Pretest-Datenbank

Projektname: Demographische Standards

  1. Fragetext: Wie sind Sie deutsche/r Staatsbürger/-in geworden?
  2. Antwortkategorien:

    Durch Geburt

    Weil mindestens einer meiner Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit hat

    Durch Heirat

    Durch Adoption

    Durch Einbürgerung

    Als Aussiedler/-in


    1. Empfehlungen: Frage:
      Belassen. Wir empfehlen allerdings, die Frage durch einen Ausfüllhinweis, in dem auf Einfachnennung hingewiesen wird, zu ergänzen.

      Antwortoptionen:
      Wir empfehlen, die Antwortkategorien umzuformulieren, insbesondere da die Kategorien „A Durch Geburt“ und „B Weil mindestens einer meiner Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit hat“ nicht disjunkt sind. In Deutschland führen zwei Wege zur Staatsbürgerschaft: Das Abstammungsprinzip und das Geburtsortprinzip. Da das Abstammungsprinzip an keine Voraussetzungen gebunden ist (es muss nur ein Elternteil Deutsche oder Deutscher sein) und vermutlich in den allermeisten Befragungen der Großteil der Befragten durch Abstammung die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten hat, empfehlen wir, die Antwortoptionen A und B in ihrer Reihenfolge zu tauschen.

      Eine mögliche Umformulierung wäre:

      A Mindestens einer meiner Eltern hat bzw. hatte die deutsche Staatsbürgerschaft (Abstammungsprinzip)

      B Ich bin als Kind ausländischer Eltern in Deutschland geboren (Geburtsortprinzip)

      Darüber hinaus empfehlen wir, die Antwortkategorien C bis F auf Aktualität zu überprüfen. Unserem Verständnis nach überlappen sich beispielsweise auch die Antwortoptionen „C Durch Heirat“ und „F Durch Einbürgerung“, da ausländische Ehepartner nicht automatisch durch die Eheschließung die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, sondern erst nach mindestens zwei Jahren bestehender Ehe und nach mindestens drei Jahren rechtmäßigem Aufenthalts in Deutschland einen Einbürgerungsanspruch erhalten.

      Da unserem Verständnis nach auch Aussiedler letztlich eingebürgert werden, empfehlen wir, die Reihenfolge der Antwortkategorien E und F zu tauschen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Aussiedler die Kategorie E auswählen, ohne die Kategorie F gelesen zu haben.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Difficulty Probing
  2. Befund zur Frage: 1. Ist den Testpersonen bewusst, dass hier nur eine Antwort ausgewählt werden darf?

    Der Großteil der Testpersonen ist sich darüber im Klaren, dass nur eine Antwortoption angekreuzt werden soll. Sieben Testpersonen (TP 29, 32, 38, 44, 47, 53, 56) merken jedoch an, dass sie mehr als eine Kategorie hätten auswählen können, da sich die ersten beiden Antwortoptionen nicht ausschließen. Testperson 32 antwortet beispielsweise „durch Geburt“, weist aber darauf hin, dass auch die zweite Antwortoption auf sie zutreffe: „Ich habe mich gewundert, weil es da mehrere passende Kategorien gab. Auch die zweite Kategorie ‚durch ein Elternteil‘. Die und die erste schließen sich nicht unbedingt aus. Also ich habe mich direkt gewundert, warum man nicht mehrere Angaben machen kann.“

    Bei Testperson 24 führt die Überlappung der beiden ersten Antwortoptionen dazu, dass sie fälschlicherweise die Kategorie „weil mindestens einer meiner Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit hat“ auswählt, obwohl sie in Deutschland geboren wurde: „Ich habe es mir durchgelesen, was es alles als Optionen gab und es ist halt das Abstammungsprinzip in Deutschland: Wenn die Eltern Deutsche sind, dann ist man auch Deutscher, egal wo man geboren wurde.“

    2. Gibt es Unterschiede je nach Modus der Befragung?

    Auf Basis der Interviewdaten lassen sich keine Unterschiede zwischen den einzelnen Befragungsmodi feststellen. Im Vergleich zur schriftlichen Befragung kann im Online-Modus vorgegeben werden, wie viele Antwortoptionen von den Befragten maximal ausgewählt werden können.
  1. Thema der Frage: Demografie
  2. Konstrukt: Staatsangehörigkeit