Pretest-Datenbank

Projektname: Familienleitbilder in Deutschland

  1. Allgemeine Informationen: Nur wenn Frage 4 = „Vater“ oder „Beide“.
  2. Fragetext: Wie viele Stunden pro Woche sollte der Vater arbeiten?
  3. Instruktionen: INT: offene Antwort. Wenn „Vollzeit“, dann bitte 40 Stunden pro Woche eintragen. Wenn „Teilzeit“, dann erneut explizit nach der Stundenanzahl pro Woche fragen.
  4. Antwortkategorien:

    Offene Antwort


    1. Empfehlungen: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Specific Probing, Emergent Probing
  2. Befund zur Frage: Da sich alle 15 Testpersonen bei Frage 4 entweder für die Antwort „Vater“ oder für die Antwort „Beide“ entschieden haben, wurde diese Frage allen gestellt. Die meisten Testpersonen (n=12) geben an, dass der Vater (an die) 40 Stunden arbeiten solle. Zwei weitere Testpersonen antworten 30 Stunden und eine Testperson entscheidet sich für eine 25-Stunden Woche.

    Wie bereits anhand der Aussagen zu den mütterlichen Arbeitszeiten deutlich wurde, vertritt der überwiegende Teil der Testpersonen ein klassisches Rollenbild mit einem Vollzeit-erwerbstätigen Vater und einer Teilzeit- oder gar nicht erwerbstätigen Mutter. Lediglich die Testpersonen 07, 09, 12 und 15 sind in ihrem Familienbild egalitärer eingestellt und messen beiden Elternteilen ähnliche Arbeitszeiten zu, wobei TP 07 einräumt: „Das würde auch individuell davon abhängen, wer den besseren Job hat [wer 30 und wer 40 Stunden die Woche arbeiten soll].“

    Um herauszufinden, woher die Testpersonen ihre Rollenbilder beziehen, wurde ihnen folgende Nachfrage gestellt: „Haben Sie beim Beantworten der Fragen an Ihre eigene Situation gedacht, an die Ihrer Eltern, an die Ihrer Freunde und Bekannten oder an jemanden anderen?“ Jeweils drei Testpersonen haben beim Beantworten ausschließlich an ihre eigene Situation (TP 01, 02, 11), an die Situation Ihrer Eltern (TP 03, 10, 15) oder an Freunde und Bekannte (TP 05, 06, 08) gedacht. Testperson 04 hatte sowohl die eigene Situation als auch die Ihrer Eltern vor Augen. Die drei Testpersonen 12, 13 und 14 haben ebenfalls an die eigene, aber auch an die Situation von Freunden und Bekannten gedacht. Testperson 07 gibt an, sich eine fiktive Familie vorgestellt zu haben und Testperson 09 hat, wie bereits erwähnt, an ein Buch gedacht, welches ein 25h Modell für beide Eltern vorschlägt.

    Auf die Nachfrage, wie leicht oder schwer den Testpersonen die Antwortvergabe gefallen ist, antworten sechs Testpersonen (TP 01, 03, 04, 05, 10, 13) „sehr leicht“ und fünf (TP 02, 08, 09, 12, 14) „eher leicht“. Vier Testpersonen bewerten die Beantwortung als „eher schwer“ (TP 06, 15) oder „sehr schwer“ (TP 07, 11). Die beiden Testpersonen 06 und 15 begründen dies damit, dass sie selbst noch keine Eltern seien und dementsprechend das Hineinversetzten in die unbekannte Situation schwer sei: „Weil man es auch nicht so auf sich beziehen kann, weil man nicht weiß, wie man selbst dann in der Situation dann ist. Ob man sagt, ich gebe mein Kind wirklich in der Betreuung.“ (TP 06) Beide sind dennoch in der Lage eine Antwort zu vergeben. Testperson 11 fällt das Antworten „sehr schwer“, da ihr das Ziel der Fragestellung nicht eindeutig genug ist: „Ich finde dieses ‚sollte‘ schwierig. […] Ist der Hintergrund eher der, dass eher Regelungen getroffen werden sollten, dass das möglich ist oder sollen die Wünsche der Eltern abgefragt werden? Das sollte klarer gemacht werden. Geht es darum, wie ich mir persönlich das wünsche oder wie die Rahmenbedingungen gesetzt werden sollten?“ Selbst interpretiert Testperson 11 die Frage wie folgt: „Also für mich geht es eher darum, wie man das am besten organisieren kann, so dass die finanzielle Unterstützung da ist und jeder so viel Zeit mit den Kindern verbringen kann, wie er will oder wie man es organisieren kann.“ Testperson 15 ist die Beantwortung sehr schwer gefallen, weil das ihrer Ansicht nach jeder selbst entscheiden solle. Da trotz der genannten Schwierigkeiten alle Testpersonen in der Lage waren eine Stundenanzahl anzugeben, kann die Frage belassen werden.
  1. Thema der Frage: Sozialisation & Familie
  2. Konstrukt: Erwerbstätigkeit eines Vaters