Pretest-Datenbank

Projektname: Vermögenssurvey

  1. Allgemeine Informationen: Der Screener

    Mit dem „Screener“, also den Einstiegsfragen zur Identifikation der „richtigen“ Befragungsperson, soll in der Haupterhebung die Person ermittelt werden, die am besten Auskunft über die finanzielle Situation des Haushaltes zu geben in der Lage ist. Im Pretest ging es in erster Linien darum zu überprüfen, wie „treffsicher“ der Screener sei, also ob es mit den Einstiegsfragen wirklich gelingen würde, diejenige Person zu identifizieren, die sich tatsächlich am besten mit den Finanzen des Haushaltes auskennt.

    Diese Frage kann uneingeschränkt mit „Ja“ beantwortet werden, wenn es darum geht, die Person auszuwählen, die sich subjektiv mit größter Sicherheit in der Lage fühlt, die Fragen zu Vermögen und Finanzen zu beantworten. Dass sich dies im eigentlichen Interview dann gelegentlich ein wenig anders darstellte, liegt nicht am Screener und nicht an der subjektiven Selbsteinschätzung, sondern an der realen Haushaltssituation. Dazu später mehr. Zunächst zur Vorgehensweise.

    Der Screener kam im Pretest je nach zu befragendem Haushalt face to face oder telefonisch zum Einsatz; die ausgewählten Personen wurden nach dem Screening dann entweder in das kognitive Pretest-Labor von GESIS eingeladen oder direkt in den Zielhaushalten befragt.

    Die 15 ausgewählten Personen erwiesen sich als gut in der Lage, die meisten Fragen im eigentlichen Test zu beantworten. Auf die abschließende Frage, ob es nun, nachdem alle Fragen des kognitiven Tests beantwortet waren, aus Sicht der Testpersonen nicht vielleicht doch andere Personen gegeben hätte, die die Fragen besser hätten beantworten können, antworteten 14 der 15 befragten Personen mit „Nein“.

    Einzige Ausnahme: Eine Testperson lebt mit ihrem Partner zusammen, wirtschaftet auch gemeinsam mit ihm, aber was Kapitalanlagen und Vermögen angehe, herrsche dort eine strikte Trennung; von daher sah sich die Zielperson durchaus in der Lage, Angaben zu ihren eigenen Kapitalanlagen zu machen, aber nicht zu denjenigen des Partners.

    Für die Treffsicherheit des Screeners spricht schließlich auch die Tatsache, dass in denjenigen Haushalten, in denen der Screener mehr als einmal zum Einsatz kam (Mehrgenerationenhaushalte, Haushalte mit Wochenendpendler, Haushalte, bei denen ein Mitglied berufsbedingt länger abwesend ist), beide gescreenten Personen die gleiche Auskunftsperson benannt haben.

    Hat der Screener insgesamt also sehr gut funktioniert, gibt es im Detail doch einige Kritik und entsprechend einige Verbesserungsvorschläge. Der Reihe nach. Frage 0 zielt in der Hauptbefragung darauf ab zu eruieren, ob die Adresse, die dem Interviewer genannt wurde, auch korrekt ist; diese Frage konnte im Text natürlich nicht gestellt werden, ist aber auch keine Frage, die hätte getestet werden müssen.

  2. Fragetext: Gibt es unter dieser Adresse mehr als einen Haushalt?
  3. Instruktionen: INT: VORLESEN:
    Mit „Haushalt“ meine ich alle Kinder und Erwachsenen, die normalerweise bei Ihnen wohnen und die sich die Kosten des Lebensunterhalts miteinander teilen. Zum Haushalt zählen auch Personen, die derzeit nicht bei Ihnen wohnen, die aber völlig oder größtenteils mit den bei Ihnen lebenden Personen gemeinsam wirtschaften.

