Pretest-Datenbank

Projektname: SHARE 9. Welle - Neue Items zu den Themen finanzielle Entscheidungsfindung, erfolgreiches Altern, Ess- und Schlafverhalten, langfristige Pflegeversicherung und Erwartungen an die Langzeitpflege

  1. Fragetext: Wurde Ihnen je von medizinischem Fachpersonal mitgeteilt, dass Sie an einer Krankheit leiden, die Veränderungen Ihrer Art zu schlafen zur Folge hatte?
  2. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein


    1. Empfehlungen: Frage: Um Fehlinterpretation der Frage zu vermeiden, empfehlen wir, sie umzuformulieren. Eine mögliche Formulierung lautet:

      „Wurde Ihnen je von medizinischem Fachpersonal mitgeteilt, dass Sie an einer Krankheit oder körperlichen Beeinträchtigung leiden, die Auswirkungen auf Ihren Schlaf (Ihre Schlafqualität) hat?“

      Antwortoptionen: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Paraphrasing, Comprehension Probing, Specific Probing
  2. Befund zur Frage: 1. Wie interpretieren die Testpersonen die Frage?

    Alle zehn Testpersonen beantworteten die Frage mit „Nein“. Hiervon interpretierten sechs Testpersonen die Frage wie intendiert, d. h. dahingehend, ob ihnen jemals von medizinischem Fachpersonal mitgeteilt worden sei, dass sie aufgrund einer Krankheit Schlafprobleme hätten:
    • „[In der Frage geht es darum], ob mir ein Arzt gesagt hätte, dass ich aufgrund einer Krankheit schnarche.“ (TP 07)
    • „[In der Frage geht es darum], ob mir mein Hausarzt oder ein Facharzt jemals gesagt hat, dass ich aus bestimmten Gründen schlecht schlafe.“ (TP 08)
    Drei Testpersonen (TP 01, 02, 10) hätten die Frage aufgrund ihrer (vorherigen) Angaben eigentlich bejahen müssen, zumindest wenn man ihre geschilderten Probleme als „Krankheit“ interpretiert. Alle drei Personen berichteten von Problemen mit ihrer Nase oder ihren Atemwegen, welche Auswirkungen auf ihren Schlaf hätten:
    • „Ich habe ganz kleine und enge Nasenmuscheln, die sind öfters mal zu, weil ich auch eine Allergie habe. Ganz besonders wenn ich flach im Bett liege. Das ist einfach so. Das schließt auch ein, dass ich dadurch leider auch lauter schnarche. […] Manchmal wache ich von meinem eigenen Schnarchen auf, das ist schrecklich. […] Ich bin öfters bei einem HNO-Arzt wegen meiner Nase. Und der meint, ich könnte mich operieren lassen, die Nasenmuscheln vergrößern lassen. Aber das ist nicht so schlimm, dass ich jetzt in ein Schlaflabor müsste oder irgendwelche Schlafmasken brauche oder so. Das eher nicht.“ (TP 01)
    • „Also laut schnarchen nicht, aber dass ich schnarche, weiß ich, weil ich vor Jahren so einen Schlaftest gemacht habe. Und dann hatte der Arzt damals gesagt, ich hätte ein ganz leises Schnarchen, also eine ganz leichte Behinderung in der Nase.“ (TP 02)
    • „Es geht [bei der Frage] darum, dass wenn man sich zum Beispiel die Atemwege begradigen lässt – so wie ich vor ca. 35 Jahren –, dass das einen Einfluss auf die Atmung bzw. das Schnarchen hat. Das war dann weg.“ (TP 10)
    Darüber hinaus missverstand Testperson 06 die Frage dahingehend, ob ihr ein medizinisches Fachpersonal jemals mitgeteilt hätte, dass sie Schlafprobleme habe, d. h., ob es während des Schlafens diagnostiziert wurde: „[Bei der Frage geht es darum], ob mir ein ärztliches Personal gesagt hat, dass mein Schlaf nicht normal wäre. Aber da ich jetzt, glaube ich, 30 Jahre nicht mehr im Krankenhaus war, kam das nicht vor. […] Ärzte und Krankenschwestern [wären] ja die Einzigen, die mich mal nachts hören könnten theoretisch.“

    2. Was verstehen sie unter „medizinischem Fachpersonal“?

    Die Testpersonen assoziierten mit diesem Begriff hauptsächlich (Haus-)Ärzte (n = 9), Fachärzte/Ärzte im Schlaflabor (n = 5), Krankenschwestern oder -pfleger (n = 3) und Arzthelfer/-innen (n = 1). Keine der Testpersonen gab an, dass der Begriff unverständlich oder kompliziert sei.
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Von medizinischem Fachpersonal diagnostizierte Schlafstörungen