General Probing, Category Selection Probing, Difficulty Probing, Comprehension Probing, Specific Probing.
Antwortverteilung bei Frageversion 1
In der ersten Frageversion wählen zwei Testpersonen den untersten Wert „ungerecht niedrig“, fünf entscheiden sich für einen/den Wert zwischen „ungerecht niedrig“ und „gerecht“, elf wählen „gerecht“ und jeweils eine Testperson entscheidet sich für den Wert zwischen „gerecht“ und „ungerecht hoch“. und für „ungerecht hoch“.
Verständnis der Frage und Skala
Bei allen Testpersonen passen die Erläuterungen zu ihrer Antwort:
- „Es kommt darauf an, welche Position man hat. Aber ich finde, es ist viel zu viel.“ (TP 03, „ungerecht hoch“)
- „Damit kann man einigermaßen über die Runden kommen, wenn man keine großen Ansprüche hat. Aber das sollte eigentlich der Mindestlohn sein.“ (TP 05, zwischen „ungerecht niedrig“ und „gerecht“)
- „Ich denke, dass ein Gehalt von 2.900 Euro für jeden ausreichend ist.“ (TP 07, „gerecht“)
- „2.900 Euro brutto finde ich ungerecht niedrig für jemanden, der eine Familie ernähren muss.“ (TP 08, „ungerecht niedrig“)
- „Es ist ein Betrag, mit dem man, denke ich, gut auskommen und seinen Lebensunterhalt finanzieren kann. Wer durchschnittliche Arbeit vollbringt, soll eben auch durchschnittlich verdienen.“ (TP 14, „gerecht“)
Nennung von Berufsgruppen durch Testpersonen
Mit Abstand am häufigsten wird als vorgestellter Beispielberuf Büroarbeit genannt. Neun Testpersonen nennen direkt „Bürokraft“, zwei weitere „Sachbearbeiter“, eine Testperson spricht von „normalen Angestellten“ und eine von Arbeit in der „Verwaltung“.
Die zweite häufig genannte Kategorie ist das Handwerk. Fünf Testpersonen nennen das Handwerk im Allgemeinen und zwei nennen (KFZ-)Mechaniker. Altenpflege wird von drei Testpersonen genannt, Krankenpflege und Arzthelferin jeweils von einer Testperson. Diese Nennungen entsprechen ungefähr den später genannten Beispielberufen.
Neben diesen Nennungen, die grob den in Frageversion 2 aufgeführten Beispielen Krankenschwester /-pfleger, Buchhalter und Elektriker entsprechen, assoziieren die Testpersonen eine sehr heterogene Mischung an Berufsgruppen mit dieser Einkommensstufe. Dabei wird deutlich, dass viele Testpersonen keine genaue Vorstellung davon haben, welche Berufe in Deutschland durchschnittlich verdienen.
Unter anderem gibt es allgemeine Nennungen wie „fertig ausgebildete Berufe“, „der Mittelstand“ und „der öffentliche Dienst“. Teilweise denken die Testpersonen an sehr unterschiedliche Berufsgruppen. Beispielsweise werden einerseits Kassiererin und Verkäuferin genannt, von anderen Testpersonen dann Filialleitung, Manager oder Teamleiter. Darüber hinaus werden Arbeiter in der Industrie, Bauarbeiter, Müllmänner, Zugfahrer, Anlagenführer, Erzieher und Polizisten genannt.
Antwortverteilung bei Frageversion 2 und Änderung der Antworten zwischen den Versionen
Das Einkommen der Durchschnittsverdiener in Deutschland wird in Version 2 mit den Beispielberufen kritischer bewertet. Fünf Testpersonen ändern ihre Antwort gegenüber der ersten Version. Diese Testpersonen haben alle die 5-stufige Skala verwendet und alle korrigieren ihre Antwort „nach unten“. Somit wählen vier Testpersonen die unterste Kategorie „ungerecht niedrig“, sechs einen/den Wert zwischen „ungerecht niedrig“ und „gerecht“, zehn „gerecht“ und niemand einen Wert darüber.
Zwei Testpersonen merken bereits bei der ersten Version der Frage an, dass für sie entscheidend sei, welche Berufsgruppen zu den Durchschnittsverdienern zählen:
- „Es ist schwer die Fragen zu beantworten, da sie immer so allgemein gefasst sind. Ich denke einfach, manchen Berufen sollte mehr Anerkennung gezollt werden.“ (TP 07, „gerecht“)
- „Es kommt darauf an, welche Kategorie von Arbeit zu den einzelnen Personen gehört […] Ich weiß zum Beispiel nicht, ob Pflegepersonal zu dieser mittleren Kategorie gezählt wird bezüglich ihres Gehaltes oder eben zu der niedrigeren Stufe.“ (TP 19, zwischen „gerecht“ und „ungerecht hoch“)
Erwähnung des Begriffs „Mittelfeld“
Nur eine Testperson erwähnt in ihren Erläuterungen das Wort Mittelfeld:
„Wenn ich ein Durchschnittsverdiener bin und im Mittelfeld liege, dann scheint es ja zu stimmen.“ (TP 01, „gerecht“)
Die häufige Verwendung von Begriffen wie „durchschnittlich“ oder Bezüge auf den Mittelstand zeigt, dass die Testpersonen korrekterweise an Durchschnittsverdiener denken.