    Personen oder Gruppen von Personen,
    (1) die bei Ihnen leben und Angestellte von anderen Bewohnern sind oder
    (2) die in einer Wohngemeinschaft leben und keine familiären oder partnerschaftlichen Beziehungen zueinander haben] stellen hierbei eigenständige Haushalte dar.


    Int.: Falls ja, bitte den Haushalt auswählen, dem die Person angehört, die das Informationsschreiben erhalten hat. Die folgenden Fragen nur für diesen Haushalt stellen. Weiter mit Frage 2
  4. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein


    1. Empfehlungen: Zur Lösung des Problems „Haushalte“ gibt es zwei Möglichkeiten: a) Man instruiert die Interviewer dahingehend, dass sie die – unveränderte – Eingangsfrage nur in kleinen Wohneinheiten stellen, b) Man ändert die Eingangsfrage wie folgt: „Gibt es hier in die-sem Haus weitere Haushalte, deren Mitglieder in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu Ihnen oder einem Mitglied ihres eigenen Haushaltes stehen?'

      Zur Lösung des Problems mit der Länge der Frage und den nicht miteinander harmonisierenden Bestandteilen der Frage: Die Definition von Haushalt nur auf Rückfrage geben, und die Definition selbst ändern in: „Als Haushalt bezeichnen wir Personen, die zusammen wohnen und gemeinsam wirtschaften. Zum Haushalt zählen Personen auch dann, wenn sie derzeit nicht im Haushalt wohnen, aber ansonsten völlig oder größten-teils mit den anderen Personen im Haushalt gemeinsam wirtschaften. Personen oder Gruppen von Personen, die im Haushalt leben und Angestellte......“.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing.
  2. Befund zur Frage: Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Hälfte der Testpersonen angibt, dass es unter ihrer eigenen Adresse mehr als einen Haushalt gibt. Dies verwundert zunächst, erklärt sich allerdings schnell daraus, dass einige der betroffenen Testpersonen in Mehrparteien-Häusern wohnten („Ja, das sind 10 Familien im Haus“ - ID 3); bei den Mehrgenerationenhaushalten war da ja ohnehin mit zu rechnen.
    Zum zweiten ist festzuhalten, dass sich sowohl die Testpersonen als auch die Testleiter schwer taten mit der langatmigen Formulierung der Frage, insbesondere mit der Definition von „Haushalt“.
    Bei den Testpersonen äußert sich das in eben der Bitte um Wiederholung der Frage oder auch spontanen Bemerkungen wie...
    • „Das ist viel zu verwirrend, erst dachte ich klar da wohnen noch andere also ja ist ja ein Mehrfamilienhaus, jetzt denke ich nein.“ (ID 5)
    • „Der lange Text ist ermüdend, interessiert niemanden. Nach dem Vorlesen hatte ich die Frage vergessen.“ (ID 10)
    • „Der Text ist viel zu kompliziert. Unten im Haus wohnt die Schwiegermutter, in einer eigenen Wohnung, aber wir kochen, waschen und putzen für sie. Insge-samt sind wir drei Generationen unter einem Dach. Sind wir jetzt ein, zwei oder drei Haushalte. Der Begriff ist mir unklar.“ (ID 11)
    • „Wer hat sich das ausgedacht? Ich weiß nachdem zweiten Satz nicht mehr, was die eigentlich wollen.“ (ID 13)
    Weiterhin ist auffällig, dass mehrere der Testpersonen (ID 3, 5, 11, 12) die Frage bereits beantworten, bevor der Testleiter die Haushaltsdefinitionen vorlesen kann.
    Und schließlich: Bei genauem Nachlesen stellen wir fest, dass zumindest der erste Teil der Haushaltsdefinition mit der Frage nicht harmoniert: In der Frage selbst wird nach anderen oder zusätzlichen Haushalten gefragt, in der Erklärung aber auf den Haushalt der befragten Person rekurriert („... die normalerweise bei Ihnen wohnen...“).
  1. Thema der Frage: Demografie
  2. Konstrukt: Haushalt