Pretest-Datenbank

Projektname: German Internet Panel (GIP) Reforms Monitor 2014

  1. Fragetext: Und in welchen Politikbereichen sollte die Europäische Union weniger entscheiden als bisher?
  2. Instruktionen: Bei dieser Frage können Sie mehrere Antworten auswählen.
  3. Antwortkategorien:

    Internationale Beziehungen

    Wirtschaft und Finanzen

    Justiz und Inneres

    Arbeit und Soziales

    Wettbewerbspolitik

    Transport und Verkehr

    Landwirtschaft und Fischerei

    Umwelt

    Bildung

    Sonstiges, und zwar:


    1. Empfehlungen: Frage:
      Belassen.

      Antwortkategorien:
      Belassen, evtl. die Antwortkategorie „Internationale Beziehungen genauer erläutern.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing
  2. Befund zur Frage: Diese Frage wurde von den vier Testpersonen beantwortet, die bei Frage 19 angegeben haben, dass die EU (viel bzw. etwas) weniger als momentan entscheiden sollte. Nahezu jeder Politikbereich wurde zumindest einmal angegeben, wenn es um weniger Entscheidungskompetenz seitens der EU geht.

    Analog zur Begründung Ihres Antwortverhaltens bei Frage 19 argumentieren die Testpersonen auch hier damit, dass die in der Vergangenheit getroffenen Reformentscheidungen der EU falsch waren (TP 10, 20):
    • „Ja, dass die Länder die internationalen Beziehungen…da gibt’s auch negative Sachen. Ich denke, dass die EU sich da raushalten sollte. Und dass in der Landwirtschaft und in der Umwelt und Bildung viel Geld verschwendet wird. Am falschen Punkt einfach. Dass sich da viel in die falsche Richtung ändert, nur um das Geld von der EU abzukassieren. Es gibt auch positive Sachen, aber eben auch negative.“ (TP 10)
    • „Arbeit und Soziales da weiß man dann auch wieder nicht in welche Richtung es geht. Umwelt da finde ich machen alle sowieso schon so viel Unsinn. Bildung ist das Wichtigste das sollte jedes Land selber entscheiden. Und Justiz und Inneres habe ich noch genommen und gedacht: Lasst da auch mal die Finger von.“ (TP 20)
    Ein zweites Argument, das vorgebracht wird, ist die Autonomie der Nationalstaaten. So ist Testperson 05 der Ansicht, dass eine zentrale Regulierung über die EU nur schwer zu bewerkstelligen ist. „Arbeit und Soziales, da denke ich auch, dass die EU über die Verhältnisse in den jeweiligen Ländern wenig Bescheid weiß und gar nicht so gut Bescheid wissen kann. Das ist schwer das so zentral zu organisieren und festzulegen, das muss jetzt so für alle sein. Genau das gilt auch für Landwirtschaft und Fischerei. Da müssen meistens Kredite aufgenommen werden um genau das anzubauen, was die EU jetzt braucht.“ (TP 05) Testperson 13 ist der Überzeugung, dass jedes Land seine Finanzen selbst regulieren sollte und muss. „Weil manche Länder einfach für sich gucken sollten, dass sie ihre Finanzen geregelt kriegen ohne dass die Union dann wieder irgendwas entscheidet und irgendwelche Steuer von den anderen Staaten dann da hinfließen. Die haben ja auch damit gewirtschaftet mit dem Geld und haben es ausgegeben, oder nicht reingeholt.“ (TP 13)

    Auch bei dieser Frage gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Testpersonen Schwierigkeiten mit dem Verständnis der einzelnen Bereiche oder der Beantwortung der Frage haben. Lediglich Testperson 20 äußert Unsicherheiten, ob sich „Internationale Beziehungen“ ausschließlich auf Mitgliedsstaaten der EU beziehe. Die „Sonstige“-Kategorie wurde nicht gewählt.
  1. Thema der Frage: Politische Einstellung und Verhalten
  2. Konstrukt: Politikbereiche, in denen die EU weniger Entscheidungsgewalt erhalten sollte