Pretest-Datenbank

Projektname: Familienleitbilder in Deutschland

  1. Allgemeine Informationen: Nur an Eltern (Frage 9=“ja“).
  2. Fragetext: Haben Sie so viele Kinder wie Sie sich das wünschen, hätten Sie gerne mehr Kinder oder hätten Sie gerne weniger Kinder?
  3. Instruktionen: INT: Antworten vorlesen!
  4. Antwortkategorien:

    Ja, ich habe so viele Kinder wie ich mir gewünscht habe

    Nein, ich hätte gerne mehr Kinder

    Nein, ich hätte gerne weniger Kinder

    Antwort verweigert/ keine Angabe


    1. Empfehlungen: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing, Emergent Probing
  2. Befund zur Frage: Die Frage ‚Haben Sie so viele Kinder wie Sie sich das wünschen, hätten Sie gerne mehr Kinder oder hätten Sie gerne weniger Kinder? ‘ wurde nur den Testpersonen mit Kindern (TP 01, 02, 03, 04, 09, 10, 11, 12) gestellt. Von diesen acht Testpersonen hätten vier gerne mehr Kinder (TP 01, 04, 11, 12) und vier (TP 02, 03, 09, 10) haben so viele Kinder, wie sie sich gewünscht haben. Keiner der Befragten verweigert die Antwort oder gibt an, gerne weniger Kinder haben zu wollen. Aus dem spontanen Kommentar von Testperson 09: „Keine Ahnung.“ wird deutlich, dass die Antwort „Ja, ich habe so viele Kinder wie ich mir gewünscht habe“ auch dann gewählt wird, wenn die TP sich bezüglich der gewünschten Kinderzahl nicht im Klaren ist. Testperson 11, die gerne mehr Kinder hätte, bemerkt, dass der Kinderwunsch von der Situation abhängt: „Es muss halt zur Situation passen.“

    Da die Anzahl der gewünschten Kinder eventuell durch das Geschlecht der bereits geborenen Kinder bedingt wird, wurden die Testpersonen weiterhin gefragt, ob das Geschlecht des Kindes ein Grund dafür war, sich mehr oder keine weiteren Kinder zu wünschen. Sieben von acht Befragten (TP 02, 03, 04, 09, 10, 11, 12) empfinden das Geschlecht als irrelevant für die gewünschte Kinderzahl:
    • „Nein. Ich meine, ich habe einen Sohn und eine Tochter. Aber es wäre auch ok gewesen, wenn es zwei Jungs oder zwei Mädchen gewesen wären.“ (TP 02)
    • „Nein. Das ist egal ob Mädchen oder Junge. Ich wollte ein gesundes Kind.“ (TP 10)
    Aus der Aussage von TP 11: „Jetzt spielt es keine Rolle mehr. Da wir einen Jungen und ein Mädchen haben. Wenn wir jetzt zwei Jungs hätten, dann würde es vielleicht eine kleine Rolle spielen.“ geht allerdings hervor, dass das Geschlecht der Kinder keinen Einfluss mehr auf den Kinderwunsch hat, da sie bereits beide Geschlechter geboren hat. Testperson 11, welche angibt, dass das Geschlecht keine Rolle spielt und sie gerne mehr Kinder hätte, macht dennoch den Kinderwunsch vom Geschlecht der Kinder abhängig. Nur ist in ihrer momentanen Situation die Orientierung des Kinderwunsches am Geschlecht nicht mehr notwendig, da ihr Wunsch nach beiden Geschlechtern bereits erfüllt ist. Der Fall von TP 01 hingegen, illustriert das Gegenbeispiel zur Situation von TP 11. TP 01 hätte gerne mehr Kinder und dieser Wunsch wird u.a. durch das Geschlecht der geborenen Kinder begründet: „Wir sind drei Kinder, ich habe noch zwei Brüder. Und ich habe zwei Söhne, aber ich hätte auch gerne noch eine Tochter. Wenn es ein Junge werden würde, wäre das auch nicht schlimm, aber es wäre noch schön, sich nochmal um jemanden kümmern zu können.“ Darüber hinaus wird aus der Antwort von TP 01: „Meine Kinder sind von einem anderen Partner und ich möchte jetzt mit dem Partner, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen werde auch noch einmal etwas Gemeinsames haben. Aber er hat auch zwei Jungs und ich habe zwei Jungs und unser Hund ist ein Kerl.“ ein weiterer Prädiktor für die Kinderzahl ersichtlich, welcher bei getrennten Paaren relevant erscheint.

    Um bewerten zu können, ob wie im Fall von TP 11 das Geschlecht der Kinder keinen Einfluss nimmt, weil bereits beide Geschlechter geboren wurden, wurden die Testpersonen gebeten, das Geschlecht ihrer Kinder anzugeben. Von den Testpersonen (TP 01, 04, 11, 12) die sich mehr Kinder wünschen, hat lediglich TP 01 zwei gleichgeschlechtliche Kinder. Wie aus ihrer Aussage zuvor deutlich wird, ist ihr Wunsch nach einem weiteren Kind u.a. durch das Geschlecht bedingt. Von den Testpersonen, die sich keine weiteren Kinder wünschen (TP 03, 09, 02, 10) hat nur TP 03 Kinder mit gleichem Geschlecht. Laut ihrer Angaben war das Geschlecht kein Grund für die Kinderzahl: „Nein, es geht nicht um das Geschlecht. Und mir reicht es [zwei Kinder].“ Im Großen und Ganzen scheint das Geschlecht der Kinder eher eine untergeordnete Rolle für die gewünschte Kinderzahl zu spielen. Das wird einerseits direkt anhand der Antworten auf die Frage, ob das Geschlecht von Bedeutung ist, erkennbar. Andererseits kann auch indirekt aus den Geschlechtern der geborenen Kinder abgeleitet werden, dass der Kinderwunsch eher weniger vom Geschlecht anhängt. Der Umstand, dass zwei gleichgeschlechtliche Kinder geboren wurden, bedeutet nicht automatisch, dass weitere Kinder gewünscht werden (TP 03). Ebenso kann nicht geschlussfolgert werden, dass keine weiteren Kinder gewünscht werden, weil bereits beide Geschlechter geboren wurden (TP 11).

    Schließlich wurden die Testpersonen gefragt, ob ihnen die Beantwortung der Frage zur Kinderzahl unangenehm war. Im Einklang mit der Tatsache, dass keine der Testpersonen die Beantwortung der Frage zur Kinderzahl verweigert hat, verneinen alle diese Nachfrage.
  1. Thema der Frage: Sozialisation & Familie
  2. Konstrukt: gewünschte Kinderzahl