Fazit und Empfehlung (Web Probing 1 & 2):
Die Ergebnisse zeigen, dass Frage 18 insgesamt gut funktioniert. Der geringe Item-Nonresponse sowie die breite Nutzung der Skala sprechen dafür, dass die meisten Befragten in der Lage sind, ihr Haushaltseinkommen auf der vorgegebenen Skala einzuordnen.
Der Anteil berichteter Schwierigkeiten war zwar insbesondere im ersten Web Probing-Pretest vergleichsweise hoch, diese führten jedoch nicht zu systematischen Problemen bei der Beantwortung der Frage. Die genannten Schwierigkeiten deuten, ähnlich wie bei Frage 16 auf gewisse Unklarheiten bei der Interpretation der Skalenstufen hin.
Zwischen den beiden Frageversionen zeigten sich weder hinsichtlich des Antwortverhaltens noch der wahrgenommenen Schwierigkeit signifikante Unterschiede. Es ergeben sich somit keine Hinweise darauf, dass die unterschiedliche Formulierung der Skalenendpunkte einen relevanten Einfluss auf die Beantwortung der Frage hat. Insgesamt besteht daher kein grundlegender Überarbeitungsbedarf. Beide Frageversionen erscheinen gleichermaßen geeignet. Für die Haupterhebung empfehlen wir, die Frageversion mit expliziter Nennung von Einkommen (Version 1) zu verwenden, da somit eine konsistente Frageformulierung zu den Fragen 1 bis 3 sichergestellt ist.
Informationen zur Frage und Ziele der Testung (Web Probing 1 & 2):
Frage 18 erfasst den subjektiv wahrgenommenen Status des Haushaltseinkommens der Befragten. Im Rahmen des Pretests wurden zwei Frageversionen getestet, die sich hinsichtlich der Formulierung der Endpunkte der Antwortskala unterschieden. In Version 1 wurden die Skalenendpunkte durch konkrete Einkommensbeträge definiert („1 = Einkommen 400€ netto“ bis „10 = Einkommen 8000€ netto“), während in Version 2 unspezifische Formulierungen verwendet wurden („1 = sehr geringes Einkommen“ bis „10 = sehr hohes Einkommen“).
Im Zuge des ersten Web Probing-Pretests sollte ermittelt werden, ob es den Testpersonen schwerfällt, Version 2 der Frage zu beantworten. Die kognitive Nachfrage wurde etwa einem Drittel der Befragten (n = 149) gestellt.
Im zweiten Web Probing-Pretest wurden die Testpersonen zufällig einer der beiden Frageversionen zugeteilt. Auch hier wurde getestet, ob es den Testpersonen schwerfällt, die beiden Frageversionen zu beantworten. Die kognitiven Nachfragen wurden etwa einem Drittel der Befragten (n = 129) gestellt.
Befund Web Probing 1:
Eine Testperson ließ Frage 18 (Version 2) unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung der Frage die gesamte Skalenbreite, wobei sie am häufigsten die Skalenpunkte 7 (25,6 %) und 6 (22,8 %) auswählten (vgl. Tabelle 27). Der Großteil der Befragten (77,9 %) ordnete sich auf einer Stufe in der oberen Hälfte der Leiter (Skalenpunkte 6 bis 10) ein. Der Mittelwert der Antworten belief sich auf M = 6.6 (SD = 1.6), der Median auf Md = 7.
Ein Drittel der Testpersonen gab an, dass ihnen die Beantwortung von Frage 18 „eher schwer“ (30,9 %) oder „sehr schwer“ (2,0 %) gefallen sei.
Befund Web Probing 2:
Zwei Testpersonen ließen die Frage in Version 2 unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung der Frage nahezu die gesamte Skalenbreite, wobei sie am häufigsten die Skalenpunkte 6 und 7 auswählten (vgl. Tabelle 28). Hinsichtlich der deskriptiven Kennwerte zeigten sich kaum Unterschiede zwischen den beiden Frageversionen (vgl. Tabelle 29). Die Mittelwerte der beiden Frageversionen unterschieden sich nicht signifikant voneinander (t(435) = 1.69, p = .093).
Insgesamt berichteten 14,7 % (n = 19) der Testpersonen, dass ihnen die Beantwortung von Frage 18 „eher schwer“ (13,2 %) oder „sehr schwer“ (1,6 %) gefallen sei. Hierbei zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Frageversionen (X2(3, N = 129) = 3.55, p = .314).
Als Hauptgrund für die empfundene Schwierigkeit nannten die Befragten vor allem Unsicherheiten hinsichtlich der Bedeutung der einzelnen Skalenstufen zwischen den Polen („Ich konnte mir keine gute Aufteilung der Beträge für die einzelnen Stufen denken. Daher war die Einschätzung schwer.“, TP57).