Pretest-Datenbank

Projektname: German Internet Panel (GIP) Reforms Monitor 2014

  1. Fragetext: Wie viel würden Sie zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung privat bezahlen, um sich im Fall von Pflegebedürftigkeit eine gute Versorgung leisten zu können? Geben Sie bitte an, wie viel Sie pro Monat bezahlen würden.
  2. Instruktionen: Bei dieser Frage können Sie nur eine Antwort geben.
  3. Antwortkategorien:

    Zwischen 1-10 Euro pro Monat

    Zwischen 11-20 Euro pro Monat

    Zwischen 21-30 Euro pro Monat

    Zwischen 31-40 Euro pro Monat

    Zwischen 41-60 Euro pro Monat

    Zwischen 61-80 Euro im Monat

    Zwischen 81-100 Euro im Monat

    Mehr als 100 Euro im Monat

    Ich bin nicht bereit, privat einen zusätzlichen Betrag zu bezahlen


    1. Empfehlungen: Um unterscheiden zu können, ob Befragte bereits privat vorsorgen oder ob es sich bei der gegebenen Antwort lediglich um eine Bereitschaftserklärung handelt, sollte der Frage eine Filterfrage vorgeschaltet werden:
      „Zahlen Sie aktuell in eine private Pflegezusatzversicherung ein oder legen Sie anderweitig privat einen Betrag für die Pflegebedürftigkeit zurück?“ mit den Antwortkategorien:
      - Ja, ich zahle in eine Pflegezusatzversicherung ein
      - Ja, ich lege privat einen Betrag für die Pflegebedürftigkeit
      - Nein, ich bezahle momentan privat keinen zusätzlichen Betrag zur Pflegeversicherung

      Frage:
      Belassen und nur den Befragten stellen, die bei der Filterfrage angeben, dass sie momentan privat keinen zusätzlichen Betrag zur Pflegeversicherung bezahlen.
      Wer bereits privat vorsorgt könnte eine analoge Frage erhalten, um zu erfahren, mit welchem Betrag privat bereits vorgesorgt wird:
      „Wie viel bezahlen Sie bereits zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung privat, um sich im Fall von Pflegebedürftigkeit eine gute Versorgung leisten zu können? Geben Sie bitte an, wie viel Sie pro Monat bezahlen.“

      Antwortkategorien:
      Belassen.
      (Die letzte Antwortkategorie würde bei denjenigen Befragten entfallen, die bei der Filterfrage bereits angegeben haben, dass sie privat vorsorgen.)
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing, Comprehension Probing
  2. Befund zur Frage: Von den insgesamt 20 Testpersonen sind 17 bereit zusätzlich privat einen Betrag für die Pflege zurückzulegen. Die Höhe der Beträge reicht dabei von „zwischen 1-10 Euro pro Monat“ bis „zwischen 61-80 Euro im Monat“. Die beiden höchsten Antwortkategorien wurden hingegen von niemandem ausgewählt. Drei Personen geben an, nicht bereit zu sein, einen zusätzlichen Betrag zu bezahlen.

    Darüber hinaus wurden die Testpersonen gefragt, ob sie bereits eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen haben, ob sie anderweitig privat einen Betrag für die Pflegebedürftigkeit zurücklegen oder ob sie momentan privat keinen zusätzlichen Betrag zur Pflegeversicherung zurücklegen. Von den 17 Testpersonen, die angegeben haben, dass sie bereit wären einen zusätzlichen Betrag zu bezahlen, zahlen fünf Testpersonen bereits aktuell in eine private Pflegezusatzversicherung ein (TP 11, 12, 14, 19) oder legen anderweitig privat einen Betrag für die Pflegebedürftigkeit zurück (TP 06, Berufsunfähigkeitsversicherung).

    In der jetzigen Form der Frage lässt sich aus den Antworten bisher nicht schließen, ob es sich bei der gegebenen Antwort um eine Bereitschaft handelt oder ob tatsächlich bereits privat in eine Pflegeversicherung eingezahlt wird bzw. anderweitig privat ein Betrag für die Pflegebedürftigkeit zurückgelegt wird.

    In einer weiteren Nachfrage wollten wir von den Befragten wissen, was sie unter einer „guten Versorgung“ verstehen. Dabei lassen sich die Befragten grob in drei Gruppen einteilen: Personen, die damit eine Art „Grundversorgung“ verbinden (3 TPs), Personen, die damit etwas mehr als die Standardversorgung verbinden (13 TPs) und Personen, die vor allem an die finanzielle Absicherung denken (4 TPs).

    Verständnis Grundversorgung:
    • „Eine gute Versorgung ist für mich keine überragende, sondern durchschnittliche Versorgung.“ (TP 08)
    • „Es wäre wichtig, dass man abgesichert ist und über die Runden kommt, wenn man pflegebedürftig wird. Also dass man nicht hungern muss.“ (TP 06)
    • „Es geht um die Existenzversorgung. Gut ist ja relativ. Ich gehe davon aus, dass die Existenzbedürfnisse gedeckt werden.“ (TP 09)
    Von der reinen Deckung der existentiellen Grundversorgung lassen sich diejenigen unterscheiden, die mit einer „guten Versorgung“ darüber hinaus noch einen menschlichen, unterstützenden Umgang verbinden, der über die reine (medizinische) Grundversorgung hinausgeht:
    • „Dass man sich vielleicht etwas Besseres als den Standard leisten kann.“ (TP 05)
    • „Also wenn ich das auf Altenpflege beziehe, dann dass regelmäßig jemand für mich da ist, nachschaut, mit mir spricht.“ (TP 07)
    • „Dass ich meine Würde behalten kann und dass die Schwester morgens kommt und mir Frühstück hinstellt und vielleicht mal fragt wie es mir geht und ich einfach gut und menschlich behandelt werde und nicht wie ein Gegenstand.“ (TP 10)
    • „Dass die Leute nicht einfach in ein Zimmer geschoben werden und irgendwelche Tabletten bekommen, damit sie ruhig gestellt sind. Dass genug Personal da ist, dass sich um die Leute gekümmert wird, dass das Zwischenmenschliche noch da ist.“ (TP 13)
    • „Entweder im Pflegeheim, dass nicht nur kurz nach mir geguckt wird, ob alles in Ordnung ist und ich ein paar Tabletten bekomme, sondern dass ich einen Ansprechpartner habe. Oder wenn man sich jemanden nach Hause holt, der bei einem wohnt. Das ist für mich eine gute Versorgung, wenn ich in meinen eigenen vier Wänden sein kann und ich jemanden habe, der alles macht.“ (TP 16)
    • „Damit meine ich eine bessere Versorgung als die gesetzliche Mindestleistung.“ (TP 18)
    Für die dritte Gruppe steht bei einer „guten Versorgung“ vor allem die finanzielle Absicherung im Vordergrund:
    • „Dass man in jeder Lage gut abgesichert ist und Familienangehörige nicht bezahlen müssen, falls was schief läuft.“ (TP 02)
    • „Dass ich gesundheitlich versorgt werde, wenn ich es nötig habe. Und dass es nicht zu kostspielig sein sollte. [..] Ja, dass ich meine Operationen nicht selbst bezahlen muss. Dass ich die Pflege nicht selbst bezahlen muss.“ (TP 15)
    • „Das bedeutet für mich, dass im Extremfall ein Heimplatz finanziert werden könnte.“ (TP 19).
  1. Thema der Frage: Politische Einstellung und Verhalten
  2. Konstrukt: Bereitschaft zu privater Pflegeversicherung