Pretest-Datenbank

Projektname: Familienleitbilder in Deutschland

  1. Fragetext: Angenommen Sie wären auf Partnersuche: Wie schwierig wäre es für Sie, einen Partner/ eine Partnerin zu finden?
    Wäre das sehr schwierig, eher schwierig, eher einfach oder sehr einfach?
  2. Antwortkategorien:

    Sehr schwierig

    Eher schwierig

    Eher einfach

    Sehr einfach


    1. Empfehlungen: Die Frage kann belassen werden. Da sich die Antworten der befragten Testpersonen aber vorrangig auf Umstände beziehen, die die Partnersuche erschweren oder erleichtern, empfehlen wir, eine ergänzende Frage anzuschließen, die den Fokus mehr auf das Einschätzen des eigenen Potentials auf dem Singlemarkt lenkt.

      Einleitung:
      In den folgenden Fragen geht es um Ihre Chancen auf dem Partnermarkt.

      Frage 1:
      Angenommen Sie wären auf Partnersuche: Wie schwierig wäre es für Sie, einen Partner/ eine Partnerin zu finden?

      Antwortoptionen:
      Wäre das sehr schwierig, eher schwierig, eher einfach oder sehr einfach?

      Frage 2:
      Wie hoch schätzen Sie ihren Marktwert auf dem Partnermarkt ein?

      Antwortoptionen:
      sehr hoch - eher hoch - eher niedrig - sehr niedrig
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing, Emergent Probing
  2. Befund zur Frage: Frage 8 wurde nur von 14 Testpersonen beantwortet. Dabei geben fast alle an, dass es für sie „sehr“ bzw. „eher schwierig“ sein würde, einen Partner zu finden. Nur eine Testperson (TP 02) schätzt die Partnersuche als „sehr einfach“ und zwei Testpersonen (TP 06, 14) als „eher einfach“ ein. Testperson 13 verweigert hier eine Antwort, denn „das kann ich jetzt nicht sagen. Ich kann hier zur Tür rausgehen und dann treffe ich eine. Man kann zur Diskothek gehen und dann hat man schon eine Freundin. Das ist situationsabhängig. Aber ob man die Richtige findet, ist eine andere Frage. Die Frage ist blöd.“ (TP 13; in Partnerschaft). Drei weitere Testpersonen äußern vor der Beantwortung der Frage spontane Kommentare, die auch zum Ausdruck bringen, dass die Frage für sie nicht einfach zu beantworten ist:
    • „Die Frage ist nicht einfach. Einen Beliebigen zu finden wäre natürlich sehr einfach. Den Traumprinzen zu finden ist eigentlich sehr schwierig.“ (TP 07; in Partnerschaft)
    • „Jemanden kennenlernen wäre einfacher als eine neue Partnerin zu finden. Das ergibt sich. Ich weiß nicht, ob sich das so unterscheiden lässt. Kennenlernen ist einfach, aber man kommt ja nicht mit jedem gleich zusammen. Will man ja auch vielleicht gar nicht.“ (TP 14; Single)
    • „Also die Frage fällt mir jetzt extrem schwer. Wenn man nicht in der Situation ist, kann man es nur schwer beantworten.“ (TP 06; in Partnerschaft)
    Testperson 06 ist eine der beiden, die Frage 8 mit „eher einfach“ beantwortet haben. Als Grund hierfür nennt sie die erweiterten Möglichkeiten zur Partnersuche, die durch das Internet geboten werden: „Weil früher musste man in die Disko oder sich sonst irgendwo mit jemandem treffen. Und heute hat man Apps oder Chat“ (TP 06; in Partnerschaft). Testperson 14, die ebenfalls mit „eher leicht“ geantwortet hat, erläutert dies folgendermaßen: „Wenn ich es darauf beziehe, jemanden kennenzulernen, dann würde ich sagen eher einfach. Ich habe ein loses Mundwerk. Ich bin ein aufgeschlossener, offener Typ“ (TP 14; in Partnerschaft). Testperson 02 beantwortet die Frage mit „sehr einfach“ und berichtet von ihren persönlichen Erfahrungen: „Ich werde halt angesprochen. Ob ich darauf eingehe, das ist eine andere Frage, aber es wäre leicht einen Mann zu finden.“ (TP 02; in Partnerschaft)

    Die vier Testpersonen, die hier mit „sehr schwierig“ antworten, begründen das durch „schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit“ (TP 01; in Partnerschaft), „Schüchternheit“ (TP 10; Single), „das Problem, den ‚Richtigen‘ zu finden“ (TP 04; Single) und mit der Frage, „wo soll man heutzutage noch gescheite Männer finden außer im Internet“ (TP 05; in Partnerschaft).

