Pretest-Datenbank

Projektname: ALLBUS 2006

  1. Fragetext: Wir haben hier auf der Liste Wohngebiete dargestellt, die sich in ihrem Anteil an ausländischen Nachbarn unterscheiden. Die hellen Felder stellen dabei deutsche Personen dar, die grauen Felder stehen für ausländische Personen.
    7a Nennen Sie bitte die Nummern aller Wohngebiete, in denen Sie gerne wohnen würden.
    7b Und in welchen Wohngebieten würden Sie gar nicht Wohnen wollen?
    7c Und welches Wohngebiet auf der Liste entspricht dem Wohngebiet, in dem Sie jetzt leben?
  2. Instruktionen: Int.: Liste „Wohngebiete“ vorlegen.
  3. Antwortkategorien:

    Offene Antwort


    1. Empfehlungen:
      • Liste mit Wohngebieten: Die Felder für Ausländer und Deutsche nicht dunkel und hell, sondern farbig darstellen (z.B. rot und blau).
      • Frage 7c: Wir schlagen vor, dass die Frage sich nicht auf das „Wohngebiet“ bezieht, sondern nur auf das Wohnhaus/Nachbarhaus/Nachbarhäuser. Man sollte überlegen, ob die Frage nicht gestrichen werden kann.
    1. Umsetzung der Empfehlungen: Item überarbeitet
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: -
  2. Befund zur Frage:
    • Die Fragen 7a und 7b waren im Pretest unproblematisch. Die Testpersonen empfanden die Liste mit den Wohngebieten als willkommene Abwechslung. Es gab zu den beiden Fragen nur je einen Kommentar:
      Frage 7a: Eine Testperson (ID 8), die die Wohngebiete 7 und 8 nannte, kommentierte ihre Zuordnung mit den Worten: „Das hängt von den Nationalitäten ab.“
      Frage 7b: In einem Fall (ID 18) wurde kein Wohngebiet genannt mit der Begründung, die Formulierung „gar nicht wohnen wollen“ sei übertrieben.
    • Die Fragen 7a und 7b sind Meinungsfragen und wurden von den Testpersonen eher emotional/intuitiv beantwortet, wobei sich die Aufmerksamkeit primär auf das Verhältnis von hellen und grauen Feldern konzentrierte. Da es hier nicht um ein konkretes Wohngebiet geht, gab es auch mit dem Begriff „Wohngebiet“ keine Probleme.
    • In einem Fall wurde bemängelt, dass es die grauen Felder sind, die Ausländer repräsentieren. Dies wirke diskriminierend gegenüber Ausländem.
    • Als problematisch erwies sich die Frage 7c:
      • Was ist das Wohngebiet? Ist das Wohngebiet groß? Ist es klein? Ist nur das Wohnhaus gemeint oder die ganze Straße?
      • Wie soll ein Befragter vorgehen, in dessen Wohngebiet Deutsche und Ausländerräumlich stark „geklumpt“ leben? Eine Testperson (ID 14) zum Beispiel äußert: „Es gibt Wohnblöcke mit 100% Ausländem und Wohnblöcke mit 100% Deutschen. Es ist schwer, das auf die Felder umzusetzen.“
      • Wegen fehlender Informationen über den tatsächlichen Ausländeranteil war die Frage in 7 Fällen schwierig zu beantworten, was dazu führte, dass 4 Testpersonen mehr als nur ein Wohngebiet auf der Liste auswählten.
    • Am Schluss des Interviews haben wir bei 10 Testpersonen noch einmal die Fragen 7a und 7b aufgegriffen und die Nachfrage gestellt, an welche Ausländer sie bei der 17Beantwortung der Frage gedacht hatten. 3 der 10 Testpersonen gaben an, an keine bestimmte Nationalität gedacht zu haben, wobei eine dieser Testpersonen angibt, dass sie jetzt, also nach dem Interview, an Türken, Russen und Afrikaner denken würde. 7 Testpersonen haben an bestimmte Nationalitäten gedacht; genannt wurden: Türken (6x), Italiener (3x), Polen, Kroaten, Franzosen (je 2x), Amerikaner, Griechen, Rumänen, Tunesier, Japaner, Latinos, Spanier, Araber, Jugoslawen, Russen (je 1x).
    Behavior Coding :
    spontanes adäquates Antwortverhalten = 17
    nicht adäquates Antwortverhalten = 3
  1. Thema der Frage: Soziale Gruppen
  2. Konstrukt: Einstellung zu Ausländern