Pretest-Datenbank

Projektname: SHARE 9. Welle - Neue Items zu den Themen finanzielle Entscheidungsfindung, erfolgreiches Altern, Ess- und Schlafverhalten, langfristige Pflegeversicherung und Erwartungen an die Langzeitpflege

  1. Fragetext: Wie viele Portionen Obst oder Gemüse essen Sie an einem typischen Tag?
  2. Instruktionen: Eine Portion könnte etwa ein mittelgroßer Apfel, eine mittelgroße Banane oder Tomate oder eine Handvoll Obst oder Gemüse sein. Bitte zählen Sie Kartoffeln und andere stärkehaltige Wurzeln wie Süßkartoffeln und Maniok nicht mit.
  3. Antwortkategorien:

    _______Portionen


    1. Empfehlungen: Frage: Um zu vermeiden, dass Befragte entweder ausschließlich ihren Obst- oder aus-schließlich ihren Gemüsekonsum berichten, empfehlen wird, beide Lebensmittel getrennt voneinander abzufragen.
      Um zu vermeiden, dass Befragte „halbe“ statt „mittelgroße“ Portionen nennen, empfehlen wir, auf eine Größenangabe zu verzichten und die Definition(en) einer Portion Obst bzw. Gemüse wie folgt zu modifizieren:

      „Eine Portion Obst könnte etwa ein Apfel, eine Banane oder eine Handvoll Beeren sein.“ „Eine Portion Gemüse könnte etwa eine Tomate, eine Karotte oder eine Handvoll Salat sein. Bitte zählen Sie …“

      Darüber hinaus sollte die Frage nur jenen Befragten gestellt werden, die bei Frage 2 angegeben haben, täglich Obst oder Gemüse zu essen, da es (logischerweise) für alle anderen Befragten keinen „typischen Tag“ geben kann.
      Alternativ sollte durch die Formulierung der Frage deutlich werden, dass die Be-fragten an einen Tag denken sollen, an dem Sie Obst und/oder Gemüse essen:

      „Wenn Sie an einen Tag denken, an dem Sie Obst oder Gemüse essen: Wie viele Portionen Obst oder Gemüse essen Sie dann normalerweise?“

      Antwortformat: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Difficulty Probing, Specific Probing, Comprehension Probing
  2. Befund zur Frage: 1. Wie kommen die Testpersonen zu ihrer Antwort? Wie berechnen/zählen/schätzen sie den Wert?

    Beim Beantworten der Frage gingen alle Testpersonen so vor, dass sie retrospektiv ihr Essverhalten erinnerten und die Menge Obst oder Gemüse zählten oder grob überschlugen, die sie an einem typischen Tag konsumieren:
    • „Obst esse ich über den ganzen Tag verteilt. Immer mal wieder, mal eine Banane, mal einen Apfel, mal eine Mandarine. Also mehrmals täglich. Das dürften so vier Portionen sein. Gemüse bei der Hauptmahlzeit und abends gibt es auch Gemüse, in Form von Paprika, Tomate. Also, wenn man alles zusammenzählt, dann komme ich insgesamt auf 7 Portionen. […] Portionen sind für mich ein Apfel, eine Mandarine. Das habe ich zusammengerechnet.“ (TP 05)
    • „Ich esse definitiv jeden Tag einmal Obst. Das ist einfach mein Ernährungsplan. Der steht und wird auch durchgezogen. Ich mische das meistens mit Joghurt und ein paar Haferflocken und vielleicht auch noch Kokosflocken. Also einmal am Tag Obst, das ist für mich Pflicht.“ (TP 06)
    Die kognitiven Interviews förderten aber auch Probleme der Frage zu Tage. Zum einen berichteten mehrere Testpersonen ausschließlich ihren Obstkonsum und ließen ihren Gemüsekonsum entweder außen vor oder bezogen ihn erst auf Nachfrage des Testleiters oder der Testleiterin in ihre Antwort mit ein. Dies könnte an der Formulierung „Obst oder Gemüse“ in der Frage liegen, die dahingehend interpretiert werden kann, dass Befragte entweder ihren Obst oder ihren Gemüsekonsum berichten sollen, je nachdem, was sie häufiger konsumieren:
    • „Ich könnte den ganzen Tag Obst essen. Dreimal täglich im Schnitt. […] Ich habe einfach gezählt, an Obst, was ich zu mir nehme. […] Aber wenn ich Gemüse noch dazuzähle, das habe ich nicht berücksichtigt: Gemüse esse ich einmal am Tag.“ (TP 02; ändert ihre Antwort von 3 auf 4 Portionen)
    • „Gemüse esse ich so einmal am Tag. Und wie schon gesagt, so zweimal pro Woche esse ich Obst.“ (TP 04; gibt bei Frage 2 an, zweimal pro Woche Obst zu essen, bei Frage 3 dagegen, an einem typischen Tag eine Portion Gemüse zu essen. Folglich hätte sie bei Frage 2 „täglich“ angeben müssen)
    Des Weiteren führte die Definition einer Portion Obst oder Gemüse bei zwei Testpersonen (TP 06, 08) zu Missverständnissen. Diese interpretierten die Definition dahingehend, dass sich eine Portion auf einen „halben“ Apfel oder eine „halbe“ Banane beziehe statt auf eine/n „mittelgroße/n“:
    • „Also, auf die Größe [die Definition in der Frage] bezogen zwei. Ich esse jeden Tag entweder eine Banane oder einen Apfel. Aber wenn Sie es nur auf eine halbe Banane und einen halben Apfel beziehen, dann das Doppelte davon.“ (TP 06)
    • „Dann wären das vier Portionen nach Ihrer Definition. Also zwei Äpfel am Tag oder einen Apfel und eine Banane. […] Die Frage ging ja von einer halben Banane und einem halben Apfel aus. […] Ach so, dann habe ich es falsch verstanden. Dann bleiben wir bei 1.“ (TP 08)
    Zu guter Letzt wies Testperson 07 darauf hin, dass Frage 3 für Personen, die bei Frage 2 nicht „täglich“ geantwortet hätten, nicht zu beantworten sei, da es für sie – bezogen auf ihren Obst- und Gemüsekonsum – keinen „typischen Tag“ gebe: „Also, ich esse das nicht täglich. Wie gesagt, 3- bis 4-mal pro Woche schon. Das steht ja im Widerspruch zu der vorherigen Frage. […] [Wenn ich es auf einen Tag herunterbreche], dann würde ich sagen: einen halben Apfel pro Tag. Aber wie gesagt, die beiden Fragen sind ein bisschen gegenläufig.“

