Pretest-Datenbank

Projektname: Erwerbstätigenbefragung 2011/2012

  1. Fragetext: Wünschen Sie sich derzeit vom Betrieb spezielle Maßnahmen der Qualifizierung und Weiterbildung, die sich gezielt auch an ältere Beschäftigte richten?
  2. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein

    Weiß nicht


    1. Empfehlungen: Wir empfehlen zunächst, diese Frage nicht an Selbständige bzw. Freiberufler zu richten, weil sich dort das Problem nicht stellt; hier sollte eine entsprechende Filterung erfolgen.

      Weiterhin empfehlen wir, die Antwortkategorien durch „keine Weiterbildungsmaßnahmen im Betrieb“ (wegen Kleinbetrieben, die nicht in der Lage sind, Weiterbildungsmaßnahmen zu organisieren und zu finanzieren) und „trifft nicht zu“ oder „keine älteren Mitarbeiter im Betrieb“ (falls es wirklich keine älteren Mitarbeiter dort gibt) zu erweitern.

      Beides sollte nur als Interviewerkategorie vorgesehen sein und angekreuzt werden, wenn die Befragungsperson von sich aus darauf hinweist; die Kategorien in die Frage selbst oder in die Antwortkategorien aufzunehmen, welche der Befragungsperson vorgegeben werden, würde die Frage zu sehr aufblähen.

      Es bleibt das Problem, für wen die Maßnahmen gewünscht werden. Wenn die Maßnahmen für die Befragungsperson selbst gewünscht werden, schlagen wir folgende Formulierung vor:
      • „Wünschen Sie für sich selbst von Ihrem Betrieb spezielle Maßnahmen der Qualifizierung und Weiterbildung für ältere Mitarbeiter?“
      Wenn die Frage auf Maßnahmen für ältere Mitarbeiter generell abzielt, empfehlen wir folgende Formulierung:
      • „Halten Sie es für wünschenswert, dass Ihr Betrieb spezielle Maßnahmen der Qualifizierung und Weiterbildung anbietet, die sich gezielt auch an ältere Beschäftigte richten?“ oder
      • „Sollte Ihr Betrieb spezielle Maßnahmen der Qualifizierung und Weiterbildung anbieten, die sich gezielt auch an ältere Beschäftigte richten?“
      Beides wären einfache Ja-Nein-Fragen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Specific Probing.
  2. Befund zur Frage: Die Frage ist in zweierlei Hinsicht problematisch. Zum einen macht sie keinen Sinn bei Selbständigen und Freiberuflern aber auch bei Kleinbetrieben, zum anderen ist aus der Frageformulierung nicht eindeutig ersichtlich, ob die Testperson diesen Wunsch für sich selbst hegen soll, also selbst solche Maßnahmen haben möchte, oder ob die Testperson diesen Wunsch für ältere Mitarbeiter ganz allgemein hegen soll, unabhängig ob sie selbst daran interessiert ist.

    Beide Problematiken spiegeln sich in den Antworten der Testpersonen wider; vier der fünfzehn Testpersonen konnten die zu testende Frage nicht oder nur eingeschränkt beantworten, weil sie als Selbständige nicht in einem Betrieb arbeiten (TP 13), weil „der Betrieb zu klein ist, das kann man nicht machen“ (TP 11) oder weil es in dem Sechs- Mann-Betrieb keine älteren Mitarbeiter gebe (TP 14).

    Auf die Probing-Frage, ob man beim Beantworten der Frage „eher an sich selbst gedacht, eher an ältere Mitarbeiter im Betrieb generell, oder an beides“, gibt es sieben Nennungen für „selbst“, zwei für „an ältere Mitarbeiter generell“ und fünf Nennungen für „an beides“. TP 14 kann keine Antwort geben, weil in ihrem Betrieb keine älteren Mitarbeiter beschäftigt sind.

    Damit wird eine dritte Problematik dieser Frage offensichtlich: Es ist bei der Hauptbefragung natürlich damit zu rechnen, dass man auf Personen aus kleineren Betrieben trifft, in denen gar keine älteren Mitarbeiter tätig sind. Da nach der Meinung der meisten Testpersonen Mitarbeiter ab 50 Jahre (zwei Nennungen), ab 55 Jahre (sechs Nennungen) oder ab 60 Jahre (drei Nennungen) als „ältere Mitarbeiter“ bezeichnet werden, kann dies durchaus möglich sein. Je eine Testperson bezeichnet Mitarbeiter dann als „älter“, wenn sie 45 bzw. 64, 65 Jahre alt sind.
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: Wunsch nach Qualifizierungsmaßnahmen für ältere Beschäftigte