Pretest-Datenbank

Projektname: Healthcare-seeking in Germany (HEALSEE 2)

  1. Fragetext: Wenn Sie an Ihre körperliche Gesundheit denken - dazu zählen körperliche Krankheiten und Verletzungen - an wie vielen Tagen in den letzten vier Wochen ging es Ihnen dann wegen Ihrer körperlichen Gesundheit nicht gut?
  2. Instruktionen: INT.: Anzahl der Tage eintragen. An keinem Tag = 0; jeden Tag/die ganze Zeit = 31
  3. Antwortkategorien:

    Offene Antwort


    1. Empfehlungen: Frage:
      Der erläuternde Einschub „dazu zählen körperliche Krankheiten und Verletzungen“ sollte erweitert werden, um deutlich zu machen, dass die Formulierung „nicht gut gehen“ auch Beschwerden von geringerer Intensität mit einschließt. Eine mögliche Umformulierung wäre:

      „Wenn Sie an Ihre körperliche Gesundheit denken – dazu zählen körperliche Krankheiten und Verletzungen, aber auch leichte Beschwerden,…“

      oder

      „Wenn Sie an Ihre körperliche Gesundheit denken – dazu zählen körperliche Krankheiten und Schmerzen, aber auch leichte Beschwerden,…“

      Antwortformat:
      Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Comprehension Probing
  2. Befund zur Frage: Zwölf Testpersonen berichten eine geringe Anzahl (0-2 Tage) an Tagen, an denen es ihnen in den letzten vier Wochen wegen ihrer körperlichen Gesundheit nicht gut ging, zwei Testpersonen geben 5 Tage an, vier Personen zwischen 10 und 15 Tagen und zwei berichten von andauernden Beschwerden an 24 bzw. 31 Tagen.

    Alles in allem können sich die Testpersonen meist recht gut an die genaue Anzahl der Tage erinnern, nur selten wird die Anzahl geschätzt (TP 11, 12, 18, 19). Wer kaum oder nahezu immer Beschwerden hat, kann sich genauer erinnern als diejenigen, die sich ab und zu aufgrund ihrer körperlichen Gesundheit nicht gut fühlen.

    Danach gefragt, was die Testpersonen unter „es ging Ihnen wegen Ihrer körperlichen Gesundheit nicht gut“ verstehen, nennen acht Testpersonen (TP 01, 04, 07, 13, 14, 15, 17, 20) bspw. bettlägerig sein, Schmerzen haben oder Migräneanfall, Bandscheibenvorfall bzw. Atemnot. Diese acht Testpersonen denken also eher an starke Einschränkungen aufgrund ihrer körperlichen Gesundheit. Neun Testpersonen (TP 02, 05, 06, 10, 11, 12, 16, 18, 19) nennen schwächere Einschränkungen wie allgemein Beschwerden haben, temporär eingeschränkt leistungsfähig sein, Trägheit und Lustlosigkeit, Kopfschmerzen oder auch kleinere „Wehwehchen“. Drei Testpersonen (TP 03, 08, 09) berücksichtigen bei dieser Frage auch psychische Belastungen in Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit: „Ich bin auch psychisch belastet durch die Krankheit. Es gibt Tage, da geht es mir psychisch schlecht.“ (TP 03)

    Insgesamt sieben Testpersonen fanden die Beantwortung der Frage „eher schwer“. Vier Testpersonen (TP 01, 12, 15, 18) geben an, dass ihnen unklar war, welche Beschwerden bzw. welche Intensität der Beschwerden die Frage nach der körperlichen Gesundheit umfasse:
    • „Ich hatte einmal Kopfschmerzen. Zählt das dazu? Aber es ist ja nicht so, dass mich das jetzt beeinträchtigt hätte dahingehend, dass ich etwas nicht hätte machen können. Das ist ja nicht der Fall.“ (TP 01, Antwort: 1-2 Tage)
    • „Das ist eher schwer zu beantworten, weil nicht klar ist, wie das „nicht gut“ definiert ist. Wenn etwas zwickt, dann fühlt man sich ja nicht unbedingt krank. Das könnte man vielleicht ein bisschen spezifizieren. Ich habe hier eher an kleinere Beschwerden gedacht. Größere körperliche Beschwerden habe ich nicht.“ (TP 12, Antwort: 10 Tage)
    Drei Testpersonen (TP 02, 11, 13) fanden die Beantwortunge der Frage „eher schwer“, weil sie nachdenken mussten ob bzw. welche Beschwerden sie in den letzten 4 Wochen hatten:
    • „Für mich war es eher schwer, weil ich sonst sehr gesund bin. Ich musste überlegen, war da tatsächlich in den letzten vier Wochen irgendwas? Und der Zeitraum vier Wochen ist schon sehr lang.“ (TP 02, Antwort: 2 Tage)
    • „Weil ich so etwas abhake. Ich muss dann überlegen, wie war das überhaupt. Bei mir ist es so, was weg ist, ist weg. Da mache ich mir keine Gedanken drüber.“ (TP 11, Antwort: 2 Tage)
    • „Ich führe kein Tagebuch, wie oft ich welche Beschwerden habe. Deswegen ist die Erinnerung daran etwas verwischt.“ (TP 13, Antwort: 15 Tage)
    Hinsichtlich des Zeithorizonts von vier Wochen waren dennoch alle Befragen in der Lage eine gültige Angabe zu machen.

    Anmerkung der Testleiter:

    In der Frage selbst ist die Rede von „4 Wochen“, also 28 Tagen, demgegenüber gibt es in den Instruktionen für die Interviewer den Hinweis bei Antworten wie „jeden Tag“ oder „die ganze Zeit“ „31“ Tage einzutragen. Es sollte entweder in der Frage von einem Kalendermonat mit 30/31 Tagen die Rede sein oder noch einfacher die Intervieweranweisung analog zum Fragetext angepasst werden, also 28 Tage erfassen, wenn die Befragten von täglichen Beschwerden berichten.
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Anzahl Tage mit körperlichen Beschwerden pro Monat