    Die Erläuterungen der sieben Testpersonen, die hier mit „eher schwierig“ geantwortet haben, lassen sich zu zwei Punkten zusammenfassen. Ein Teil dieser Testpersonen (TP 03, Single; 08, 07, 15 jeweils in Partnerschaft) begründet ihre Antwort mit den eigenen Ansprüchen, die an einen Partner gestellt werden, und dass es nicht leicht sei den „Richtigen“ zu finden:
    • „Die Frage schließt ja nicht mit ein, was für ein Partner das ist. Sondern einfach nur einen Partner. Den findet man. Aber die Suche nach dem Deckelchen ist schon schwieriger.“ (TP 07; in Partnerschaft)
    • „Aus Erfahrung. Ich finde zwar selbst, dass ich keine hohen Ansprüche habe, aber vielleicht doch, weil irgendwie scheint es mir, dass nur wenige Personen diesen Ansprüchen entsprechen.“ (TP 08; in Partnerschaft)
    Die übrigen drei Testpersonen, die es als „eher schwierig“ bewerten, einen Partner zu finden (TP 09, Single; 11, 12, in Partnerschaft), erläutern dies durch den Mangel an Zeit und Gelegenheit, einen potentiellen Partner zu treffen:
    • „Grundsätzlich ist es einfacher, jemanden während dem Studium kennenzulernen, weil man auch mit mehr Leuten in Kontakt kommt. Und da der Studienort nicht mein Arbeitsort ist, ist es schwieriger während der Arbeit Leute kennenzulernen.“ (TP 11; in Partnerschaft)
    • „Ich habe ziemlich wenig Zeit zurzeit und deswegen bin ich auch gerade gar nicht auf Partnersuche. Und ich glaube, wenn ich auf Partnersuche wäre, dann wüsste ich gar nicht, wie ich das einrichten sollte ehrlich gesagt.“ (TP 09; Single)
    • „Ich habe vor allem an praktische Aspekte gedacht. Ich bin viel beruflich beschäftigt, aus beruflichen Gründen in die Stadt gezogen. Man lernt im Prinzip nicht so wahnsinnig viele Leute kennen. Es ist also schwierig überhaupt einen Pool zu haben.“ (TP 12; in Partnerschaft)
    Darüber hinaus wollten wir von den Testpersonen wissen, von welchen Faktoren es ihrer Meinung nach abhängt, wie einfach oder schwierig es ist eine/n Partner/in zu finden. Die gegebenen Antworten lassen sich zu vier Faktoren zusammenfassen: die eigene Situation – in diesem Zusammenhang werden häufig Kinder als ein Hindernis der Partnersuche genannt – die eigenen Erwartungen, wie offen bzw. gesellig man ist und ob man Zeit hat, einen Partner zu finden:
    • „Die eigene Situation, eine alleinerziehende Mutter hat es nicht unbedingt einfach und dann spielen Bildung und äußeres Erscheinungsbild auch eine Rolle.“ (TP 04; in Partnerschaft)
    • „Alle diese Einschränkungen, was man vom Partner erwartet, dass es viele Einschränkungen gibt oder Kriterien. Je mehr es ist, desto weniger leicht wird es einen Partner zu finden.“ (TP 08; in Partnerschaft)
    • „Es geht sehr um die eigenen Ansprüche, die man an einen Partner stellt. Zum anderen natürlich um die Möglichkeiten, jemanden kennenzulernen.“ (TP 12; in Partnerschaft)
    • „Die Erwartungen von den Menschen. Die Person auch selbst. Manchmal sind die Menschen schüchtern und trauen sich nicht, jemanden anzusprechen.“ (TP 02; in Partnerschaft)
    • „Wie viel Zeit man hat, die Umgebung, ob man da schon in festen Strukturen drin ist, oder eher an einem Ort, an dem man nicht so viele Freunde und Bekannte hat.“ (TP 11; in Partnerschaft)
    Bei den Antworten fällt auf, dass die Testpersonen sich meistens auf die Erwartungen beziehen, die an jemand anderen gerichtet werden oder, dass es um „äußere“ Faktoren wie Zeit oder Gelegenheiten zum Kennenlernen geht. Kaum eine Antwort bezieht sich auf Einschätzungen des „eigenen Marktwertes“. Lediglich die Antwort von Testperson 15 geht in diese Richtung:
    • „Man ist wie man ist. Es hängt von den Personen ab, die man um sich hat. Weil, wenn an der Uni sich eine hübsche BWLerin schnappen möchte, da muss man halt eine gewisse Uhr tragen. Also nach Klischee. Und auf anderen Schulen wäre was anderes wichtig. Es hängt vom sozialen Umfeld ab. Ich kenne z.B. viele Leute, die sehr, sehr reich sind und die wollen auch Menschen kennenlernen, die nicht komplett außerhalb [ihres sozialen Umfeldes] sind.“ (TP 15; in Partnerschaft)
    Auch wenn Testperson 15 den Gedanken aufgreift, dass man bestimmte Kriterien erfüllen muss, um bei einer bestimmten Gruppe Menschen als potentieller Partner wahrgenommen zu werden, bezieht auch sie Frage 8 nicht auf sich selbst und schätzt nicht ihre eigenen Kriterien ein. Intention von Frage 8 ist es, in Erfahrung zu bringen, wie Befragte ihren eigenen Wert auf dem Singlemarkt einschätzen. Mit der aktuellen Formulierung scheint das unseren Testpersonen bisher nicht klar zu sein. Sie denken vielmehr an äußere Umstände, die die Partnersuche erschweren, oder daran, dass es nicht einfach ist, den Richtigen bzw. die Richtige zu finden.
  1. Thema der Frage: Individuum / Persönlichkeit
  2. Konstrukt: eigene Chancen auf dem Partnermarkt