    2. An welche Arten von Obst und Gemüse denken die Testpersonen (bzw. an welche nicht)?

    Wie bereits im vorherigen Abschnitt beschrieben, dachten mehrere Testpersonen ausschließlich an ihren Obstkonsum und ließen ihren Gemüsekonsum bei der Beantwortung der Frage außen vor.
    Auf Nachfrage gaben alle Testpersonen gaben an, bei der Beantwortung der Frage an frisches Obst oder Gemüse gedacht zu haben. Vereinzelt wurden auch tiefgefrorenes Obst oder Gemüse (TP 01, 03), getrocknetes Obst oder Gemüse (TP 03, 08) und Säfte oder Smoothies (TP 02) in der Antwort berücksichtigt.

    3. Was verstehen die Testpersonen unter den Begriffen „stärkehaltige Wurzeln“ und „Maniok“?

    Mit dem Begriff „stärkehaltige Wurzeln“ assoziierten die Testpersonen vornehmlich Kartoffeln sowie vereinzelt auch die beiden anderen in der Frage genannten Gemüsesorten (Süßkartoffeln, Maniok):
    • „Sie haben ja auch das Beispiel gegeben. Aber das weiß ich auch: Kartoffeln haben Stärke, Süßkartoffeln weniger, aber ich glaube die auch. Mehr fällt mir im Moment nicht ein.“ (TP 01)
    • „Prinzipiell die Kartoffel.“ (TP 05)
    • „Das bekannteste ist sicher die Kartoffel. Dann wird ganz sicher noch dieser Maniok dazugehören und die Süßkartoffeln. Ansonsten fällt mir da nichts mehr ein.“ (TP 08)
    Den Begriff Maniok hatten nach eigener Auskunft sechs Testpersonen schon einmal gehört, wovon fünf den Begriff auch etwas näher erläutern konnten:
    • „Gehört habe ich den mal. Ich glaube, das ist eine Art Süßkartoffel, bin ich mir aber nicht sicher. Müsste ich googeln.“ (TP 06)
    • „Ich habe das schon einmal gelesen, kann ich aber nicht genau erklären. Stammt aus Südamerika, glaube ich. Ich habe das noch nie gegessen.“ (TP 09)
    • „Maniok ist doch eine Kartoffelart, so etwas wie Süßkartoffeln.“(TP 10)
  1. Thema der Frage: Gesellschaft & Soziales/ Generation 55+ & Ruhestand
  2. Konstrukt: Menge des täglichen Obst- und Gemüseverzehrs