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Pretest-Datenbank

Projektname: Healthcare-seeking in Germany (HEALSEE 1)

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  2. Fragetext: Haben Sie in den letzten 4 Wochen für Ihre [BESCHWERDEN] ein Hausmittel angewandt?
  3. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein


    1. Empfehlungen: Filterführung:
      Wir empfehlen die Filterführung dahingehend anzupassen, dass Personen, die bereits bei Frage 27 angeben, bisher keine Hausmittel angewandt zu haben, nicht erneut nach einer möglichen Anwendung von Hausmitteln gefragt werden.

      Frage:
      Um eventuelle Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf den Begriff „Hausmittel“ zu vermeiden, empfehlen wir für die Interviewer eine Definition bereitzustellen, die bei Bedarf vorgegeben werden kann: „Unter Hausmitteln verstehen wir eine Reihe von äußerlichen und inneren Anwendungen, die z.B. durch die Familie oder Ratgeber überliefert werden, wie Wärmflaschen, Bäder, Wadenwickel“. Die Beispiele sollten je nach Art der Beschwerden variieren.
      Umformulieren in: Haben Sie in den letzten 4 Wochen zur Linderung Ihrer [BESCHWERDEN] ein Hausmittel angewandt?

      Antwortkategorien:
      Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Comprehension Probing.
  2. Befund zur Frage: Die Frage, ob in den letzten vier Wochen für die jeweiligen Beschwerden ein Hausmittel angewandt wurde, haben alle Testpersonen gestellt bekommen. Insgesamt gaben neun Personen an, dass dies in den letzten vier Wochen der Fall war. Davon hatten fünf Personen Verdauungsbeschwerden, drei Personen Rückenschmerzen und eine Person Schlafprobleme. Die übrigen elf Testpersonen beantworteten die Frage mit „Nein“.

    Auch bei dieser Frage hatte Testperson 02 Schwierigkeiten den Begriff „Hausmittel“ zu definieren: „Die Frage ist jetzt wieder, was ein Hausmittel ist? Wenn es diese typischen Oma-Sachen, wie Zwiebelumschlag und sowas sind, dann nicht. Aber wenn es das ist, was ich zuhause habe, dann ja“ (TP 02). Die Testperson versteht unter einem Hausmittel ein „gängiges Medikament, das man zuhause hat“ und gibt deswegen an, ein Hausmittel eingenommen zu haben, wobei sie den Begriff nicht in der intendierten Weise versteht.

    Testperson 05 gibt zunächst an, in den letzten vier Wochen keine Hausmittel eingenommen zu haben. Bei der Nachfrage was die Testperson unter einem Hausmittel versteht sagt sie: „Unter Hausmitteln verstehe ich z.B. Beruhigungstee, selbsthergestellten Kamille und so weiter. Wenn sie mich jetzt fragen was ich darunter verstehe. Ich habe gesagt ich trinke ein Bier. Das könnte man auch darunter verstehen. Oder ein Glas Wein.“ (TP 05). Auf Nachfrage des Testleiters, ob sie sich nach dieser Erklärung dazu entscheiden wolle, dass sie in den letzten vier Wochen doch ein Hausmittel angewandt habe, ändert Testperson 05 ihre Antwort in „Ja“.

    Alle anderen Testpersonen haben den Begriff Hausmittel in der intendierten Weise verstanden und hatten dementsprechend keine Schwierigkeiten bei der Beantwortung der Frage:
    • „Tee, selbstangefertigte Salben, Kräutermischungen.“ (TP 10)
    • „Heißes Bad nehmen oder Milch mit Honig trinken.“ (TP 07)
    • „Warme Umschläge, Kräutertees oder sowas.“ (TP 09)
    Testperson 20 merkt an, dass die Filterführung an dieser Stelle nicht korrekt ist: „Das ist ja alles der falsche Ansatz, ich nehme ja keine Hausmittel, also muss die Frage später ja gar nicht mehr kommen.“ (TP 20). Die Testperson hat bereits bei der Frage „Haben Sie zu Ihren [Beschwerden] jemals ein Hausmittel angewendet?“ (Frage 22) mit „Nein“ geantwortet, weshalb diese Frage in einem solchen Fall redundant ist.

    Anmerkungen der Testleiter:
    Die Formulierung in der Frage „Haben Sie für Ihre Beschwerden…“ ist insofern ungewöhnlich, dass man Hausmittel eher gegen bzw. zur Linderung von Beschwerden anwendet.
  1. Thema der Frage: Gesundheit/ Beschwerden
  2. Konstrukt: Anwendung von Hausmittel