Pretest-Datenbank

Projektname: Islamistische Einstellungen bei jugendlichen Musliminnen und Muslimen in Deutschland

  1. Fragetext: Sind Sie online (Instagram, Twitter, Facebook, YouTube, etc.) schon einmal auf islamistisch-salafistische Inhalte gestoßen?
  2. Antwortkategorien:

    ja

    nein


    1. Empfehlungen: Frage
      Wir empfehlen, das Wort islamistisch-salafistisch zu erläutern und ggf. mit Beispielen zu versehen.

      Antwortoptionen:
      Unterscheiden nach Inhalten, die man auf dem eigenen Gerät gesehen hat oder nur von anderen gezeigt bekommen hat.

      Sind Sie online (Instagram, Twitter, Facebook, YouTube, etc.) schon einmal auf islamistisch-salafistische Inhalte gestoßen?

      Wurden Ihnen schon einmal von anderen islamistisch-salafistische Inhalte gezeigt?
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Difficulty Probing, Comprehension Probing, Specific Probing.
  2. Befund zur Frage: Alle Testpersonen beantworten die Frage ohne von außen ersichtlichen Zeichen von Unwohlsein zu zeigen. Etwa die Hälfte der Testpersonen gibt an, in der Vergangenheit auf solche Inhalte gestoßen zu sein. Mit einer Ausnahme bezeichnen alle Testpersonen die Frage als sehr leicht oder eher leicht zu beantworten.

    Eine Testperson stellt spontan die Rückfrage, ob es nur um Inhalte geht, die sie auf ihrem Handy gesucht bzw. gefunden habe, oder auch um Inhalte, die ihr von anderen gezeigt wurden. Sie entscheidet, dass es nur um sie selbst geht und antwortet „nein“ (DE01).

    Der Begriff „islamistisch-salafistisch“

    Die Begriffe islamistisch und salafistisch werden von den meisten Testpersonen nicht getrennt voneinander wahrgenommen, sie können die Begriffe nicht unterscheiden (AR14) oder halten sie für Synonyme („das ist dasselbe für mich“, TR10). Drei der türkischen Testpersonen bitten darum, die Frage auf Deutsch zu hören, weil ihnen der türkische Begriff für „islamistisch-salafistisch“ nicht bekannt ist. Eine Testperson wartet mit dem Antworten bis sie die deutsche Übersetzung gehört hat und erklärt, dass sie aus Unsicherheit im Türkischen nicht geantwortet hätte, weil ihr diese Worte nicht bekannt seien (TR09).

    Zu der Definition von islamistisch gehören „Menschen, die extrem sind“ (DE01), radikal (TR06) oder rechtsradikal (DE01). Eine Testperson sagt, dass das Wort islamistisch eine übertriebene, negative Bezeichnung für Muslime sei (DE04). Zwei Testpersonen verstehen Islamismus als strenge Glaubensauslegung, häufig mit dem Wunsch, andere Menschen auch von einer eher wörtlichen Auslegung zu überzeugen:
    • „Leute, die den Islam wörtlich praktizieren“ (DE02)
    • „Jemand, der sehr streng gläubig ist, der seine Mitmenschen genauso streng erziehen möchte“ (TR07)
    Mehrere Testpersonen kennen das Wort salafistisch nicht oder können es nicht definieren (DE02, DE03, TR08). Eine Testperson versteht unter salafistisch „terroristische Inhalte, zum Beispiel Mord“ (DE05), eine andere ein Wort für radikal (TR06). Eine arabische Testperson definiert Salafisten als die „Leute, die in Syrien ihre Machenschaften haben“, für eine andere Testperson sind sie ein „Streitpunkt im Islam“ (AR12). Früher aber wären „Freunde des Propheten“ als Salafisten bezeichnet worden (AR13).

    Der Begriff „Inhalte“

    Es werden vor allem Videos genannt (DE01, DE03, DE05, TR09, TR10), aber auch an Bilder und Beiträge in Social Media gedacht. Hier werden vor allem Facebook (DE01, DE04, AR12, AR13), Instagram (DE01, DE03, DE04, TR09) und Snapchat (DE03, TR07, TR10) genannt. Andere nennen aber auch Nachrichtenbeiträge über Islamismus („Veröffentlichung von Zeitungsartikel nach Anschlägen, in denen „Islamisten“ als Täter bezeichnet werden“, TR07). Eine weitere Testperson erwähnt Videos von dem Terroranschlag in Neuseeland, der in einer Moschee stattfand (DE01), und ein weiterer „wenn jemand auf YouTube ein Aufklärungsvideo über den Islam postet“ (DE03). Eine arabische Testperson kennt das im Arabischen verwendete Wort für „Inhalte“ nicht und empfiehlt, ein anderes Wort zu verwenden. Sie versteht die Frage dennoch richtig und denkt bei den Inhalten an Aufrufe zum Jihad (AR13).
  1. Thema der Frage: Kultur, Religion, Bildung
  2. Konstrukt: Erfahrung mit Extremismus