Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews:
Der Bildungsbegriff in Frage 15 wurde von den meisten Testpersonen als formales Bildungsniveau verstanden und höhere Skalenwerte entsprachen weitgehend höheren formalen Bildungsabschlüssen. Gleichzeitig zeigen die Aussagen zweier Testpersonen, die den Bildungsbegriff primär im Sinne einer guten Allgemeinbildung interpretierten, dass die Frage einen gewissen Interpretationsspielraum zulässt. Sofern die Frage auf das Erreichen formaler Bildungsabschlüsse abzielt, empfiehlt es sich daher, die Frage zu präzisieren, zum Beispiel durch eine explizite Bezugnahme auf formale Abschlüsse:
„Stellen Sie sich bitte eine Leiter vor, die von 1 (= kein Schulabschluss) bis 10 (= Promotion) reicht.“
Informationen zur Frage und Ziele der Testung (Kognitive Interviews):
Frage 15 erfasst, welches Bildungsniveau sich die Befragten für ihr Kind im Alter von 35 Jahren wünschen. Die kognitiven Interviews sollten Informationen dazu liefern, wie die Befragten ihre Antworten begründen und an welche Formen von Bildung sie beim Beantworten denken. Die Frage wurde aus Zeitgründen nur zwölf der 24 Testpersonen gestellt.
Befund Kognitive Interviews:
Alle Testpersonen, denen Frage 15 gestellt wurde, beantworteten diese. Dabei ordneten sie sich ausnahmslos auf einer Stufe in der oberen Hälfte der Leiter ein (Skalenpunkte 7 bis 10; vgl. Tabelle 22). Der Mittelwert der Antworten belief sich auf M = 8.3 (SD = 1.1), der Median auf Md = 8.
Die Testpersonen zeigten überwiegend ein homogenes Verständnis des Bildungsbegriffs in dieser Frage. In den meisten Fällen entsprachen höhere Skalenwerte einem höheren formalen Bildungsniveau. Testpersonen, die den höchsten Skalenwert 10 wählten, assoziierten diese Stufe ausschließlich mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium. Befragte, die den Skalenwert 8 angaben, verbanden damit hingegen unterschiedliche Formen formaler Bildung. Diese reichten von einem sehr guten beruflichen Ausbildungsabschluss über einen Meistertitel bis hin zu einem Hochschulabschluss. Testpersonen, die den Skalenwert 7 auswählten, bezogen sich dagegen auf etwas niedrigere formale Abschlüsse, wie zum Beispiel einen Realschulabschluss mit anschließender abgeschlossener Berufsausbildung.
Zwei Testpersonen gaben an, bei der Beantwortung der Frage weniger an formale Bildungsabschlüsse als vielmehr an eine gute Allgemeinbildung gedacht zu haben. In diesen Fällen stand nicht ein bestimmter Abschluss im Vordergrund, sondern ein breites Wissen und die Fähigkeit, sich in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten zu bewegen.