Pretest-Datenbank

Projektname: Erwerbstätigenbefragung 2011/2012

  1. Fragetext: Was erwarten Sie, wie wird sich Ihre berufliche Situation in den nächsten 2 bis 3 Jahren verändern? Wird sie besser werden, gleich bleiben oder schlechter werden?
  2. Antwortkategorien:

    Besser werden

    Gleichbleiben

    Schlechter werden

    Weiß nicht

    Werde nicht mehr berufstätig sein


    1. Empfehlungen: Bei der Formulierung „Was erwarten Sie…“ kommt es tendenziell einem Missverständnis. Es ist nicht klar, ob die eigene Erwartung im Sinne eines Wunsches/einer Hoffnung oder ob die reale berufliche Situation mit Einbezug der wirtschaftlichen Entwicklung gemeint ist.

      Eine Umformulierung in etwa wie folgend könnte diesem Missverständnis entgegen wirken:
      „Was denken Sie, wie wird sich Ihre berufliche Situation in den nächsten 2 bis 3 Jahren verändern?“
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Category Selection Probing.
  2. Befund zur Frage: Acht Testpersonen entscheiden sich für „gleich bleiben“, drei Testpersonen ordnen sich der Kategorie „besser werden“ zu und zwei der Kategorie „schlechter werden“. Zwei Testpersonen geben an, es nicht beurteilen zu können („weiß nicht“).

    Die Testpersonen, die erwarten, dass ihre berufliche Situation besser werde, beziehen sich entweder auf konkrete Fakten wie ein Personalgespräch oder stehen der Zukunft eher optimistisch gegenüber. TP 14 räumt jedoch ein, dass auch noch andere Faktoren, wie die wirtschaftliche Entwicklung, einen Einfluss haben.

    Die Testpersonen, die eine Verschlechterung erwarten, nennen zum einen gesundheitliche Gründe (TP 04) und zum anderen „die Öffnung von der Grenze Richtung Osteuropa und Richtung Asien“; TP 03 erklärt: „Durch die Öffnung der Grenze Richtung Osten strömen Wettbewerber auf den Markt die ganz andere Konditionen anbieten können wie wir Deutschen. Und da lastet ein ganz erheblicher Druck auf den Arbeitsplätzen.“

    Fünf der acht Testpersonen, die keine Veränderung erwarten, erklären dies durch Faktoren, die sie daran hindern aufzusteigen bzw. eine Verbesserung zu erfahren. TP 01 nennt z.B., dass sie ein Kind habe, deswegen zeitlich reduziert arbeite und insofern Karrieremöglichkeiten nicht gegeben seien. TP 02 erklärt, dass es nur sehr langsame Veränderungen in ihrem Arbeitsfeld gebe. Andere Gründe für ein Gleichbleiben der beruflichen Situation sind: keine Erhöhung der Stundenzahl (bei Teilzeitarbeit), fehlende Möglichkeit der Veränderung aufgrund der finanziellen Lage des Betriebs oder fehlender Ehrgeiz, etwas für das berufliche Fortkommen zu tun. Zwei weitere Testpersonen (TP 12, 15) sehen ein Gleichbleiben der beruflichen Situation als positiv, was TP 12 mit den Worten: „Weil mein Arbeitgeber mich als Mitarbeiter schätzt“ und TP 15 mit: „Warum sollte es denn schlechter werden? Man macht so weiter, wie bisher“ kommentieren.

    TP 05 konnte nichts zu ihrer zukünftigen beruflichen Situation sagen, da ihr Vertrag demnächst auslaufe „und ich nicht weiß, ob ich übernommen werde.“ TP 10 hatte ein Problem mit der Formulierung „Was erwarten Sie“, ist sich nicht sicher, ob nun Wunsch oder Realität gemeint sei. Die Testperson hofft zwar, dass es besser werde, entscheidet sich aber für die Kategorie „weiß nicht“, da sie die Wirtschaftslage des Betriebs nicht beeinflussen könne.
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: berufliche Perspektive