Pretest-Datenbank

Projektname: PIAAC-Longitudinal (PIAAC-L) 2016 - Kompetenzerwerb

  1. Allgemeine Informationen: Nur wenn Frage 12 "Ja".
  2. Einleitungstext: Nun geht es um Ihre arbeitsbezogenen Fertigkeiten, die Sie erlernt haben, also Ihr Können. Dies können praktische Fertigkeiten, wie bspw. das richtige Bedienen einer Maschine, aber auch logisches oder kreatives Denken sein.
  3. Fragetext: Wie schätzen Sie Ihr Können im Vergleich dazu ein, was für die Erledigung Ihrer Arbeit erforderlich ist?
  4. Instruktionen: INT: Vorgaben vorlesen.
  5. Antwortkategorien:

    1 Ich kann mehr als erforderlich ist.

    2 Für diese Arbeit bräuchte ich weitere Fertigkeiten, die ich mir aneignen sollte.

    3 Ich kann genau so viel wie erforderlich ist.


    1. Empfehlungen: Die Empfehlungen gestalten sich analog zu Frage 14:
      Generell sollte vor dem Fragepaket zu arbeitsbezogenen Kenntnissen und Fertigkeiten bereits im Vorfeld in einem eindeutig abgegrenzten Einleitungstext darüber informiert werden, dass verschiedene Bereiche erfragt werden sollen, damit die Befragten nicht alle arbeitsbezogenen Kompetenzen bereits bei der ersten Frage (Frage 14) berücksichtigen und ihnen als Folge davon eine Abgrenzung von Kenntnissen und Fertigkeiten (bei Frage 15) schwer fällt.

      Einleitungstext:
      Nun geht es um Ihre arbeitsbezogenen Fertigkeiten, die Sie erlernt haben, also Ihr Können. Dies können praktische Fertigkeiten, wie bspw. das richtige Bedienen einer Maschine, aber auch logisches oder kreatives Denken sein.

      Frage:
      Bitte denken Sie an die alltägliche Ausführung Ihrer Arbeit: Wie schätzen Sie Ihr Können im Vergleich dazu ein, was für die Erledigung Ihrer Arbeit erforderlich ist? Es geht auch hier nicht um die möglichen Erweiterungen der Aufgaben oder Ihre Karriere im Job.
      (INT: Liste mit Antwortskala vorlegen.)

      Antwortoptionen: Die Antwortkategorie „Für diese Arbeit bräuchte ich weitere Fertigkeiten, die ich mir aneignen sollte.“ muss angepasst werden, da nicht klar wird, dass es um nicht ausreichende Fertigkeiten zur Erledigung der Arbeit geht. Darüber hinaus ermöglicht eine Skala mit drei Antwortoptionen lediglich geringe Varianz und fördert sozial erwünschtes Antwortverhalten. Um dem entgegen zu wirken empfehlen wir eine horizontale, bipolare, endpunkt- und mittelpunkt-gelabelte 11er-Skala zu verwenden:
      1 Sehr viel weniger Kenntnisse
      2
      3
      4
      5
      6 Genauso viele Kentnisse wie erforderlich
      7
      8
      9
      10
      11 Sehr viel mehr Kentnisse

      Alternative Benennung, die die Zieldimension „Können“ explizit in der Skala aufgreift, allerdings länger ist:
      1 Ich kann sehr viel weniger als erforderlich ist.
      2
      3
      4
      5
      6 Ich kann genauso viel wie erforderlich ist. 7
      8
      9
      10
      11 Ich kann sehr viel mehr als erforderlich ist.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing, Comprehension Probing
  2. Befund zur Frage: Insgesamt geben sieben (TP 04, 06, 08, 09, 11, 14, 16) der 14 befragten Testpersonen an, dass sie mehr können als für die Erledigung ihrer Arbeit erforderlich ist, zwei Testpersonen (TP 01, 07) räumen ein, dass sie für ihre Arbeit weitere Fertigkeiten brauchen, die sie sich aneignen sollten und fünf (TP 02, 03, 05, 13, 15) sagen, dass sie genau so viel können wie erforderlich ist.

    Auch bei Frage 15 fällt auf, dass die beiden Testpersonen (TP 01, 07), die sich für die Antwortkategorie „Für diese Arbeit bräuchte ich weitere Fertigkeiten, die ich mir aneignen sollte.“ entscheiden, deshalb diese Antwort wählen, weil sie der Ansicht sind, dass man immer noch mehr dazu lernen kann: „Man kann es grundsätzlich immer besser machen. Ich glaube nicht, dass ich die Frage jemals anders beantworten würde.“ (TP 07).

