Pretest-Datenbank

Projektname: ALPhA - Auswirkungen der Liberalisierung des Internethandels in Europa auf den Phänomenbereich der Arzneimittelkriminalität

  1. Fragetext: Haben Sie schon einmal Arzneimittel / Medikamente via Internet bestellt?
  2. Instruktionen: Falls Sie „Nein“ angekreuzt haben, bitte fahren Sie direkt mit der Beantwortung von Frage 11 fort.
  3. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein


    1. Empfehlungen: Frage und Antwortkategorien belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing, Comprehension Probing
  2. Befund zur Frage: Wie aus der Übersicht hervorgeht, haben 15 von 20 Testpersonen bereits Medikamente im Internet bestellt. Die Frage 1 dient als Filterfrage. Da der Fokus der Studie – für die dieser Pretest durchgeführt wurde – auf den Online-Bestellern von Medikamenten liegt, werden die Fragen 2 bis 10 nur den 15 Testpersonen (TP 02, 03, 04, 05, 06, 07, 09, 10, 11, 12, 13, 16, 18, 19, 20) gestellt, die diese Frage bejahten, die Fragen 11 und 12, die analog zu den Fragen 2 und 3 formuliert sind, werden nur den fünf Testpersonen gestellt (TP 01, 08, 14, 15, 17), die ihre Medikamente in der Apotheke kaufen. Die Fragen 13 und 14 werden dann wieder von allen 20 Testpersonen beantwortet.

    Zunächst wurden alle 20 Testpersonen gebeten, die Medikamente zu nennen, an die sie beim Beantworten gedacht haben. Sieben Testpersonen (TP 01, 02, 03, 08, 09, 10, 13) denken an Medikamente des täglichen Gebrauchs bzw. Arzneimittel, die Teil des Haushaltsbestandes sind:
    • „Allgemein Medikamente so, oder Salben, Hustensaft.“ (TP 01, nicht online bestellt)
    • „An die, die ich hauptsächlich brauche. Die Reiseapotheke halt, Übelkeits- und Kopfschmerztabletten.“ (TP 02, online bestellt)
    • „Also was ich schon einmal bestellt habe waren Einreibemittel für die Haut, die normalen Dinge die man in der Hausapotheke haben sollte und Schmerzmittel, Durchfallmedikamente. Alles was man im Haus hat oder haben sollte.“ (TP 05, online bestellt)
    • „Die, wo ich immer bestelle. Schmerzmittel, oder gegen Grippe. Für den täglichen Gebrauch.“ (TP 13, online bestellt)
    Einzelne Testpersonen benennen zudem Produkte, die über die typischen Vorsorgemedikamente der Reiseapotheke hinausgehen:
    • „An Diclofenac habe ich gedacht, das waren Salben. Dann ein Enzympräparat und ein Verdauungspräparat.“ (TP 06, online bestellt)
    • „Antihistaminika, Cremes.“ (TP 04, online bestellt)
    Ferner geht aus den Antworten anderer TPs hervor, dass sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Medikamente im Internet bestellt werden. Unterdessen einige TPs angeben nur an rezeptfreie Medikamente gedacht zu haben „Zusammen mit Vater, normale für Krankheiten, Halsschmerzen also ACC, ganz normale Medikamente also ohne Rezept“ (TP 12, online bestellt), geben andere TPs an auch verschreibungspflichtige Medikamente mit der Frage in Verbindung zu bringen: „Aber ich kaufe auch die, die man vom Arzt verschrieben kriegt. Also Rezept einlösen, mache ich auch.“ (TP 02, online bestellt)

    Die Nachfrage, ob auch an Nahrungsergänzungsmittel gedacht wurde, verneinen fast alle Testpersonen. Lediglich TP 06 und TP 17 geben an, Nahrungsergänzungsmittel assoziiert zu haben. Allerdings bemerkt TP 06, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Medikamente sind. Ihre gedankliche Verbindung resultiert demnach aus bisher getätigten Bestellungen. TP 17 hingegen ordnet Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich als Medikament ein und begründet wie folgt: „Sind einfach so zur Unterstützung etwa der Immunsysteme, Stoffwechsel. Bekämpfen Keime, Bakterien. Die unterstützen den Körper, haben natürlich auch Nebenwirkungen.“

    Explizit danach gefragt, was die Testpersonen unter dem Begriff „Medikamente“ und im Anschluss daran, was sie unter dem Begriff „Arzneimittel“ verstehen, kann zusammenfassend gesagt werden, dass sie keinen Unterschied zwischen den beiden Begriffen machen und diese synonym verwenden. Unter Medikament bzw. Arzneimittel wird meist ein (Wirk-)Stoff verstanden, der zur Heilung oder Linderung von Beschwerden und Krankheiten eingenommen wird.
    • „Für mich eigentlich ein Mittel um irgendwelche Beschwerden zu bekämpfen oder zu lindern.“ (TP 07)
    • „Arzneimittel, die gegen Krankheiten und Beschwerden eingesetzt werden können und eine Wirkung erzielen.“ (TP 20)
    Darüber hinaus verweisen einige Testpersonen darauf, dass Medikamente sowohl verschreibungspflichtig als auch rezeptfrei zu erhalten sind.
    • „Ich verstehe unter Medikamenten Schmerzmittel und gegen Erkältung und was man halt so rezeptfrei kriegen kann und Sachen die man auf Rezept kriegt.“ (TP 09)
    • „Das was man a) vom Arzt verschrieben bekommt und b) was es frei in der Apotheke gibt, was nicht unter Nahrungsergänzungsmittel fällt.“ (TP 17)
    Erweiternd bemerken TP 10 und TP 19, dass Medikamente vom Arzt verordnet werden: „Sind Dinge, die ich vom Arzt verschrieben bekomme für bspw. Bluthochdruck, Blutverdünner. Dann natürlich Schmerzmittel für meine Gelenkerkrankungen.“ (TP 10) Wieder andere Testpersonen definieren Arzneimittel als apothekenpflichtige Präparate bzw. als Produkte, die in der Apotheke erhältlich sind.
    • „Alles was apothekenpflichtig ist. Also was die Apotheke verkaufen darf und einen Wirkstoff hat und von der Arzneimittelbehörde zugelassen ist.“ (TP 06)
    • „Das sind Sachen, die man nur in der Apotheke bekommt.“ (TP 10)
    • „Arzneimittel die man nur in der Apotheke bekommt, die bei Krankheiten helfen sollen.“ (TP 12)
    Zusammenfassend kann geschlussfolgert werden, dass Medikamente als Mittel zur Bekämpfung von Krankheiten definiert werden, welche bestimmten Zulassungskriterien unterliegen und teilweise nur auf Rezept erhältlich sind.
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Erwerb von Medikamenten im Internet