Pretest-Datenbank

Projektname: ALPhA - Auswirkungen der Liberalisierung des Internethandels in Europa auf den Phänomenbereich der Arzneimittelkriminalität

  1. Fragetext: Worum handelte es sich bei den im Jahre 2015 bestellten Arzneimitteln / Medikamenten?
  2. Instruktionen: Mehrfachantworten möglich
  3. Antwortkategorien:

    In Deutschland rezeptpflichtige Arzneimittel/ Medikamente
    Wie viele unterschiedliche ArzneiArzneimittel/ Medikamente im Jahr 2015 (Name oder Anzahl)? ____________________________________

    In Deutschland nicht rezeptpflichtige Arzneimittel/ Medikamente
    Wie viele unterschiedliche Arzneimittel/ Medikamente im Jahr 2015 (Name oder Anzahl)? ____________________________________

    Nicht bekannt, ob rezeptpflichtig oder nicht
    Wie viele unterschiedliche Arzneimittel/ Medikamente im Jahr 2015 (Name oder Anzahl)? ____________________________________


    1. Empfehlungen: Da die Testpersonen im Verlauf des Fragebogens mehrmals angeben sollen, welche Medikamente sie in welcher Anzahl (wobei unklar ist, worauf sich die Anzahl beziehen soll: Bestellungen oder Präparate) im Hinblick auf die unterschiedlichen Kriterien bspw. jemals, in einem bestimmten Zeitraum, rezeptpflichtig oder –frei erworben haben, nimmt die Motivation sich erneut die Mühe zu machen, alle erworbenen Medikamente aufzuschreiben stetig ab. Da davon ausgegangen wird, dass die meisten Befragten rezeptfreie Medikamente via Internetanbieter online bestellen, sollte es ausreichend sein, wenn bspw. bei Frage 8 gezielt nachgefragt wird, für welche Medikamente ein (Online-)Rezept für den erfolgreichen Bestellvorgang benötigt wurde. Wer bewusst in Deutschland rezeptpflichtige Medikamente im Ausland bestellt ohne ein (Online-) Rezept dafür zu haben, ist sich seines Fehlverhaltens – da illegal – bewusst und wird voraussichtlich keinerlei Angaben zu den betreffenden Medikamenten machen, wenn er explizit danach gefragt wird. Im besten Fall kann ein Abgleich der Angaben aller online bestellten Mittel (Frage 2 bzw. 3) und der in Frage 8 als rezeptpflichtig angegebenen, Aufschluss darüber geben, ob (unwissentlich) illegaler Medikamentenhandel betrieben wurde oder nicht.

      Frage: Belassen.

      Instruktion: Statt der Formulierung „Mehrfachantworten möglich“, was einer Intervieweranweisung entspricht, muss die Formulierung für Selbstausfüller angepasst werden: „Bitte alles Zutreffende ankreuzen!“

      Antwortoptionen: Kategorie belassen, aber Zusatzfrage: „Wie viele unterschiedliche Arzneimittel/ Medikamente im Jahr 2015 (Name oder Anzahl)? an dieser Stelle streichen und erst bei Frage 8) spezifischer nachfragen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Confidence Rating, Emergent Probing
  2. Befund zur Frage: Jede der 15 Testpersonen (TP 02, 03, 04, 05, 06, 07, 09, 10, 11, 12, 13, 16, 18, 19, 20), die diese Frage gestellt bekam, gab an, im Jahre 2015 in Deutschland nicht rezeptpflichtige Arzneimittel/ Medikamente im Internet bestellt zu haben. Bis auf TP 11, die angab sich „eher sicher“ zu sein, waren sich alle anderen Testpersonen „sehr sicher“, dass die von ihnen im Internet bestellten Mittel in Deutschland nicht rezeptpflichtig sind. Dies gilt auch für die fünf Testpersonen (TP 02, 06, 18, 19, 20), die zusätzlich in Deutschland rezeptpflichtige Medikamente im Internet bestellt hatten. Nur einer Testperson (TP 12) war nicht bekannt, ob das von ihr im Internet bestellte Medikament (Ibuprofen) in Deutschland rezeptpflichtig ist.

    Es wurde jedoch augenscheinlich, dass diese Frage vielen Testpersonen Probleme bereitete.

    TP 02 etwa zweifelte, „ob ich es richtig verstanden habe. Hier steht in Deutschland rezeptpflichtige Arzneimittel, […] und nicht rezeptpflichtig. Ich habe ja beides.“ Sie hatte den Hinweis überlesen, dass Mehrfachantworten bei dieser Frage möglich sind und wusste so nicht, in welche Kategorie sie sich einordnen sollte.

    Die Testpersonen 05 und 13 kreuzten beide nur die für sie passende Antwortkategorie an, ohne jedoch die weiteren zu machenden Angaben wie viele Mittel und Name derselben einzutragen. Auf Nachfrage gibt TP 13 an, „ich habe die Ausfüllanweisung nicht gesehen“.
    Zudem bereitete vielen Befragten die Formulierung „(Name oder Anzahl)“ Schwierigkeiten. Eine Testperson berichtete: „Name ODER Anzahl hat mich verwirrt, was ich hier jetzt angeben soll“ (TP 11). Diese Testperson schrieb dann beides nieder. Anders Testpersonen 07 und 20, die die Formulierung so interpretierten, dass es ihre Wahl sei, eine der beiden Angaben zu machen:
    • „Jetzt habe ich ja die Anzahl hingeschrieben, da brauche ich ja keinen Namen mehr zu schreiben (lacht). Jetzt lese ich es und kann mich ja entscheiden.“ (TP 07)
    • „Ich habe mich aber für die Anzahl entschieden.“ (TP 20)
    Auch TP 09 und 18 geben nur die Anzahl der bestellten Mittel an, und nicht deren Namen.

    Weiter interpretieren die Testpersonen die Frage nach der Anzahl unterschiedlich. Manche Testpersonen (TP 04, 19) zählen, wie viele verschiedene Medikamente sie im Internet bestellt hatten, während die anderen die Menge der bestellten Medikamente angeben.

    Eine Testperson weist darauf hin, dass in dieser Frage homöopathische Mittel nicht mehr ausgeschlossen werden: „Hier steht ja nicht, dass keine homöopathischen Mittel zählen, also zähle ich auch Gelomyrthol“ (TP 03).

    Zuletzt bemerkt TP 16, „diese Frage empfinde ich sehr schwierig zu beantworten. Ist die Frage, dass ich meine Apotheke durchforste, wie viel Zeit habe ich zu Beantworten. Wenn ich den Fragebogen zu Hause bekomme, kann ich nachzählen aber ich empfinde das als sehr mühselig. Also ich würde auf die von mir ausgefüllten Unterlagen zurückgreifen und vielleicht noch plus die ein oder zwei, die ich vergessen habe. Ich würde mir nicht die Mühe machen, nochmal alles aufzuschreiben.“
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Art der online bestellten Medikamente (rezeptpflichtig versus rezeptfrei)