Pretest-Datenbank

Projektname: Islamistische Einstellungen bei jugendlichen Musliminnen und Muslimen in Deutschland

  1. Fragetext: Als was fühlen Sie sich?
    Ich fühle mich als...
  2. Antwortkategorien:

    Sunnit

    Schiit

    Alevit

    Imamit

    Wahhabit

    Moslem

    Sonstige, und zwar:

    Weiß nicht


    1. Empfehlungen: Frage:
      Wir empfehlen, direkt nach der Zugehörigkeit zu fragen.

      Antwortoptionen:
      Falls die Frage als zu sensibel eingestuft wird, empfiehlt sich eine zusätzliche Antwortkategorie „möchte ich nicht angeben“ anzubieten.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Difficulty Probing
  2. Befund zur Frage: Die Hälfte der Testpersonen (n=7) beantwortet die Frage mit „Sunnit“; vier weitere mit „Moslem“. Jeweils eine Testperson antwortet mit „Schiit“ (DE01), „Sonstige, und zwar [Ahmaddyia]“ (DE04) und „weiß nicht“ (AR14).

    Eine Testperson merkt an, dass in den Antwortoptionen lediglich ältere Strömungen vorhanden seien, die neueren aber fehlen würden (TR09). Allerdings findet die Testperson dies auch nicht zwingend notwendig. Weitere Glaubensausrichtungen, die genannt werden, sind „Ahmaddyia“ (DE01, AR13), „Süleymanci“ (TR07) und „Jesiden“ (AR13). Für die meisten Testpersonen sind alle Antwortkategorien verständlich; lediglich „Wahhabit“ und „Imamit“ sind einigen Testpersonen nicht bekannt (DE01, DE05, TR06, AR11).

    Der Mehrzahl der Testpersonen ist es „sehr leicht“ oder „eher leicht“ gefallen, die Frage zu beantworten. Sie begründen dies einerseits damit, dass ihnen bereits bei der Geburt oder durch die Familie eine der Glaubensausrichtungen zugeschrieben wurde (DE01, DE02, DE03, DE04). Andererseits begründen die Testpersonen ihre Glaubensausrichtung mit der Art und Weise, wie sie ihren Glauben praktizieren, da dort erhebliche Unterschiede bestünden (AR13).

    Der Begriff „fühlen“

    Einzelne Testpersonen sprechen die Formulierung „fühlen“ gezielt an (DE01, DE02, AR14). Von diesen Testpersonen wird der Begriff als falsch in Verbindung mit dem Glauben angesehen, da die Glaubensausrichtung nichts mit einem Gefühl zu tun habe, stattdessen sei man einer Glaubensausrichtung zugehörig oder nicht (DE02). Eine Testperson erläutert, dass man in eine Glaubensausrichtung hineingeboren wird (DE01). „Moslem“ als Antwortoption gelte für Menschen, denen eine spezifische Glaubensausrichtung egal oder unbekannt sei, und die sich einfach nur als Moslem sehen würden.

    Eine Testperson verweigert die Antwort (AR14), da sie die Frage in der Übersetzung so versteht, dass sie gefragt wird, wie sie sich fühle und sie aufgrund ihrer derzeitigen Ambivalenz zum Glauben nicht wisse, als was sie sich fühlen solle. Die Testperson bestätigt aber in ihrer Erklärung, dass sie Moslem sei, nur wie sie sich fühle, sei ihr aktuell nicht klar.
  1. Thema der Frage: Kultur, Religion, Bildung
  2. Konstrukt: Glaubensrichtung