    Darüber hinaus fällt es elf Testpersonen schwer die Frage zu beantworten, da sie entweder mehrere Stimuli wahrnehmen (TP 14, 15), oder aber ihnen eine generelle Abgrenzung von arbeitsbezogenen Kenntnissen und Fertigkeiten schwer fällt (TP 01, 03, 04, 06, 07, 08, 09, 13, 16). Die Testpersonen 14 und 15 greifen zur näheren Erläuterung ihrer Antwort verschiedene Aspekte aus der vorgegebenen Definition auf und beurteilen ihre Fertigkeiten für die einzelnen Stimuli teilweise unterschiedlich:
    • „Ja, also ich finde es schwierig zu antworten, sehr schwierig. Also, ich finde die Beispiele eigentlich gut, aber in meinem Fall fehlen mir zum richtigen Bedienen des Tools noch ein paar wenige Fertigkeiten. Allerdings, wenn es jetzt auf das logische oder kreative Denken geht, habe ich da mehr Fertigkeiten als ich benötige.“ (TP 14; Antwort: kann mehr als erforderlich)
    • „Bezüglich Fertigkeiten, die man sich aneignet, bezogen auf zum Beispiel so eine Maschineneinstellung […] [d]a bin ich von den Fertigkeiten definitiv nicht drüber hinaus. […] Was analytisches Denken angeht, schwierig zu sagen. Weiß ich nicht. […] Aber ob ich da jetzt drüber hinaus bin, was erforderlich ist, glaube ich nicht. […] Das, was ich da einbringe, ist das, was erforderlich ist. […] Ja, drüber hinaus kann ich nicht sagen, weiß ich nicht. Dafür habe ich zu wenige Erfahrungen, vielleicht auch in anderen Bereichen.“ (TP 15; Antwort: kann genau so viel wie erforderlich)
    Die anderen neun Testpersonen, denen die Beantwortung der Frage schwer fällt, sehen kaum Unterschiede zwischen arbeitsbezogenen Kenntnissen und Fertigkeiten bezogen auf ihre jeweilige Tätigkeit:
    • „Fertigkeit klingt ein bisschen handwerklicher als Kenntnisse, aber im Prinzip gibt es keinen Unterschied.“ (TP 01)
    • „Wenn ich was weiß, dann kann ich es auch irgendwie anwenden und dann habe ich auch die Fertigkeit und kann es benutzen, machen und umsetzen. Also wie kann man das so richtig trennen?“ (TP 03)
    • „Ich würde die Frage beantworten wie vorher [wie Frage 14], weil ich zwischen Kenntnissen und Fertigkeiten nicht großartig unterscheiden kann und würde. Es wäre was anderes, wenn ich körperlich arbeiten würde.“ (TP 04)
    • „Ob das jetzt Kompetenz ist oder Fertigkeit. Das ist ein schmaler Grat. Kommunikation wäre ja auch wieder eine Fertigkeit oder die Unterrichtsvorbereitung.“ (TP 06)
    Danach gefragt, was die 14 Testpersonen unter „arbeitsbezogenen Fertigkeiten“ verstehen und ob ihnen noch andere Beispiele einfallen als die in der Frage genannten, assoziieren sie mit dem Begriff eher praktische Tätigkeiten bzw. das Tun, häufig auch in Zusammenhang mit körperlicher Arbeit:
    • „Bei der vorletzten [Frage 14] habe ich schon dran gedacht, was ich bei dem kompletten Ablauf mit den Waren mache, wo die ankommen und die Logistik und bei der letzten [Frage 15] habe ich dran gedacht wie ich am besten eine Kiste verpacke.“ (TP 01)
    • „Fertigkeit, ist etwas Erlernbares […]. Unter Fertigkeiten verstehe ich schon etwas Routiniertes, etwas, was man jeden Tag tut und halt etwas Körperliches.“ (TP 04)
    • „Wir haben im Klassensaal ein Smartboard. Es wäre eine Fertigkeit damit umzugehen und damit habe ich keine Schwierigkeiten.“ (TP 06)
    • „Also Kenntnisse [Frage 14] meint, ich muss wissen, was ich in der Produktion mache. Ich muss die Kenntnisse haben, wie die ganze Produktion ablaufen sollte oder kann. […] Und der andere Bereich [Fertigkeiten] wäre eher, wie setze ich das Ganze um, um einen reibungslosen Ablauf zu kriegen, um den Kunden zufrieden zu stellen.“ (TP 13)
    • „Also, ich würde das zum vorherigen [Frage 14] so abgrenzen: Kenntnisse sind eher Theorie und Fertigkeiten sind eher Praxis.“ (TP 14)
    Testperson 16 nennt eher allgemeine Fähigkeiten, die in ihrem Job wichtig sind: „Also bei der Tätigkeit, die ich momentan ausübe, ist sehr viel Konzentration nötig, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, man muss rechnen können, Gelassenheit. Also speziell auf die Arbeit bezogen.

    Stellt man die Antworten auf Frage 14 und Frage 15 direkt gegenüber kann man sofort erkennen, dass neun der insgesamt vierzehn Befragten übereinstimmende und fünf unterschiedliche Antworten auf die beiden Fragen gegeben haben. Sechs Testpersonen (TP 01, 06, 08, 09, 13, 16), die übereinstimmende Antworten auf die Fragen 14 und 15 geben, machen keine oder nur geringfügige Unterschiede zwischen Kenntnissen und Fähigkeiten. Bei drei (TP 03, 04, 07) der fünf Testpersonen, die die beiden Fragen unterschiedlich beantworten, ist dies ebenso der Fall.
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: Selbsteinschätzung Können im Vergleich zu beruflichen Anforderungen