Pretest-Datenbank

Projektname: German Internet Panel (GIP) Reforms Monitor 2014

  1. Fragetext: Ein Vorschlag die Stabilität des Euro zu gewährleisten ist es, dass alle Mitgliedstaaten der Euro-Zone Reformen ihrer Arbeitsmarkt- und Sozialsysteme durchführen. Solche Strukturreformen können jedoch Nachteile für einzelne Bevölkerungsgruppen bedeuten (zum Beispiel längere Arbeitszeiten).
    Wie ist Ihre persönliche Meinung zu diesen Reformen? Inwieweit sollen die Arbeitsmarkt- und Sozialsysteme in den Mitgliedsstaaten der Euro-Zone verändert werden?
  2. Instruktionen: Bitte antworten Sie anhand der Skala.
  3. Antwortkategorien:

    Die Arbeitsmarkt- und Sozialsysteme in den Mitgliedsstaaten der Euro-Zone sollten…(Skala wurde im Pretest horizontal dargestellt)

    0 gar nicht verändert werden

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    9

    10 vollständig verändert werden


    1. Empfehlungen: Frage:
      Der Begriff „Strukturreform“ ist trotz Einleitungstext unklar und sollte noch genauer definiert werden.

      Antwortkategorien:
      Belassen.

      Darüber hinaus empfehlen wir zusätzlich eine „Kann ich nicht sagen“- Kategorie anzubieten, damit diejenigen Befragten, die sich mit diesem Thema nicht auskennen oder der Ansicht sind, hier keine Aussage treffen zu können, dies auch zum Ausdruck bringen können.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing, Comprehension Probing
  2. Befund zur Frage: Alle Testpersonen verorten sich auf der Skala. Die Werte 2, 9 und 10 werden nicht gewählt.

    Anhand der Nachfrage, warum die Testpersonen sich beim Beantworten für diesen Wert entschieden haben, wird deutlich, dass bei 14 Testpersonen der jeweils gewählte Wert und die Begründung dafür zusammen passen. Bei Testperson 20, die generell Schwierigkeiten mit einer Verortung auf der Skala aufweist (s. Fragen 1, 4, 7, 10 und 13), bleibt unklar, warum sie sich für den Wert 3 entschieden hat. Auffallend ist, dass fünf Testpersonen Werte für die Frage vergeben, die nicht zu den Begründungen passen, die sie anschließend liefern. Während Testperson 03 (Wert 0) sich bei der Beantwortung der Frage ausschließlich auf Deutschland bezieht, können sich vier Testpersonen (TP 05, 06, 13, 19) nicht entscheiden, „ob man sich da einmischen sollte oder nicht“ (TP 13) und wählen deshalb die Werte 5 bzw. 6. In diesem Fall dient der Mittelwert sozusagen als Ausweichkategorie.

    Auch die Nachfrage, was die Testpersonen unter Strukturreformen verstehen, liefert Hinweise darauf, dass sechs Personen (TP 01, 02, 04, 05, 13, 16) der Begriff unbekannt oder zumindest unklar ist:
    • „Dass man irgendwo eine Struktur reinkriegt? Aber ich kann es nicht genau sagen.“ (TP 02)
    • „Da denke ich spontan an die sogenannten Umstrukturierungen. Wo z.B. Dinge in Firmen, die mal etwas Wert waren, für einen Apfel und ein Ei verscherbelt werden. Diese Abwicklungen, wie sie z.B. in der DDR der Fall waren. Die meisten Leute verlieren nur dabei. Da bin ich eher dagegen.“ (TP 05)
    • „Das kann ich überhaupt nicht definieren. Strukturreformen? Das kann ich jetzt überhaupt nicht erklären.“ (TP 16)
    Die anderen 14 Befragten denken bei „Strukturreformen“ an Gesetze, an das genannte Beispiel mit längeren Arbeitszeiten entweder im Hinblick auf Wochenarbeitszeiten oder auch auf den Eintritt des Rentenalters bezogen, an Steuersätze, das Bildungssystem, Sozialversicherung oder auch Regularien auf dem Arbeitsmarkt wie bspw. Kündigungsschutz, Mindestlohn oder allgemein Arbeitsbedingungen.

    Auf die Nachfrage an welche Länder sie bei der Beantwortung gedacht haben, werden hauptsächlich Länder genannt, die mit der Wirtschaftskrise in Verbindung gebracht werden, bspw. Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und „Ostländer“ wie Bulgarien und Rumänien. Positiv konnotiert sind andererseits Länder wie Norwegen und Schweden mit einem vermeintlich besseren Sozialsystem als Deutschland, der irische „Aufschwung“ und das geringere Renteneintrittsalter in Frankreich. Fünf Testpersonen (TP 01, 05, 11, 12, 14) geben an, an keine bestimmten Länder gedacht zu haben.
  1. Thema der Frage: Politische Einstellung und Verhalten
  2. Konstrukt: Einstellung zu Arbeitsmarkt- und Sozialsystemreformen zur Stabilisierung des Euro