Pretest-Datenbank

Projektname: wb-Personalmonitor 2014 - Stufe 1

  1. Fragetext: Wenn Sie noch einmal am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stünden. Würden Sie sich wieder für die Weiterbildung entscheiden?
  2. Antwortkategorien:

    Ganz bestimmt ++

    2

    3

    4

    5

    6

    Auf keinen Fall --

    Weiß nicht


    1. Empfehlungen: Frage und Antwortkategorien belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing.
  2. Befund zur Frage: Die Mehrheit der Testpersonen (n=12) gibt an, dass sie sich wieder für die Weiterbildung entscheiden würde. Vier Testpersonen würden sich heute (eher) dagegen entscheiden, zwei Personen ordnen sich in der Mitte der Antwortskala ein und zwei weitere Personen antworten mit „Weiß nicht“.

    Aus den Antworten der Testpersonen auf die Probing-Fragen werden keine Probleme mit der Interpretation oder Beantwortung der Frage ersichtlich. Sieben Testpersonen geben an, dass es sich bei ihrer Berufswahl um eine intendierte Entscheidung gehandelt hat, bei zehn Testpersonen war die Berufswahl eher dem Zufall geschuldet und drei Testpersonen machen sowohl eine intendierte Entscheidung als auch Zufall dafür verantwortlich. Diese Einschätzung (intendierte Entscheidung vs. Zufall) hat jedoch keinen systematischen Einfluss auf die Antwortrichtung bei dieser Frage.

    Die Argumente, mit denen die Testpersonen ihre Antworten begründen, sollen im Folgenden kurz dargestellt werden.

    Testpersonen, die sich wieder für eine Tätigkeit in der Weiterbildung entscheiden würden, begründen ihre Antworten meist mit dem Spaß, der ihnen ihre Arbeit beschert bzw. der Leidenschaft, die sie für ihren Beruf hegen:
    • „Es ist so, dass mir diese Tätigkeit sehr viel Spaß macht und dass ich immer gerne in diesem Bildungsbereich tätig sein wollte.“ (TP 01)
    • „Weiterbildung ist einfach meine Leidenschaft, also Erwachsenenbildung. Lehramt kam für mich nicht in Frage.“ (TP 02)
    • „Ich wollte schon als 6- oder 7-jähriger Schüler Lehrer werden. […] Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht und Bildungsarbeit mit Menschen war auch immer das, was ich machen wollte.“ (TP 17)
    Testpersonen, die sich heute gegen eine Tätigkeit in der Weiterbildung entscheiden würden, begründen ihre Antworten dagegen entweder mit den schlechten Rahmenbedingungen in dieser Branche (TP 13, 18), einem stärkeren Interesse für einen anderen Tätigkeitsbereich (TP 15) oder mit der Tatsache, dass sie nur durch Zufall in dieser Branche gelandet sind und ihre Berufswahl heute nicht mehr dem Zufall überlassen würden (TP 20):
    • „Die Wertschätzung in Form von Lohn und Gehalt ist in diesem Bereich ganz klar unterdurchschnittlich ausgeprägt. Ich würde jemandem mit einem Studienabschluss niemals empfehlen, im Bereich berufliche Weiterbildung seine berufliche Zukunft zu suchen, weil die Relation von Tätigkeit, beruflicher Anforderung und dem, was finanziell dabei herauskommt, einfach nicht stimmt.“ (TP 18)
    • „Meine Entscheidung hätte mit dem Weiterbildungsbereich jetzt gar nichts zu tun. Wenn ich die Entscheidung noch einmal treffen müsste, dann würde ich mich sofort für die Musik entscheiden.“ (TP 15)
    • „Ich bin in diesen Bereich mehr oder weniger zufällig reingeschlittert. […] Heute würde ich ganz anders herangehen an die Berufsfindung, also an die Jobsuche. In diese Branche bin ich mehr oder weniger über Kontakte reingeschlittert. Das würde ich heute nicht mehr so machen. Aber nicht, dass ich generell die Bildungsbranche als blöd ansehe, das nicht. Ich würde heute ein bisschen mehr mit Dynamik da rangehen und es nicht mehr dem Zufall überlassen.“ (TP 20)
    Die beiden Testpersonen, die sich für die Mitte der Antwortskala entscheiden, begründen ihre Antworten damit, dass sie verschiedene Aspekte abwägen und zu keinem klaren Urteil kommen:
    • „Ich finde die Tätigkeit ganz toll, ich mache das unheimlich gerne. […] Ich habe aber gezögert, weil die Bedingungen insgesamt schlecht sind. Da kann unser Betrieb gar nichts dafür, aber die Rahmenbedingungen sind schlecht: Kostendruck seitens der Arbeitsagenturen, Dumping- Löhne. Und das ist der riesengroße Nachteil an der Weiterbildung.“ (TP 11)
    • „Man hat ja auch immer andere (Berufs-)Wünsche. Bei mir war das eben auch anders durch die DDR, sag ich jetzt mal. Da waren die Zeiten noch ganz anders, da hatte ich ganz andere Ziele als das, was sich dann nach der Wende ergeben hat. Für den Weiterbildungsbereich habe ich mich erst nach der Wende interessiert, vorher wollte ich etwas ganz anderes machen.“ (TP 12)
    Die beiden Testpersonen, die „Weiß nicht“ antworten, begründen ihre Antwort zum einen mit der Schwierigkeit, eine hypothetische Frage zu beantworten (TP 04) und zum anderen damit, dass sie sich heute ganz allgemein (und unabhängig von der Weiterbildungsbranche) für eine andere Berufslaufbahn entscheiden würden (TP 10):
    • „Das weiß ich nicht. Wenn ich noch einmal am Anfang stünde und wüsste, was ich heute weiß? Keine Ahnung.“ (TP 04)
    • „Das ist bei mir eine generelle Frage, ob ich meine Berufslaufbahn noch einmal so einschlagen würde, wie ich es gemacht habe. Ich würde nicht mehr studieren, ich würde eine Ausbildung machen und mich damit dann selbständig machen. […] Ich würde die ganze berufliche Laufbahn anders machen, das hängt aber gar nicht mit der Weiterbildung zusammen. Ich kann die Frage nicht beantworten.“ (TP 10)
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: Bewertung der eingeschlagenen beruflichen Laufbahn