Pretest-Datenbank

Projektname: SHARE 9. Welle - Neue Items zu den Themen finanzielle Entscheidungsfindung, erfolgreiches Altern, Ess- und Schlafverhalten, langfristige Pflegeversicherung und Erwartungen an die Langzeitpflege

  1. Fragetext: Auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 0 „überhaupt nicht erfolgreich“ bedeutet und 10 „sehr erfolgreich“: Was würden Sie sagen, wie erfolgreich altern Sie?
  2. Instruktionen: Bitte sehen Sie sich Karte 1 an.
  3. Antwortkategorien:

    0 Überhaupt nicht erfolgreich

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    9

    10 Sehr erfolgreich


    1. Empfehlungen: Frage: Wir empfehlen, die Frage umzuformulieren, um den Begriff „erfolgreich altern“ zu vermeiden. Mögliche Formulierungen wären zum Beispiel:

      • a. „Wie zufrieden sind Sie damit, wie Ihr Alterungsprozess verläuft?“

      • b. „Wie zufrieden sind Sie damit, wie Sie altern?“

      Alternativ könnte die Frage auch um eine Definition von „erfolgreich altern“ ergänzt werden, wie z. B.:
      „Unter erfolgreich altern verstehen wir, dass man trotz sich verändernder Bedingungen aktiv und zufrieden altern und nicht durch Gebrechen oder Krankheiten dabei eingeschränkt wird.“

      Antwortoptionen: Falls der Fragetext wie oben vorgeschlagen modifiziert wird, müssten die Endpunkte der Skala in „Überhaupt nicht zufrieden“ und „Sehr zufrieden“ geändert werden.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Comprehension Probing, Specific Probing
  2. Befund zur Frage: 1. Was verstehen Sie unter „erfolgreich altern“?

    Mit Ausnahme von Testperson 07 konnten alle Personen die Frage beantworten und gaben an, mittelmäßig bis sehr erfolgreich zu altern (Spanne der Antworten: Skalenpunkte 5 bis 10). Testperson 07 erklärte, dass sie die Frage nicht beantworten könne, da ihr nicht klar sei, was der Begriff „erfolgreich altern“ bedeute: „Wie erfolgreich ich altere? Oh je, was verstehen Sie darunter? Diese beiden Wörter habe ich im Zusammenhang noch nie gehört. Den Zusammenhang zwischen altern und erfolgreich verstehe ich nicht. […] Also, mit der Frage kann ich überhaupt nichts anfangen.“ (TP 07).
    Von den neun Testpersonen, die sich auf der Antwortskala verorteten, ignorierte eine (TP 05) den Begriff „erfolgreich“ und beantwortete die Frage nur dahingehend, ob bzw. wie sehr sie altere (Antwort: 6): „Bei einer Freundin von mir sehe ich auch, dass sie jetzt – also die letzten zwei Jahre – altert. Es ist aufgrund der Bewegung, es geht nicht mehr so, wie es vorher ging.“ Eine Person, die nicht (erfolgreich) altere, beschrieb die Testperson entsprechend als jemanden, „der immer jung bleibt oder immer jung aussieht“.
    Die restlichen acht Testpersonen assoziierten mit dem Begriff „erfolgreich altern“ vor allem, körperlich gesund zu sein bzw. zu bleiben. Zusätzlich assoziierten einige Testpersonen damit auch die mentale Gesundheit (TP 01, 02, 03, 08), die Zufriedenheit mit dem Altern (TP 02, 04, 08) oder die soziale Teilhabe im Alter (TP 01, 02):
    • „[Darunter verstehe ich], mich gesund zu ernähren, ordentlich zu schlafen, Bewegung, sozialer Austausch. Dazuzugehören [zum sozialen Leben]. […] Wenn man im Kopf lange leistungsfähig bleibt und auch in der Bewegung. Wenn man auch einfach etwas dafür tut, damit man lange lebt.“ (TP 01)
    • „Ich bin 75 Jahre alt und kann noch alles machen. Ich bin im Kopf noch total fit, gehe noch arbeiten, mache meinen Haushalt, bin gesund und habe noch gar keine Beschwerden. Ich kann mich nicht beklagen.“ (TP 03)
    • „[Darunter verstehe ich], dass man körperlich und geistig noch fit ist. Zwar nicht mehr der Fitteste, aber dass man doch noch fit ist, noch etwas unternehmen kann. Dass man nicht nur hinter der Ofenecke sitzt und wartet, bis der Tod kommt. […] Dass man noch Spaß am Leben hat.“ (TP 08)
    • „Dass man gesund ist und nicht ständig beim Arzt sitzt und irgendwelche Zipperlein hat. Das würde ich für mich als erfolgreich definieren.“ (TP 10)

    2. Denken die Testpersonen an das Altern allgemein oder vor allem an ein hohes Alter, das mit einer Verschlechterung der körpelichen und geistigen Verfassung einhergeht?

    Keine der Testpersonen dachte beim Beantworten der Frage ausschließlich an das hohe Alter. Stattdessen fokussierten sie sich hauptsächlich auf ihren jetzigen (Gesundheits-) Zustand und ihr aktuelles Alter und beantworteten die Frage für den Alterungsprozess im Allgemeinen:
    • „[Ich habe] an den Alterungsprozess [allgemein gedacht]. Ans hohe Alter nicht, manche be-kommen ja schon mit 60 oder 70 oder noch früher Demenz oder einen Schlaganfall oder so etwas.“ (TP 03)
    • „Altern ist ja ein Prozess, der im Grunde mit der Geburt beginnt.“ (TP 06)
    • „Der Alterungsprozess fängt bei verschiedenen Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen an. Manche meinen, das Altern beginnt schon mit 40, andere mit 50. Also ich zähle mich mit fast 75 Jahren schon zu den älteren oder alten Menschen. Man kann das aber nicht an einem bestimmten Alter festmachen.“ (TP 09)

    3. Ist das Vorlegen der Karte hilfreich oder wird sie eher nicht benötigt?

    Mit Ausnahme von zwei Testpersonen (TP 01, 02), gaben alle Personen an, dass das Vorlegen der Karte die Beantwortung der Frage erleichtere:
    • „Da kann man es einfach nochmal besser abschätzen, wenn man es vor sich hat.“ (TP 05)
    • „Das ist eher hilfreich als unnötig. Wenn man das vor sich hat, ist es einfacher.“ (TP 08)
  1. Thema der Frage: Gesellschaft & Soziales/ Generation 55+ & Ruhestand
  2. Konstrukt: Erfolgreiches Altern