Pretest-Datenbank

Projektname: Erwerbstätigenbefragung 2011/2012

  1. Fragetext: Fühlen Sie sich den Anforderungen Ihrer beruflichen Tätigkeit im Hinblick auf Ihr Alter in der Regel gewachsen, eher überfordert oder eher unterfordert?
  2. Antwortkategorien:

    Gewachsen

    Eher überfordert

    Eher unterfordert


    1. Empfehlungen: Wir schlagen eine Änderung der Frageformulierung vor, die uns sprachlich verständlicher erscheint, aber dennoch versucht, möglichst nahe an der Ausgangsfrage zu bleiben:

      „Fühlen Sie sich – wenn Sie mal an Ihr Alter denken – den Anforderungen Ihrer beruflichen Tätigkeit in der Regel… "
      Oder:
      „Wenn Sie Ihr Lebensalter berücksichtigen, fühlen Sie sich dann den Anforderungen Ihrer beruflichen Tätigkeit in der Regel…“
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Paraphrasing, Comprehension Probing.
  2. Befund zur Frage: Vierzehn Testpersonen geben an, dass sie sich den Anforderungen ihrer beruflichen Tätigkeit im Hinblick auf ihr Alter „gewachsen“ fühlen. Lediglich Testperson 04 fühlt sich „eher überfordert“ und erklärt, dass sie sich in der Tendenz zwischen überfordert und gewachsen einordnen würde, derzeit aber durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung eher überfordert sei. Die Testpersonen 11 und 13 kommentieren ihre Antwort, dass sie sich „zeitweise überfordert“, aber „meistens“ bzw. „in der Regel gewachsen“ fühlen.

    Die Aufforderung, die Frage in eigenen Worten wiederzugeben, führt dazu, dass sich TP 05 durch die Anspielung auf ihr Alter angegriffen fühlt. Generall müssen fast alle Tesptersonen etwas länger nachdenken, bzw. sich die Frage noch einmal wiederholen lassen. Vielen scheint die Frage offensichtlich zu lang und damit verwirrend formuliert zu sein. Aus den mannigfaltigen Kommentaren werden hier einige Beispiele angefügt:
    • „Ob ich mich vielleicht zu alt fühle, um meinen Job nochmal vernünftig ausführen zu können.“ (TP 01)
    • „Das hat auch was mit dem Alter zu tun, dass die Geschwindigkeit nachlässt und so weiter. Das ist ganz klar. Im Alter muss ich jetzt für die gleiche Arbeit länger arbeiten.“ (TP 03)
    • „Ist meine Leistungsfähigkeit noch gegeben ab einem gewissen Alter?“ (TP 04)
    • „Ob ich denke, dass ich aufgrund meines Alters den Anforderungen gewachsen bin.“ (TP 09)
    • „Sie wollten von mir wissen, wie ich die tagtägliche Menge, die auf mich zukommt vom Gesamtumfang, von der Arbeit, von den Gesprächen mit den Kollegen, wie ich die letztendlich bewältige.“ (TP 11)
    • „Ob ich die Aufgaben meines Jobs körperlich und geistig ausführen kann.“ (TP 12)
    • „Ob die Aufgabe, die ich im Moment habe, ob ich die bewältigen kann in meinem Alter. Ob das Alter eine Rolle spielt, bei der Ausführung meiner Tätigkeit.“ (TP 14).
    Auf die Bitte hin zu beschreiben, was man unter dem Begriff „Anforderungen der beruflichen Tätigkeit im Hinblick auf Ihr Alter“ verstehe, können sich alle Testpersonen bis auf TP 14 („Keine Ahnung“) erklären. Zwei Testpersonen geben explizit an, dass das Alter nur im „handwerklichen Beruf“ (TP 02) oder bei „körperlicher Arbeit“ (TP 06) eine Rolle spiele, geistig sei man „vielleicht nicht mehr so schnell aufnahmefähig, hat aber andere Fähigkeiten“ (TP 02). TP 11 erklärt, dass das Alter in der Firma, in der er arbeite, keine Rolle spiele und die Arbeit eben gemacht werden müsse, ob er alt sei oder nicht. TP 15 bringt ihre Verwunderung über die Formulierung zum Ausdruck: „Was hat das mit dem Alter zu tun? So alt bin ich doch noch gar nicht!“. In sechs Fällen werden negativ konnotierte Attribute verwendet bzw. der Fokus auf negative Auswirkungen des Alters gelegt. Beispiele:
    • „…Oder in einem handwerklichen Beruf, dass ich auch nicht mehr so viel heben kann. Dass ich einfach von den körperlichen Gegebenheiten eher abbaue.“ (TP 02)
    • „Durch das Alter wird die Arbeit schwieriger, anspruchsvoller. Über die Geschwindigkeit. Dann hat das auch was mit dem Arbeitspensum zu tun. Ich muss mehr arbeiten um das gleiche zu erreichen, wie wenn ich jünger wäre.“ (TP 03)
    • „Dass man meint, dass man ab einem gewissen Alter manche Sachen nicht mehr auf die Reihe kriegt.“ (TP 07)
    • „Ich denke, mit zunehmendem Alter wird die Erwartungshaltung geringer, der Arbeitgeber eventuell Abstriche macht in den Erwartungen.“ (TP 09)
    • „Ob ich meinen Aufgaben nervlich gewachsen bin. Ob ich mit der Technik klarkomme, ob ich das nervlich schaffe.“ (TP 12)
    TP 05 spricht explizit auch positive Seiten des Älterwerdens im Berufsleben an und betont, dass sie zwar „langsamer“ sei, allerdings auch „toleranter, reifer, verständnisvoller“. Zwei Testpersonen sprechen von „Anforderungen der modernen Zeit“ (TP 13) bzw. von komplexeren Arbeitsbedingungen als früher; TP 04, die in der Versicherungsbranche tätig ist, müsse sich heute viel intensiver in die Bedingungen einlesen, da der Umfang zunehme.
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: Anforderungsniveau im Beruf