme dem eher nicht zu, weil ich glaube, dass man heutzutage viele Möglichkeiten hat, das Berufsleben und das Familienleben miteinander zu vereinen. Und ich glaube, dass eine Vollzeitbeschäftigung nicht mehr ganz so einschneidend in ein Familienleben ist, wie es mal eventuell war.“ (TP 01, Antwort: Skalenpunkt 2)
    • „Ich sehe das nicht so. Eine Ausnahme wäre nur, wenn ein Neugeborenes gestillt werden muss. Aber ansonsten glaube ich, dass Kinder auch genauso gut von einem Mann versorgt werden können. […] Für mich ist das einfach eine Frage dessen, wie man das organisiert. Manche schaffen das, andere nicht. Aber hier heißt es ja ‚alles in allem‘, das finde ich nicht.“ (TP 03, Antwort: Skalenpunkt 1)
    • „Der Mittelweg. Da muss jeder für sich selbst herausfinden, was besser ist.“ (TP 08, Antwort: Skalenpunkt 4)
    • „Also, es ist schon schwer, das Familienleben leidet schon. Abends hat man zu gar nichts mehr Lust, denkt “ich kann nicht mehr“ oder “ich will nicht mehr“.“ (TP 09; Antwort: Skalenpunkt 7)
    Testperson 10 gab an, der Aussage eher zuzustimmen (Skalenpunkt 5). In ihrer Begründung wurde allerdings deutlich, dass sie nicht etwa ein konservatives Geschlechterrollenbild hatte, sondern der Meinung war, dass eine konservative Einstellung des Mannes dazu führen könne, dass das Familienleben leide:

    • TP 10: „Das ist situationsabhängig. Das kommt immer auf die Konstellation an. Je nachdem, wie der Mann im Familienleben gestrickt ist, ist es eben nicht unbedingt das Übliche. Es gibt ja auch noch sehr konservative Männer, die den Unterhalt der Familie allein bestreiten wollen, weil sie nicht einsehen, dass eine Frau unabhängig sein sollte.“
    • TL: „Also, wenn ich Sie richtig verstehe, hängt das vom Mann ab, ob das Familienleben darunter leidet?“
    • TP 10: „Ja, genau. Gesellschaftlich, wie der das überhaupt annimmt. Das ist ja immer noch so, dass Frauen schlechter bezahlt werden usw. Also, das ist ja eine komplexe Geschichte, so dass es nicht unbedingt selbstverständlich ist, dass sich eine Frau unabhängig finanzieren kann.“

    Gibt es vorab gefestigte/starke Meinungen zu dem Thema?

    Mit Ausnahme von Testperson 08 gaben alle Testpersonen an, zu diesem Thema eine gefestigte Meinung zu haben. Testperson 08 sagte, sie habe zunächst überlegen müssen, wie sie die Frage beantworte, da sie hierzu „keine einhundertprozentige Meinung“ habe (Antwort: Skalenpunkt 4).
  1. Thema der Frage: Umfragemethodik/ Panelkonditionierung
  2. Konstrukt: Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  3. Frage in ZIS dokumentiert: